Angkor Wat

Autorin Naike Juchem


Etwa eine Million Menschen haben im Mittelalter in der Tempelstadt Angkor gelebt. Es war einmal eine große Stadt, deren Mitte durch die Tempelanlagen Angkor Wat gekennzeichnet wurde. Das gesamte Areal wird heute als Angkor Park bezeichnet und umschließt ein riesiges Gebiet, das einige Kilometer entfernt der Stadt Siam Reap liegt.


Im 15. Jahrhundert verließen die Khmer ihre heiligen Tempelanlagen, die von den Göttern regiert wurden. Aber erst vor ungefähr 150 Jahren fanden die Franzosen die versunkenen Tempelanlagen wieder. Mitten im Dschungel von Kambodscha lächeln Figuren von den Steinwänden des Angkor Wat, die zu den größten Sakralbauten der Welt gehören.


Leider zerbröckelt der Sandstein beim tropischen Klima, welches in Kambodscha herrscht. Mit viel Liebe zum Detail arbeiten heute Wissenschaftler nun daran, die zauberhaften Kunstwerke zu erhalten. Heute ist Angkor Wat der Grund für viele Reisende, Kambodscha zu besuchen. Aber auch Mönche nutzen die Tempelanlagen weiterhin als Pilgerstätte.


Die Fakten

Das Gebiet ist mehr als 200 km² groß und beheimatet mehr als 1000 Gebäude, die unterschiedlich gut erhalten sind. Besucher überqueren beim Eintreten in die Tempelstadt einen 200m breiten Wassergraben, der die etwa 20.000 Einwohner im Mittelalter schützte. Wat bedeutet Tempel. Angkor Wat ist der Name des größten sakralen Bauwerks der Welt und bezeichnet nicht (wie häufig gedacht) die komplette Anlage.


Die Stadtmauern, zu denen der Graben führt, weisen eine Länge von 3 mal 3 km auf. Der Name der ehemaligen Hauptstadt ist übrigens Angkor Thom. Das Hauptmerkmal von Angkor Wat sind insgesamt fünf Türme, die in der Form von Lotusblüten gebaut wurden. Die Tempelanlagen sind ein kostbares Gut der Khmer und auch auf der Nationalflagge sind die Anlagen von Angkor Wat abgebildet. Nicht nur die Einwohner Kambodschas halten Angkor Wat für einen unglaublichen Schatz, denn auch die UNESCO hat den Tempelkomplex im Jahr 1992 zum Weltkulturerbe erklärt.


Die Mythen

Wie viele alte Gebäude und kulturelle Güter, bringt auch Angkor Wat einige Besonderheiten mit sich, die viel Spielraum für Mythen und Geschichten lassen.
Angkor Wat als Grabstätte
Eine der Besonderheiten ist die Ausrichtung des Eingangs. Der Eingang wurde in Richtung Westen erbaut. Diese Himmelsrichtung steht symbolisch für den Tod, sodass Forscher vermuten, dass Angkor Wat ursprünglich als riesige Grabstätte erbaut wurde.
Das Leben nach dem Tod
Warum diese Tempel überhaupt gebaut wurden, ist vielleicht ganz einfach zu erklären. Verschiedene Könige regierten das Reich der Khmer über Jahrhunderte und diese hatten alle ein Ziel: Nach dem Tod mit dem Gott ihres jeweiligen Glaubens zu verschmelzen (die meisten waren Hinduisten). Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, errichteten die Könige Tempel als Paläste für die Götter. In den meisten Fällen wurden die Temple Shiva gewidmet. Interessant ist aber besonders, dass die meisten Könige neue Tempel errichteten, statt die Tempel ihrer Vorgänger zu vollenden, denn sie wollten sichergehen, dass ihre Verschmelzung nach dem Tod gewährleistet ist.


Der Urozean.

Die großen Wasserbecken in Angkor dienten vor allem als riesiges Wasserreservoir für die einstige Bevölkerung. Symbolisch gesehen sollten die Spiegelungen der einzelnen Tempel im Wasser für den Urozean stehen.


Die Symbole

Angkor Wat ist das wohl beste Beispiel für den Baustil, in dem in der Angkor Zeit gebaut wurde. Symmetrische Formen, klare, exakte Linien und natürlich die 5 Türme, die als Symbol für den Berg Meru stehen. Alle Tempel in der Anlage Angkor haben eines gemeinsam, sie beinhalten diesen einen Turm als Symbol für den Berg Meru (Weltenberg im Zentrum des Universums). Die Zahl 4 findet sich in allen Bauwerken wieder, denn diese Zahl ist im Hinduismus von besonderer Bedeutung, da sie für absolute Vollkommenheit steht.

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Über naikejuchem

„Du entscheidest eines Tages oder Tag Eins.“ Mit diesem Satz hat sich am 29. August 2017 mein Leben gravierend geändert. Ich möchte gerne Einiges erklären, um mich nicht ständig zu wiederholen oder zu rechtfertigen. Ich wurde 1970 äußerlich als Junge geboren, innerlich hat die Biologie aber etwas durcheinander gebracht mit meinen Chromosomen. Heute weiß ich anhand von Blut,- und Gentests, dass es so ist. Es kommt halt nicht so oft vor, aber mich hat es erwischt. Ich habe eine Transidentität. Das ist nichts Schlimmes, es ist keine Krankheit – in welchem Sinne auch immer – das hat es schon immer gegeben. Selbst in der Bibel steht bei Paulus an die Korinther in 5,17 oder Galater 3,28 wie auch Epheser 4,23-24 schon etwas über Transgender. In Deutschland gibt es ungefähr 1 Mio. Menschen, denen es genauso geht wie mir. Die Natur geht manchmal kreative Wege und bringt unterschiedliche Menschen hervor: Männer, Frauen, welche, die homosexuell sind, welche, die beide Geschlechter in sich tragen (Intergeschlechtliche), Linkshänder, Rechtshänder, und eben auch welche, die transidentitär sind. Ich habe mir dies nicht ausgesucht, ich bin auf keinem „Trip“, oder laufe einem neuzeitlichen „Genderwahn“ hinterher. Bei einer Transidentität ist man im falschen Körper geboren worden, d.h. das äußere Geschlecht entspricht nicht dem selbst empfundenen Geschlecht – wobei sich dies nicht ausschließlich auf die Sexualität beschränkt, sondern eher dem sozialen Geschlecht und dessen Wahrnehmung entspricht. Wenn man im falschen Körper steckt und es nicht ändern kann, weil man es nicht weiß oder weil es nicht geht, fühlt man sich nicht nur falsch und unglücklich, es führt auch zu tiefen Depressionen, bei nicht wenigen Transidentitären sogar zum Suizid. Das ganze Leben stimmt einfach nicht.  Deshalb konnte ich die letzten Jahrzehnte auch nicht verstehen und einordnen, was mit mir los war, weshalb ich mich nicht richtig gefühlt habe: Ich wusste es nicht. Und in meiner Umgebung wusste auch keiner, dass ich eine Transidentität habe. Nicht nur die Bibel erwähnt transidentitäre Menschen, auch antike Geschichtsschreiber haben von der Existenz solcher Menschen berichtet. Aber erst mit der christlichen Kirche wurden transidentitäre Menschen mit einem absoluten Tabu belegt. Dies ist auch bis in die 70er/80er Jahre des letzten Jahrhunderts weitgehend gesellschaftlich so geblieben und hat die Betroffenen gezwungen, ihre tatsächliche Identität zu verbergen und die Rolle des geborenen Geschlechts anzunehmen. Nun mögen Viele meinen „Ja und? Dann macht man das eben, ist ja auch einfacher so!“. Ich habe über 40 Jahre eine Rolle gespielt, die ich nie war, und es war irgendwann nicht mehr auszuhalten. Ein Schauspieler kann das, solange die Kamera läuft, aber sobald der Film abgedreht ist, geht der Schauspieler nach Hause und ist wieder er selbst. Im echten Leben kann man nicht die ganze Zeit schauspielern, ohne daran zugrunde zu gehen. Es ist auch ein Betrug, ein Betrug an der Familie, an Freunde, an Kollegen ... und ganz besonders an sich selbst. Ich bin erst einmal den Weg der Rolle gegangen und hatte 1998 geheiratet, wurde nach einigen Jahren auch Vater und dachte, dass nun alles gut würde. Wurde es aber nicht. Im Gegenteil: Die Ehe wurde ab 2007 für mich zur Hölle, die 2012 in einer Scheidung endete und mich an den Rand der Existenz brachte. Da stand ich nun, wie man so sagt, vor den Trümmern meines Lebens. Die Ehe kaputt, das Kind weg, die berufliche Existenz im Eimer, Schulden und Probleme und wenig bis gar keine Unterstützung. Also was blieb mir noch? Mein Leben! Da ich von Natur aus eine Kämpferin bin, packte ich 2014 es endlich an, Antworten auf meine Fragen zu suchen. Ich fing an mich zu informieren, um herauszufinden, was mit mir nicht stimmt. Ich habe in dieser Zeit Fachtagungen und Freizeiten, sogar in Luxemburg im Ministerium eine Debatte für und mit Transgender besucht und stellte plötzlich fest, dass ich nicht alleine bin. Das war eine so unglaubliche Befreiung! Am 29. August 2017 wagte ich ein Outing im kleinen Rahmen, um endlich zu wissen, wie meine Freunde auf mich reagieren würden. Zu meiner großen Überraschung und unglaublicher Freude standen diese Menschen positiv zu mir und unterstützen mich bis heute, wie und wo es nur geht. Am 1. Oktober 2017 gab es dann kein Zurück mehr: es war der Tag, die Wahrheit zu sagen, bei meiner Familie und auch öffentlich. Natürlich hatte ich an diesem Tag unglaubliche Angst. Würde ich ab diesem Zeitpunkt nur noch alleine sein? Würde ich Zweifel, Fragen, Ablehnung, Verlust der Arbeit und noch mehr Probleme erfahren? Tausende Gedanken, Pro und Contra, all dies zerrte an meinem Verstand und meiner Seele. Mit diesem Tag wich ein unglaublicher Druck von mir. Meine Seele kam endlich zur Ruhe – ich hatte zu mir gefunden. Ich bin nun viel, viel ausgeglichener und aus heutiger Sicht betrachtet ist nichts von dem eingetroffen, worüber ich mir so viele Gedanken gemacht und befürchtet hatte.

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