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Die GEZ-Gebühr und die versteckten Kosten des Privatfernsehens

Wer nur die Krümel sieht, erkennt den Kuchen nicht

Die GEZ-Gebühr scheint des deutschen lieblings Problem zu sein.
Natürlich kann man mittlerweile hunderte private Radiosender hören und die gleiche Anzahl an Fernsehsender schauen- da bezahlt mal aber auch.

Mit der GEZ werden in Deutschland unter anderem 27 Fernseh- und Radiosendern, wobei diese sich wieder in unzähligen Untergruppen aufteilen.
Eine größere Bandbreite an Informationen, Filme, Nachrichten, Dokumentationen oder auch Shows kann man nicht mehr bekommen.

Natürlich posten nicht sehr schlaue Menschen, dass man ARD und ZDF  abschaffen könnte.  Die ARD zum Beispiel ist einer der größten öffentlich-rechtlichen Medienanstalten der Welt und sichert nebenbei mal eben für rund 77.000 
Arbeitsplätze alleine in Deutschland.

Bein ZDF sind es rund 3.900 festangestellte Mitarbeiter, zuzüglich etwa 2.300 freier Mitarbeiter – ohne die Tausende Arbeitsplätze von Produktionsfirmen.

Selbst wenn man nun sagt: Die braucht man alles nicht, bleibt immer noch die Frage nach der uns allen gewünschten Mobilität des Internets- und Funkempfang auf Fernsehen, Radio, Computern oder Smartphone. Auf KEINER der bekannten Social Media Plattformen würde man diese Flut an Videos oder Beiträgen sehen. Ups, nun könnte es den ein oder anderen Gegner der GEZ doch treffen.

Was haben Sie eigentlich letztes Jahr für das Privatfernsehen bezahlt?

Ein Artikel von Ralph Altmann
(Der Artikel ist aus 2008)

Das sehen Sie gar nicht? Macht nichts, Sie zahlen dennoch.
Sie haben gar keinen Fernseher und zahlen auch keine GEZ-Gebühr? Macht nichts, für das Privatfernsehen blechen Sie trotzdem, und nicht zu knapp.

8,3 Milliarden Euro erlösten die privaten Fernsehsender im Jahr 2006 mit Werbesendungen. Das Geld stammt letztlich aus den Geldbörsen derjenigen, welche die beworbenen Produkte kaufen. Vor allem bei neuen, „trendigen“ Produkten übersteigt der im Verkaufspreis enthaltene Anteil für Werbung die Herstellungskosten oft um ein Vielfaches. Gutgläubige Rentner lassen sich ja manchmal auf Kaffeefahrten überteuerte Produkte aufschwatzen – ihren coolen Enkeln zuhause vor der Glotze geschieht genau das Gleiche, nur öfter.

Die im Produktpreis steckenden Werbungskosten sind noch deutlich höher als das, was bei Sat.1 & Co ankommt: Die Werbespots selbst kosten Geld – oft mehr als die Sendungen, in die sie eingeblendet werden. Die vermittelnden Werbeagenturen wollen auch gut leben und lassen sich von beiden Seiten gern mal etwas zustecken, wie der ehemalige Sat.1-Geschäftsführer Roger Schawinski („Die TV-Falle“) ausgeplaudert hat. Doch bleiben wir der Einfachheit halber bei den 8,3 Milliarden Euro Werbungskosten und der Zielgruppe, die von der Werbung angesprochen werden soll: den 14- bis 49-jährigen. In dieser Altersgruppe gibt es etwa 40 Millionen Bundesbürger, die in 14 Millionen Haushalten leben. Auf jeden Haushalt entfallen also im Durchschnitt 593 Euro für Fernsehwerbung pro Jahr – fast das Dreifache der GEZ-Gebühr (204 Euro). Von dieser kann man sich unter bestimmten Voraussetzungen befreien lassen, von der „Privatsendergebühr“ gibt es keine Befreiung, ausgenommen Konsumverzicht. Ist die Privatsendergebühr wenigstens sozial gerechter als die GEZ-Flatrate? Im Luxusauto stecken natürlich weit mehr Werbe-Euros als in der Cornflakepackung, doch wird es auch seltener gekauft. Die teilweise ganz offensichtliche Ausrichtung der privaten Programme auf Arbeitslose und sozial Schwache legt zumindest den Verdacht nahe, dass diese Schichten auch den Löwenanteil an diesen Werbeeinnahmen tragen.

Wo wir nun wissen, dass der deutsche Fernsehmichel ganz ohne Protest an die Privatsender dreimal so viel zahlt wie an die gehasste GEZ, stellt sich die Frage nach dem Produkt, das er dafür erhält. Sollte es nicht auch dreimal oder wenigstens doppelt so gut sein? Immerhin kommen bei den Privaten die genannten 8,3 Milliarden an, bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern nur etwa 4,9 Milliarden (4,5 Milliarden aus Gebühren, der Rest aus Werbung). Was machen die Privaten, die im Vergleich mit jenen gerne ihre Effektivität herausstreichen, mit dem vielen Geld? Misswirtschaft dürfte es dawohl nicht geben. Die Antwort darauf gibt wiederum die jüngere Geschichte von ProSiebenSat.1. Die Sendergruppe wurde 2003 von einer Private- Equity-Gruppe („Heuschrecken“ im Volksmund) um den Milliardär Haim Saban gekauft und Ende 2006 für mehr als den dreifachen Kaufpreis (3,1 Milliarden Euro) an zwei noch mächtigere „Heuschrecken“ (Kohlberg Kravis Robert & Co. – KKR – und Permira) veräußert. Das entspricht einem Gewinn von 700 Millionen Euro pro Jahr, wobei der eigentliche Konzerngewinn (386 Millionen im Jahr 2006) noch nicht einmal berücksichtigt ist. Solche Kaufsummen zahlen erst einmal die Investoren, die sich einen Großteil davon wiederum bei Banken leihen. Doch alle diese wollen in den kommenden Jahren nicht nur das ausgegebene Geld zurück haben, sondern auch Gewinn machen. Selbst, wenn es diesmal nicht ganz so viel wird, wie es Saban vergönnt war, wird doch klar, wo die unfreiwillig bezahlten Werbegelder landen. Privatfernsehen ist eine gigantische Geldumverteilungsmaschine: von der Geldbörse des kleinen Mannes in die Taschen einiger weniger Großverdiener. „Fernsehen“ dient dabei nur als Vorwand.

Die Schlussfolgerung kann da nur lauten: Abschalten!

Die gleichschaltung der Medien

All zu oft liest man auf den Sozialen Netzwerken von der Lügenpresse, Staatsfernsehen oder Mainstream Sender.
Wie immer geht es dabei um die öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland.
Merkwürdig ist schon, dass ausgerechnet jene Menschen gegen die „Mainstream Medien“ hetzen, die sich selbst täglich von privaten Fernsehesender berieseln lassen, die fast alle zu einem Konzern gehören.

Die Familie Mohn gehört zu den Einflussreichsten Familien in Deutschland. Der Name Bertelsmann ist dann doch schon eher bekannt, als Mohn. Bertelsmann ist das größte Medienunternehmen der Welt mit rund 75.000 Mitarbeitenden in gut 50 Ländern. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 19 Milliarden Euro.

Nun eine kleine Einordnung, damit man mal erkennt, wie gleich die privaten Medien sind.

Da wäre zum einen RTL zu nennen.
Die RTL Group ist ein führendes Entertainment-Unternehmen im Sender-, Streaming-, Inhalte- und Digitalgeschäft mit Beteiligungen an 52 Fernsehsendern, sechs Streaming-Diensten und 37 Radiostationen. Um mal ein paar Namen zu nennen: 
– VOX,
– Super RTL
– RTL Zwei
– RTL Nitro
– RTL Plus
– RTLup
–  n-tv 

Bei den Radiosender sieht es folgendermaßen aus. Hier nur die Auszüge aus Deutschland:
RTL – Deutschlands Hit-Radio (Deutschland & Luxemburg)
– The Wave (Berlin)
– 104.6 RTL (Berlin)
– 105’5 Spreeradio (Berlin)
– Antenne Bayern (16 %)
– Antenne Niedersachsen (50 %)
– Antenne Thüringen (15 %)
– Antenne Sylt, über Radio 21
– Big FM (Baden-Württemberg)
– Hitradio RTL Sachsen (30,5 %)
– Sachsen Funkpaket
– Hamburg Zwei (Hamburg, 4,78 %)
– Radio 21 (Niedersachsen, 17,3 %)
– Radio Brocken (Sachsen-Anhalt, 53,5 %)
– Radio Hamburg (29,17 % Anteil)
– Radio NRW (16,96 % Anteil)
– Radio Regenbogen (Baden-Württemberg)
– Radio Ton (Baden-Württemberg, 2 %)
– Rock Antenne über Antenne Bayern
– Rock Antenne Hamburg über Rock Antenne

Die Senderfamilien der RTL Group sind in fünf europäischen Ländern entweder Nummer eins oder Nummer zwei. RTL Deutschland ist die größte Geschäftseinheit der Gruppe und Deutschlands erster Cross-Media-Champion, der in den Bereichen TV, Streaming, Radio, Digital und Publishing tätig ist. Zu den Streaming-Diensten der RTL Group gehören RTL+ in Deutschland und Ungarn sowie M6+ in Frankreich.

Fremantle ist einer der weltweit größten Entwickler, Produzenten und Vertreiber von fiktionalen und nonfiktionalen Inhalten, der jährlich mehr als 11.000 Programmstunden produziert und mit einem internationalen Netzwerk von Teams in 28  Ländern tätig ist. Bertelsmann ist mit einer Beteiligung von mehr als 75 Prozent Mehrheitsgesellschafter der RTL Group.

Gruner + Jahr in Hamburg wurde einst von Bertelsmann gekauft und ging vor Jahren in die RTL Group über. Da wären u.a. Namen wie:
Spiegel
– GEO und alle anderen GEO Titel
– Brigitte
– Gala
– Capital
– Schöner Wohnen
– Eltern 
– Chefkoch
– Business Punk
–  P.M.

ProSieben Sat.1 Media SE

Bei der ProSieben Sat.1 Media SE sieht es ähnlich aus.
Hier sind es u.a. die Sender:
– ProSieben, ProSieben Maxx
– Sat1, Sat1 Gold
– Kabel Eins
– sixx
zu nennen.
Der Vorstandsvorsitzende der ProSieben Sat.1 Media SE ist Bert Haberts. Seine langjährige Verbindung zu Bertelsmann und der RTL Group kann man öffentlich nachlesen.

Nun noch die Funke Medien

Die Funke Mediengruppe umfasst eine Vielzahl von Medienbeteiligungen, darunter Regionalzeitungen, Zeitschriften, Online-Portale, Radiobeteiligungen und Tochterunternehmen in den Bereichen Corporate Publishing, Buchverlage, Logistik und Digitales. Nebenbei zählt diese Gruppe zu den größten Regionalzeitungsanbieter in Deutschland.

Da wäre folgende Printmedien zu nennen:
– Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)
– Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung (NRZ)
– Westfalenpost
– Westfälische Rundschau


Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt um zu erkennen wie gleichgeschaltet die Medien in Deutschland sind. Also sollte man vorsichtig sein, wenn man von der öffentlich-rechtlichen Lügenpresse spricht.


Quellen:
– bertelsmann.de
– funkemedien.de
– prosiebensat1.com