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Manege frei für den 19. Trierer Weihnachts Circus

Der diesjährige Weihnachts Circus in Trier ist schnell zusammengefasst.
Vorhang, Seil, Stange, Tennisschläger und Leiter – fertig.
Ach ja, Musik und Popcorn gab’s auch.

Wie nun bereits zum 19. Mal gastiert der Weihnachts Circus mit einem internationalen Aufgebot an Artisten die zweifelsohne zur Weltklasse der Akrobatik und Circuswelt gehören.

Zu beginn war der Circus Nachwuchs mit einer schönen Darbietung aus Clownerie und Akrobatik in der Manege.

Atemberaubenden Akrobatik zeigt das Equilibristen-Duo Reflection aus den beiden jungen Artisten Bekzod und Bobur aus Taschkent, Usbekistan unter anderem am Chinesischen Pfahl. Vertikal oder auch mal diagonal geht es mit dem Chinesischen Pfahl hoch bis an die Zeltdeckte. Mit einer absoluten Körperbeherrschung wird Akrobatik auf Weltklasse Niveau gezeigt.

Die Spindler Family zählt seit Generationen zur Elite der deutschen Pferde Dresseure. In Trier konnte man dem spektakulären Treiben und Anmut der Pferde in der Manege bestaunen.
Stehend auf zwei Pferderücken ging es in waghalsigen Tempo zur die Manege.

Clownerie gehört zum Circus wie das Zelt.
Bereits in der sieben Generation gibt es die Circus Familie Brukson. Als Clown mit Klamauk und Akrobatik trifft Rudi Brukson mit seiner Frau Irina, eine ehemalige Balletttänzerin, mehrmals in und außerhalb der Manege auf. Seine Slapsticks sorgen für Unterhaltung und herzhafte Lacher bei seinen vielen Auftritte bei den Shows.

Rico Brukson, der Sohn, begeistert das Publikum als Jongleur mit bis zu fünf Tennisschläger. Schneller als man mit dem Auge folgen kann, fliegen die Tennisschläger hoch und wirbeln durch die Manege.

„Da steht ein Pferd auf dem Flur…“
trifft beim 19. Trierer Weihnachts Circus nicht zu – gut, Manni das Pferd steht nicht auf dem Flur, sondern mehr in der Manege oder liegt im Bett.
Als Zuschauer hat man das Gefühl, Manni macht was er will und lacht sich ein Lächeln in den Bauch. Comedy mit einem Pferd ist schon ziemlich einmalig. Wenn Manni den Schnuller im Maul hat, kann man vor lachen brüllen.

Die Truppe Hametov aus Usbekistan ist eine international renommierte Artistengruppe, die für ihre spektakulären Darbietungen in luftiger Höhe bekannt ist. 
Wenn man glaubt schon alles gesehen zu haben, wird dies definitiv von der Truppe Hametov überboten.
Es wird eine Hochseilakrobatik geboten, bei der man den Atem anhält.
Je eine Person links und rechts auf einer Schaukel über das Hochseil zu balancieren ist schon atemberaubend.
Die Steigerung kommt, wenn der Artist mit einer Person auf dem Kopf rückwärts über das Seil balanciert.

Nach der Pause war das Equilibristen-Duo Reflection vollständig und zeigte an den Strapaden eine eindrucksvolle und atemberaubende Show an Luftakrobatik und Synchronisation.
Die beiden Artisten Bekzod und Bobur verfügen über eine fundierte Ausbildung im Turnen und haben ihre sportlichen Fähigkeiten erst 2021 zu einer Zirkusnummer kombiniert. Was beide in schwindelerregender Höhe über der Manege zeigen, verdient definitiv das Prädikat Weltspitze.

Elena Brukson, die Tochter, zeigt an den Vertikaltücher eine Akrobatik bei der der Herzschlag für einen Moment aussetzt. Nach schnellen Abfaller von der Zirkuskuppel geht es auch genau so schnell wieder hoch. Ein Spagat in luftiger Höhe an dem Vertikaltuch ist eben so spektakulär wie variantenreichen Abfaller.

Der zweite Auftritt der Truppe Hametov mit einer unglaublichen Akrobatik an einer Leiter.

Die Moderation hatte mal wieder Andre

Circus Hallygally

„O mein Papa, war eine wunderbare Clown
O mein Papa, war eine grosse Kinstler
Hoch auf die Seil, wie war er herrlich anzuschau′n
O mein Papa, war eine schöne Mann.“

Seit 2005 gehört Zirkus zum europäischen Kulturgut – aber kaum jemand weiß es.
Ich liebe  die Atmosphäre im und am Cirkus. Es es dann auch egal ob es große internationale Cirkuse mit Weltklasse Artisten, oder kleine Familien-Zirkuse sind. Eines haben sie alle gemeinsam: sie möchten die Menschen mit Magie, Jonglage, Clownerie und Artistik in eine andere Welt der Unterhaltung mitnehmen.

Heute war ich in Bad Sobernheim im Circus-Hallygally gewesen. Die fast zweistündige Show war sehr schön und abwechslungsreich gewesen. Wie es in einem kleinen Zirkus üblich ist, hat jeder Artist mehrere Aufgaben damit der Laden läuft.

Die wenigen Artisten gaben sich sehr viel Mühe für ihre mitunter atemberaubende Show. Messer werfen um die Silhouette einer Person war schon sehr spektakulär, so auch die Feuer-Show mit gleichzeitiger Jonglage.

Nach einer Stunde Programm war eine Pause von 15 Minuten. In dieser Zeit konnte man sich die Tiere unentgeltlich anschauen. Ich fand die drei Stachelschweine richtig putzig. Man konnte sich die Pferde und Ponys anschauen und streichen.

Der Topakt an der Show war zweifelsohne das Todesrad. Jason zeigte eine klasse Performance und Akrobatik an dem Gerät.
Das Todesrad heißt so, weil auf ihm schon etliche Artisten tödlich verunglückt sind. Es schwingt nur 30 Zentimeter über dem Boden durch. Die Artisten können sich nicht sichern. Wer einen Fehler macht, kann zermalmt oder gar durch die Rotation wegkatapultiert werden.

Für Cirkuse gibt es auch immer wieder viel Gegenwind und gar Anfeindungen wegen Tiere in der Manege. Es sind aber auch die negativ eingestellten Menschen, die noch nie in einem Zirkus waren.
Zu einem Cirkus gehört die Dressur genau so dazu wie der Clown. Punkt.

Zum Finale der Show spielt der Senior Direktor „Oh mein Papa, war eine wunderbare Clown“ auf der Trompete.

Von einem zweistündigen kurzweiligen, spannenden und lustigen Programm, war und ist es für mich selbstverständlich aufzustehen und zu applaudieren. Dies ist mein Ausdruck von Achtung und Respekt gegenüber den Artisten – auch wenn ich die einzige war, die diese Geste der Hochachtung zeigte.
Der Applaus von den fast 60 Zuschauer:innen war lange und jeder wollte noch eine Zugabe.

Nach der Show sprach ich mit allen Artisten und dem 88-jährigen Senior Direktor über die Show und über die Schwierigkeiten der Cirkuse.

Auch ich kann das Cirkussterbe nicht aufhalten, ich kann aber meine Eindrücke von Cirkuse weitergeben und vielleicht den ein oder anderen motivieren mal (wieder) in einen Cirkus zu gehen. Es ist immerhin europäisches Kulturgut.

Manege frei für den 16. Trierer Weihnachtscircus 2022

Circus ist International. Circus verbindet Kulturen und Circus ist Kultur.

Manege frei für Robin Orton aus Tschechien

Mit seiner Darbietung als Jongleur zeigt er bravourös sein Können. Es folgt Rola-Rola-Akrobatik auf Rollen und Bretter. Robin balanciert auf übereinandergestapelten Rollen auf einem Brett und steigt dabei noch durch einen Reifen.

Aus einer Rolle und Brett, werden es mehr Rollen und Bretter. Mit jeder weiteren Rolle wird es spektakulärer.

Manege frei für die mehrfach Ausgezeichnete Sheyen Caroli aus Italien

Sheyen ist Kontorsionistin – sie kann ihren Körper in scheinbar unmöglicher Art verbiegen, als ob sie keine Knochen hat.

Der Höhepunkt ihrer Darbietung ist der Schuß mit einem Bogen. Sheyen hält mit dem rechten Bein den Bogen und spannt mit dem linken Fuß die Bogensehne und schafft in dieser Körperhaltung den Pfeil in die Mitte der Zielscheibe zu schießen.

Manege frei für Mr. Jumping

Er wurde erst kürzlich auf dem 22. Internationalen Circusfestival in Warschau ausgezeichneten.

Seine Darbietung an Akrobatik und Clownerie mit und am Trapez wurde von der Fachjury mit Recht in Silber belohnt.

Manege frei für Andrei Bocancea aus Moldawien

Mit seiner Hundeshow zeigt Andrei und seine vier Hunde mit Spaß und Freude ihr Können in der Manege.

Ob rollen, springen oder aufrecht gehen, scheint für seine Hunde kein Problem zu sein.

Manege frei für Viktoria Yudina aus der Ukraine

Viktoria zeigt ihre Poleakrobatik an einer Stange in Perfektion. Poleakrobatik ist längst keine Bewegung mehr, die sich nur in entsprechenden Lokalen mit leicht bekleideten Damen findet.

Weltweite Sportveranstaltungen in diesem Genre brachte es nun auch in den Circus. Die
Bewegungselemnte von Viktoria zeigen Grazie, Körperbeherrschung und Anmut in Perfektion.


Manege frei für Fatime Horvath aus Bulgarien

Fatime präsentiert dem Publikum ihre Katzendressur. Spielerisch und mit Spaß zeigen ihre Katzen ihr Können. Auch wenn es locker aussieht, bedarf es einer langen Dressur mit viel Geduld, denn wir alle wisen, wie eigenwillige Katzen sind.

Fatime’s Katzen balancieren über Zylinder, hangeln sich unter einem Brett von links nach rechts oder springen durch Reifen.

Manege frei für Zdenek Orton Jr aus Tschechien

Zdenek führt dem Publikum seine Darbietung mit Diabolos vor. Schnell und gekonnt fliegen die Diabolos bis unter die Circuskuppel.

Manege frei für Tobias Schandel aus Österreich

Mit seiner Pony-Dressur führt Tobias dem Publikum so einige Kunststücke seiner kleinen Vierbeiner vor. Zurecht wurde er für seine Darbietungen beim internationalen Circus-Nachwuchsfestival in Monte Carlo mit dem silbernen Clown ausgezeichnet.


Manege frei für Rudi Janecek aus Tschechien

Rudi stammt aus einer Circusfamilie, die Preisträger des internationalen Circusfestival von Monte Carlo sind.
Es gibt wohl kaum jemanden auf der Welt, der schneller jonglieren kann an Rudi.

In einer atemberaubenden Geschwindigkeit drehen und fliegen seine Keulen durch die Manege. Das Auge hat kaum eine Chance diese Geschwindigkeit wahrzunehmen. Mit bis zu 7 Keulen zeigt er die Perfektion seiner Jonglage.

Manege frei für die Orton Familie aus Prag

Sie zeigen mit Bravour wie man Musik und Clownerie verbinden kann. Neben der Slapstick Clownerie gibt es auch noch den klassischen Clown.

Die Orton’s präsentieren klassisches und musikalisches Clown-Entrée, welches mittlerweile zu den Raritäten in der Circuswelt gehört.

Manege frei für Yuliia Melnyk und Roman Yastremskyi aus der Ukraine

Die beiden Strapaten-Künstler zeigen
eine Luftakrobatik welche an Anmut und perfekter Körperbeherrschung wohl kaum noch zu übertreffen sind. Jede Drehung und Akrobatik an den Strapaten ist ein Hochgenuss für das Publikum.


Text: Naike Juchem Fotos: Alexandra Westermeyer und Naike Juchem

Impressionen vom 16. Trierer Weihnachtscircus