Schönste Pilotin der Welt

Autorin Nila Khalil

„Schönste Pilotin der Welt“ oder „Weibliches Top Gun“,
schrieben einst einige Zeitungen über Niloofar Rahmani.
Sie war das Symbol der neuen starken Frauen in Afghanistans, die dem Terror Widerstand leistete und sollte der Beweis
für die neue Freiheit für Frauen nach den Taliban sein.
Niloofar bekam und bekommt Todesdrohungen seitens der Taliban, aber auch aus der eigener Familie. Mit ihrer
unkonventionellen Arbeit beschäme sie schließlich die Familie. Niloofar ist die erste Luftwaffenpilotin seit Jahrzehntenin Afghanistan, sie war Covergirl und Hoffnungsträgerin zugleich. 2016 beantragte Niloofar Asyl in den USA und musste sich in Afghanistan als Verräterin beschimpfen lassen.
Die afghanische Regierung reagierte heftig auf Niloofars Asylantrag. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums,
Mohammed Radmanisch, sagte damals, Rahmani habe die Drohungen gegen sie nur erfunden, um Asyl beantragen zu
können. „Hätte sie wirklich Probleme gehabt, hätte sie sich bei zahlreichen Stellen beschweren können. Rahmani sei
eine Schande für Afghanistan. Ein Offizier müsse Tapferkeit im Angesicht des Feindes zeigen und dürfe nicht davon rennen.
Schon als Kind wollte Niloofar Pilotin werden wollen, es sei ihr großer Traum gewesen. Ihre Vorbilder seien zwei
Hubschrauberpilotinnen, die es während der Sowjetzeit in Afghanistan gab. Die Eltern unterstützten Niloofar immer,
auch als Unbekannte Niloofar Bruder angegriffen hatten. Die Familie musste seither mehrmals umziehen, um sich zu schützen.
2017 verlieh ihr das US –
Außenministerium den Courageous Women Award. Mich
elle Obama hielt die Rede und sagte, Niloofar Rahimi fliege weiter, trotz der Drohungen der Taliban und aus ihrer Familie.
In den sozialen Medien wurde Rahmanis Motive emotional diskutiert. Die Frauenrechtlerin Waschma Frogh, die ein
Jahr als Beraterin im
afghanischen Verteidigungsministerium gearbeitet hatte, sagte, der Fall sollte endlich eine nationale Debatte über die Behandlung von Frauen in den Streitkräften auslösen. Auch der Journalist Bilal Sarwary schrieb 2017: Das Land habe diese Frau wie auch vi
ele andere im Stich gelassen.
Von vielen Afghanen wurde Rahmani angesichts der instabilen Politischen Lage im Land entweder Deserteurin oder
Feigling genannt.

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Über naikejuchem

„Du entscheidest eines Tages oder Tag Eins.“ Mit diesem Satz hat sich am 29. August 2017 mein Leben gravierend geändert. Ich möchte gerne Einiges erklären, um mich nicht ständig zu wiederholen oder zu rechtfertigen. Ich wurde 1970 äußerlich als Junge geboren, innerlich hat die Biologie aber etwas durcheinander gebracht mit meinen Chromosomen. Heute weiß ich anhand von Blut,- und Gentests, dass es so ist. Es kommt halt nicht so oft vor, aber mich hat es erwischt. Ich habe eine Transidentität. Das ist nichts Schlimmes, es ist keine Krankheit – in welchem Sinne auch immer – das hat es schon immer gegeben. Selbst in der Bibel steht bei Paulus an die Korinther in 5,17 oder Galater 3,28 wie auch Epheser 4,23-24 schon etwas über Transgender. In Deutschland gibt es ungefähr 1 Mio. Menschen, denen es genauso geht wie mir. Die Natur geht manchmal kreative Wege und bringt unterschiedliche Menschen hervor: Männer, Frauen, welche, die homosexuell sind, welche, die beide Geschlechter in sich tragen (Intergeschlechtliche), Linkshänder, Rechtshänder, und eben auch welche, die transidentitär sind. Ich habe mir dies nicht ausgesucht, ich bin auf keinem „Trip“, oder laufe einem neuzeitlichen „Genderwahn“ hinterher. Bei einer Transidentität ist man im falschen Körper geboren worden, d.h. das äußere Geschlecht entspricht nicht dem selbst empfundenen Geschlecht – wobei sich dies nicht ausschließlich auf die Sexualität beschränkt, sondern eher dem sozialen Geschlecht und dessen Wahrnehmung entspricht. Wenn man im falschen Körper steckt und es nicht ändern kann, weil man es nicht weiß oder weil es nicht geht, fühlt man sich nicht nur falsch und unglücklich, es führt auch zu tiefen Depressionen, bei nicht wenigen Transidentitären sogar zum Suizid. Das ganze Leben stimmt einfach nicht.  Deshalb konnte ich die letzten Jahrzehnte auch nicht verstehen und einordnen, was mit mir los war, weshalb ich mich nicht richtig gefühlt habe: Ich wusste es nicht. Und in meiner Umgebung wusste auch keiner, dass ich eine Transidentität habe. Nicht nur die Bibel erwähnt transidentitäre Menschen, auch antike Geschichtsschreiber haben von der Existenz solcher Menschen berichtet. Aber erst mit der christlichen Kirche wurden transidentitäre Menschen mit einem absoluten Tabu belegt. Dies ist auch bis in die 70er/80er Jahre des letzten Jahrhunderts weitgehend gesellschaftlich so geblieben und hat die Betroffenen gezwungen, ihre tatsächliche Identität zu verbergen und die Rolle des geborenen Geschlechts anzunehmen. Nun mögen Viele meinen „Ja und? Dann macht man das eben, ist ja auch einfacher so!“. Ich habe über 40 Jahre eine Rolle gespielt, die ich nie war, und es war irgendwann nicht mehr auszuhalten. Ein Schauspieler kann das, solange die Kamera läuft, aber sobald der Film abgedreht ist, geht der Schauspieler nach Hause und ist wieder er selbst. Im echten Leben kann man nicht die ganze Zeit schauspielern, ohne daran zugrunde zu gehen. Es ist auch ein Betrug, ein Betrug an der Familie, an Freunde, an Kollegen ... und ganz besonders an sich selbst. Ich bin erst einmal den Weg der Rolle gegangen und hatte 1998 geheiratet, wurde nach einigen Jahren auch Vater und dachte, dass nun alles gut würde. Wurde es aber nicht. Im Gegenteil: Die Ehe wurde ab 2007 für mich zur Hölle, die 2012 in einer Scheidung endete und mich an den Rand der Existenz brachte. Da stand ich nun, wie man so sagt, vor den Trümmern meines Lebens. Die Ehe kaputt, das Kind weg, die berufliche Existenz im Eimer, Schulden und Probleme und wenig bis gar keine Unterstützung. Also was blieb mir noch? Mein Leben! Da ich von Natur aus eine Kämpferin bin, packte ich 2014 es endlich an, Antworten auf meine Fragen zu suchen. Ich fing an mich zu informieren, um herauszufinden, was mit mir nicht stimmt. Ich habe in dieser Zeit Fachtagungen und Freizeiten, sogar in Luxemburg im Ministerium eine Debatte für und mit Transgender besucht und stellte plötzlich fest, dass ich nicht alleine bin. Das war eine so unglaubliche Befreiung! Am 29. August 2017 wagte ich ein Outing im kleinen Rahmen, um endlich zu wissen, wie meine Freunde auf mich reagieren würden. Zu meiner großen Überraschung und unglaublicher Freude standen diese Menschen positiv zu mir und unterstützen mich bis heute, wie und wo es nur geht. Am 1. Oktober 2017 gab es dann kein Zurück mehr: es war der Tag, die Wahrheit zu sagen, bei meiner Familie und auch öffentlich. Natürlich hatte ich an diesem Tag unglaubliche Angst. Würde ich ab diesem Zeitpunkt nur noch alleine sein? Würde ich Zweifel, Fragen, Ablehnung, Verlust der Arbeit und noch mehr Probleme erfahren? Tausende Gedanken, Pro und Contra, all dies zerrte an meinem Verstand und meiner Seele. Mit diesem Tag wich ein unglaublicher Druck von mir. Meine Seele kam endlich zur Ruhe – ich hatte zu mir gefunden. Ich bin nun viel, viel ausgeglichener und aus heutiger Sicht betrachtet ist nichts von dem eingetroffen, worüber ich mir so viele Gedanken gemacht und befürchtet hatte.

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