Angkor

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Autorin Naike Juchem

Angkor war vor 1100 Jahren die größte Stadt der Welt.
Noch heute gibt diese Stadt Archäologen sehr viele Rätsel auf. In Angkor wurden bis heute sieben verschiedene Sprachen gefunden, wovon zwei nicht zugeordnet werden können.
Angkor war eine gigantische Stadt, deren Ausmaß heute noch nicht genau bekannt ist, den immer wieder werden Mauern, Wassergräben, Säulen und Reste von Gebäuden bis ins thailändische Ayutthaya gefunden.
Angkor ist durch seine gesamte Baukunst in Geometrie und Gleichheit, in dieser Größenordnung einmal auf der Welt. Die allen bekannten Pyramiden von Gizeh oder die Maya Tempel im Mexiko sind im Vergleich zu Angkor nicht mehr als ein Gartenhäuschen.

Angkor ist allgemein als Angkor Wat bekannt. Dies ist soweit falsch, weil Wat ein Tempel ist.

Etwa eine Million Menschen haben im Mittelalter in der Angkor gelebt. Der bekannte Tempel Angkor Wat ist auch auf der Nationalflagge von Kambodscha zu sehen. Das Zentrum der Stadt war die Tempelanlagen Angkor Wat.
Das gesamte Areal wird heute als Angkor Park bezeichnet und umschließt ein riesiges Gebiet, das einige Kilometer entfernt der Stadt Siam Reap liegt.

Im 15. Jahrhundert verließen die Khmer ihre heiligen Tempelanlagen, die von den Göttern regiert wurden. Aber erst vor ungefähr 150 Jahren fanden die Franzosen die versunkenen Tempelanlagen wieder. Mitten im Dschungel von Kambodscha lächeln Figuren von den Steinwänden des Angkor Wat, die zu den größten Sakralbauten der Welt gehören.
Leider zerbröckelt der Sandstein beim tropischen Klima, welches in Kambodscha herrscht. Mit viel Liebe zum Detail arbeiten heute Wissenschaftler nun daran, die zauberhaften Kunstwerke zu erhalten. Heute ist Angkor Wat der Grund für viele Reisende, Kambodscha zu besuchen. Aber auch Mönche nutzen die Tempelanlagen weiterhin als Pilgerstätte.

Die Fakten
Das Gebiet ist mehr als 200 km² groß und beheimatet mehr als 1000 Gebäude, die unterschiedlich gut erhalten sind. Besucher überqueren beim Eintreten in die Tempelstadt einen 200m breiten Wassergraben, der die etwa 20.000 Einwohner im Mittelalter schützte. Wat bedeutet Tempel. Angkor Wat ist der Name des größten sakralen Bauwerks der Welt und bezeichnet nicht (wie häufig gedacht) die komplette Anlage.
Die Stadtmauern, zu denen der Graben führt, weisen eine Länge von 3 mal 3 km auf. Der Name der ehemaligen Hauptstadt ist übrigens Angkor Thom. Das Hauptmerkmal von Angkor Wat sind insgesamt fünf Türme, die in der Form von Lotusblüten gebaut wurden. Die Tempelanlagen sind ein kostbares Gut der Khmer und auch auf der Nationalflagge sind die Anlagen von Angkor Wat abgebildet. Nicht nur die Einwohner Kambodschas halten Angkor Wat für einen unglaublichen Schatz, denn auch die UNESCO hat den Tempelkomplex im Jahr 1992 zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Mythen
Wie viele alte Gebäude und kulturelle Güter, bringt auch Angkor Wat einige Besonderheiten mit sich, die viel Spielraum für Mythen und Geschichten lassen.
Angkor Wat als Grabstätte
Eine der Besonderheiten ist die Ausrichtung des Eingangs. Der Eingang wurde in Richtung Westen erbaut. Diese Himmelsrichtung steht symbolisch für den Tod, sodass Forscher vermuten, dass Angkor Wat ursprünglich als riesige Grabstätte erbaut wurde.
Das Leben nach dem Tod
Warum diese Tempel überhaupt gebaut wurden, ist vielleicht ganz einfach zu erklären. Verschiedene Könige regierten das Reich der Khmer über Jahrhunderte und diese hatten alle ein Ziel: Nach dem Tod mit dem Gott ihres jeweiligen Glaubens zu verschmelzen (die meisten waren Hinduisten). Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, errichteten die Könige Tempel als Paläste für die Götter. In den meisten Fällen wurden die Temple Shiva gewidmet. Interessant ist aber besonders, dass die meisten Könige neue Tempel errichteten, statt die Tempel ihrer Vorgänger zu vollenden, denn sie wollten sichergehen, dass ihre Verschmelzung nach dem Tod gewährleistet ist.

Der Urozean
Die großen Wasserbecken in Angkor dienten vor allem als riesiges Wasserreservoir für die einstige Bevölkerung. Symbolisch gesehen sollten die Spiegelungen der einzelnen Tempel im Wasser für den Urozean stehen.

Die Symbole
Angkor Wat ist das wohl beste Beispiel für den Baustil, in dem in der Angkor Zeit gebaut wurde. Symmetrische Formen, klare, exakte Linien und natürlich die 5 Türme, die als Symbol für den Berg Meru stehen. Alle Tempel in der Anlage Angkor haben eines gemeinsam, sie beinhalten diesen einen Turm als Symbol für den Berg Meru (Weltenberg im Zentrum des Universums). Die Zahl 4 findet sich in allen Bauwerken wieder, denn diese Zahl ist im Hinduismus von besonderer Bedeutung, da sie für absolute Vollkommenheit steht.

Autorin Naike Juchem