Die Royal Clipper

Die Royal Clipper ist der Nachbau der legendären Flying-P Preußen der Reederei F. Laeisz aus Hamburg.

Autorin Naike Juchem

Laeisz hatte bis zum Untergang der Pamir die schnellsten und größten Segelschiffe der Welt unter Flagge.
Namen wie Peking, Padua (heute Kruzenshtern und immer noch auf See), Passat, Pamir, Pirwall, Preußen sind jedem bekannt, der sich ein wenig mit Segelschiffen auskennt.

Die Preussen

Letzes Jahr im August kam nach über 40 Jahren die Peking von New York wieder nach Hause nach Hamburg.

Größte Schiffe der Welt

Zu den größten Segelschiffe der Welt gehört natürlich auch Schiffe wie die Rickmer Rickmers – 3 Mast Vollschiff, die France – 5 Mast Vollschiff und die France II – 7 Master. Die France II war ein 7 Mast-Auxiliarsegler, also mit Hilfsmotor. Somit bleibt die Preussen das jemals größte gebaute Vollsegelschiff dieser Welt.

Es gab Anfang des 19. Jahrhunderts keine Schiffe die so schnell den Atlantik überquert hatten, als die Schiffe vom Laeisz. Diese Geschwindigkeit brachte den Laeisz Schiffen auch den legendären Ruf Flying-P ein.
Nach der Legende heißt es, dass die Frau von Ferdinand Laeisz eine Haarpracht die eines Pudels hatte und so sie auch diesen Spitznamen hatte. Ab 1861 fingen alle neugebauten Schiffe der Reederei mit „P“ an.

Heute noch unterhält Laeisz mit die größten Massengutfrachter der Welt.
Die Polar, Pazifik, Peene Ore sind hier zu nennen – alle fahren unter deutscher Flagge. Die Peene Ore ist das größte Schiff in der deutschen Handelsflotte.

Der Untergang der Preußen

Durch die gewaltige Größe der Preußen, es gab zu jener Zeit kein größeres Schiff auf der Welt, und ihrer schweren Ladung, lief die Preußen bei schwachem Wind in Hamburg aus. Da auch im Ärmelkanal am 6. November 1910 sehr wenig Wind war, konnte die Preußen keine Fahrt aufnehmen und so kollidierte sie mit dem britischen Dampfer Brighton, der vorschriftswidrig vor dem Bug des Seglers kreuzte.

Als man die Preußen mit drei Schleppern in den Hafen von Dover bringen wollte, brachen die Trossen wegen aufkommenden Sturms, und die Preußen strandete nach dem vergeblichen Versuch der Besatzung, sie selbständig freizusegeln, auf den Klippen vor dem rettenden Hafen. Es gelang nicht einmal mit zwölf Schleppern, das Vollschiff zu befreien.
Die wertvolle Ladung, unter anderem Klaviere, wurde später
geborgen. Im Juni 1911 hoffte man noch, das Schiff retten zu können. Das Wrack verfiel mit der Zeit.

Die Preußen lebt weiter

Der schwedische Reeder Mikael Krafft erfüllte sich mit dem Nachbau der Preußen einen Jugendtraum. Krafft ist der Nachfahre eines deutschen Seemanns, der sich in Schweden niederließ. Die folgenden Generationen fuhren, bis auf seinen Vater, alle zur See.

Die Royal Clipper ist das zweitlängste Segelschiff der
Welt und bietet Platz für 227 Passagiere. Lediglich der Nachbau des Großsegler France, auch im Besitz der Reederei Star Clipper, ist 15 Meter länger.
Der 1990 in Danzig gebaute Rumpf war für ein segelunterstütztes Kreuzfahrtschiff des polnischen Bergarbeiterverbandes namens Gwarek geplant.

Ende der 90er Jahre wurde der Rumpf nach Plänen des polnischen Segelschiffkonstrukteurs
Zygmunt Choreń zu einem Großsegler umgebaut. Auf der niederländischen Werft Merwede Shipyard BV wurde die 55 Millionen Dollar teure Royal Clipper fertiggestellt und im Juli 2000 lief die Royal Clipper zu ihrer Jungfernfahrt aus.

Ohne Frage gibt es schönere Segelschiffe als die Royal Clipper. Diese Schiffe wurden aber von Grund auf nie als Frachtsegler konzipiert – was die Preußen aber nun mal war.

Quelle:

  • laeisz.de
  • Star Clipper
  • Schiffslegenden
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Über naikejuchem

„Du entscheidest eines Tages oder Tag Eins.“ Mit diesem Satz hat sich am 29. August 2017 mein Leben gravierend geändert. Ich möchte gerne Einiges erklären, um mich nicht ständig zu wiederholen oder zu rechtfertigen. Ich wurde 1970 äußerlich als Junge geboren, innerlich hat die Biologie aber etwas durcheinander gebracht mit meinen Chromosomen. Heute weiß ich anhand von Blut,- und Gentests, dass es so ist. Es kommt halt nicht so oft vor, aber mich hat es erwischt. Ich habe eine Transidentität. Das ist nichts Schlimmes, es ist keine Krankheit – in welchem Sinne auch immer – das hat es schon immer gegeben. Selbst in der Bibel steht bei Paulus an die Korinther in 5,17 oder Galater 3,28 wie auch Epheser 4,23-24 schon etwas über Transgender. In Deutschland gibt es ungefähr 1 Mio. Menschen, denen es genauso geht wie mir. Die Natur geht manchmal kreative Wege und bringt unterschiedliche Menschen hervor: Männer, Frauen, welche, die homosexuell sind, welche, die beide Geschlechter in sich tragen (Intergeschlechtliche), Linkshänder, Rechtshänder, und eben auch welche, die transidentitär sind. Ich habe mir dies nicht ausgesucht, ich bin auf keinem „Trip“, oder laufe einem neuzeitlichen „Genderwahn“ hinterher. Bei einer Transidentität ist man im falschen Körper geboren worden, d.h. das äußere Geschlecht entspricht nicht dem selbst empfundenen Geschlecht – wobei sich dies nicht ausschließlich auf die Sexualität beschränkt, sondern eher dem sozialen Geschlecht und dessen Wahrnehmung entspricht. Wenn man im falschen Körper steckt und es nicht ändern kann, weil man es nicht weiß oder weil es nicht geht, fühlt man sich nicht nur falsch und unglücklich, es führt auch zu tiefen Depressionen, bei nicht wenigen Transidentitären sogar zum Suizid. Das ganze Leben stimmt einfach nicht.  Deshalb konnte ich die letzten Jahrzehnte auch nicht verstehen und einordnen, was mit mir los war, weshalb ich mich nicht richtig gefühlt habe: Ich wusste es nicht. Und in meiner Umgebung wusste auch keiner, dass ich eine Transidentität habe. Nicht nur die Bibel erwähnt transidentitäre Menschen, auch antike Geschichtsschreiber haben von der Existenz solcher Menschen berichtet. Aber erst mit der christlichen Kirche wurden transidentitäre Menschen mit einem absoluten Tabu belegt. Dies ist auch bis in die 70er/80er Jahre des letzten Jahrhunderts weitgehend gesellschaftlich so geblieben und hat die Betroffenen gezwungen, ihre tatsächliche Identität zu verbergen und die Rolle des geborenen Geschlechts anzunehmen. Nun mögen Viele meinen „Ja und? Dann macht man das eben, ist ja auch einfacher so!“. Ich habe über 40 Jahre eine Rolle gespielt, die ich nie war, und es war irgendwann nicht mehr auszuhalten. Ein Schauspieler kann das, solange die Kamera läuft, aber sobald der Film abgedreht ist, geht der Schauspieler nach Hause und ist wieder er selbst. Im echten Leben kann man nicht die ganze Zeit schauspielern, ohne daran zugrunde zu gehen. Es ist auch ein Betrug, ein Betrug an der Familie, an Freunde, an Kollegen ... und ganz besonders an sich selbst. Ich bin erst einmal den Weg der Rolle gegangen und hatte 1998 geheiratet, wurde nach einigen Jahren auch Vater und dachte, dass nun alles gut würde. Wurde es aber nicht. Im Gegenteil: Die Ehe wurde ab 2007 für mich zur Hölle, die 2012 in einer Scheidung endete und mich an den Rand der Existenz brachte. Da stand ich nun, wie man so sagt, vor den Trümmern meines Lebens. Die Ehe kaputt, das Kind weg, die berufliche Existenz im Eimer, Schulden und Probleme und wenig bis gar keine Unterstützung. Also was blieb mir noch? Mein Leben! Da ich von Natur aus eine Kämpferin bin, packte ich 2014 es endlich an, Antworten auf meine Fragen zu suchen. Ich fing an mich zu informieren, um herauszufinden, was mit mir nicht stimmt. Ich habe in dieser Zeit Fachtagungen und Freizeiten, sogar in Luxemburg im Ministerium eine Debatte für und mit Transgender besucht und stellte plötzlich fest, dass ich nicht alleine bin. Das war eine so unglaubliche Befreiung! Am 29. August 2017 wagte ich ein Outing im kleinen Rahmen, um endlich zu wissen, wie meine Freunde auf mich reagieren würden. Zu meiner großen Überraschung und unglaublicher Freude standen diese Menschen positiv zu mir und unterstützen mich bis heute, wie und wo es nur geht. Am 1. Oktober 2017 gab es dann kein Zurück mehr: es war der Tag, die Wahrheit zu sagen, bei meiner Familie und auch öffentlich. Natürlich hatte ich an diesem Tag unglaubliche Angst. Würde ich ab diesem Zeitpunkt nur noch alleine sein? Würde ich Zweifel, Fragen, Ablehnung, Verlust der Arbeit und noch mehr Probleme erfahren? Tausende Gedanken, Pro und Contra, all dies zerrte an meinem Verstand und meiner Seele. Mit diesem Tag wich ein unglaublicher Druck von mir. Meine Seele kam endlich zur Ruhe – ich hatte zu mir gefunden. Ich bin nun viel, viel ausgeglichener und aus heutiger Sicht betrachtet ist nichts von dem eingetroffen, worüber ich mir so viele Gedanken gemacht und befürchtet hatte.

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