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Jagd ist Natur- und Artenschutz

Um es euch zu erklären, Jäger und Jägerinnen sind keine Möder. Jagd ist Natur- und Artenschutz.

Autorin Patricia Lefèvre

Der Mensch war für das Ausrotten des Wolfs verantwortlich und somit wurde in den letzten 100 Jahren die Population von Damm- und Rotwild, wie auch Schwarzwild exorbitant hoch. Folglich gab es sehr viele Schäden im Wald und Felder, wie auch viele Krankheiten etwa die Tollwut oder Schweinepest.

Wir Jäger ACHTEN den Naturschutz und auch das Tierwohl. Auch müssen wir kranke oder mit missgebildete Tiere schießen, denn zum einen würden diese nicht überleben und zum anderen würde dies den Bestand (Erbfolge) beeinträchtigen. Soll heißen: wir MÜSSEN mit einem Schuss treffen. Wenn wir ein Tier verletzen und es noch lebt, müssen wir dieses Tier suchen. Wenn nicht, können wir wegen Tierquälerei angezeigt werden.
Wir haben Bestimmungen und Gesetze, die sehr genau und detailliert beschrieben und auch einzuhalten sind.

Vieh in der Massentierhaltung wird mitunter 100 mal schlechter behandelt, transportiert und getötet, als ein Schuss von einem Jäger oder Jägerin.

Ich gehe seit 29 Jahren auf die Jagd. Mit 16 habe ich den Jugendjagdschein und mit 18 den Jagdschein gemacht. Ich gehe mal davon aus, dass schießen kann. Ich gehe auch regelmäßig auf den Schießstand, um für mich selbst die Bestätigung zu haben, dass ich auch treffe und zum anderen als Nachweis für die Behörden. Schüsse aus 300 Meter sind für mich kein Problem.

Man darf nicht wahllos auf ein Tier knallen, bis es sich nicht mehr bewegt.
Für einen guten Schuss muss man bei Rot- oder Dammwild am vorderen Lauf hoch gehen, dann ein paar Zentimeter nach rechts, um das Herz zu treffen. Ein Schuß bis zu 300 Metern Entfernung muss sitzen.
Mit Schrot auf Enten schießen ist keine Kunst.

Jagd gegen Massentierhaltung

Wenn man mit anderen Leuten ins Gespräch kommt und man sagt, dass man Jäger_in ist, haben die Leute sofort das Bild von einem schönen kleinen und niedlichen Reh vor Augen. „Wie kann man nur auf ein so armes Tier schießen?“ Ist stelle dann oft die Gegenfrage: wie kann man ein so schönes, niedliches Kalb oder Schaf töten? Ist eine Kuh nicht auch irgendwie niedlich mit ihren großen Kulleraugen und den schönen Ohren?

Tja, offensichtlich nicht. Ist ja nur eine Kuh. Nein! Es ist auch ein Lebewesen.
Wie in großen Schlachtbetriebe mit Vieh umgegangen wird, ist nicht mehr menschlich! Dort herrscht die rohe Gewalt. Die Tiere haben Angst und Panik und stehen voll unter Adrenalin. Oft sind die Tiere noch nicht einmal richtig betäubt!

Dann doch lieber einen gezielten und schnellen Tod. Das Tier spürt eine Sekunde nach dem Schuss nichts mehr. Soviel Respekt bekommt kein Schwein oder Rind.

Die Jagd hat auch Nachteile.
Als Jäger und Jägerin muss man den Bestand der Tiere im Auge habe und wenn die Tiere im Sommer (wenn zu heiß) oder bei extremen Wintern das Wild nicht genügend zu fressen hat oder findet, müssen die Jäger und Jägerinnen beifüttern.

Auch ist es nicht lustig, wenn zum Beispiel Nachts um 2.15 Uhr das Telefon klingelt und die Polizei dir sagt, dass es einen Wildunfall gab und man eben mal 40 Kilometer fahren muß um das Tier oder die Reste (oft nicht schön) einzusammeln, um diese zu einer Tierentsorgungsstelle zu bringen. Wild das von einem Auto erfasst wurde, ist voll mit Blutergüsse und kann/darf nicht verzehrt werden.
Ich habe die Schlüssel von drei solcher Anlagen. Bei einem solchen Einsatz bin ich schon mal 4 Stunden unterwegs und fahre bis zu 170 Kilometer in einer Nacht/Morgen.

Das Tierschutzgesetz schreibt eindeutig vor, dass man kein verletztes Wild im Wald liegen lassen darf. Dazu gehören auch Verkehrsunfälle.
Schlimm ist es, wenn ein Tier bei einem Autounfall noch lange lebt und vor Schmerzen schreit. Die Polizei darf nicht schießen. Sie muss warten bis der Jäger oder Jägerin kommt, um das Tier zu erlösen. So etwas tut mir auch sehr weh.

Wenn ich zu einem Wildunfall gerufen werde, ist meine Deutsch Drahthaar Hündin Caisy immer dabei. Es kommt hin und wieder schon mal vor, dass das Wild bei einem Aufprall einen Schock hatte und nach ein paar Minuten die Flucht ergreifen hat oder nicht all zu schwer verletzt war.  Selbst wenn ein Reh „nur“ das Bein gebrochen hat, muss es geschossen werden. Das Tier hat zum einen unglaubliche Schmerzen und würde qualvoll verenden.
Meine Caisy findet das Tier – auch wenn sie drei Tage suchen müsste.
Ein Jagdhund muss die Spur / Tier finden. Wenn der Hund das Tier gefunden hat, darf er nicht an das Tier. Bei Schwarzwild wäre dies mitunter für den Hund lebensgefährlich. Auch muss der Hund 100 Prozent auf die Kommandos hören und reagieren. Man kann ja schlecht mit einer Leine durchs Gestrüpp oder Unterholz robben.

Patricia Lefèvre, Lyon, 27. Dezember 2021