Der Genozid der Roten Khmer

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Autorin Naike Juchem

Drei Jahre, acht Monate und 20 Tage dauerte die Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha. 1979 marschierten Truppen in Kambodscha ein und beendeten die Zeit der Roten Khmer.

Wir alle kennen die Gräueltaten der NS Zeit in Europa. Wir alle sind Fassungslos über Euthanasie-Programme bis hin zu den bekannten KZ-Lager. Was die Rote Khmer am ihrem eigenen Volk tat, ist an menschlicher Grausamkeit nicht zu überbieten.

In drei Jahre, acht Monate und 20 Tage wurden in Kambodscha zwischen 1,8 und 2,5 Millionen Menschen ermordet. Zahlen  von inländischen Organisationen gehen sogar bis 3 Millionen! So genau kann es niemand sagen.
40 Jahre nach dem Genozid mit über 300 sogenannten Killing Feelds werden immer noch Massengeäber gefunden.

Oppositionelle, Lehrer, Richter, Intellektuelle… wurden grausam ermordet.
Die Rote Khmer katapultierte das einst reichste Land in Südostasien in nur drei Jahre, acht Monate und 20 Tage ins Mittelalter zurück.

Warum ich dies nun schreibe? Ich war als junger Mensch ab 1990 in Kambodscha in der Humanitären Hilfe und erlebte einen Alptraum an Alphabetismus der astronomisch war. Da wir mit einem Internationalen Team für Wasserbau in diesem Land waren, blieb es nicht aus, irgendwann auf ein Massengrab zu stoßen.  In der Provinz Takeo stieß ein Team von unserer Organisation auf ein solches Grab. Es war ein Grab mit „nur“ 36 Menschen.
Kambodscha zählt heute noch zu den ärmsten Länder der Welt. Bauern haben ein Jahreseinkommen von ungefähr 200 US-Dollar. Kinder werden für dieses Geld, heute noch, verkauft. Den Eltern wird vieles versprochen und dies wird NIE eingehalten! Die Kinder werden in den Touristenzentren von Thailand in die Prostitution gezwungen oder zum betteln. Damit die Kinder mehr Geld erbetteln, wird vor Verstümmelungen von den Schlepper nicht zurück geschreckt.

Naike Juchem, 26. April 2021