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Magirus Feuerwehrautos

Von einer besteigbaren mobilen 2-Rad-Schiebeleiter zu Drehleiterfahrzeuge auf der ganzen Welt

Feuerwehr und Magirus sind im gleichen Atemzug zu nennen wie Fahrzeug und Reifen.
Woher kommt dies?

Conrad Dietrich Magirus, * 26. September 1824 in Ulm; † 26. Juni 1895, war selbst Feuerwehrmann in Ulm und erkannte früh den Bedarf an geeigneten Löschgeräten. Magirus gründete 1866 seine eigene Firma, die Feuerwehr-Requisiten-Fabrik C. D. Magirus. Dort stellte er Leitern und Feuerspritzen her.
Er erfand auch die fahrbare Feuerleiter, welche den Grundstein für den exzellenten Ruf des Unternehmens legte – bis heute.

Nach seinem Tod ging die Firma in seine Söhne über. Mit dem Bau und Entwicklung von Motoren und Fahrzeuge, entstanden1911 in Ulm die ersten Magirus Fahrzeuge. Da diese mit Luftgekühltenmotoren von KHD (Klöckner-Humboldt-Deutz) aufgebaut waren, entstand die Firma Magirus-Deutz.

In den Nachkriegszeiten bis sogar ins neue Jahrtausend sah man bei den Feuerwehren noch Fahrzeuge aus Ulm – also Magirus und nicht die Nachfolger IVECO aktiv im Einsatz.

Über die Jahrzehnte hat sich Magirus durch die äußerst robusten Luftgekühlten Fahrzeuge und der Aufbausparte für Rüst-, Tank- und Drehleiteraufbauten zu einem weltweit führenden Spezialisten für Brandschutztechnik entwickelt.

Die damals hohen Produktionszahl resultierten aus Pioniergeist, äußerst hoher Qualität und auch der Spezialisierung auf Drehleitern. In über 150 Ländern der Welt waren und sind Magirus-Deutz Fahrzeuge und Drehleiterfahrzeuge im Einsatz.

Private Feuerwehrautos

Im saarländischen Theley gibt es eine sehr beeindruckende Sammlung von Magirus Feuerwehrautos.
Man schaut in einer Halle auf eine Reihe von sehr alten Magirus Feuerwehrautos und ist buchstäblich von dem Anblick erschlagen.
Ob nun die ikonischen Rundhauber-Lkw oder die mächtig und bullig aussehenden Hauber-Lkw, ziehen die Blicke auf sich.

Man muss nicht unbedingt ein Liebhaber von Feuerwehrautos oder Lkw im allgemeinen sein, um fasziniert vor solchen Fahrzeugen zu stehen.

Man sieht gerade an den ikonischen Rundhauber die Seele von Fahrzeugbau aus längst vergangener Zeit.

Magirus Jupiter

Neben dem kleinen Schnuckelchen steht ein Monster von  Tanklöschfahrzeug. Groß, bullig und quadratisch wie ein Bunker, wirkt der Magirus Jupiter.
Das sogenannte TLF mit Allrad und 12,6-Liter luftgekühlten V8-Vielstoffmotor mit 180 PS schreit förmlich nach brachialer Gewalt. Für ein solches Fahrzeug gibt es keine Hindernisse – nur Herausforderungen. Die Besonderheiten an dieser „Wasserkuh“ sind die offenen Zugänge der Pumpe am Heck von dem Fahrzeug.

Dieses Biest aus den 60er und 70er Jahre wurde für den sehr schnellen Einsatz konzipiert. Mit seinen 5.000 Liter Wasser an Bord, konnte sofort mit der Wasserkanone der Brandherd bekämpft werden. Oder über die Anschlüsse am Heck Wasser für B und C-Schläuche gepumpt werden – selbstverständlich auch über A-Rohre angezogen werden, um mit der Wasserkanone zu arbeiten.

In der schon beeindruckenden Sammlung sei ein Tanklöschfahrzeug zu erwähnen welches seinen Dienst bei der Airbus Werksfeuerwehr in Stade tat.
Dieses Fahrzeug wird auch Zubringer genannt und verfügt über einen 5000 Liter Wassertank und 200 Liter Schaum. Am Aufbau befindet sich seitlich eine Pumpe.
Dieses Fahrzeug ist tatsächlich das letzte Exemplar von 10 gebauten Modellen.

Ein „nur“ 40 Jahre alter MAN TLF steht wie ein Fels in der Brandung in der Halle.
Dieses Auto hat eine Hochleistungspumpe von 40 Bar an Bord. In unfassbaren 67 Sekunden jagen 10.000 Liter Wasser durch die Rohre und Wasserkanone.

Alle Fahrzeuge dieser privaten Sammlung  sind  vollständig Aufgerüstet und sofort Einsatzbereit, also nichts mit Museum und nur schön anschauen.

Teelichtofen

Solche „Dekorationen“ sind im Internet zu finden.

Ein Teelicht kommt selten alleine

Von Naike Juchem

Seit ein paar Wochen kursieren im Netz „Heizkosten-Tipps“ mit Teelichter.

Ein Teelicht sagt eigentlich schon der Name für was dieses kleine Schälchen mit brennbaren Stoffen ist – um Tee in einer Kanne über einem Stövchen warm zu halten. Auch sind Teelichte keine Erfindung von IKEA, denn bereits im 16. Jahrhundert wurden Teelichte in den Niederlanden erfunden. Dies resultiert aus einer langen Seefahrtsgeschichte der Niederländer.

Solche „Tipps“ auf Facebook sind im wahrsten Sinn des Wortes brandgefährlich

Nun komme ich zu jenem Punkt, der im wahrsten Sinn des Wortes brandgefährlich ist – der Teelichtofen
Zum Einstieg schon mal das kleine Teelicht Einmaleins.

Die angepriesenen „Bauanleitungen“ sind an Verblödung kaum noch zu überbieten.

Die meisten Teelichte im Handel sind für wenig Geld in einer Stückzahl von 50 bis 250 zu erwerben. Wer meint, dass in den kleinen Aluminium Schälchen Wachs ist, wird enttäuscht sein. Meinst bestehen diese Kerzen aus Paraffin oder Stearin.

  • Paraffin ist ein Kohlenwasserstoff, welcher aus Erdöl gewonnen oder synthetisch hergestellt wird. Der Schmelzpunkt liegt bei etwas über 50° C.
  • Stearin ist ein Gemisch aus Stearin- und Palmitinsäure, welches aus Triglyceriden (pflanzliche und tierische Fette) hergestellt wird und unter anderem in Kerzen und Seiten Verwendung findet. Der Schmelzpunkt liegt bei ungefähr 70° C.
  • Talgwachs wird aus Tierfett hergestellt und hat einen Schmelzpunkt von um die 40° C.
  • Bienenwachs sagst schon der Name, wo dieses Naturprodukt herkommt. Dieser Wachs hat einen Schmelzpunkt von über 60° C.

Während die Temperatur in einem Teelicht am Anfang noch 60 Grad beträgt, steigt sie innerhalb weniger Sekunden auf 250° C an.

Teelichtofen

Die seit einiger Zeit als „alternative zu den hohen Energiekosten“ angepriesenen Teelichtofen sind brandgefährlich. In einem Tontopf mit 12-14 cm Umfang entsteht eine unglaubliche Hitze, die selbst Ton nicht aushält – und heizen kann man damit die Bude schon gar nicht!
Die angepriesene „Bauanleitungen“ sind an Verblödung kaum noch zu überbieten.
Wenn man also mit einer Gewindestange den oder die (meist zwei) Tontöpfe verbindet, fehlt logischerweise der Abzug/Kamin, um die aufsteigende Wärme abführen zu können.
Unter der kleinen Miniatur-Glocke gibt es einen unglaublichen Wärmestau, wodurch die nach oben drückende Wärme die thermischen Rückführung automatisch einleitet und somit mit aller Kraft auf die brennbare Flüssigkeit drückt.

Aus einem Video der Feuerwehr Braunschweig zum Thema Teelichtofen

Ein Brand mit Paraffin, Stearin u.ä. kann man NICHT mit Wasser löschen. Diese ist das gleiche wie bei einem Fettbrand in einer Fritteuse.

Also, wer meint, sich einen Teelichtofen bauen oder in Betrieb nehmen zu müssen, sollte sich über die Gefahren bewusst sein.

Naike Juchem, 8. Oktober 2022