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Das Frauenfeindliche Weltbild der AfD

Ich kann gar nicht so viel kotzen wie ich möchte



Eine gesichert rechtsextreme Partei, die sich als Alternative für dieses Land sieht, zeigt mal wieder wie infam sie sind.
Die Inszenierung des Muttertags hatte schon die NSDAP gemacht. Die Nazis hatten sogar das Mutterkreuz eingeführt!

Hier nun 8 Punkte die zeigen, wie die AfD tickt – und offensichtlich alle weiblichen Anhänger jener Partei nicht wissen.
Die AfD ist nicht FÜR euch, sie ist GEGEN euch!
Alle Errungenschaften in den vergangenen Jahrzehnten zum Schutz und Gleichberechtigung von Frauen, will die AfD abschaffen!
Wollt ihr ernsthaft zurück in die Abhängigkeit von Männer? Wollt ihr freiwillig auf eure Rechte verzichten?

Punkt 1
Die AfD setzt sich gegen die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs ein.

Die AfD sagt: „Das Recht auf Leben ist ein fundamentales Menschenrecht. Ohne dieses Recht kann kein anderes Menschenrecht in Anspruch genommen werden. Durch die Befruchtung wird aus der Eizelle ein menschlicher Embryo. Das Lebensrecht des ungeborenen Kindes steht aber einem Wunsch der Mutter auf Abtreibung diametral entgegen. Beim sorgfältigen Abwägen der Interessen muss Abtreibung die absolute Ausnahme bleiben, z.B. bei kriminologischer oder medizinischer Indikation.
(AfD Bundestagswahlprogramm 2025)

Punkt 2
Die AfD spricht sich für traditionelle Geschlechterrollen aus.

Die AfD sagt: ,,Die Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität in Frage. Sie will die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Die AfD unterstützt, „wenn Menschen traditionelle Geschlechterrollen leben.
(AfD-Website und Europawahlprogramm 2024)

Punkt 3
Die AfD macht explizite Politik für Männer

Die AfD sagt: ,,Einer gezielten Politik für Männer und Väter, hat sich bislang keine Partei angenommen. […] Wir wollen uns deshalb für die Rechte von Vätern stark machen.
(AfD Website)

Punkt 4
Die AfD definiert klar nur zwei Geschlechter und ist gegen die Anerkennung sexueller Identität.

Die AfD sagt: „Durch die aktuelle Regierung wird das Geschlecht nicht mehr als biologische Tatsache definiert, sondern als ein soziales Konstrukt, welches austauschbar und erweiterbar ist. […] Kinder und Jugendliche werden durch einen Trans-Kult in Kita, Schule, Medien, im Internet und durch Gleichaltrige manipuliert.
(AfD Bundestagswahlprogramm 2025)

Punkt 5
Die AfD sieht beim Umgangsrecht zuletzt die Bedürfnisse der Mutter.
Die AfD sieht bei Entscheidungen zum Umgangsrecht für den (gewalttätigen) Vater nicht die Gefährdungslage der Mutter und der Kinder!

Die AfD sagt: „Bei vielen getrenntlebenden Paaren leiden viele Väter unter den familienrechtlichen Bestimmungen, wünschen sich beispielsweise mehr Umgang mit ihren Kindern haben zu können.“ Darüber hinaus ist die AfD „gegen jede finanzielle Unterstützung von Organisationen, die „Einelternfamilien“ als normalen, fortschrittlichen oder gar erstrebenswerten Lebensentwurf propagieren. Der Vorteil einer besonderen Unterstützung durch die Solidargemeinschaft sollte nur denjenigen Alleinerziehenden gewährt werden, die den anderen Elternteil nicht aus der Teilhabe an der Erziehungsverantwortung und praktischen Erziehungsleistung hinausdrängen.“ (AfD Website und Bundestagswahlprogramm 2025)

Punkt 6
Die AfD ist gegen wissenschaftliche Arbeiten zu Frauenrechten und feministischen Bewegungen.

Die AfD sagt: „Die „Gender-Forschung“ ist keine seriöse Wissenschaft, sondern folgt der ideologischen Vorgabe, dass das natürliche Geschlecht (Sex) und das soziale Geschlecht (Gender) voneinander völlig unabhängig seien. Ziel ist letztlich die Abschaffung der natürlichen Geschlechterpolarität. Bund und Länder dürfen keine Mittel für die „Gender-Forschung“ mehr bereitstellen und keine „Gender-Professuren“ mehr besetzen.

Punkt 7
Die AfD ist gegen (feministische) Aufklärungs- und Bildungsangebote in Schulen und Bildungseinrichtungen.

Die AfD sagt: „Mündige, selbstdenkende Staatsbürger zu bilden, ist oberstes Bildungsziel. Die zunehmende Politisierung der Schulen ist sofort zu beenden. Konkret müssen das familienzerstörende Gender-Mainstreaming, die Frühsexualisierung und Projekte wie „Schule mit Courage, Schule gegen Rassismus“ oder „Demokratie leben“ sofort beendet werden.
„Die Werte der Familie und das Kindeswohl stehen für uns an oberster Stelle. Daher lehnen wir die Frühsexualisierung unserer Kinder ab.“ (AfD Sozialkonzept 21/Website und Europawahlprogramm 2024)

Punkt 8
Die AfD will eine verschärfte Migrationspolitik, die vor allem auch Frauen das Recht auf Asyl nimmt.

Die AfD sagt: „Die AfD wird eine deutliche Kehrtwende in der bisherigen Migrationspolitik einleiten und die Staatsgrenzen wieder kontrollieren. […] Wer kein Bleiberecht besitzt und sich illegal in Deutschland aufhält, wird abgeschoben.“ Die AfD-Fraktion stimmt im Bundestag für die „Zurückweisung ausnahmslos aller Versuche [einer] illegale[n] Einreise […] unabhängig davon, ob […] ein Schutzgesuch [ge]äußer[t wird] oder nicht“ an den deutschen Grenzen.
Darüber hinaus soll das Aufnahmeprogramm für Afghanistan eingestellt werden.
(AfD Bundestagswahlprogramm 2025)

Orange Day

Der 25. November ist der weltweite Tag  gegen Gewalt an Frauen, denn täglich werden die Rechte und Gleichberechtigung der Frauen mit Füßen getreten.

Täglich werden Frauen im 21. Jahrhundert noch versklavt, zwangsverheiratete, gefoltert, ermordet und ihren Rechten beraubt.

Die patriarchalische Gesellschaft sieht Frauen als Feinde oder gefährlich an. In Religionen werden Frauen nicht gleichgestellt, im Beruf und Entlohnung schon gar nicht.
Frauen leisten oftmals weit aus mehr als der Gegenpart der Gattung Homo sapiens.
Nun kommen gleich vielen Bilder von „Unterentwickelte“ Länder in den Sinn, wo Frauen auf ihren Köpfen Wasserkanister tragen. So weit muss man gar nicht zurück gehen. Frauenwahlrecht gibt es auch Deutschland erst seit 100 Jahren. Das Gleichberechtigungsgesetz von Frau und Mann ist in Deutschland auch noch nicht so alt.

Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen ereignet sich weltweit täglich und in verschiedenen Kontexten. Es werden dazu psychische, physische und sexuelle Gewalt gerechnet. Die WHO benennt Gewalt gegen Frauen als eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen weltweit. In den vergangenen Jahrzehnten stieg die Sensibilität bezüglich Gewalt gegen Frauen stark an, was zu einer sich verringernden Dunkelziffer führte. In jüngster Zeit förderten auch Social Media-Bewegungen wie #MeToo oder #orangeday diese Entwicklung.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen stellt die häufigste Menschenrechtsverletzung weltweit dar. Einem Bericht der UN zufolge wird mindestens eine von drei Frauen weltweit im Laufe ihres Lebens geschlagen, vergewaltigt oder ist auf andere Weise Gewalt ausgesetzt.

Vom 25. November, der Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Tag der Internationalen Menschenrechte, gibt es auch in diesem Jahr wieder sehr viele Kundgebungen und Veranstaltungen die auf dieses Thema aufmerksam  machen.
Die „Orange Days“ fanden 2019 in 70 Länder der Welt statt – die Zahl steigt.

Jeder Mensch sollte die gleichen Rechte haben und dazu gehören auch Frauen

Bereits 1993 wurde auf der Menschenrechtsweltkonferenz in Wien festgelegt, dass die volle und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am politischen, bürgerlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben, auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene, und die Beseitigung aller Formen der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts vorrangige Ziele der internationalen Gemeinschaft sind.

Historisch betrachtet wird die Frauenbewegung und somit der „Frauenkampf“ in drei Wellen unterteilt. Die erste Welle, die Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts datiert wird, setzte sich für das Frauenwahlrecht, Erwerbstätigkeit und das Recht auf Bildung für Frauen ein.
Die zweite Welle in den 60er Jahren kämpfte unter anderem für sexuelle Selbstbestimmung, das Recht auf Abtreibung sowie Verhütung und gegen feste Frauenbilder.
Die dritte Welle in den 90er Jahren steht für ein facettenreicheres Bild von „Weiblichkeit“, sexuelle Ausrichtung im Allgemeinen und die neue Rolle des Mannes.

Wo stehen wir heute?

In Zeiten, wo Gewalt und Vergelatigung an Frauen „Salonfähig“ ist, brauchte es noch sehr lange, bis wir da angekommen sind, wo am 27. August 1910 eigentlich der Grundgedanke FÜR die Rechten der Frauen geboren wurde. Nachfolgend mal einige Punkte, was erreicht wurde:

1921 ist das Jahr, seit dem der Weltfrauentag am 8. März gefeiert wird.
Short hair, don’t care: Kurze Haare sorgen in den 20ern für Freiheit auf Frauenköpfen
Lichtblick der 30er Marlene Dietrich macht Hosenanzüge salonfähig.

1946 Bauch frei! In Frankreich wird der Bikini erfunden.

1958 Das Gleichberechtigungsgesetz tritt in Kraft, ohne echte Verbesserungen im Alltag. Ausnahme: Frauen dürfen ohne Genehmigung ihres Mannes Auto fahren.

1962 Frauen dürfen ein eigenes Bankkonto eröffnen.

1960er Mit dem Mini beginnt eine neue Ära. Alice Schwarzer wird bei uns zur Symbolfigur des Feminismus. In den USA verbrennen Aktivistinnen ihre BHs.

1971 374 Frauen – darunter Romy Schneider und Senta Berger – bekennen im Magazin Stern: „Wir haben abgetrieben!“

1974/75 Frauenzentren, Frauenbuchläden und Frauenkneipen werden eröffnet. Ab den 80ern werden „Frauenthemen“ auch von „normalen“ Buchhandlungen und Verlagen entdeckt.

1976 In Berlin öffnet das erste „Haus für geschlagene Frauen“.

1976 Männer dürfen den Nachnamen ihrer Frau annehmen.

1977 Das Eherecht schafft die „Hausfrauenehe“ ab. Bis dato war die Frau „zur Haushaltsführung verpflichtet“. Berufstätig durfte sie nur mit Einverständnis des Mannes sein und wenn sie ihre „familiären Verpflichtungen nicht vernachlässigt“. Auch das Scheidungsrecht wird reformiert. In diesem Jahr spricht der Deutsche Presserat erstmals eine Rüge wegen Sexismus aus.

1978 Für Vergewaltigungsopfer wird ein Notruf eingerichtet.

1970er Feministische Lehre und Forschung kommt an die Unis.

1980 Das Gesetz zur Gleichbehandlung am Arbeitsplatz wird im Bundestag verabschiedet.

1985 Der Begriff Gender-Mainstreaming fällt zum ersten Mal: Ungleichbehandlung aller Gender in allen Bereichen soll verhindert werden.

1986 Das erste Bundesfrauenministerium wird eingerichtet.

1990 Zeigt her eure Unterwäsche! Madonnas Cone Bra wurde legendär.

1993 Heide Simonis wird die erste Ministerpräsidentin.

1994 Frau und Mann dürfen nach der Heirat beide ihre Nachnamen behalten.

1997 Endlich ist Vergewaltigung in der Ehe als Straftat zu ahnden. Der Bundestag beschließt dies mit überwältigender Mehrheit.

1998 „Sex and the City“ läuft in den USA an: Weibliche Sexualität wird serientauglich.

2001 Der erste Girls’ Day findet bei uns statt! Die Zeitschrift „Emma“ hatte den Töchter-Tag gegen die „typischen Frauenberufe“ lange gefordert.

2001 In Deutschland wird die „eingetragene Partnerschaft“ Gesetz und die Rechte homosexueller Paare werden gestärkt.

2003 Die Sicherheitsverwahrung von Sexualstraftätern kann nachträglich angeordnet werden.

2005: Angela Merkel wird die erste Bundeskanzlerin.

2006 Der Bundestag beschließt das Elterngeld.

2006 Die Bibel in „geschlechtergerechter Sprache“ erscheint.

2010 Die Deutsche Telekom führt die Frauenquote ein und entfacht damit die Diskussion um Frauen in Führungspositionen neu.

2013 Die Aufschrei-Debatte über Alltagssexismus in Deutschland.

2016 In DAX-Unternehmen gilt nun eine Frauenquote von 30 Prozent.

2016 wird das Sexualstrafrecht reformiert: Nein heißt Nein! Auch wenn Frauen es „nur“ sagen.

2017 Weltweit gehen beim Women’s March am Tag nach Trumps Amtseinführung Hunderttausende auf die Straße.

2017 dürfen homosexuelle Paare bei endlich heiraten und die Bräute dürfen sich jetzt küssen!

2017 Zahlreiche Frauen beschuldigen den Filmproduzenten Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung. #MeToo und die Time’s-Up-Bewegung bringen das Thema sexualisierte Gewalt
zurück auf die Tagesordnung.

2018 Island setzt sich als erstes Land zum Ziel, bis 2022 den Gender Pay Gap vollständig zu schließen.

2019 Diskussion um den Frauenanteil in unserem Bundestag.


2020 Menstruationsartikel gelten nicht mehr als Luxus.

Naike Juchem 8. März 2020

Bella ciao

Dieses Lied ist eine Hymne, die italienische Partisanen während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gegen den Faschismus gesungen haben.
Nun taucht dieses Lied erneut auf. Und es soll – oder muss eine Hymne für die Menschenrechte aller unterdrückten Frauen auf der ganzen Welt und ganz besonders im Iran werden.

So tragisch der Tod von Mahsa Amini auch ist, vielleicht schafft sie es zu einer Kultfigur im Kampf für die Freiheit von Millionen Frauen zu werden.

Ich habe den Text von Bella ciao teilweise aus dem italienischen übersetzt.

O bella ciao, bella ciao, bella ciao ciao
Eines Morgens stand ich auf
Und fand den Eindringling

O partigiano portami via
O bella ciao, bella ciao, bella ciao ciao ciao
O partigiano portami via
Che mi sento di morir, ir, ir-

O Partisan, nimm mich mit
Oh, wunderschönes Bye-Bye, wunderschönes Bye-Bye, wunderschönes Bye-Bye
O Partisan, nimm mich mit
Dass ich Lust habe zu sterben,

O bella ciao, bella ciao, bella ciao ciao ciao
Una mattina mi sono alzato
E ho trovato l’invasor

O bella ciao, bella ciao, bella ciao ciao
Und wenn ich als Partisan sterbe
Du musst mich begraben
Und begrabt mich dort oben in den Bergen
O bella ciao, bella ciao, bella ciao ciao
Und begrabt mich dort oben in den Bergen
Im Schatten einer schönen Blume, Blume

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