Evke Freya von Ahlefeldt

Themen

  • Humanitäre Hilfe
  • KInderschutz
  • Menschenrechte
  • Umweltschutz

Stelle dich vor – wer bist du,

Ich bin Evke Freya von Ahlefeldt, meine beiden Vornamen sind so alt wie mein Nachname.. Sie geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Oft werden meine Vornamen der nordischen oder niederländischen Sprache zugeordnet. Dem ist nicht so. Es sind alte germanische Namen. Früher wünschte ich mir einen „normale“ Namen.

Ab der Teenager Zeit fand ich meine Namen richtig cool. Meine Freunde nennen mich Evke oder im französischen Ive. Frankreich ist ein gutes Stichwort. Nach meinem Abi an einem Gymnasium in Hildesheim, wollte ich erstmal die Welt entdecken. Hildesheim zählt nicht gerade zu den Metropolen dieser Welt, auch wenn es zu den ersten größeren Besiedelungen des Germanischen Reichs gehört und auf 5700 v Chr. datiert wird, ist es nicht der Nabel der Welt.

Nun reiste ich mit dem Abi in der Tasche in die große weite Welt. Mit einem Pappschild stand ich an der Bundesstraße und lies mich überraschen wohin es mich treiben / fahren wird. Da mein Reiseziel mit “ Ich will weg“ doch sehr weit ausgelegt werden konnte, fuhr mich der Zufall in Gestalt von einem älteren und sehr charmanten Herrn nach Dänemark zu seiner Tochter. Es ging für mich nach vier Tagen weiter nach Schweden und dann nach Olso.

Von Oslo brachte mich mein Pappschild nach Trondheim. Ich erlebte die Weite und eine unglaubliche Schönheit der Natur. Ich war in Norwegen verliebt und wollte dort sogar zum studieren bleiben. Da ich für die Einschreibung an der NTNU, der Norwegian University of Science and Technology, zu spät war, blieben mir noch ein paar wunderschöne Tage in einer grandiosen Stadt.

Paris ruft

Jede andere hätte bei der Zusage der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, eine Universität für Rechts- und Politikwissenschaften, Wirtschafts- und Managementwissenschaften sowie Geisteswissenschaften, einen Luftsprung gemacht  – ich kaufe mir einen Joint und ein 6er Pack Bier.

Da es mit den Vorstellungen meiner Zukunft und dem daraus resultierenden Studium meiner Eltern und derer meinen doch erhebliche Defizite gab und ich keinen Bock auf Stress, Joints und Bier in den nächsten Jahren hatte, flog ich von paradiesischen Trondheim nach Hannover.

Hildesheim hat selbst nach 7700 Jahren noch keinen Flugplatz – dafür alte Rosen. Dies nur am Rande.

Die drei Semester sind mir an der Uni schwer gefallen. Ob es am Gras, Alkohol oder diesem unglaublich trockenen Stoff von Politik- oder Wirtschaftswissenschaften lag, mag ich jetzt nicht zu beurteilen. Irgendwie würde ich das Studium beenden und dann ab nach Norwegen. Nun lebe ich schon seit 19 Jahren in Paris.

Ich zeigte damals einen guten (Wider)-Willen und irgendwann hatte meine Eltern ein Einsehen, dass man mir mit dem Hammer den Lehrstoff ins Hirn hätten schlagen können, ich hätte es nicht mehr begriffen oder gewollt. Ob jene Einsicht an dem doch erheblichen alkoholischen Leergut, dem süßlichen Geruch in meiner Studentenbude oder dem völligen Desinteresse für dieses Studium lag, mag ich nicht zu beurteilen. So studierte ich an der gleichen Uni dann Kunst und Archäologie. Ich schaffe sogar ohne Gras und Alkohol meinen Master.

An der Uni drückte mir jemand einen Flyer von „Action contre la faim“ (Aktion gegen den Hunger) in die Hand und ich wurde auf diese Truppe neugierig. Ich klopfte ein paar Tage später bei denen an die Tür und wir waren sofort auf einer Wellenlänge. Zwei Wochen später engagierte ich mich ehrenamtliche bei der coolen Gruppe.

Nach dem Studium arbeitete ich als Kunstrestauratorin und mir gefiel diese Arbeit. Die Mischung aus Geschichte, Archäologie und Kunst war und ist faszinierend. Neben der Arbeit brachte ich mich bei Action contre la faim immer mehr ein und war auch mit einer Gruppe im Sudan, Kongo und Mali im Einsatz für humanitäre Hilfe.

Durch Zufall las ich 2010 eine Stellenanzeige von UNICEF Paris. Noch während des Vorstellungsgespräch kündigte ich telefonisch meinen Job.

UNICEF ist eine andere Welt

Durch meine Erfahrung bei Action contre la faim konnte ich die neuen Aufgaben verknüpfen und sogar verbinden. Schließlich arbeiten wir alle für das gleiche Ziel. Bei UNICEF lag und liegt mein Einsatzgebiet in so gut wie allen Ländern westlich der Sahara. 2015 wurde mir die Leitung vom UNICEF Büro In Paris übertragen und so konnte und kann ich mit meinen ehemaligen Kollegen von Action contre la faim noch enger zusammenarbeiten. Das Wirtschaftsstudium hatte doch ein paar Vorteile.

Wir sind in Paris 15 Mitarbeiter_innen und planen, organisieren alles um Hilfsprojeke von der UN / UNECA ( UN -Wirtschaftskommission für Afrika) für UNICEF, UNHCR oder andere Unterorganisationen. Dies hört sich jetzt alles sehr spektakulär und fantastisch an – ist es nicht! Die Realität ist gefährlich, erschütternd und oft ein Alptraum. Um irgendwie selbst psychisch damit klar zukommen, nehme ich mir die Auszeit um mit meinem Pferd einen oder mehrere Tage im Nirgendwo zu sein.

Evke Freya von Ahlefeldt, Paris, 12. Juli 2021

Mein Nachname

Die Herkunft von meinem Nachname ist genau so alt, wie meine Vornamen. Ahlefeld oder Ahlefeldt ist der Name eines schleswigschen Uradels­geschlechts mit holsteinischen Wurzeln, das zu den Equites Originarii gehört. Es erscheint erstmals in der Gegend um den Westensee bei Kiel und breitete sich früh im Herzogtum Schleswig sowie später auch nach Holstein, Mecklenburg und Dänemark aus.

Die Ahlefeld sind eines Stammes und waren eines Wappens mit den von Rumohr und sind eines Wappens mit den ausgestorbenen von Bosendahl – auch Botzendal – († ca. 1535) und von Rastorp († 1749). Auch dieses alte Adelsgeschlecht hat in der dänischen und schleswig-holsteinischen Geschichte eine bedeutende Rolle gespielt.Ab 1398 war Seegaard im heute dänischen Nordschleswig im Besitz der Familie, das damals mit Abstand größte Adelsgut im Herzogtum Schleswig. 1643 wurde das Herrenhaus zerstört und erst im 19. und 20. Jahrhundert wieder aufgebaut; die Ruine lieferte aber das Baumaterial für die Errichtung von Schloss Gravenstein auf einem ehemaligen Meierhof.

Graf Carl von Ahlefeldt, Herr der dänischen Insel Langeland mit Schloss Tranekær, war auch der letzte Besitzer von Seegaard; er ließ ferner das Schloss Gravenstein 1700–1708 erbauen, nachdem er bereits 1705/06 das Schloss Sorgenfri errichtet hatte. Nach seinem Tod 1722 mussten seine hinterlassenen Schulden durch umfangreiche Verkäufe beglichen werden, Gravenstein wurde an den Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg verkauft.

In seiner heutige Form wurde das Schloss Gravenstein 1758 nach einem Brand wieder aufgebaut. Es ist, wie auch Sorgenfri, bis heute im Besitz der dänischen Krone und dient der königlichen Familie als Landsitz.

Das Geschlecht Ahlefeldt spaltete sich im Laufe der Zeit in rund 15 Linien, von denen die Haseldorfer Linie die verbreitetste von allen war. Diese Linien waren in Schleswig und Holstein ansässig, weshalb die Ahlefeldts, ähnlich wie viele andere Aristokraten, ein großes Interesse daran hatten, dass die beiden Territorien durch Personalunion verbunden blieben. 1494 erhielt der Ritter Hans von Ahlefeldt von König Johann I. die Vogtei Haseldorf im Tausch gegen andere Gebiete, dazu gehörte die Haseldorfer Marsch, Burg Haseldorf, die fünf zugehörigen Kirchspiele sowie das Gut Gelting samt den dazugehörigen Dörfern und einigem Streubesitz.

Das Gut Gelting, wo die noch erhaltenen Seitenflügel des Herrenhauses von den Ahlefeldts errichtet wurden, musste 1712 versteigert werden, Haseldorf blieb bis 1731 im Besitz der Familie. In der Schlacht bei Hemmingstedt am 17. Februar 1500 gegen die Dithmarscher Bauern fielen elf Ahlefelds, die auf Seiten des Herzogs gekämpft hatten, auch wenn es laut Theodor Fontanes Ballade nur sieben gewesen sein sollen.

Benedikt Wilhelm von Ahlefeldt schaffte bereits 1709 auf Gut Kaden die Leibeigenschaft ab und war damit der erste Adlige in Holstein, der so verfuhr. Benedikt von Ahlefeldt ließ – wie zuvor sein Vater auf Gut Seestermühe – in den Jahren nach 1726 auf Gut Jersbek einen grandiosen französischen Barockpark anlegen. Die Grafen Ahlefeld Burchard von Ahlefeldt (1634–1695), dänischer Kammerherr, Landrat und Oberlanddrost, der einen großen Güterkomplex von zwölf Besitzungen in Schleswig-Holstein geerbt hatte, wurde 1672 von König Christian V. als erster holsteinischer Adliger in den dänischen Grafenstand erhoben und begründete die bis heute bestehende gräfliche Linie Ahlefeldt-Eschelsmark.

Der königlich dänische Statthalter von Schleswig und Holstein sowie Gouverneur von Süderdithmarschen, Friedrich von Ahlefeldt (1623–1686) aus der Gravensteiner Linie wurde am 14. Dezember 1665 in Wien in den persönlichen Reichsgrafenstand erhoben. Mit ihm unternahm das alte schleswigsche Rittergeschlecht einen politischen und gesellschaftlichen Höhenflug. Von 1676 bis 1686 amtierte er als Kanzler von Dänemark. 1669 kaufte er die kleine reichsunmittelbare Herrschaft Rixingen im Bistum Metz in Lothringen sowie die Freiherrschaft Mörsberg im Ober-Elsass, um die Reichsstandschaft zu erlangen, wozu diese winzigen Territorien jedoch nicht ausreichten, zumal das Elsass seit 1662 von Frankreich besetzt war und später annektiert wurde. Allerdings wurde er 1672 auch erblicher Lehnsgraf von Langeland, einer dänischen Insel, wo seine erste Frau Margrethe Dorothea von Rantzau 1663 das Schloss Tranekær geerbt hatte, das bis heute im Besitz der Grafen Ahlefeldt-Laurvig ist. Friedrichs Töchter erster Ehe heirateten in die reichsunmittelbaren Häuser Nassau-Ottweiler und Leiningen ein. Seine beiden Söhne folgten ihm als Statthalter in Schleswig und Holstein. Der Sohn erster Ehe, Friedrich (1662–1708), heiratete 1687 Christiane Gyldenløve, eine außereheliche Tochter von König Christian V. von Dänemark. Sein Sohn aus zweiter Ehe (mit Marie Elisabeth Gräfin von Leiningen-Dagsburg-Hardenburg), Graf Carl von Ahlefeldt, erbte 1686 die Herrschaften Rixingen und Mörsberg, die er 1703 an seinen Schwager Graf Friedrich Ludwig von Nassau-Ottweiler verkaufte, der 1680 seine Schwester Christiana geheiratet hatte. Nach dem Tod seiner älteren Brüder erbte er 1708 die Grafschaft Langeland mit Schloss Tranekær. Er heiratete Ulrica Amalie Antoinette von Danneskiold-Laurvig (1686–1755), die einer morganatischen Nachfahrenlinie der dänischen Könige entstammte. Sein ältester Sohn Friedrich heiratete 1730 Birthe von Holstein (1705–1735); aus dieser Ehe ging der spätere Generalmajor und Kammerherr Christian von Ahlefeldt-Laurvigen (1732–1791) hervor. Dieser erbte nach langem Rechtsstreit 1785 die Lehnsgrafschaft Laurvigen in Norwegen und erhielt die Genehmigung zur Führung des Namens „Graf von Langeland und Laurvigen“; die Lehnsgrafschaft Laurvigen wurde aber nach seinem Tod bereits 1805 verkauft und aus deren Erlös ein Fideikommisskapital in die Staatskasse gelegt, dessen jedesmaliger Nutznießer alle Privilegien der ehemaligen Lehnsgrafen zu Laurvigen besaß. Der Name Ahlefeldt-Laurvig(en) verblieb der dänischen Linie jedoch bis heute.

Die Grafen Ahlefeldt-Laurvig besitzen seit 1663 bis heute das Schloss Tranekær auf der Insel Langeland. Ferner gehört ihnen seit 1720 das Gut Nordenbrogård in Magleby Sogn sowie seit 1896 das Gut Hjortholm in Fodslette Sogn. Von 1731 bis 1931 besaßen sie auch das Gut Vestergaard in Humble Sogn und von 1749 bis 1960 das Gut Lykkesholm in Tryggelev Sogn. Das Schloss Egeskov auf Fünen ist 1882 im Erbgang von der Adelsfamilie Bille-Brahe an die Grafen Ahlefeldt-Laurvig-Bille gekommen, die es bis heute besitzen.