8 Das Wasserrad von Kampang Rou

Teil II Kapitel 8

Das Wasserrad von Kampang Rou

Freitag, 23. März 90

Stephane Dilbert, schickte Asger und Hannes vor zweieinhalb Wochen zu Arthur Vermeulen an Bauabschnitt 2. Dieser begann bei Kor An Doeuk im Westen führte an Svay Chrum vorbei und ging im Osten in ihrem Bauabschnitt über. Arthur Vermeulen war der Leiter von Bauabschnitt 2. Er kam aus Diksmule, Westflandern in Belgien. Arthur war ein Mittelgroßer kräftiger Mann von 45 Jahren. Sein Team bestand aus: Nolan Desmet, er kam aus Gent und war 26 Jahre alt, 1,80 Meter groß und schlank. Mit seine blonden wuschel Haaren hatte er eine Ähnlichkeit mit Billy Idol. Gust De Smeth, stammte aus der Nähe von Lüttich. Er war 38 Jahre alt, geschieden und hatte eine normale Figur. Seine braune Haaren trug er als Pferdeschwanz. Hudson Rhys, war der Engländer im Team von Arthur. Er stammte aus Salisbury. Hudson hatte einige Tattoos am Körper. Er war fast 1,90 Meter groß, schmal und hatte einen kahl rasierten Kopf. Hudson war 33 Jahre als und mehrfach Vorbestraft. Er wollte oder musste seinem schlechten Umfeld entkommen. Um wieder in die “Spur“ zu kommen, bewarb es sich für diesen Job, als eine Art Selbsttherapie. Sein Bewehrungshelfer legte ihm diesen Schritt doch sehr nah. Durch seine mehrfachen Straftaten wurde er bei anderen Organisationen sofort abgelehnt. Hudson kam vier Monate vor Hannes zu ODHI. Durch Bernhard wusste er über die Vergangenheit von Hudson bescheid.

Das Team aus Belgien, hatte gleiches Probleme wie das Team von Asger im Januar in Kampang Rou. Stephane wollte deren Arbeit und Infrastruktur auf die anderen Bauabschnitte auch so umgesetzt haben. Zwischen den Ortschaften Thkov und Shheu Teal verlief die Hauptwasserleitung zu Roman Welter nach Westen, an den Bauabschnitt 1 und zu dem Team von Asger nach Osten. Mit Arthur und seinem Team setzten so Asger und Hannes das gleiche um wie in Kampang Rou. Erst musste der Müll in den Ortschaften von Bauabschnitt 2 weg. In dem Gebiet von Bauabschnitt 2 waren auch sehr viele Menschen krank. Reto forderte über die WHO Ärzteteams an.

Aus Hong Kong kam vor wenigen Tagen ein Team mit 8 Mitarbeiter. Dank Rithisak fand das Ärzteteam in Kor An Doeuk fast die gleiche Infrastruktur wie in Kampang Rou vor. Auch hier wurde ein Zentraler Platz mit drei Zelten vom Militär mit Feldbetten und auch eine Feldküche gestellt. Der Einfluss von Majot Duang auf die Kaserne in Kor An Doeuk zeigte Wirkung. Leider war das Ärzteteam aus Hongkong nicht so organisiert wie die Schweizer. Major Duang stelle sogar für diesen Bauabschnitt Chankrisna, der Graderfahrer, ab. So wurden auch in diesem Nachbargebiet von Svay Rieng die Pisten zu erheblich besseren Straßen. Der Bagger, der zum Team von Arthur gehörte, war gleicher Typ und Baujahr wie ihr kleiner Bagger in Kampang Rou. Nolan Desmet sollte den Bagger fahren und Hannes es ihm beibringen. Nolan hatte die letzten acht Jahre als Bauhilfsarbeiter in der Gegend um Gent gearbeitet. Er kannte sich also im Tiefbau aus, aber Bagger fahren konnte er nicht. Hannes dachte sofort an Vibol und dessen Unfähigkeit Ratschläge anzunehmen oder umzusetzen. Nolan begriff schnell und konnte nach einigen Stunden auch recht gut mit dem Bagger umgehen.

Da Hannes von Kampang Rou wusste, dass Müllgruben tiefer als 2 Meter sein mussten, wurden diese Gruben gleich auf 5 Meter Tiefe angelegt. Der kleine 16 Tomnen Bagger hatte nicht einen so langen Ausleger wie der 26 Tonnen Bagger, so musste Nolan den Bagger mit der Kette eineinhalb Meter über den Rand der Grube fahren, um auf die gewünschte Tiefe zu kommen. Nolan hatte doch etwas Angst, wenn die 16 Tonnen zu schaukeln anfingen. Hannes stand neben dem Bagger und gab Nolan immer wieder Tipps, wie er etwas machen sollte oder konnte. Das Vertrauen in die Baumaschine hatte Nolan noch nicht. „Das Ding fällt nicht ins Loch. Die Ketten halten den Bagger schon fest“, alles reden von Hannes brachte nichts, Nolan hatte zuviel Angst er würde mit dem Bagger ins Loch fallen. So machte Hannes den restlichen Meter der Grube selbst.

Nolan stand neben dem Bagger und sein Blick war dem von einem Kind, mit dem man eben geschimpft hatte. „Nolan, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wenn du Angst hast, dann mach die nächsten Gruben eben nur vier Meter tief. Hier liegt so viel Müll, da könnten wir ein Loch bis zum Erdmittelpunkt graben.“ Mit Nolan machte das arbeiten Spaß, er wollte auch von Hannes lernen und nahm seine Ratschläge dankbar an „Du bist voll cool. So viel habe ich in den Jahren auf dem Bau nicht gelernt, wie die letzten Tage mit dir. Vieles durfte ich nicht oder es wurde mir nicht gezeigt.“ „Dies ist eben der Unterschied. Menschen können viel mehr, wenn man ihnen auch mal etwas zutraut und sie fördert.“ „Ja. Und ich traue mich nicht mit dem Bagger über dem Rand zu fahren.“ Hannes grinsten ihn an „Auch dies kommt noch. Wir gehen kein Risiko ein. Wenn du dir jetzt noch nicht so viel zutraust – dann ist es eben so.“ Die erste Klärgrube von Thkov stecken sie ab. In diesem Ort lebten weniger Menschen, da brauchte es nur zwei Klärgruben. In dem Ort Shheu Teal müssten drei ausgehoben werden. Von dem eigentlichen Projekt,“nur“ Wasserleitungen zu verlegen, wurden gleich auch die Abwasserrohre verlegt.

Bernhard konnte die Projektleiter bei der Weltbank davon überzeugen, dass diese Maßnahme so notwendig war, wie das Wasser selbst. Diese Mehrarbeit und Kosten, machten nichts mehr aus. Wenn diesem Land geholfen werden sollte – dann auch gleich richtig. Der Kontakt zu Rithisak war auch in diesem Bauabschnitt Gold wert.

Rithisak hatte sich in den letzten drei Monate in seinem Verhalten als Offizier verändert. Er trat bei Vorgesetzten in Kor An Doeuk viel entschlossener auf und gab klare Richtung vor. Durch ihn ging in diesem Abschnitt alles viel schneller voran. Er wurde ein sehr guter Verbindungsmann zum Militär und auch zur Verwaltung in Kor An Doeuk.

Arthur konnte auch von den Vorzügen der eingesetzten Soldaten profitieren. Über Rithisak wurden zwei kleine Unternehmer aus Svay Rieng und Kraol Kou für Bauabschnitt 2 und 3 gefunden. Mit deren Maschinen konnte an der Hauptwasserleitung weiter gearbeitet werden. Die 4 Bagger, 2 Radlader und 5 Lkw waren eigentlich Vehikel mit Dieselmotoren. Die Herkunft von dem Schrott konnte Hannes nicht zuordnen. China, Japan, Russland oder Südkorea, so genau war dies gar nicht zu erkennen. Alt, Verbraucht, tausendmal geschweißt, irgendwie repariert und zusammen geflickt. Immerhin besser als gar nichts. In Kambodscha war alles in einem solchen Zustand. Irgendwie bewegte sich ein solches Ding, mehr war oft nicht wichtig. Wenigstens konnte mit dem Material etwas gearbeitet werden, wenn es auch nur 200 Meter Wasserleitung am Tag waren.

Bernhard und Roman konnte Stephane davon überzeugen, dass mit einem solchen Schrott keine 180 Kilometer Hauptwasserleitung verlegt werden konnte. Die Dokumentation von Bernhard und Roman zeigte Stephane die geleisteten Arbeiten am Tag, mit einer Spitzhacke und Schaufel wäre man in der gleichen Zeit schneller am Ziel. Stephane würde sich mit den Verantwortlichen der Weltbank in Verbindung setzten, dass für diese Bauabschnitte, endlich richtiges Material gekauft werden sollte. Bei einem 24 Millionen Projekt sollten richtige Bagger und Baumaschinen schon möglich sein. Asgar war mittlerweile ein Spezialist in dem Verlegen von Wasser- und Abwasserrohre. Im Bauabschnitt 2 suchten er und Gust De Smeth sich ein Dutzend Dorfbewohner und Soldaten aus, mit denen man diese Arbeiten machen konnte. Gust De Smeth, sollte mit diesen Männer und Frauen in den Ortschaften: Kor An Doeuk, Thkov, Shheu Teal, gleiche Arbeiten machen, wie Asger mit seinem Team in und um Kampang Rou es taten.

In zwei Tagen hatte Asgar die Männer und Frauen soweit, dass diese richtig gut und auch zügig arbeiten konnten. Nolan konnte immer besser die Gräben für die Hausanschlüsse ausheben. Da der Bagger nicht an jedes Haus heran kam, mussten einige Meter von Hand gegraben werden – dies bei einer Subtropischen Hitze! Die Männer die diese Arbeit machten waren wirklich nicht zu beneiden.

Gegen Nachmittag stelle auch Arthur die komplette Arbeiten ein. Es musste nicht sein, dass ein Mann oder Frau einen Hitzeschlag bekam. Die Geschwindigkeit der Arbeiter war sowieso schon langsam. Wochenende kannten die Menschen in Südostasien nicht, es wurde immer gearbeitet – oder man war zumindest anwesend auf seinem Arbeitsplatz. Morgens auf die Arbeit und am Abend nach Hause, ob viel oder gar nicht gearbeitet, war irgendwie egal, man war schließlich auf der Arbeit. Diese Kultur, konnte Hannes nicht verstehen. ODHI setzte den Wunsch von Bernhard und Hannes um, dass Sonntags nicht gearbeitet wurde. So war es dann auch an Bauabschnitt 1 und 2 mit gleichen Arbeitszeiten, wie in Kampang Rou. Ab und an hatte die Christliche Kultur auch etwas gutes, wenn es nur der Sonntag war.

Die Männer und Frauen lernten auf einmal ganz anderst zu arbeiten. Morgens, wenn es noch “kühl“ war, wurde gut und schnell gearbeitet. Am Nachmittag gingen die Männer nach Hause, oder legten sich in den Schatten zum schlafen – mit Wollmützen! Am späten Nachmittag wurde dann noch für ein paar Stunden gearbeitet. So wurden weniger Stunden gearbeitet, aber effektiv mehr geleistet. Nolan konnte am Nachmittag mit dem Bagger Gräben auf- oder zuschütten, dafür brauchte er keine Helfer.

Der Bagger, den Nolan fuhr, war in gleichem schlechten Zustand wie einst der kleine Bagger bei Bauabschnitt 3. Hannes nahm Vaesna einen Tag mit nach Kor An Doeuk um gemeinsam mit Nolan dem Bagger etwas Pflege, Öle und Lagerfett zukommen zu lassen. Tsssss, tsssss, tsssss Vaesna, erwies sich als ein recht guter Schlosser, wenn auch manche Reparatur mit völlig falschen Größen der Ring- oder Gabelschlüssel versucht wurde. Hannes kaufte vor Wochen in Svay Rieng richtiges Werkzeug. Auch dies war ein Punkt wo Vaesna Unverständnis zeigte, irgendwann würde schließlich jede Schraube auf- oder zugehen. Im Bauabschnitt 3 machte Asger nur noch die Vermessung für die nächsten Tag auf der Baustelle. Es lief fast wie von alleine – wenn auch unglaublich langsam.

Mittlerweile hatte ODHI fast 100 kambodschanische Mitarbeiter. Die positive Personalführung sprach sich in den Ortschaften herum und so kamen die Leute sich vorstellen. Der Lohn war um etwas höher als sonst die Männer und Frauen in Kambodscha für solche Arbeiten verdienten. Es gab auch kein Fernbleiben von der Arbeit oder Motivationslosigkeit mehr. Die Menschen sahen was passierte und konnten es sich nun vorstellen. So blühte langsam eine ganze Region auf.

Da in der Mittagszeit nicht gearbeitet wurde, wurde der “Europa Platz“ zu dem Treffpunkt überhaupt. Die Männer ruhten sich aus. Kinder waren in der Schule oder spielten im Kanal vom Wasserrad. Die Feldküche versorgte immer noch viele Menschen mit Mahlzeiten. Die 50 Quadratmeter Plane über dem Platz, war von Anfang an eine sehr gute Idee gewesen. Schatten war bei Temperaturen über 34° sehr wichtig. Das Wasserrad wurde in der Version eines Unterschlächtigen Rads gebaut und vor ein paar Tagen fertig gestellt.

Hannes hatte mit dicken Panzerseile vom Militär aus Svay Rieng dieses 4 Meter große Wasserrad, mit dem großen Bagger, aus der waagerechte in die horizontale gebracht. Mit 20 Männer wurde an allen Seiten mit Seilen gezogen, dass das Rad nicht überschlug. Der ganze Ort war auf den Beinen, als diese Arbeit gemacht wurde. Ein Pulk von Menschen stand an der Böschung vom „Europa Platz“, am Fischteich oder auf der anderen Seite von der Böschung. Patricia hatte in dieser Zeit auch keinen Unterricht gemacht, die Kinder wollten dies alles sehen, der große Bagger so nah an ihrer Schule. Zentimeter um Zentimeter bewegte Hannes die Hydraulik vom Bagger. In Zeitlupe manövrierte er das Wasserrad zwischen die Auflager und dem Kanal. Als das Rad auf dem Auflager lag, war eine Stimmung wie auf einem Volksfest.

Clees, Luan und ihr Team hatten es tatsächlich geschafft dieses Wasserrad zu bauen! Sie hatten für dieses Rad ein Zu- und Ablaufkanal von 15 Meter Länge mit dicken Holzbalken gebaut, wie Hannes es noch nie gesehen hatte. Es sah aus wie eine Schleuse für Binnenschiffe. „Cees, Luan, ihr habt etwas gebaut, von dem ich von Anfang an euch unterstützt habe, was für ein Bauwerk nun vor mir steht, konnte ich mir zwar vorstellen, aber diese Perfektion nicht. Respekt für eure Arbeit.“ „Danke Chef. Nun wissen wir wie es geht und bauen das nächsten Wasserrad in Khum Nhor. Du weißt nun auch, wie du den Bagger dafür bedienen musst.“ „Ich bin auch sehr froh, dass ich nichts kaputt gemacht habe. Normalerweise wird eine solche Arbeit mit einem Kran gemacht.“

Die Gegend um Kampang Rou war nicht mehr wieder zu erkennen. Eine ganze Region fing an von den Veränderungen zu leben! In einigen Ortschaften entstanden kleine Läden oder Essensstände an den Pisten. Die Menschen fingen an mit dem Müll umzudenken. Natürlich war es nur ein Bruchteil an dem Problem, was in Kambodscha vorherrschte. Wohin mit dem Müll? Was machen mit dem Müll? Müllverbrennungsanlagen bauen? Für was? Zum heizten braucht man in einem Subtropischen Land keine Verbrennungsanlagen zu bauen. Dieses astronomische Problem konnten ein paar Europäer sowieso nicht lösen. So blieben nur die Müllgruben an einigen Stellen in dem Gebiet um Kampang Rou. Sieben waren es an der Zahl! Für etwas über 1000 Menschen!

Die sehr große Hilfe vom Militär war nicht nur für die wenigen Ortschaften gut. Die Pisten wurden wieder befahrbar. Die Felder konnten mit Maschinen und Lkw besser angefahren und abgeerntet werden. Kleine Veränderungen und einem viertel der Provinz Svay Rieng ging es besser. Schade, dass Gouverneur Phirun Suoth nicht diesen Weitblick hatte.

In den zweieinhalb Monaten wurden viele Gespräche mit Soldaten und Bewohner der Ortschaften, Khsaetr, Khum Nhor, Sama, Samlei, Thmei und Tnaot geführt. Es kristallisierten sich gute und zuverlässige Arbeiter heraus. Von anfänglich 50 Soldaten ging derer Zahl in den letzten drei Wochen auf 10 zurück. Dafür waren es Soldaten, die von Anfang an bei waren und handwerklich sehr geschickt oder in den zweieinhalb Monaten über sich hinaus gewachsen waren. Hannes kam es so vor, als ob diese 10 Soldaten gar nicht mehr beim Militär, sondern für seinen Arbeitgeber: der ODHI, arbeiteten. Der menschliche Umgang zu einander von Anfang an, zahlte sich jetzt aus.

Cees und Luan hatten drei handwerklich sehr begabte Soldaten beim Bau ihres Wasserrades dabei. Auch war gleiches Wasserrad Projekt in Khum Nhor geplant. Dort gab es annähernd gleiche Bedienung wie in Kampang Rou. Quellen in dieser Hochgebirgsgegend gab es einige. Mit schweren Bagger waren solche Projekte locker umsetzbar.

Asgar hatte mit seinen 2 Soldaten und 8 Männer ein unglaublich gutes und schnelles Team bei dem Verlegen und Vermessung der Wasser- wie auch Abflussleitungen in den Dörfer. Alle Wasserleitungen wurden an das neue Netz von Kampang Rou angeschlossen.

Nach dem Monsun wollte Hannes die Leitung von Kampong Rou durch den Wald, die Berge hinunter, über die Felder im Tal an die Hauptleitung anschließen. Diese 20 Kilometer Leitung zu verlegen wäre das wenigste, mit den zwei Bagger und den guten Leuten wäre es in sechs Wochen zu schaffen.

Der Soldat Nhean, der den kleinen Bagger fuhr, war eine unglaubliche Entlastung für Hannes, seine Arbeit war hervorragend. Wenn Hannes an Abschnitt 2 war, fuhr Nhean auch den großen Bagger. Von einem ängstlichen Gefreiten entwickelte er sich zu einem Profi im Umgang mit Baumaschinen.

Der größere Kamaz Lkw, Planierraupe und die zwei Soldaten für die Feldküche gehörten mittlerweile auch schon zum festen Team. Auf einen Schlag befehligte Hannes 50 Menschen

Reto und sein Team hatten alle Bewohner in den umliegende Dörfer geimpft. Immer wieder musste jemand nach Svay Rieng ins Krankenhaus gebracht werden, es wurden aber auch ständig weniger. Der “Europa Platz“ erwies sich als der Zentrale Punkt in der Umgebung. Mit Mopeds und Pickup´s kamen die Menschen zum Doktor gefahren. Es sprach sich herum, dass dieses Ärzteteam um Welten besser sei, als die Ärzte im Krankenhaus von Svay Rieng.

Durch die neue Infrastruktur durch Abwasser und den Müllgruben, wurden die Menschen nicht mehr so krank oder erholten sich durch eben jene positive Veränderungen der Orte. Hepatitis war immer noch eines der meisten Erkrankungen und auch Todesfälle. Mit Hochdruck wurden in anderen Ortschaften angefangen die Wasserversorgung vorzubereiten. Nur was machen, wo kein Wasser in ausreichender Menge vorhanden war? Bewohner aus eben jene Ortschaften organisierten sich selbst, mit Mopeds und Pickup´s wurde Wasser in Plastikfässer unterhalb vom “Europa Platz“ entnommen.

Die Pisten waren, danke der Arbeit von Chankrisna, viel besser befahrbar und so konnte auch Wasser zu diesen Ortschaften gefahren werden. Das Wasserrad war das Highlight in der Umgebung. Jeder wollte diese Konstruktion sehen! Aus allen Umliegenden Ortschaften kamen Menschen sich dieses Teil anschauen. So etwas hatten sie noch nie gesehen.

Bernhard war immer mal wieder in Svay Rieng oder Kampang Rou gewesen. Er hatte die Zeichnungen von Luan mit nach Kâmpóng Trâbêk in sein Büro genommen, selbst in Phnom Penh im Büro von der Weltbank war großes Erstaunen über ein solches Projekt. Eine Pumpe, die mit Wasserkraft angetrieben werden sollte, war auch für Coady Levis, den Büroleiter der Weltbank in Phnom Penh, etwas neues. Mittelalter und Neuzeit würden nicht zusammen. Bernhard schickte die Zeichnungen nach Reims. Stephane Dilbert, der Projektleiter für Südostasien bei ODHI hatte von Anfang an ein offenes Ohr für dieses Projekt und würde sich von Frankreich aus, um eine Pumpe und auch Finanzierung bemühen.

Am 21. März bekam Hannes einen Anruf von einer Pumpenfirma aus Deutschland. Ein Ludgar Möller war am anderen Ende der Leitung und begann das Gespräch in englischer Sprache „Ich habe Ihrer Telefonnummer von Monsieur Dilbert bekommen. Ich kenne auch die Baupläne von oder für dieses Wasserrad. Ich bin ehrlich zu Ihnen, ich hielt es erst für einen Scherz. Durch das Gespräch mit Monsieur Dilbert wurde mir versichert, dass dies kein Scherz sei.“ „Guten Tag Herr Möller, Sie können deutsch mit mir reden. Es ist bei weitem kein Scherz. Dieses Wasserrad wurde vor ein paar Tagen fertiggestellt. Der Zulauf ist mit einem PVC Rohr im Zollmaß 19,68 gelegt. Die Wasserleitungen in der Ortschaft mit 0,27 Zoll. Ich weiß nicht, wie weit Sie sich in Südostasien auskennen, in diesen Ländern werden ausschließlich PVC Rohre verlegt.“ „Sehr schön. Nochmals guten Tag. Wir liefern und fertigen Pumpen für die ganze Welt, so auch zu einem Wasserprojekt in Kâmpóng Trâbêk.“ „Das sind wir. Nur wurde im Januar beschlossen, dass wir nicht an der Hauptleitung, im Projektbereich III, sondern in den Ortschaften anfangen und uns dann an die Hauptleitung bewegen. Auf allen drei Abschnitten der Hauptleitung wird mittlerweile gearbeitet, auch kommen in den Ortschaften die Bauarbeiten an der kleinen Verteilung der Wasserversorgung sehr zügig voran. Es hört sich für Sie vielleicht banal an, dass wir in den Ortschaften “klein“ anfangen, dies hat aber seine Gründe.“

Hannes erzählte Möller von den ersten Wochen in Kampang Rou. „Um Gottes Willen!“ „Der hatte offensichtlich diese Menschen vergessen. Daher eben diese außergewöhnliche Maßnahme mit der Pumpe.“ „Wollen Sie wirklich einen Antrieb der ausschließlich über Wasserkraft geht?“ Hannes erklärte Möller die genaue Situation vor Ort. Strom sei in diesem Ort vorhanden, aber das Stromnetz in einem sehr instabilen Zustand und dieses Netz eine rein Elektronische Pumpe mit aller Wahrscheinlichkeit gar nicht schaffen würde. Die Infrastruktur in Kambodscha sei noch nicht die beste und es auch noch Jahre dauern könnte, bis wieder von einem annehmbaren Standard gesprochen werden könnte. „In ein paar Wochen sind wir zurück in Frankreich, dann können wir uns treffen um dies alles abzuklären.“ „Wollen Sie so lange warten? Die Leute haben bis dahin kein Wasser.“ „Hatten sie früher auch nicht. Es kommt jetzt auf diese Zeit auch nicht mehr darauf an.“ „Oh.“ „Herr Möller, ich dachte am Anfang auch so wie Sie, jetzt, gleich und sofort. Helfen so schnell wie möglich. Ich wurde in den letzten zweieinhalb Monaten viel ruhiger. Wir machen einen Schritt nach dem anderen und wenn es nicht schneller geht, geht es nicht schneller. Wir sind nur eine Handvoll Europäer, die ihr Bestes geben. In einem Land das völlig am Boden liegt, ist es sehr schwer allen gleichzeitig zu helfen. Meine Frau unterrichtet in einem Zelt von UNICEF dreißig Kinder. In Kambodscha fehlen hunderttausend Lehrer. Geschätzte eineinhalb Millionen Kinder können aus Lehrermangel nicht zur Schule, auch mit diesem Umstand müssen wir leben. Wir sind in einem Gebiet von hundertachzig Quadratkilometer und unterrichten dreißig Kinder.“ „Meine Güte, was Sie mir erzählen hab ich nicht gewusst.“ „Woher auch? Ich auch nicht, bis ich es selbst gesehen habe. Lassen Sie uns ein Treffen vereinbaren, wenn ich in Frankreich bin.“ „Sehr gerne.“

Hannes ging in die Schule zu Patricia. Bei jedem Besuch sah er glückliche, lernfreudige Kinder. Patricia hatte ihre Berufung gefunden! Es war bei ihr mehr als nur Lehrer sein. Mit so vielen einfachen Mittel und Dinge konnte sie den Kinder unglaublich viel beibringen. Hin und wieder lehrte sie auch französische Wörter oder Zahlen. „Schatz, ich fahr mal nach Thkov um zu schauen wie es dort läuft.“ „Okay, Chérie? À ce soir.“ „Oui, bis heute Abend.“

Die 50 Kilometer nach Thkov fuhren sich mittlerweile recht gut. Hannes fuhr schon gar nicht mehr auf die N1 um nach Thkov oder Kor An Doeuk zukommen. Chankrisna hatte mit seiner Baumaschine sehr viele Pisten bearbeitet. So auch die 3148, die 330 oder welche Nummern auch immer diese Pisten hatten. Die Temperatur war jenseits der 38° Marke, kein Regen – dafür Wind. Staub war im ganzen Land in der Luft. Da war es egal, ob die Straße Asphalt hatte oder nicht. In den fast 3 Monate hatte Hannes sich an diese Hitze und Schwüle gewöhnt. Wie wird es sein, wenn er nach Frankreich zurück fliegt? Würde er auch mit einem Badetuch durch Thionville gehen und bei 23° Außentemperatur jedem sagen, dass es kalt sei?

In Thkov sah er Nolan mit dem Bagger auf einer Seitenpiste vom Ort einen Graben ausheben. Hannes stand gute 20 Meter vom Bagger entfernt und schaute mit laufendem Motor und der angenehmen Luft von der Klimaanlage Nolan bei seiner Arbeit zu. Die Bewegungen vom Bagger war nicht mehr abgehackt und ruppig, er fuhr mittlerweile mit viel Gefühl. Der Junge war gut. Hannes war etwas stolz auf sich, dass er sein weniges Wissen und Erfahrung über Baumaschinen so gut weiter geben konnte. Von der Rückbank nahm er die große Strohmatte, den Tonkrug mit frischem Wasser aus Kampang Rou, zwei Portionen Lok Lak, zwei Dosen Angkor Beer und vier Mangos. Nolan war so im eifer, dass er Hannes gar nicht sah. „Nun mach das Ding mal aus, ich habe Mittagessen dabei.“

Im Schatten von einigen Kautschukbäumen lagen sie auf der Strohmatte, tranken Bier und aßen Lok Lak. „Wie gefällt es dir hier in Kambodscha?“ „Na ja, die Hitze ist schon schlimm. Die Menschen sind sehr nett, unser Team ist cool und die Arbeit macht Spaß. Ich hätte niemals gedacht, dass ich Bagger fahren darf und solche Arbeit machen kann. Ich dachte das ich auch hier nur der Handlanger bin.“ Bei seinem letzten Satz kam etwas Bedrücktheit mit. Hannes sah Nolan fragend an. „Na ja, ich bin nicht sehr klug. Ich habe keinen Beruf gelernt. Alle sind hier mehr als ich.“ Hannes riss bei dem letzten Satz von Nolan die Augen auf „Nolan, WER sagt so etwas?“ Er sah Hannes erschrocken an. „Niemand! Niemand! Keiner sagte so etwas, ich denke es so. Herr Lefèvre ist ein toller Chef, sehr netter Mensch. Ich mag ihn. Er schätzt dich sehr, lobt dich unglaublich hoch, redet immer vom Chef in Bauabschnitt 3. Nun sitze ich hier mit dir und trinke Bier. Asger scheint auch ein guter Kumpel zu sein.“

Hannes musste lachen „So, Herr Lefèvre lobt mich so hoch. Zum einen bin und war ich nie der Chef, dies wird irgendwie von allen so gesehen. Warum erklärt sich mir nicht. Zum anderen würde ich mal sagen, dass Herr Lefévre auch nicht viel übrig bleibt, als gut über mich zu reden.“ „Verstehe ich jetzt nicht so richtig.“ „Ich sag mal so, ich bin sein Schwiegersohn…“ Nolan sah ihn erschrocken an „Seine Tochter unterrichtet in einem Zelt von UNICEF, 50 Kilometer von hier, in diesem Augenblick 30 Kinder, die im Januar noch nicht einmal ihren Namen schreiben konnten.“ „Wow!“ „Asger ist ein toller Mensch, er hat ein paar Ecken und Kanten, aber wenn du weißt wie er tickt, ist er ein echter Kumpel. Ich sehe in ihm viel von meinem Vater.“ „Wie alt bist du überhaupt“ „Ich werde im Mai 20.“ Nolan machte große Augen. „Um dir jetzt deine Selbstzweifel zu nehmen, erzähle ich dir eine Geschichte.“

Hannes erzählte Nolan von dem Anfang der Liebe mit Patricia. Von der Villa, er als Klassenkasper in der High Society von Thionville. Seine Zweifel und Angst bei der Familie Lefèvre. Und das er bei seinem Bewerbungsgespräch in Reims kaum französisch konnte. „Wow! Ich hatte ein ganz anderes Bild von dir. Ich dachte du bist schon ewig bei ODHI und alles besser kannst als andere.“ Hannes kniff die Augen zusammen „Nolan, habe ich dies so vermittelt, als ich dir das Baggerfahren beigebracht habe?“ „Nein! Alles sehr ruhig und hast nichts gesagt, wenn ich einen Fehler gemacht hatte. Früher in der Firma wurde gleich mit mir geschimpft. Hast du nie. Ich habe sehr viel von dir gelernt.“ „Nolan, wie ich es dir vorhin schon gesagt habe, als ich das Haus von Bernhard sah, dachte ich ganz genau so wie du. Die reiche verwöhnte Patricia hatte einen dummen Jungen gefunden, der sie von einer Kuhweide an einem Stausee im Saarland nach Hause fährt. Ja, es kam anderst. Das wir beide heute hier sind, ist nur meinem Traum zu verdanken.“ „Deinem Traum?“ „Ich möchte Bildung für Kinder erreichen. Menschen Perspektiven geben. Mein Traum wurde am 10. Breitengrad wahr. Wir alle sind hier um Menschen zu helfen. Wir alle sind ganz kleine Teile in einem riesigen Rad der Weltpolitik – aber die wichtigsten Teile! Ich denke, es würde Sinn machen, wenn wir uns alle am Wochenende in Svay Rieng mal treffen würden. Du bist genau so wichtig, wie ich, Dr. Lamesch oder Bernhard Lefèvre. Wir sind ein Team!“ „Ich würde mich freuen euch alle kennen zu lernen. Ich müsste Arthur fragen, ob er dies erlaubt.“

Hannes schüttelte den Kopf „Nolan, ich behaupte jetzt etwas, wenn ich falsch liege, sei mir bitte danach nicht böse über meine Worte. Okay?“ Nolan nickte. „Du wirkst auf mich, als ob du kein gutes Elternhaus hattest. Nicht dürfen, immer fragen, wenig erlauben. So ging es in der Schule weiter. Du hattest schlechte Noten mit nach Hause gebracht und die Konsequenzen waren: nichts dürfen, immer fragen und wenig erlauben“ Hannes machte eine Pause um zu sehen ob er recht hatte. Da Nolan nur schweigsam nickte, lag die Vermutung von Hannes richtig. „Dann kam der Job als Hilfsarbeiter. Was bleibt auch viel übrig, wenn man keinen Schulabschluss hat? Dir wurde nie etwas zugemutet. Du konntest oder solltest nur die Arbeiten machen, die deine Kollegen nicht wollte.“ Nolan sah in wortlos an. „Du hast kaum Freunde, weil dich viele für dumm halten. Und die Freunde die du hattest, konnten am Wochenende oder Abend nur Bier trinken, sich besaufen oder randalieren. Dies war und ist nicht deine Welt. Du konntest dich mit deinen Freunden nicht identifizieren.“ „Woher weißt du dies alles? So genau steht es nicht in meiner Bewerbung.“ Hannes nickte „Moment. Darauf komme ich gleich. Irgendwann wurde es dir zu viel und zu sahst keinen Ausweg mehr. Du wolltest nicht immer nur benutzt werden oder mit Radikalen Hooligans gleichgesetzt werden. Du kamst irgendwie an ODHI und bist jetzt in Kambodscha. Weit weg von den Menschen die dir weh getan haben oder vor denen du weg gelaufen bist?“ Nolan kamen die Tränen „Genau so. Nur, woher weißt du dies alles?“ „Nenn es Menschenkenntnis. Ein Klassenkamerad von Patricia ist wie du. Gleiches Leben und gleiches Elternhaus. Gut – er hat sein Abi geschafft. Ich habe kein Abitur. Claude und ich waren nach dem Geburtstag von Patricia sehr viel zusammen. Wir sind Freunde geworden. Er nennt mich immer, Deutsche Kartoffel. Dir, wie auch Claude wurde in jungen Jahren das Rückgrat gebrochen. Ich werde schauen, ob ich dich die letzten zwei Wochen noch in unser Team bekomme. Ich habe einen sehr guten Baggerfahrer vom Militär bei mir, wenn ich mit dem Offizier Duy rede, dass wir ihn hier hin versetzten, kannst du zu uns kommen.“ „Das würdest du tun?“ „Jetzt und gleich. Ich rufe den Offizier an.“

Hannes sprach mit Rithisak und erklärte ihm warum er diesen Wunsch habe. Rithisak stimmte zu. „Ist geklärt. Ich spreche noch mit Nhean, dem Baggerfahrer, wenn er bereit ist, für zwei Wochen zu tauschen, kommst du zu uns.“ „Sollten wir nicht ers….“ „Nein! Ich habe dies so gesagt, dann wird dies auch so gemacht. Punkt. Ich erkläre Arthur diesen Schritt, er wird es verstehen.“ „Du bist so nett. So etwas kenne ich nicht.“ „Ich weiß, ich habe das gleiche bei Claude erlebt. Gebrochene Menschen bringen uns, und auch sich selbst auf dieser Welt nicht voran! Menschen mit einem geraden Rückgrat schon.“

Hannes rief Asger an und bat ihn Nhean zu suchen, damit er mit ihm sprechen konnte. In der Zeit, die er auf den Rückruf von Asger wartete erzählte Nolan von sich. Wie Hannes es schon vermutete, nur das es so schlimm war, dachte er dann doch nicht. Da saß ein Mann von 26 Jahren neben ihm im Schatten von Kautschukbäume und hatte kein Selbstvertrauen, schwaches Selbstwertgefühl und Minderwertigkeitskomplexe. Hannes hörte Nolan so aufmerksam zu, dass er sein Mobiltelefon nicht hörte. „Dein Telefon…“ „Danke.“ Hannes erklärte nun auch Nhean seinen Wunsch und auch aus welchem Grund. Nhean konnte in gleiche Schiene fallen wie Nolan. Dieser Mann hatte sich in den letzten zweieinhalb Monate auch sehr zu seinem Vorteil verändert.

Nolan konnte kein Khmer, so konnte Hannes Nhean doch etwas mehr erzählen. Wie schon vermutet kannte Nhean dies nur zu gut von sich selbst und war über die Arbeit, den Umgang in Kampang Rou sehr froh und dankbar und würde sich für diese Dankbarkeit erkenntlich zeigen. „Ich danke dir. Ich werde dich am Montag nach Thkov fahren. Rithisak weiß schon Bescheid.“

Nach dem Gespräch sagte er zu Nolan „Fahr den Bagger an die Seite, wir machen für heute Feuerabend.“ „Wir können jetzt doch noch kein Feierabend machen. Wir soll….“ „Nein! Wir fragen Arthur nicht um Erlaubnis. Fahr das Ding an die Seite. Wir fahren in euer Hotel, packen deine Sachen und du kommst heute schon mit zu uns.“ „Abe..“ „Auch kein aber. Parken, packen, fahren. Ganz einfach.“

Während Nolan den Bagger in die Ortsmitte fuhr, rief Hannes bei Arthur an und sagte in kurzen Sätzen, warum er Nolan nach Svay Rieng mitnehmen möchte. „Sehr gut. Ich komme an den Jungen nicht ran. Ich habe gemerkt, dass da etwas nicht stimmt. Sehr gut. Mach das! Samstag geht klar, kauf genügend Bier, dass schmeckt!“ „Wenn du jetzt noch denkst, dass ihr in Belgien Bier brauen könnt, verliere ich den Glauben an die Pommes!“ Arthur lachte laut „Wir sehen uns Morgen.“

Das Hotel in Kor An Doeuk war im gleichen Baustil wie ihres in Svay Rieng: Plattenbauten Made in DDR. Von Kor An Doeuk nach Svay Rieng fuhren sie über die N1. Hannes wollte gar nicht so lange in Thkov bleiben. Heute noch nach Kampang Rou zu fahren machte keinen Sinn. So rief er Asger und Patricia um zu sagen, dass er auf dem Weg nach Svay Rieng ins Hotel fahren würde und nicht mehr nach Kampong Rou kommen werden. Die letzten 20 Kilometer nach Svay Rieng fuhren sich sehr schlecht. Durch die Hitze war die Luft voll mit rotem Staub. Das eigentlich weiße Auto hatte einen roten feinen Überzug bekommen. Selbst durch die geschlossenen Fensterscheiben kam dieser feine Staub ins Auto. Vor 3 Monaten waren es zwei Wörtern, die Kambodscha zusammenfassend beschrieben: Unorganisiertes Chaos! Nach drei Monaten kam noch Müll und Staub hinzu.

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