Die Arrondissements von Paris

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Autorin Evke Freya von Ahlefeldt

Paris besteht aus mehreren Stadtbezirken, den Arrondissements. Die spiralförmig angeordneten Bezirke beginnen im Zentrum der Stadt und setzen sich im Uhrzeigersinn bis nach außen hin in die Vororte fort. Ende des 19. Jahrhunderts weitete Napoleon III. die ursprünglichen zwölf zu insgesamt zwanzig Arrondissements aus.

Erstes Arrondissement (Louvre)

Das an der Seine gelegene Erste Arrondissement begeistert mit einer schönen Architektur, luxuriösen Geschäften und natürlich vielen bedeutenden Sehenswürdigkeiten. Neben der Fußgängerbrücke Pont des Art, dem Stadtpalast Palais Royal und den Tuilerien befinden sich hier auch die Rue de Rivoli und der Louvre. In diesem Bezirk können Besucher der Stadt wahrhaft malerische, postkartenähnliche Motive genießen. Das historische Erste Arrondissement gehört zu den ältesten der Stadt, und einige Teile auf der rechten Seite der Seine gab es sogar bereits im frühen Mittelalter. Das Palais Royal gilt als atemberaubendes Beispiel der Architektur des 17. Jahrhunderts und bietet mit seinem Garten inmitten der bei Touristen beliebten Stadt einen wunderbaren Rückzugsort, in dem Besucher die Ruhe genießen können. Im Herzen der Stadt befindet sich auch der Jardin des Tuileries, eine öffentliche Parkanlage neben dem Louvre. Die Grünanlage begeistert mit ihrer schönen Architektur aus der Zeit der Renaissance, mit Statuen im Park als Ausdruck einstiger gälischer Pracht und mit hübschen Cafés. Die bekannte französische Rue de Rivoli, die auf Anweisung von Napoleon Bonaparte einst in der Nähe des nördlichen Teils des Louvres angelegt wurde, verläuft mitten durch das Erste Arrondissement. In der historischen Straße spiegelt sich die Entwicklung der Stadt von historischen Bauwerken über imposante Plätze bis hin zu einer modernen Stadtplanung wider. Mittlerweile ist sie von luxuriösen Modeboutiquen gesäumt. Ihren Namen verdankt sie übrigens der Schlacht von Rivoli, aus der die Armee Napoleons siegreich hervorging.

Zweites Arrondissement (Bourse)

Auf der rechten Uferseite der Seine befindet sich mit dem Zweiten Arrondissement der kleinste Bezirk der Stadt. Nichts desto trotz hat er viel zu bieten: die Pariser Oper und viele Ladenpassagen sind nur einige der prachtvollen Attraktionen. Heraus sticht vor allem auch die Passage des Panoramas aus dem 19. Jahrhundert, die ursprünglich dazu dienen sollte, den wohlhabenderen Teil der Bevölkerung von den dunklen, schmutzigen Bürgersteigen fernzuhalten, als es noch keine Gaslaternen gab. Das Zweite Arrondissement ist auch für seine Textilindustrie bekannt. Für Modebegeisterte, die diese hautnah erleben möchten, lohnt sich ein Besuch der Gegend am frühen Morgen.

Drittes und Viertes Arrondissement (Marais)

Der Marais wird oft mit dem schillernden SoHo in Manhattan verglichen, versprüht aber dennoch ein unvergleichliches Pariser Flair. Zu den Attraktionen der Gegend zählen exklusive Boutiquen, kleine, luxuriöse und kostspielige Hotels und jede Menge Galerien. Nach ihrer Trockenlegung wandelte sich die einstige Sumpflandschaft zu einem schicken und beliebten Pariser Stadtteil. Noch immer befinden sich dort einige hohe, edle Stadthäuser aus dem 17. Jahrhundert sowie verschiedene, für die Gegend typische Gassen. Im 19. Jahrhundert wurde der Marais zu einem Zentrum des jüdischen Lebens in Paris. Mittlerweile ist dieses zwar etwas verblasst, doch einige Läden mit hebräischen Schriftzügen sowie einige kleine jüdische Museen lassen sich nach wie vor entdecken. Der Marais kann auch mit besonders innovativen kulinarischen Kreationen aufwarten – so lassen sich auf dem wunderbaren Marché des Enfants Rouges sowie in den kleinen umgebenden Straßen in der Nähe der Place de la République verschiedene Köstlichkeiten erstehen.

Fünftes Arrondissement (Quartier Latin)

Das Fünfte Arrondissement auf der linken Uferseite der Seine ist besonders kontrastreich und wird oft auch als Quartier Latin bezeichnet. Der Name ist dadurch entstanden, dass an der renommiertesten Universität von Paris, der Sorbonne, ursprünglich Latein gesprochen wurde. In der Rue Mouffetard, die mit typischem Pariser Stil begeistert, lassen sich ein wunderbarer Markt, mehrere kleine, luxuriöse Hotels und vieles mehr erkunden. Sehenswert sind auch das Panthéon, eine säkulare Gedenkstätte, sowie der Botanische Garten Jardin des Plantes mit einer Vielfalt aus über 10.000 Pflanzenarten. Als Folge der Gentrifizierung zieht es mittlerweile viele im Viertel lebende Studenten in das günstigere Dreizehnte Arrondissement.

Sechstes Arrondissement (Saint-Germain des Prés)

Das kultige Saint-Germain des Prés ist Inbegriff der Pariser Bourgeoisie. Hier reihen sich vornehme Wohnblöcke an moderne Kunstgalerien, Patisserien, Bäckereien, Antiquitätenläden, lebendige Cafés und bürgerliche Restaurants. Noch immer erinnert in der Gegend einiges an die einstige Blütezeit in den Fünfzigerjahren, als in den Boulevards Jazzklänge vernommen werden konnten und sich die Intellektuellen im berühmten Café de Flore trafen, um gemeinsame Diskussionsrunden zum Thema Philosophie abzuhalten.

Siebentes Arrondissement (Palais-Bourbon)

Das kleine Siebente Arrondissement auf der linken Uferseite der Seine lockt mit zahlreichen berühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, dem Hôtel des Invalides, dem Musée d’Orsay und dem Musée Rodin. Der zentral gelegene Bezirk galt bereits im 17. Jahrhundert als Mittelpunkt des Pariser Adels und umfasst unter anderem den einst besonders bei der aristokratischen Gesellschaft beliebten Stadtteil Faubourg Saint-Germain. Im Siebenten Arrondissement befinden sich auch der Sitz der französischen Nationalversammlung sowie verschiedene ausländische diplomatische Vertretungen.

Achtes Arrondissement (Elysée)
Das Achte Arrondissement begeistert mit der Prachtstraße Champs-Elysées. Die wahrscheinlich berühmteste Straße der Welt führt von der Place de la Concorde bis zum Triumphbogen. Auch Attraktionen wie der hübsche Parc Monceau und die Kirche La Madeleine sind einen Besuch wert. Südlich der Champs-Elysées befinden sich das imposante Grand Palais – Ausstellungsgebäude und Museum in einem – und das Petit Palais, welches das städtische Museum der schönen Künste beherbergt. Der Élysée-Palast, seit 1848 offizieller Amtssitz des Staatspräsidenten der Französischen Republik, liegt nördlich der Prachtstraße.

Neuntes Arrondissement (Opéra)

Das Neunte Arrondissement ist durch Gegensätze geprägt. Im Süden befinden sich prestigeträchtige Boulevards, im Norden hingegen liegt das berühmte Pariser Rotlichtviertel Pigalle. In den letzten Jahren hat sich die Gegend um den Süden von Pigalle gewandelt und mit der Entstehung junger Boutiquen und einer Kaffeehauskultur den hippen Spitznamen „SoPi“ (kurz für „South Pigalle“) erhalten. Die Opéra Garnier, die Galeries Lafayette und die Kirche La Trinité sind nur einige bekannte Attraktionen der Gegend.

Im Zehnten Arrondissement befindet sich der Bahnhof Gare du Nord. Besucher sollten hier sehr auf ihr Gepäck achtgeben und aufpassen, dass sie auf den langen Rolltreppen nicht angerempelt und bestohlen werden. Unweit des Bahnhofs liegt der Canal Saint-Martin, an dem sich im Sommer gern die Pariser Jugend versammelt. Auf beiden Seiten ist der hübsche Kanal von Bars und Restaurants wie Chez Prune gesäumt, die mit nostalgischem Schick begeistern. Entlang des im 19. Jahrhundert errichteten Kanals lassen sich Bouleplätze entdecken und schöne Radwege erkunden. Der nicht weit entfernte Schiffahrtskanal Canal de l’Ourcq ist von Hochhäusern aus den Siebzigerjahren und zwei Programmkinos umgeben und lockt im Sommer vor allem Wassersportbegeisterte an.

Elftes Arrondissement (Popincourt)

Das Elfte Arrondissement ist vor allem für das Szeneviertel Oberkampf berühmt, das mit seinem pulsierenden Nachtleben mitten in einer doch eher ruhigeren Stadt Besucher anzieht. Die weltoffene Gegend ist bei Studenten und Künstlern beliebt, und auf Hinterhöfen hinter günstigen Lebensmittelläden und Discountern versteckt befinden sich einige Studios. Durch ihr junges, unkonventionelles Flair ist die Gegend ein guter Ausgangspunkt für alle, die die Stadt unter einem jugendlich-fortschrittlichen Gesichtspunkt erkunden möchten.

Zwölftes Arrondissement (Reuilly)

Zu den Attraktionen des Zwölften Arrondissements zählt die Place de la Bastille mit der Opéra Bastille. Als einer der größeren Bezirke bietet dieses Arrondissement bezahlbaren Wohnraum sowie durch öffentliche Verkehrsmittel eine gute Anbindung an den restlichen Teil der Stadt.

Dreizehntes Arrondissement (Gobelins)

Im Dreizehnten Arrondissement leben chinesische, vietnamesische, kambodschanische und laotische Bevölkerungsgruppen. Mit seinen Hochhäusern aus den Sechzigerjahren und weitläufigen Boulevards versprüht dieser Teil von Paris ein deutlich anderes Flair als der Rest der Stadt. Die Avenue d’Ivry, die Avenue de Choisy and der Boulevard Masséna treffen an einem Knotenpunkt dreiecksförmig aufeinander. In den Straßen reihen sich fernöstliche Lebensmittelgeschäfte, Bars mit vietnamesischen Nudelspezialitäten und chinesische Konditoreien aneinander und der Duft exotischer Gewürze liegt in der Luft. Um den Hügel Butte-aux-Cailles herum befinden sich einige sehenswerte Bars und Restaurants, und ein kleiner buddhistischer Tempel, der versteckt in einer Tiefgarage an der Avenue d’Ivry liegt, ist ebenfalls sehenswert. Ein Besuch der Gegend lohnt sich vor allem, wenn das chinesische Neujahrsfest gefeiert wird und sich Drachentänze sowie Kampfsportvorführungen bewundern lassen.

Vierzehntes Arrondissement (Observatoire)

Obwohl sich im Vierzehnten Arrondissement das vielseitige Viertel Montparnasse befindet, in dem vor allem in den Zwanzigerjahren die Kunst- und Literaturszene der Stadt aufblühte, ist in den Bezirk mittlerweile eher etwas Ruhe eingekehrt. Sehenswert sind vor allem der Friedhof Montparnasse, auf dem französische Berühmtheiten begraben sind, und die Katakomben, die von der Place Denfert-Rochereau aus zugänglich sind.

Fünfzehntes Arrondissement (Vaugirard)

Das Fünfzehnte Arrondissement ist unter allen zwanzig Pariser Arrondissements das größte und bevölkerungsreichste, doch es ist touristisch noch nicht besonders gut erschlossen. Eine dicht besiedelte Wohngegend und ein Geschäftsviertel prägen den Bezirk auf der linken Uferseite der Seine im südwestlichen Teil der Stadt. Der Parc André Citroën sticht hervor, denn er gilt als besonders innovativer und interessanter Park unter den modernen Pariser Grünanlagen.

Sechzehntes Arrondissement (Passy)

Neben dem exklusiven Siebenten Arrondissement gilt auch das Sechzehnte Arrondissment – und insbesondere der Stadtteil Passy – als bevorzugte Wohngegend der wohlhabenderen Pariser Bevölkerung. Die von der Place de Costa Rica bis zur Chaussée de la Muette reichende Rue de Passy ist von exklusiven, luxuriösen Boutiquen und eleganten Ladenketten gesäumt. In den Geschäften lassen sich oft amerikanische Akzente vernehmen, immerhin ist die Gegend bei Geschäftsleuten, die mit ihren Familien aus Nordamerika hergezogen sind, sehr beliebt. Im Palais de Tokyo können Besucher, die sich für moderne Kunst interessieren, viele kostenlose Ausstellungen besuchen. Ebenfalls sehenswert sind der Friedhof Cimetiere de Passy sowie das Maison de Balzac. Mittlerweile wurde das Haus des berühmten französischen Schriftstellers Honoré de Balzac in ein Museum umgewandelt.

Siebzehntes Arrondissement (Batignolles-Monceau)

Ebenso wie die Gegend „SoPi“ erfährt auch das Siebzehnte Arrondissement einen Wandel. Der Bezirk, in dem immer mehr Bars und Bistros entstehen, erfreut sich bei den sogenannten „Bobos“ (abgeleitet von „bourgeois-bohémien“; Bezeichnung für meist jüngere, liberale, gebildete und wohlhabende Bürger mit nichtkonformistischen Werten) immer größerer Beliebtheit. Das Viertel Batignolles bietet neben günstigen Mieten auch eine gute Anbindung an Sehenswürdigkeiten wie die Champ-Elysées und den Parc Monceau. Es liegt zwar etwas abseits der Touristenpfade nördlich des Triumphbogens, der nordöstliche Teil des Viertels wird aber immer belebter. Das Siebzehnte Arrondissement ist besonders für seine Architektur im Haussmann-Stil berühmt, und die ruhigen, typischen Pariser Straßen lassen sich wunderbar bei einem Spaziergang erkunden.

Achtzehntes Arrondissement (Butte-Montmartre)

Das Achtzehnte Arrondissement beherbergt das berühmte historische Viertel Montmartre. Es ist vor allem für die Basilika Sacré-Cœur mit ihrer weißen Kuppel bekannt, die sich auf dem Hügel Montmartre befindet. Von oben wird ein herrlicher Ausblick geboten. Kleine Kopfsteinpflasterstraßen führen hinauf auf den Hügel mit kleinen Bars und Cafés, von deren winzigen Terrassen aus eine wunderbare Aussicht genossen werden kann. Sehenswert sind auch das kleine Museum Espace Dali, in dem sich Werke des bekannten Künstlers des Surrealismus, Salvador Dali, bewundern lassen. Auch ein Weinberg, der Friedhof Cimietiere de Montmartre, auf dem viele bekannte Künstler begraben wurden sowie eine Standseilbahn, die den Berg hinauf fährt, zählen zu den Attraktionen der Umgebung. Das Viertel Montmartre konnte einen großen Teil seines historischen Charakters bewahren und auch wenn es im Sommer manchmal etwas voller wird, lohnt sich ein Besuch durchaus, um in das wahre Pariser Leben einzutauchen.

Neunzehntes Arrondissement (Buttes-Chaumont)

Der unter Napoleon III. nach einem britischen Entwurf errichtete Parc des Buttes-Chaumont ist ein beliebtes Ziel im Neunzehnten Arrondissement im Norden von Paris. Der Hauptkonstrukteur Baron Haussmann nutzte Dynamit, um durch Sprengungen besonders dramatische, sich voneinander abgrenzende Landschaften zu schaffen. So befinden sich in dem Park unter anderem ein Felsen, ein romantischer Wasserfall, ein kleiner Tempel, der einem alten römischen Relikt nachempfunden wurde, eine Grotte sowie über 24 Hektar große Grünflächen und Blumenbeete. Auch die Straßen, die zu dem Park führen, lassen sich gut erkunden und bieten einen Einblick in einen älteren, originelleren Teil von Paris.

Zwanzigstes Arrondissement (Menilmontant)

Das Zwanzigste Arrondissement besteht vor allem aus Wohngebieten, bietet jedoch mit dem Cimitiere du Pere-Lachaise auch eine äußerst bekannte Attraktion. Auf dem scheinbar meistbesuchten Friedhof der Welt sind bekannte Pariser Schriftsteller, Künstler und Politiker sowie Berühmtheiten wie Oscar Wilde und Jim Morrison begraben