11 Kabul, Deutsche Botschaft

Teil III Kapitel 11 

Kabul
Besuch in der Deutschen Botschaft. 
Ritter der Humanitären Hilfe.

„Ich sehe meinen Job nicht unbedingt als ein Aushängeschild.“

Kabul International Airport. Am Montag,12. März um 9.45 Uhr landet der Airbus A 330 mit der Flugnummer: TK0706 pünktlich in Kabul.
Hannes sah Oliver schon in der Flughafenhalle stehen, als alle durch die Kontrollen waren, stellt er ihm Dr. Erik de Joost und Tochter Marpe de Joost vor. Kabul war so viel anderst als Istanbul, ging es Hannes durch den Kopf, als Oliver mit dem Toyota Bus die 20 Minuten, vom Flughafen in die Darulaman Road fuhr. Es war wie hell und dunkel, bunt oder schwarzweiß. Wie krass dieser Unterschied war! Was wollte man nach mehr als 30 Jahren Krieg auch erwarten? Die meisten Einwohner in Afghanistan wissen ja gar nicht mehr was Frieden ist.

In der Darulaman angekommen, freute Hattie sich, Tamina und Marco wieder zu sehen. Nila wollte noch zum Essen bleiben und dann zurück nach Gardez fahren.

Im Speisesaal sah Hannes den Rücken eine Frau mit sehr langen rötlichen Haaren. Er ging fünf Meter in den Raum und sagte auf gälisch „Latha math, Bonnie Banks.“ Die angesprochene Frau drehte sich auf ihrem Stuhl um, sprang vom Tisch auf und kam die sechs Meter Entfernung zwischen ihr und ihm zugelaufen und sprang ihn an. Sie klammerte ihre Arme um seinen Hals. Ihre Beine hatte sie um seine Taille geschwungen. „Latha math, Hannes. Latha math. Es ist schön dich wieder zu sehen. Ich habe gehört du warst in Istanbul. Deine Augen sehen immer noch so traurig aus. Leig às do bhròn às do chridhe.“ Sie gab ihm einen Kuss. „Bonnie, ich kann nicht so viel Gälisch.“ „Lass deine Trauer aus deinem Herz.“ Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter und streichelte seinem Rücken.
„Wenn du mich nun los lassen würdest, könnte ich dir die anderen Personen vorstellen.“ Nach dieser sehr herzlichen Begrüßung, stellte er ihr Erik, Marpe, Nila und Sabine vor. „Ist Franica auch schon da?“ „Ja. Wir kamen am Donnerstag an. Das Haus ist voll die Luxusvilla, da macht das arbeiten Spaß. Die Krankenstation ist der Oberknaller, Gu h-iomlan innleachdach! A bheil rudeigin eile seach teanta no soitheach-beò.“ „Süße, nicht jeder hier am Tisch kann Gälisch.“ „Jo, voll genial! Ist was anderes als ein Zelt oder Wohncontainer im Sudan.“  „Sabine, dies sagte ich dir schon, du versteht nicht immer was Haylie sagt.“ Alle in der Runde grinsten.

Nila saß mit Hannes im Park in der Nähe vom Springbrunnen und tranken Tee. „Wer ist diese Rothaarige Frau?“ „Haylie Mc Farland. Sie kommt aus Inverness an der Nordostküste Schottlands, im Zentrum der berühmten schottischen Highlands. Wir haben uns vor vielen Jahren in Westafrika kennengelernt. Sie ist Krankenschwester – macht aber einigen Ärzten noch etwas vor! Ab und an ist sie etwas durch den Wind, hast du ja bei der Begrüßung gesehen.“
„Ich habe noch nie eine Frau mit so schönen rötlichen langen Haaren gesehen. Warum nennst du sie Bonnie Banks?“ „In Schottland gibt es viele Seen mit genau so vielen Mythen. Loch Ness ist vielen bekannt, durch dieses Ungeheuer, dass es gab, gibt oder nie existierte. So gibt es auch eine Liebesgeschichte von Loch Lomond. Nach einer Legende um 1745 sollen zwei Männer aus dem Gefolge von einem Bonnie Prince Charlie bei einem fehlgeschlagenen Aufstand gefangen genommen worden sein. Einer wurde freigelassen, der andere zum Tod verurteilt: Der Freigelassene ging die High Road nach Hause, während der Hingerichtete über die Low Road zu seiner Liebsten kommen konnte, den Weg durch die Unterwelt zurück nach Schottland. In diesem Lied kommt eben oft Bonnie Banks vor. So nenne ich Haylie eben Bonnie Banks. Schau, siehst du diese sehr große Frau auf der Veranda stehen?“ Nila drehte den Kopf nach rechts, wo er mit dem Finger hin zeigte. „Ja sehe ist, sie ist ja riesig.“ „Das ist Franica Culverwell, die andere Krankenschwester aus meinem Team. Sie war Leistungssportlerin im Hochsprung in den USA. Franica war sogar zwei mal im Olympischen Team dabei. Auch sie kenne ich aus dem Sudan.“
Er winkte Franica zu. Sie kam zu ihnen an den Tisch und stellte sich Nila vor. Sie setzte sich zu ihnen. „Hallo Franica, wo ist Emily überhaupt?“ „Hey, Hannes, mit Marcel und irgend welchen Männern von der Regierung in den Westen von Afghanistan gefahren. Am Sonntag nach dem Essen sind sie los. Mehr weiß ich nicht. Dann geh ich mal etwas joggen, der Park hier ist ja ordentlich groß dafür.“

In seinem großen Leder Drehstuhl machte er sich Gedanken über das Besprochene von Istanbul. Er drehte sich um 360°. Keine neue Idee. Noch einmal eine Runde. Bei 90° sah er die großen Karten an der Wand mit den vielen bunten Punkten. Weiter im Kreis. Er kam immer wieder an gleicher Stelle an. Man kann schlecht etwas neu aufbauen, wenn es geheim bleiben muss. Selbst wenn nur normale Bauarbeiten gemacht werden sollten, wäre es schwierig. Wenn an einem Ort wie dieser mehr als 30 Frauen waren, würde es jedem Bauarbeiter auffallen um was es sich handelt. Schließlich sind die Frauen das Eigentum von den Männer und werden wahrscheinlich auch gesucht. Die Frauen leben dort unter Lebensgefahr. Die nächste Drehstuhlrunde brachte ihn auch nicht weiter. Immer wieder sah er Karte mit den Sprengfallen und Minenfelder. Egal ob es eine Runde links herum, oder rechts herum ging. Das war es, was Hannes in Istanbul auch sagte. Es war ja schön, dass es voran ging, auch so einiges an Geldbeträge zusammen gekommen waren, nur über die Umsetzung machte sich keiner Gedanken. Nun konnte er sich den Kopf zerbrechen, wie dies nach der Agenda von Erik zum Zeitpunkt X gelöst werden sollte.

Er ging in den zweiten Stock zu einem der beiden Meeting Points. Sein Billardtisch stand dort im Flur. Er musste mal eine Runde Billard spielen. Da sein Zimmer gegenüber diesem Meeting Point lag, nahm er sich aus seinem Kühlschrank eine Dose Bier. So sehr er sich auch auf das Spiel konzentrierte, er war miserabel. Wie ein Anfänger. „Macht kein Sinn weiter zu spielen“, sagte er zu sich selbst.

Die große gemütliche Rundcouch in diesem Meeting Point, die Blumen und Palmen in den Ecken oder auf dem Tisch, gaben ein Gefühl von Wohnzimmer. Trotz das man durch den langen Flur zu den Fahrstühlen und Treppen schauen konnte, fand er diese Punkte im Hotel eine Oase der Ruhe. Auf jedem Stockwerk gab es zwei solche Treffpunkte. Mal stand dort ein Tischkicker, Dartscheiben oder eben ein Billardtisch. Alle solcher Treffpunkte waren mit allem möglichen an Multimedia ausgestattet. Es wurde auch schon mal Karaoke gesungen. Oliver kam den Flur auf ihn zu. „Du siehst müde aus, war es so anstrengend?“ Er nickte. „…Hast du schon den Grill gesehen?“ „Welchen Grill?“ „Dann komm mal mit in den Park.“
Oliver zeigte auf eine kleine Ecke rechts hinter einer Buchsbaumhecke. Dort hatte er den Grill gar nicht gesehen. „Grillen, ja das wäre doch auch mal etwas schönes. Es gibt einfach nicht besseres als Fleisch auf Buchenholz zu grillen.“ „Buchenholz ist etwas dünn hier, aber grillen geht auch so Idar-Obersteiner Spießbraten gibt es in Afghanistan auch nicht.“ Halim, einer der Hausmeister, brachte einen großen Sack Holzkohle zu dem Grill. „Ich habe mir schon so etwas gedacht.“ Lachte Hannes.
Samuel fuhr mit dem Range Rover in den Innenhof. Er war die letzten Tage mit Chris und Stacey in der Gegend um Kabul unterwegs gewesen. Es ging um eine Wasserversorgungsanlage die mit Mittel der Weltbank gebaut werden sollten. So was in der Art hatte Chris beim Telefongespräch gesagt, als Hannes ihn aus Istanbul anrief.
Emily und Marcel waren mit einer kleinen Gruppe von Beamten in Chaghcharan. Diese Stadt liegt ungefähr in der Mitte von Afghanistan. An einer zentralen Route von Kabul nach Taybad im Iran

und gute 450 km von Kabul entfernt. Im Juni 2005 richtete die ISAF in Chaghcharan ein Provincial Reconstruction Team unter der Leitung der litauischer Streitkräfte ein. Provincial Reconstruction Team sind operierende militärische Einheiten, deren Auftrag es ist, den Wiederaufbau der Infrastruktur zu unterstützen und zu schützen. Die PRTs sollen den Wiederaufbau Afghanistans unterstützen, soweit dies eben möglich ist. Dazu gehören die Durchführung von zumeist kleineren Maßnahmen der infrastrukturellen Verbesserung, wie zum Beispiel Brunnen bohren, Straßen bauen oder Unterstützung in Hospitalen, aber auch die Sicherstellung und Beschaffung von Schulmöbel. Die PRTs Unterstützen auch bei der Koordinierung und Bedarfsermittlung für Hilfsprojekte in enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Hilfsorganisationen, also die gleiche Arbeit wie Hannes, eben nur im Militärischen Auftrag.
Erik kam in den Park, er hatte Hannes schon überall im Gebäude gesucht. Er wollte wissen, wann es nach Gardez ging. „Ich würde mal sagen in zwei Tagen. Ich muss erst mal mit Chris reden was er an Bauplänen gemacht hat. Dann müssen wir mit Marco noch über Baufirmen reden die auch über Maschinen verfügen, die wir brauchen werden. Morgen machen wir das. Heute nicht mehr. Wir sind in Afghanistan, da geht es sowieso langsamer als in Europa.“
Ariana und Halim brachten Hammelfleisch auf die Veranda. Am Abend wurde der Grill Eingeweiht. Nach und nach kamen immer mehr Gäste, Personenschützer und Angestellte vom Hotel in den Park. Lautsprecher hingen an einigen Bäumen oder Laternen. Große Kerzen waren auf 400 Quadratmeter verteilt, Tische und Stühle standen unter den Weidenbäume. Manche lagen sogar auf Decken unter den Pappeln. Es war wie eine riesengroße Gartenparty. Hier konnte man sogar vergessen wo man eigentlich war. So ein Grill war eine wunderbare Zentrale Stelle wo man einfach nur da stand, in die Glut oder auf das vor sich hin bratende Fleisch schaute. Nach dem Essen musste noch ein Knaller kommen.
Marco kam mit einem 1,50 Meter langem “Schwert“ in den Park und meinte, dass zu einem jeden Ritter auch der Ritterschlag dazu gehörte. Großes Geklatsche und Jubel. Nun wurde Hannes in Kabul, in der Darulaman Road, auch noch zum Ritter geschlagen. Hannes, Ritter der Humanitären Hilfe. Für den musikalischen Teil an diesem Abend war Haylie zuständig. Selbstverständlich wurde Paul McCartney´s, Mull of Kintyre, in Dauerschleife gespielt. Alle im Park sangen minutenlang lauthals den Refrain, Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyre

Schunkelnd zu diesem Refrain hielt Hannes in der linken Hand sein Ritterschwert hoch, rechts Arm in Arm war Bonnie. Über fünfzig Leute schunkelten in einem riesengroßen Kreis.

Noch vor dem Frühstück saßen Chris und Hannes in seinem Büro und schauten sich die Pläne an, die Chris schon soweit vorbereitet hatte. Erik ging durch die Halle Richtung Park. Er sah die zwei durch die geöffnete Bürotür und fragte ob er eintreten darf. „Meine Güte, hier in dem Raum sieht es aus, wie in einem Tower von einem Flughafen!“ „Ja, dies ist mein Arbeitsplatz.“  „Ich konnte mir nicht im Ansatz vorstellen, was dein Job ist.“ Hannes erklärte ihm die riesigen Karten mit den verschieben Farben an Punke. Terrorgebiete, Sprengfallen Funde, Minenfelder und Orte an denen Terroranschläge verübt wurden. „Verstehst du nun meine Bedenken von Istanbul? Hattie kann der ganzen Welt sagen, wie toll und gut ich bin, aber an diesen roten, blauen, grünen und gelben Punke, kann ich nichts ändern! Noch kannst du,- und alle anderen euch von dieser Idee zurück ziehen.“ „Nein! Nein Hannes, wir ziehen dies durch! Niemand auf dieser Welt wird dir eine Schuld geben, wenn doch irgendwann etwas passieren sollte. Niemand!“ „Okay, du bist der Chef.“ Über den Laptop von Chris gebeugt, meinte Erik, „Das sieht doch gut aus.“  „Erik, die Schule ist nicht das Problem. Da hatte ich gestern Abend bei einer Dose Bier einige Ideen gehabt, die Chris heute morgen schon so in den Plan eingebaut hat. Das viel größere Problem wird das Frauenhaus sein.“ „Dann musst du noch eine Dose Bier trinken.“ Sagte Erik lachend.  „Wir haben ja noch etwas Zeit, es gibt eine Lösung, nur komme ich noch nicht darauf. Ich brauche einen neuen Denkansatz. Und nein, keine Dose Bier.“ gab Hannes zurück.
Beim Frühstück saßen Erik, Hannes, Marco und Oliver zusammen. Erik erklärt den zwei seine Stiftung, die er in den Niederlande vor einigen Jahren gegründet hatte, wie diese Strukturiert und organisiert sei. Hannes kannte dies ja schon aus den Gesprächen von Istanbul von vor fünf Tagen und hört mit nur einem Ohr zu. „Das ist es!“ Platzte Hannes ins Gespräch. Keiner von den Anwesenden an dem Tisch konnte auch nur etwas mit den Worten anfangen, die er eben in das Gespräch einbrachte. „Es gibt viele Firmen, auch Deutsche, die sich in Afghanistan einbringen. Ich glaube 2003 wurde die von Deutschland geförderte Afghan Investment Support Agency eröffnet. Diese ist für Investoren konzipiert und hat bislang Investitionen von über einer Milliarde US Dollar verwaltet. Neben AISA gibt es auch noch die ebenfalls von der Bundesregierung unterstützte Afghan Chamber of Commerce and Industry diese steht den Unternehmen beratend zur Seite.“ Hannes sah in unverständlich drein blickende Gesichter. „Mensch, wir nehmen Kontakt mit der Deutschen Botschaft auf, die müssen doch wissen wo welche Firmen sind und wie wir die erreichen können.“

Einem Mitarbeiter der Botschaft erklärte Hannes sein Anliegen und bat um ein Treffen in der Botschaft. Zwei Stunden später machten sich Erik, Hannes, Marpe, Oliver und Sabine im Range Rover Armoured auf den Weg zur Wazir Akbar Khan Road, der Adresse der Deutschen Botschaft in Kabul. Für die 9 Kilometer lange Strecke braucht Oliver fast eine Halbe Stunde. Das Gebäude der Botschaft war ein langes, dreistöckiges Gebäude mit zwei langen Fensterreihen in den oberen Stockwerken. Die Botschaft sah aus wie ein typisches Verwaltungsgebäude, nur eben sehr stark abgesichert. Die Sicherheitsbeamten der GSG9 ließen den großen Armoured ohne viel Überprüfung zu den Eingang der Botschaft vorfahren. „So ein Auto macht schon Eindruck.“ Sagte Oliver als er das Auto parkte.
Den Beamten vom Bundesgrenzschutz zeigten Hannes und Oliver ihre Waffen wie auch den Berechtigungsnachweis diese führen zu dürfen. „Ihr habt Waffen dabei?“ Fragte Erik ganz erstaunt.
„Ja, Erik, wir sind an einem der gefährlichsten Ort der Welt. Daher auch die gepanzerten Autos und eben auch die Waffen.“ „Ich habe gar nicht gemerkt das du und Oliver eine Waffe tragt.“  „Ist ja auch gut so. Wir sind ja nicht im Wilden Westen und zeigen jedem, dass wir eine Waffe haben.“ Gab Oliver als Antwort.
Der Botschaftsrat, ist die Bezeichnung für eine Rangstufe im auswärtigen Dienst, lud die kleine Gruppe in sein Büro. Hannes erklärte dem Botschaftsrat sein Anliegen für diesen Besuch. Auf dem mitgebrachten Laptop zeigt Erik ihm seine Präsentation für die Schule in Gardez und eben auch für das Frauenhaus. Der Beamte war von dessen Präsentation begeistert. So ging die kleine Gruppe zu dem Botschafter, Herr König. Rüdiger König empfing die Gäste in seinem Büro. Hannes stellt ihm Dr. Erik de Joost, Diplom Psychologin Marpe de Joost, Diplom Psychologin Sabine Wagner,  Personenschützer Oliver Krause  und sich selbst vor.
Erik und Hannes erklären Herr König die Hilfsprojekte anhand von Videos, die Situation in Gardez, wie auch in dem Frauenhaus. Da es genug Spenden für diese Projekte gab, ging es eigentlich nur um die Kontakte von Firmen die im Stande waren solche Baumaßnahmen ordnungsgemäß durchführen zu können. Herr König wusste, dass Deutschland Mitte der 60er Jahre schon viele Projekte in Afghanistan gemacht hatte und dies auch Lobenswert fand solche fortzuführen. Er sei gerne bereit zu Helfen wie und wo Deutschland nur konnte. In dem Gespräch erzählte Herr König, dass die internationalen Beziehungen zu Afghanistan schon 1919 aufgenommen wurden. Während der kritischen Sicherheitslage von Mitte der 1980er-Jahre bis 2001 aber kein Botschaft in Afghanistan unterhalten wurde. Erst nach der Afghanistan-Konferenz von 2001 wurde wieder ein deutsches Verbindungsbüro in Kabul eingerichtet, das im Folgejahr wieder zur Botschaft aufgewertet wurde. Die deutsche Botschaft war die erste diplomatische Vertretung eines Staates in Afghanistan nach Ende des Taliban-Regimes.
„Afghanistan liegt laut der Weltbank beim Investitionsklima gerade einmal auf Platz 162 von 175 untersuchten Ländern. 60 Unternehmen aus Deutschland sind schon in diesem Land vertreten. Die positiven Signale, wenn auch langsam, die aus Kabul kommen sollen noch mehr Unternehmen ins Land führen. Rein deutsche Unternehmen in Afghanistan sind ein sehr überschaubarer Kreis. Während die großen deutschen Konzerne zumeist mit Subunternehmen in Afghanistan tätig sind, unterhalten vor allem kleine und spezialisierte deutsche Firmen Vertretungen in dem Land. Siemens baut das Telefonnetz aus und ist an der Modernisierung von zwei Wasserkraftwerken beteiligt. Der Essener Baukonzern Hochtief repariert und baut Straßen.“ Sagte König. „Ich habe mich schon gewundert, wenn wir zum Flugplatz fahren, dass dort einige Maschinen mit HOCHTIEF Aufkleber zu sehen sind, ich dachte das wären gebraucht gekaufte Maschinen.“  Sagte Hannes. „Es gibt sehr viele Afghanen die in der Sowjet-Besatzung nach Deutschland geflohen sind und nun als Heimkehrer in ihrer alten Heimat neue Geschäfte aufgebaut. Wie zum Beispiel die aus Hamburg stammende Familie Rahimi: Sie hat das 1968 in Kabul gegründete Hoechst-Werk vor einigen Jahren gekauft und stellt dort Hustensaft, Schmerzmittel und Antibiotika her. Die Afghanistan Investment Support Agency, wirbt damit, dass ihr Land als einen der weltweit am schnellsten wachsenden Märkte anpreist und seit 2003 bereits 2,4 Mrd. Dollar investiert wurden. Der Internationale Währungsfonds rechnet für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von zwölf Prozent…“ so König weiter „…Während die positiven Zahlen die Unternehmen ins Land locken sollen, schreckt die immer schlimmer werdende Sicherheitslage auch ab. Seit dem Beginn der Entführungen von Ausländern haben fast alle vertretene Unternehmen und Hilfsorganisationen ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Aber das wissen Sie ja alles selbst am besten.“  „Ich war schon öfter in Afghanistan…“ Sagte Hannes „…Es hat sich nicht viel verbessert. Das ist eben das große Problem das dieses Land hat. Der Terror in diesem Land macht vieles immer wieder zunichte. Daher sind wir heute auch bei Ihnen damit Sie die Pläne sehen, die eine größere Sicherheit für die Schule darstellt, als die, wie sie zur Zeit ist. Ich habe dies bei der Konferenz in Istanbul auch schon so angesprochen. Mir ist klar was eine Bombe anrichten kann. Habe dies irgendwie schon mal erlebt“ „Wo Sie gerade die Bomben ansprechen, vor Wochen hat es in Dschalalabad ein Bombenanschlag gegeben bei dem deutsche schwerverletzt worden sein sollten.“ Hannes schaute Oliver an und beide schüttelten leicht den Kopf. König fragte drauf „Waren Sie das gewesen?“  Beide nickten. „Nach der ersten Detonation lief ein Bodyguard und ich sofort auf die Straße um zu helfen. Durch die Wucht der Bombe waren an den Häuser auf der gegenüber liegenden Straßenseite die Fassaden eingestürzt. Ich musste zurück auf die Straße um an zwei schwer verletzte Personen zu kommen, als es eine zweite Detonation gab. Durch die Druckwelle bin ich etwas fest auf die Straße aufgeschlagen. Zum Glück hatte mein Teamkollege gekniet und ihm war nicht passiert. Herr Krause und der dritte Personenschützer liefen sofort zu dem Ort, wo die zweite Bombe gezündet wurde.“  Oliver erzählte wie sie diesen Anschlag erlebt hatten. Marpe und Erik hörten den Worten von Oliver regungslos zu. Als Oliver geendet hatte, sagte Hannes zu Erik „Verstehst du jetzt meine Angst und Sorge um die Kinder?“
Da die Unterhaltung mit dem Botschafter doch erheblich länger war, als geplant, brauchte man sich an diesem Tag auch nicht mehr mit den Firmen in Verbindung setzen. Die Gruppe bedanke sich über dieses sehr informative Gespräch mit dem Botschafter. Herr König wollte über den Fortbestand der Projekte doch gerne weiter informiert werden. Dies sollte das wohl kleinste Problem sein.
Herr König wurde eingeladen, doch mal zum Abendessen in der Darulaman Road vorbei zu kommen. Es gäbe zwar keinen Rheinischen Sauerbraten, aber Hammelfleisch vom Grill hätte auch seine Vorzüge.
Zurück in die Darulaman Road rief Hannes Marcel an und fragte wie lange er und Emily noch in Chaghcharan bleiben würden. „Bestimmt noch fünf Tage“, war die Antwort von Marcel. Das passte Hannes gar nicht. Er wollte so schnell wie möglich nach Gardez fahren. Bis Oktober war nicht mehr so lange und er wollte vor dem Wintereinbruch so einiges auf den Weg bringen. Im Hotel angekommen, fragte Hannes gleich, wie lange Chris für sein Wasserbau Projekt denn noch in Kabul eingebunden sei. Da es dort einige Komplikationen gäbe, könnte er nicht absehen wie lange er dort noch brauchte. Super, dachte er, es kommt ja immer anderst als geplant.

Im ersten Stockwerk sah Hannes Erik im Office Raum. Dies war ein großer Raum in dem Drucker, Kopierer, Computer und sonstige Elektronische Geräte für die Gäste zur Verfügung standen, gerade seine Präsentation ausdrucken. „Erik, wir müssen reden. Es gibt einige Probleme, die ich mit dir besprechen muss…“, begann Hannes das Gespräch „…Emily ist Ärztin in meinem Team, ich hätte sie gerne in Khost dabei, denn die Frauen in dem Frauenhaus brauchen unbedingt medizinische Versorgung. Ja, ich weiß, du bist Arzt. Aber wir sind in Afghanistan. Nicht so einfach, kennst du bestimmt auch von deinen Einsätzen bei Ärzte ohne Grenzen. Sie ist mit Marcel, er ist der beste Personenschützer in meinem Team, noch bestimmt fünf Tage in Chaghcharan. Beide brauche ich in Khost. Das zweite, Chris weiß nicht wie lange er an seinem Projekt braucht, bis er mal für ein paar Tage weg kann. Problem Nummer drei, du willst so schnell wie möglich nach Gardez, verstehe ich auch. Ich will auch das es endlich richtig los geht. Denn bis Oktober ist nicht mehr all zu lange. Dies müssen wir nun unter einen Hut bekommen und zwar so schnell wie möglich.“ „Gut, gehen wir in den Park denken.“ Ja ja, der Park! Als Hannes und Erik am Springbrunnen vorbei gingen, saßen Oliver und Sabine unter Pappeln beim Tee in einem Gespräch.
„Wir drehen uns die ganze Zeit im Kreis und jeder Vorschlag ist nicht das Optimum.“ Sagte Hannes nach längerem hin und her. „Hat Chaghcharan einen Flugplatz der in Betrieb ist?“ Fragte Sabine in die Runde. Diese Frage konnte Hannes beantworten. „Sicher hat Chaghcharan einen Flugplatz. Wer in Afghanistan kann, der fliegt. Ist immer sicherer als mit dem Auto. Fast jede Stadt hat einen Flugplatz. Bost, Faizabad, Gardez, Herat, Kost, Mazar-e-Sharif. Ich glaube 18 Flugplätze gibt es hier.“
„Problem mit Emily und Marcel wäre gelöst, sie können nach Khost fliegen.“ Kam es von Sabine. „Unser Flugzeug ist noch nicht da. Ich weiß nicht, wie einfach es geht, wenn Marcel seine Waffen in einem Zivilen Flugzeug transportiert. Kläre ich aber sofort.“ Hannes stand auf und ging in sein Büro telefonieren. Nach 15 Minuten kam er wieder in den Park. „Ist geklärt.“ Über Internet wurde Chris zu diesem sehr spontanen Meeting, via Video, zugeschaltet. „Chris, was machen wir mit dir? Ich bräuchte schon deine Unterstützung wenn auch nicht direkt in Gardez. Eine Mauer verstärken kann ich auch selber organisieren. Das Problem ist das Frauenhaus. Wie können wir ein Gebäude sanieren das bewohnt ist und trotzdem Geheim bleiben soll?“  „Neubauen!“ Kam es aus dem Laptop. „Hannes, du hast die drei Gebäude gesehen, was willst du dort sanieren? Das sind Hütten die baufällig und marode sind. Erik,- wie viel Geld ist in Istanbul zusammen gekommen?“ „Ungefähr 360.000 Euro. Genau kann ich es dir erst sagen, wenn ich den aktuellen Währungskurs kenne.“  „Baut neu! Für ein Viertel von dem Geld könnt ihr Neubauen.“ Sagte Chris zum wiederholten mal. „Ist ja eine gute Idee, nur wo und vor allem wie kann man etwas bauen, das später Geheim bleiben soll?“  „Wir sollten mal die NSA fragen.“ Sagte Oliver.  „Oliver, du bist der beste.“ Kam es freudig von Hannes. Auf den letzten Satz von Hannes konnte keiner so ganz folgen. „Die NSA! Natürlich. Ich ruf Roger an, er soll sich erkundigen, muss ja nicht an die große Glocke kommen, was gebaut werden soll.“ Hannes rief Roger an, erklärte ihm was die letzte Woche in Istanbul so alles beschlossen wurde und was nun die Idee sei. Major Juarez sagte zu, dass er sich morgen direkt darum kümmern werde. Erik war ganz erstaunt wen Hannes alles kannte. Nach dem Gespräch rief er in die Zentrale in die USA an und orderte per sofort drei Sicherheitsteam an. Eines sollte auf direktem Weg nach Chaghcharan.

Für den Donnerstag Abend hatte sich der Deutsche Botschafter, Herr König, zum essen angekündigt. Das war ein gutes Zeichen. In zwei Tagen wäre schon mehr erreicht und man könnte ihm dann schon so viel neues sagen. Der ganze Mittwoch ging eigentlich nur mit Kontaktaufnahme für Baufirmen und bei konkreten Zusagen wurden auch schon Mails mit mehr Informationen zugeschickt. Diese Geschwindigkeit gefiel Hannes, nicht immer nur warten und warten.
Am Donnerstag Nachmittag rief Hannes bei Nila an und gab ihr schon einmal den neusten Stand der Dinge durch. Auch wurden Mails an Jasper, Cathy und Miranda Kerr verschickt. Roger rief an und sagte ihm, was er mit dem Provinz Gouverneur von Khost erreicht habe. Alles wird gut, dachte Hannes an diesem Nachmittag. Alles wird gut!

Gegen 17 Uhr fuhr der Botschaftswagen mit Begleitfahrzeuge in den Innenhof der Anlage. Marco und Tamina zeigten dem Botschafter und seiner Frau das Gebäude. Erklärten ihnen welchen Zweck es habe. Hannes war mit Hattie in seinem Büro, als es klopfte. Marco wollte dem Botschafter gerne den Koordinierungsraum zeigen. Hannes stelle dem Botschafter und dessen Frau, seine Chefin, Hattie Walker, vor. Erklärte ihnen diesen Raum mit all seinen Karten, Monitore und Rechner. „Sie haben hier einen ordentlichen Arbeitsplatz. Darf ich fragen von wem sie ihre Informationen über Terrorpunkte bekommen?“ „Von fast allen Nachrichtendiensten dieser Welt, dann noch vom Auswärtigen Amt in Berlin, vom BND und MAD. CIA und DIA, ISAF, den örtlichen Behörden von den PRT´s in den verschiedenen Distrikten. Wir sind hier genau so gut informiert wie ihre Botschaft,- vielleicht noch ein bisschen besser.“ „Warum haben Sie bei Ihrem Besuch in der Botschaft nicht gesagt, dass Sie der Sicherheitschef sind?“ „Ich sehe meinen Job nicht unbedingt als ein Aushängeschild…“ Hattie schaute ihn mit ihren wunderschönen Augen Verständnislos an „…auch wenn meine Chefin anderer Meinung ist wie ich. Sie möchte, dass ich in die Führungsetage der Firma in die USA wechseln sollte. Da sind wir zwei uns aber noch nicht einig.“ Er gab ihr einen Kuss. „Dies ist ein wirklich sehr schönes Haus. Die Wachtürme an der Mauer haben etwas nostalgisches.“ „Danke. Sie sollten mal die Werkstatt sehen.“ Hannes ging mit dem Botschafter und Hattie durch den wunderschönen Park mit seinen vielen Laternen, die in einem leicht gelblichen Licht schienen. Die Bäume, Sträucher und Blumen gaben diesem Ort so viel friedliches. „Der Park sieht sehr schön aus. Ist eine richtige kleine Oase.“ „Stimmt, dieser trägt die Handschrift von Tamina Rossi.“ „Bemerkenswerte Frau!“ „Absolut! Ihr Vater war auch Botschafter. Tamina kann fünf Sprachen fließend. In Australien hat sie ihr Diplom in Wirtschaftswissenschaften gemacht.“ Der Botschafter sah ihn mit großen Augen an. „Ja ja, man täuscht sich in dieser Frau.“ „Bemerkenswerte Frau!“ Hannes musste grinsen. Herr König sah den Wachturm der die Zapfsäule kaschierte und verlangsamte seinen Schritt. Hannes hörte Stimmen auf dem Wachturm. Er ging die Wendeltreppe in dem viereinhalb Meter hohen Turm hoch und sah Yesmina mit einer Freundin dort sitzen. Sie hatten zwei dicke Teppiche und einige Kerzen auf den Turm geschleppt. Yesmina und ihre Freundin erschraken, als sie ihn sahen. Sofort entschuldigten sich die zwei Mädchen bei ihm. „Alles gut. Wenn es euch hier gefällt, bleibt ruhig in eurem Schloss. Passt nur mit den Kerzen auf. Unter euch ist die Tankstelle.“ Als er wieder bei Hattie und  Herr König war, schauten die zwei Mädchen von ihrem Turm. Hannes winkte ihnen zu. „Wer sind die Kinder?“ „Die linke ist die Tochter von Frau Rossi. Denke, dass haben sie schon gesehen. Sie ist die hundert prozentige Kopie ihrer Mutter. Das andere Mädchen ist ihre Freundin. Die beiden haben es sich dort oben richtig schön eingerichtet.“ „Ich dachte der Turm sei eine Attrappe.“ „Nein! Der Turm dient auch zur Verteidigung, wenn es auf dieses Areal einen Terrorangriff geben sollte.“ Dann sah er die Werkstatt. In dem gedimmten Licht sah dieses Gebäude sehr edel aus. Das Ocker mit dem gebrannten Umbra und dem blauen Mosaik gaben diesem Gebäude eine unglaubliche Ästhetik. „Das ist die Werkstatt?“ „Das ist die Werkstatt! Ich wollte dieses Gebäude näher am Hotel stehen haben, konnte mich aber in der Chefetage nicht durchsetzten. Es ist nicht nur eine Werkstatt, es ist auch ein Gebäude zur Verteidigung.“ „Haben Sie dieses Gebäude geplant?“ Hannes nickte. „Wie auch die Mauertürme, den Turm über den Zapfsäulen und noch so viele kleine Sicherheitsdetails.“ Sagte Hattie ganz stolz. Herr König konnte gar nicht glauben, welche Technik und Maschinen zu der Werkstatt gehörten. „In einigen Tagen kommen zwei Mechaniker, die sich auf gepanzerte Fahrzeuge spezialisiert haben. Jedes Bauteil unserer drei Modelle im Fuhrpark ist hier doppelt vorhanden. Wir könnten auch den Fuhrpark der Bundesregierung hier betreuen.“ König sah ihn an und nickte.

Als die drei in dem Park wieder zurück gingen, brannte schon das Feuer. Tische mit Obst und Gemüse standen auf dem Rasen. Kerzen brannten in jeder Ecke, an jedem Baum und um den Springbrunnen herum. Auf jedem Tisch standen Getränke und natürlich große Glaskannen mit arabischen Tee

Auf dem Grill lagen schon jede Menge Hammelfleischspieße, Auberginen und Paprika. Ariana und Mercan brachten nach und nach immer mehr Essen in den Park. Vor dem Essen sagte Herr König in der Runde aller Anwesenden „Afghanistans Wirtschaft wurde während des Krieges fast völlig zerstört. Viele Industrieanlagen müssen vollkommen neu errichtet werden, dass gilt u.a. auch für Stromerzeugung und Wasserbewirtschaftung, die teilweise mit Mitteln der deutschen Entwicklungszusammenarbeit rehabilitiert werden. Schwerpunktsektoren ausländischer Unternehmen sind die Bauwirtschaft, Telekommunikation, Beratungs- und Dienstleistungen sowie die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Deutsche Investoren sind im Bau- und Infrastrukturprojekt, der Medizintechnik, der Gastronomie und weiteren Sektoren aktiv. Das Interesse ausländischer Investoren richtet sich zunehmend auch auf den Bergbausektor, dem angesichts bedeutender Vorkommen an Metallen und Erzen, aber auch Erdöl und Erdgas.“  So hat Hannes dieses Afghanistan noch nie gesehen. Aus der Sicht von Herr König war dann ja schon ein großer Markt an Technologie und Infrastruktur möglich in diesem Land. Wenn nur eben die Sicherheitslage nicht so schlecht wäre. Nach dem Essen zeigte Erik was sich seit dem letzten Besuch in der Botschaft schon so getan hat. Der Botschafter war über die Geschwindigkeit dieser Zusagen und Fortschritte der Planungen begeistert. Auf den besonderen Wunsch von Herr König zeigte Sabine ihm das komplette Interview von Behar und Ellaha. Auch wenn einige dieses Video schon mehrmals gesehen hatten, es kamen so einige Träne.

Spät am Abend, als die große Gartenparty vorbei war, saß Hannes noch auf der Veranda. Er hatte eine große Kanne Tee auf einem kleinen runden Tisch neben sich stehen, hörte das plätschern vom Wasser und dachte viele Jahre zurück. Hattie zog einen der Stühle heran und setzte sich neben ihn. „Hallo Süße, was geht dir im Kopf herum?“ „Das gleiche wollte ich dich fragen. Du hattest vorhin die beste Werbung für die Firma gemacht. Herr König wird in Zukunft alle Besucher der Deutschen Botschaft bei uns einquartieren und auch den Fuhrpark warten lassen. Wie weit ist deine Überlegung nun wirklich für in die Staaten zu kommen?“ „Süße, du weißt doch wie ich Büroarbeit meide.“ „Das ist es nicht! Sag mir bitte, was los ist. Bitte.“ Er sah sie lange an. „Womit fange ich an? Wir kennen uns schon so lange, du weist von meinem Wunsch, Bildung für Kinder. Dieser Job hat nichts mehr damit zu tun. Wenn ich in die Staaten komme, bin ich noch viel weiter von diesem Ziel entfernt. Wenn ich Nila unterstützen kann, komme ich meinem Traum wieder einen Schritt näher. Ich kann nur dann helfen, wenn ich die Menschen an der Basis treffe. Natürlich vermisse ich Patricia immer noch. Jeden Tag, jede Nacht. Hattie, es tut so weh im Herz. Vor diesem Einsatz war ich fast drei Wochen in Thionville gewesen. Ich soll zu Franziska und Bernhard kommen. Kann dort wohnen. Gehe ich in dieses Haus zurück, weiß ich nicht ob die Erinnerungen mich aufzehren. Gehe ich in unser Haus nach Thailand, werde ich auch an und bei allem an Patricia erinnert. Ich weiß das du dich um mich kümmerst und du dir auch Sorgen machst. Deine Freundschaft tut gut.“ Sie gab ihm einen Kuss.

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