Magirus FS 145

Der Magirus FS 145 ist ein seltenes Feuerwehr-Fahrgestell. Die Bezeichnung FS steht für Feuerspritze.

Das Auto wurde mit einem 6 Zylinder Wirbelkammer-Dieselmotor in Reihe gebaut. Der Klöckner-Humboldt-Deutz Motor hat 9,1 Liter Hubraum und leistet  125 PS. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 81 km/h angegeben.
Das Auto hat ein Leergewicht von 6,,5 Tonnen und eine Nutzlast von 4,5 Tonnen.

Diese Modelle wurde um die Jahre 1938/40 an das Oberkommando des Heeres geliefert und hatte entweder Feuerwehr Aufbauten als Drehleiter oder Spritzenfahrzeuge. Dieser KS 25 kostete 27.433 Reichsmark
Eine direkte Umrechnung von Reichsmark zu Euro ist nicht möglich, da die Reichsmark durch Inflationen und Krieg sehr hohe Schwankungen hatte.
Wenn ich den Faktor Reichsmark zu Euro in der Vorkriegszeit nehme, liegt dieser zwischen 1:5,4 und 1:5,7.
Im Jahr 1944 wird der Faktor Reichsmark zu Euro mit 1:4,7 angegeben.

Der Einfachheit halber nehme ich den Faktor 1:5,2 an. Also ergibt sich ein ~ Wert von 142.000 €.

Der Magirus FS 145 Karftfahrspritze KS 25 wurde 1939 an die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Hof ausgeliefert. Entsprechend den damaligen geltenden Vorschriften war die Fahrzeugfarbe Tannengrün.

Warum Tannengrün für die Feuerwehr?

Das Rote Kreuz und Feuerwehren standen im Zweiten Weltkrieg nach dem internationalem Völkerrecht (insbesondere den Haager Landkriegsordnungen) unter besonderen Schutz und durften bei Luftangriffe und Kampfhandlungen nicht gezielt beschossen werden. Da sich bekanntlich in Kriegszeiten in der Praxis des „Totalen Krieges“ kaum an Konventionen gehalten wurde, war der Schutz der Feuerwehr jedoch extrem lückenhaft. So wurden die Feuerwehrfahrzeuge Tannengrün lackiert.

Der hier gezeigte Magirus FS 145 überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet und war nach dem Krieg in roter Farbgebung bis 1975 im Dienst.

1982 rettete ein süddeutscher Oldtimerfreund das verrottete und von starken Vandalismusspuren gezeichnete Fahrzeug und stellte es unter.
Von 1997 bis 2009 wurde das Fahrzeug von Dr. Carsten Kipp, Oerlinghausen aufwändig neu aufgebaut und wieder vollständig in den Original Auslieferungszustand gebracht. Alleine diese Restaurierung kostet mehr als 250.000 €.

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