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Kurzgeschichten über Jouline Michels

Die 34-jährige Jouline Michels ist CIO im Business Control einer globalen Ratingagentur die ihren Sitz in Frankfurt hat. Mit einem ordentlichen Monatsgehalt welches die meisten Menschen nicht in einem Jahr verdienen, scheint ihr Leben sorgenfrei zu sein. Seit ihrer Diplomarbeit lebt und arbeitet sie auf der Überholspur.
Ihr Leben ist das Business – und darin ist sie verdammt gut. Sie ließ auch schon bessere Jobangebote von einer der größten Reedereien der Welt sausen.

Jouline steht mit ihren 34 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer beruflichen Karriere und trotzdem fehlt ihr etwas. Sie möchte endlich ihre sexuelle Träume erleben.

Seit vier Jahren ist sie mit dem Banker Frederic zusammen. Er möchte Jouline heiraten und hat für den Hochzeitsantrag über Pfingsten eine Suite in einem Nobelhotel im niederländischen Zeeland gebucht.

Auf dem Weg vom Taunus nach Zeeland,  erzählte Jouline von ihren Träumen und dass sie diese endlich real erleben möchte.
Von ihrer Entschlossenheit von aufregenden Sex mit Dildos, Fesseln, Latex und Leder wird Frederic regelrecht überfahren.
Aus Liebe zu ihr, stimmt Frederic  schließlich dem Sex mit einem zweiten Mann in der Suite zu.

Mit dem Belgier Daneel Goossens und Frederic erlebt Jouline auf einem englischen Schreibtisch den Sex den sie sich erträumt hatte: Sex über mehrere Stunden mit zwei Männer gleichzeitig.

Am nächsten Tag trifft Jouline die 29-jährige Karima Amrani aus Algerien in der Hotelsauna und erlebt mit ihr in der Sauna einen Sex den sie sich nie vorstellen konnte.

Mit den Urlaubsbekannten Daneel und Karima, fährt sie einen Tag später nach Amsterdam. Sie alle möchten dort in einen Swingerclub gehen.

In einem Sexshop im Norden von Amsterdam kommt alles anders als geplant. Durch Mareile, die Inhaberin vom dem Sexshop, kommen sie in der Villa von Anike und Eric van de Brug in einen privaten elitären Kreis von Menschen, die unterschiedlichster sexueller Couleur sind.
Für Jouline eröffnet sich dadurch eine völlig neue Welt.
Sie erlebt in der Villa von Anike und Eric über mehrere Tagen Sex auf einer völlig anderen Ebene. Ob nun Sex mit der unglaublich schöne Trans-Frau Leilani aus der Karibik oder BDSM mit der Domina Tess van de Vries.

In den vier Tage, die sie in der Villa Sex in einer anderen Galaxie erlebt, werden auch viele private Gespräche über die psyche einzelner Menschen aus diesem Kreis besprochen. Jouline versteht nun, warum die 27-jährige Mia den BDSM Sex als Sklavin braucht. Mia sieht die „Folter“ als Sklavin als eine Therapie zu Erinnerungen, die weit bis in ihre Kindheit reichen. Jouline erkennt, dass der Sex in diesen ihr noch neuen Erfahrungen mehr ist, als Lack und Leder.

In diesen vier Tagen mit sehr unterschiedlichen und sympathischen Menschen, spürt Jouline immer mehr, dass sie sich zu Karima hingezogen fühlt.
Als Upperclass Frau auf der Überholspur steht sie plötzlich zwischen den Stühlen aus Verstand und Liebe.

Ende Juli trifft Jouline in ihrem Büro in Frankfurt ihre Entscheidung und packt am nächsten Morgen ihre Koffer im Haus von ihrem Freund Frederic.
Seit Pfingsten hat sie die engstirnige Meinung und den gesellschaftlichen wie auch sexuell eingeschränkten Horizont von ihrem Verlobten deutlich gesehen. Was in Frederic’s Augen kranke Menschen sind, kann und möchte Jouline nicht akzeptieren, und fährt nach Den Haag zu Karima.

Ihre schriftliche Kündigung als CIO bei der Ratingagentur Weismann und Bendson wirft ihr Chef, Herr Weber, in den Mülleimer.
Von Den Haag aus, arbeitet sie im Home Office und leitet ihr Team in Frankfurt weiter. Da sie im Home Office keine Business Kleider trägt, kommt bei den morgendlichen Videokonferenzen mit ihrem Team der ein oder andere Fauxpas ihres Sexleben mit Karima zum Vorschein.

Nach einer durchzechten Nacht in einem Kinki-Club in Rotterdam, bei dem Jouline gleichzeitig Sex mit mehreren Männern und Frauen hatte, wird sie von ihrer Freundin und Kollegin Katti Schuster aus dem Pariser Büro unsanft mit einer Hiobsbotschaft der globalen Finanzbranche geweckt.
Da Jouline noch ein Projekt des französischen Staats prüfen muss, damit dieses an das Europäischen Parlament zur Beschlusssache weitergegeben werden kann, kann sie nicht sofort nach Paris kommen, um Katti zu helfen.

Neben ihrer Arbeit kümmert sich Jouline noch um ihre Nachbarin Bernadette van de Linden. Bernadette ist durch die Trennung und Scheidung von ihrem Mann und mit den zwei Teenager Töchter völlig überfordert und sehr depressiv.
Jouline ist der Meinung, dass ein Dildo besser sei als Antidepressiva. Kurz entschlossen schlepp sie Bernadette mit in den Sexshop zu Mareile. Für die prüde Bernadette tut sich im Norden von Amsterdam eine völlig neue Welt auf.

Wochen später zeigt Jouline in der Fußgängerzone von Den Haag ihrer Nachbarin wie leicht es für Frauen ist, Männer für ein Sexabenteuer zu gewinnen und Bernadette endlich aufhören muss, in der Vergangenheit zu leben.
In der Fußgängerzone wird der italienische
Antiquitätenhändler Cesare und  der Kunstrestaurator Santino die Opfer von Jouline’s Experiment.
Mit den beiden Italiener habe die Frauen anschließend Sex in den Dünen von Katwijk aan Zee.

An einem arbeitsfreien Tag im September fährt Jouline zu ihrer Freundin Tess van de Vries nach Amsterdam. Beide Frauen wollen sich einen schönen Nachmittag in der Altstadt von Amsterdam machen. Da Tess sich im Datum geirrt hatte, muss Jouline als zweite Domina bei einer Session im Studio von Tess kurzerhand einspringen.

Anfang Oktober macht sich Jouline dann endlich mit ihrem 500er Mercedes Coupe auf den Weg nach Paris zu Katti. Unterwegs traf sie auf einer Raststätte in der Toilette die junge Nathalie und hatte mit ihr ein kleines sexuelles Abenteuer.

In Paris angekommen, erfährt Jouline erst einmal die Tragweite vor dem Problem ihre Freundin Katti, bei dem es um einen globalen Volkswirtschaftlichen Schaden gehen könnte. Sicherheitsmänner mit Waffen stehen vor Katti’s Haustür, denn niemand kann zu diesem Zeitpunkt sagen, wer hinter einem solch gigantischen Cyberangriff steht.
Unter Hochdruck muss Jouline mit Katti’s Team eine Lösung für dieses Problem finden. Wem können sie in der globalen Finanzbranche überhaupt noch vertrauen und wer würde ihnen Informationen zu sehr prekären Finanzgeschäfte geben.
Jouline springt über ihren Schatten und setzt sich mit Freunden aus der Uni-Zeit in Kontakt. So auch mit ihren Exfreund Joachim Klein, der in London bei Fitch Ratings arbeitet.

Joachim ist über den Anruf von Jouline nicht gerade begeistert, denn bei einer Party zum ersten Staatsexamen gab es zwischen Jouline und Joachim einen Fauxpas, bei dem sie nicht ganz unschuldig war.
Langsam kommen über die Kontakte aus London, New York, Zürich und Singapur immer mehr Puzzleteile zusammen und Jouline erkennt die Gefahr der Lage. Sie braucht Hilfe und wendet sich an ihren Vater, der beim BKA in Wiesbaden arbeitet.

Da niemand weiß in wieweit Telefone und Internet von Banken, Börsen und Ratingagenturen sicher sind, sucht Jouline in Paris eine sichere Internetverbindung. Fündig wird sie in einem Internet-Café in einem der berüchtigten Banlieues.
Als weiße Frau in sehr teuren Kleider, ist sie ein leichtes Opfer in einem Mikrokosmos aus Drogen, Gewalt und Arbeitslosen Migranten.
In dem heruntergekommen Internet-Cafè verschafft sie sich erst einmal Respekt und tritt sehr beherzt einem aufdringlichen jungen Mann mit ihren High Heels in den Schritt.

Da ihr Freundin und Kollegin Katti lesbisch ist und Jouline einen Ausgleich zu all ihren Gedanken, Sorgen und Arbeit braucht, haben beide Frauen in Katti’s Luxuswohnung in Montmartre Sex bis zur völligen Ektase, bei dem Jouline rücklings unsanft vom Tisch fällt und auf dem Parkettboden aufschlägt.

In einem Pariser Nachclub lernt Jouline den äußerst attraktiven Türsteher Charles Aubertin kennen. Sie verabredete sich kurzerhand mit ihm, denn sie ist von diesem Mann völlig in den Bann gezogen. In einem kleinen Café in Montmartre sagte sie ihm, dass sie mit ihm Sex haben möchte.
Tage später stellt sich heraus, dass Charles Kommissar bei einer speziellen Sondereinheit der französischen Polizei arbeitet. Jene Behörde bekämpft Wirtschaftskriminalität. Charles ist ihr Mann für das Problem, vor dem sie und die globale Finanzwelt steht.

Polizei, Staatsanwaltschaften und Geheimdienste sehen in Jouline’s Ausarbeitung über den Cyberangriff noch keinen Handlungsbedarf, also macht sich Jouline mit Charles in einem Luxusreisemobil auf den Weg nach Rennes. Dort wird jene dubiose Anwaltskanzlei vermutet, von der der Cyberangriff ausgeht.

Im Commissariat der Stadt erklärte Jouline dem Polizeimajor die Dringlichkeit der Lage zu jenem Cyberangriff auf die globale Weltordnung.
Nach Stunden der Gespräche und Observation hat sie keine Kraft mehr zum kämpfen und möchte mit Charles ihre sexuelle Lust in dem Reisemobil auf einem großen Parkplatz außerhalb der Stadt stillen.
In der Nacht wird sie unsanft von der Polizei geweckt. Ihre nicht von der Hand zu weinenden Fakten und Informationen über einen globalen Cyberangriff, versetzt alle westlichen Geheimdienste in höchste Alarmbereitschaft.

Noch nicht ausgeschlafen und gestylt, stellt sie im Commissariat der Stadt Rennes in jener Nacht Mitarbeiter vom französischen Inlandsgeheimdienst das Szenario vor, welches von unbekannten Personen, Dienste oder Staaten geplant ist.
Die Welt steht am Rande einer Anarchie, Chaos und Gewalt. Niemand kann auch nur im Ansatz diesen Cyberangriff begreifen. Geheimdienste und Polizei sind ratlos bei dem was Jouline und Katti’s Team herausgefunden haben.
Durch den engen und freundschaftlichen Kontakt zu André Clerc, dem Chef einer der größten Reedereien der Welt, verlangsamen circa 70.000 Schiffe in der Welthandelsflotte ihre Geschwindigkeit. Clerc glaubt an die Fachkompetenz von Jouline und gibt ihr Rückendeckung. Die Mitarbeiter vom Inlandsgeheimdienst nehem die Fakten sehr ernst.
Die Zeit läuft gegen die Fakten von Jouline.

Jouline ist am Ende ihrer Kräfte und sieht das Ende der Welt auf sich zukommen. Ein entrinnen gibt es nicht mehr. Sie ist weit weg von Karima und möchte das Ende der Welt dann wenigstens mit gutem Sex mit Charles erleben.

Kraft- und Mutlos fällt Jouline einen Tag später in der Kathedrale von Rennes unter dem gewaltigen Kuppeldach im Kreuzgang auf die Knie. Sie weint und betet zu Gott. Sie sieht die biblische Offenbarung zum greifen nah. Nur Gott kann jetzt das Ende der Welt abwenden.

Da Jouline schon kurz vor einem völlig Blackout ihrer selbst steht, sieht sie überall die Gefahr von einer ihr unbekannten Macht gegen die Weltordnung. Bei einer Verfolgungsjagt durch die Altstadt von Rennen, schlägt sie zwei Asiaten mit ihrem High Heel nieder. Die vermeintlichen Attentäter aus China entpuppen sich jedoch als vietnamesische Köche von einem asiatischen Imbiss.

Im Dezember ist Jouline mit ihrer Freundin Karima bei ihren Eltern in der Wetterau. Sie möchte ihren Eltern und Familie sagen, dass sie im nächsten Jahr Karima heiraten werde. Da die Familie zusammen im elterlichen Wohnzimmer sitzt, wird sie von ihrem Schwager, Luca Fontana, aufs übelste beleidigt. Die Einwände einer gleichgeschlechtliche Ehe eskalieren mit einer schallenden Ohrfeige von Jouline’s Bruder Marcel.

Am nächsten Morgen stellte sich immer mehr heraus, dass Jouline’s jüngere Schwester Elaine seit Jahren Opfer von häusliche Gewalt durch ihren Mann Luca ist. Für Jouline ist dies absolut nicht akzeptabel und sie möchte dies mit ihrem Schwager gerne klären.
Die Eltern hatten schon lange diese Vermutung, kamen aber nicht an ihre jüngere Tochter heran.
Mit Selbstzweifel und der Ohnmacht versagt zu haben, kämpfen die Eltern seit Jahre vergeblich gegen die Ehe ihrer Tocher.

Jouline lässt dieses Unrecht an ihrer Schwester nicht stehen. Wie will es mit ihrem Schwager klären – nur wie?
Unter einem Vorwand fährt sie mit Karima nach Friedberg zur Sparkasse. Sie will ihren Schwager auf seinem Arbeitsplatz zur Rede stellen. Leider klappt die geplante Unterhaltung in seinem Büro nicht.
Luca beleidigt im Schalterraum vor Kunden nochmals Jouline. Um eine weitere Eskalation im Schalterraum zu vermeiden, sieht Jouline nur eine Chance sich zu wehren – sie schlägt mit ihrem High Heel ihren Schwager nieder, wie schon bereits im Oktober die beiden Vietnamesen in Rennes dieses Schicksal erfahren hatten.

Vor Weihnachten schlagen in ihrem kleinen Heimatort in der Wetterau die Wellen hoch, als man erfährt, dass die Upperclass Frau Jouline Michels eine Frau heiraten wird.
Auf dem kleinen Weihnachtsmarkt im Ort kommt sie nach vielen Jahren wieder mit ihren Kindergarten- und Schulfreunde zusammen. Welche Schicksale ihre Freunde in den vergangenen Jahren erlebt haben, taten Jouline im Herz weh.

Kurz entschlossen organisierte sie für den Heiligabend mit ihrem Schulfreund und heutigen Pfarrer eine kleine Benefizveranstaltung im örtlichen Gemeindehaus. Um ihrem Wunsch für ein perfektes Abendmahl zu bieten, ruft sie ihre Freundin Tess in Amsterdam an und bittet sie und ihre Zofe Nora um Unterstützung. Tess fackelt nicht lange und kommt mit Freunden in die Wetterau gefahren.

Nach einem turbulenten Jahr, beginnen im Haus von Karima in Schevenigen die nächsten Probleme. Um eine räumliche Distanz zu ihrem Schwager Luca Fontana zu bekommen, nimmt Jouline ihre jüngere Schwester Elaine mit nach Den Haag. Um aus den Fängen von einem narzisstischen Mann zu kommen, kommt Jouline selbst an ihre physische Grenzen. Sie will ihrer Schwester helfen, weiß aber nicht wie sie als Schutzschild aus der Sicht ihrer Schwester an sie heran kommen kann.

Der Januar wird für Jouline ein Alptraum aus Hilflosigkeit und Ohnmacht vor häuslicher Gewalt. Hinzu kommt die Information, dass die BaFin gegen Luca Fontana wegen Bandenmäßiger Geldwäsche ermittelt.
Elaine ist seit Jahren psychisch und physisch am Ende ihre Kräfte. Eine solche Nachricht über Luca konnte Jouline ihr nicht noch zumuten.
Eliane braucht Hilfe für ihr Leben und Jouline wusste nicht wie. Sie kaufte sich Fachbücher über Psychologie und Depressionen, um irgendwo einen Ansatz zur Hilfe zu finden. In all den Bücher las sie immer wieder von den Anfängen in frühester Kindheit.

Die Mutter von Marcel, Jouline und Elaine stammt aus der Nähe von Clermont-Ferrand. Dort verbrachten die Kinder ihre Ferien bei den Großeltern und Kinder in ihrem Alter. Mit Karima und den Eltern sprach Jouline über ihre Gedanken „back to the roots“. Wenn es für Eliane eine Hoffnung aus dem entrinnen der häuslichen Gewalt und Narzissmus geben würde, dann bei den Großeltern.

Auf dem Weg von Schevenigen nach Clermont-Ferrand wird Elaine dummerweise Mithörerin bei einem Gespräch bei dem es um Luca und die Geldwäsche ging.

Das Wiedersehen mit Freunden aus Kindertagen wird für die Schwestern zu einer Achterbahn der Gefühle. Erschreckend müssen die Schwestern feststellen, dass auch Laura Poyet, eine Freundin von ihnen häusliche Gewalt erlebt hatte.
Als erfolgreiche Unternehmerin in der Region, nutzt Laura ihr Geld und Einfluss zur Gründung eines kleinen Vereins für notleidende Frauen. Elaine wusste ab da an, dass sie nicht mehr alleine ist und Hilfe und Unterstützung bekommen wird.

In der alten Schreinerwerkstatt von ihrem Großvater wächst in Jouline immer mehr ihr Traum vom Möbelbau. Sie möchte für eine unbestimmte Zeit aus der globalen Finanzwirtschaft aussteigen, was nicht so einfach ist, wie sie es sich vorgestellt.

Nach den vier Wochen Aufenthalt bei den Großeltern fährt Jouline mit ihrer Schwester für ein paar Tage nach Paris. Auch hier sind einige Stationen aus vergangenen Kindertagen.
In Paris trifft sich Jouline heimlich mit Charles, denn sie hat ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrer Schwester und Millionen Frauen, die häusliche Gewalt erleben. Sie liebt ihre sexuelle Freiheit und weiß im gleichen Augenblick, dass Frauen von ihren Männern oder Partnern vergewaltigt werden.

Charles 11-jähriger Sohn Thibault wächst Jouline ans Herz. Die Mutter von Thibault kam vor einigen Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Thibault sehnt sich nach einer Mutter und diese in Jouline. Sie wird mal wieder mit den Gefühlen zu Charles und Thibault konfrontiert. Auf der anderen Seite liebt sie Karima.

Bei einem Fußballturnier von Thibault hat Jouline in ihren Designer Kleider alle Blicke auf sich, als sie Thibault’s Team zum noch nie dagewesenen überragenden Sieg in der Vereinsgschichte führte.
Die anschließende Siegerfeier im Vereinsheim in Draveil eskaliert, weil Jouline erleben muss, wie nah Rassismus ist. Ihre Rede gegen den Rassismus wird von ihrer Freundin Katti heimlich aufgenommen und geht im Internet viral Minuten später durch die Decke.

Aus Frust und Wut beschließt Jouline, eine private Siegesfeier für den Migranten Jungen Maxime und seine Mutter Zahra in einem der besten und teuerste Restaurants in Paris über den haushohen Sieg der Mannschaft gebührend zu feiern. Maxime und Thibault wollten stattdessen lieber zu McDonalds. Also wurde die Siegerfeier bei der Pappschachtel Haute Couture in Cesson abgehalten.
Durch Jouline’s Rede gegen Rassismus, wurde die kleine lautstarke Gruppe im McDonalds Restaurant sehr schnell erkannt und erfuhr positiven Rückhalt der Gäste und Angestellten.

In ihrem Herzen mochte Jouline Charles und Thibault sehr. Sie wollte beide nicht verlieren, also verkuppelten Katti und Jouline ihre Schwester Elaine mit Charles.

Im April erfuhr Eliane, dass Jouline Monate zuvor Sex mit Charles hatte und auch oft bei ihm zu Hause war. Aus dieser Nummer heraus zukommen war nicht sehr einfach.

Für Ende Mai war in der Wetterau die Hochzeit von Jouline und Karima geplant. Eine gleichgeschlechtliche Hochzeit gab es in dem Kaff bis dato nicht. Der erwartete Gegenwind blieb aus. Das Gegenteil trat ein: So gut wie jeder in dem Ort war bei der Vorbereitung, Polterabend und Hochzeit dabei gewesen. Die Freunde aus Frankreich und den Niederlanden reisten sogar in Reisebusse an.

Einen Tag nach der Hochzeit hatte Jouline ein ernstes Gespräch mit ihrem Chef geführt, welches das Leben von ihrer Freundin und Kollegin Katti Schuster grundlegend ändern sollte.
Katti wurde mit gerade 17 Jahren von ihren Eltern verbannt, weil sie homosexuell ist.
Obdach- und Mittelos kämpfte Katti sich durchs Abitur und anschließendem Studium. Mit Jouline hatte Katti über die Jahre an der Uni eine WG. Wenn also jemand die Vita von Katti kannte, dann war es Jouline.

Mit einem Brief der Anklage, Hilfe, Verzweiflung und Ablehnung von Katti’s Mutter, musste Jouline irgendwie den bevorstehenden Tod ihres Vaters mitteilen. Da Jouline an Gott und die Vergebung glaubt, konnte sie Katti überreden wenigstens am Sterbebett dem Vater zu vergeben.
Der Gang nach Canossa war die Fahrt in Katti’s 911er Porsche von der Wetterau nach Hildesheim. Beide Frauen wussten nicht was sie im Elternhaus von Katti erleben würden. Da durch einen schweren Schlaganfall des Vaters das Elternhaus verkauft werden musste, lebten die Eltern seit einigen Jahren am Existenzminimum in einer Kleingartenanlage.

Als endlich das Haus gefunden wurde, stand Jouline zwischen Katti’s Hass gegen ihre Eltern und ihrem Glauben an Gott und der Vergebung.

Über nicht legale Weise verschafften sich die Frauen Zutritt in ein Haus in einer Kleingartenanlage und fanden einen verwahrlosteten und vom Schlaganfall gezeichneter Mann liegend in einem billigen Schlafzimmer vor, der dem Tod näher als dem Leben war.
Katti war bei dem Anblick von ihrem Vater überfordert. Hinzu kamen der Hass und die seit 17 Jahren offene Frage nach der Ablehnung der Tocher.
Bei den anschließenden Diskussionen der beiden Frauen stand die jahrelange Freundschaft vor der Zerreißeprobe.
Wie sollte Jouline in dieser Situation reagieren? Zu ihrer Freundin stehen oder nach Artikeln 1 der Menschenrechte handeln. Sie entschied sich für die Menschlichkeit und rief einen RTW der den Vater in ein Krankenhaus bringen sollte.

Unter vielen Tränen und einem vom Tod gezeichneten Mann, konnte Jouline sich plötzlich ein anderes Bild von Katti’s Vater machen und machte sich auf die Suche in die Vergangenheit. Beim Hausarzt von Katti’s Vater wurde sie fündig und ihr wurde eine Kiste mit geheimen Briefe an Katti übergeben.
Katti’s Vater war auch Opfer von häuslicher Gewalt. Bei ihm war es über Jahre die Frau gewesen.

Die beiden Frauen wollten die Mutter Tage später zur Rede stellen – sie kamen zu spät, denn die Mutter hatte in einer Badewanne den Freitod gewählt.

Zurück in Den Haag wurden Jouline, Karima und eine Freundin aus Ghana Opfer eines rassistischen Überfalls. Da einer der helfenden Passanten eine Bootswerf hat, organisierte Jouline für ihre Familie und Freude einen mehrtägigen Segeltörn auf dem Ijsselmeer. Katti kam mit ihrem Vater aus Paris zu diesem Segeltörn. Es freute Jouline, dass Dieter wieder mehr Leben in sich hatte, und Katti nun mit ihrem Vater ein neues Leben in Montmartre beginnen konnte.

Da man Luca Fontana wegen häuslicher Gewalt und Vergewaltigung in mehreren Fällen bereits im Februar angezeigt hatte, kam noch Bandenmäßige Geldwäsche hinzu. So fand Anfang August einer der größten Geldwäsche Skandale in Frankreich statt. Da Jouline als Nebenklägerin der Vergewaltigungen und als Gutachterin in dem Geldwäsche Skandal auf der Seite der Staatsanwaltschaft saß, musste sie in zwei unterschiedlichen Rollen gegen ihren Exschwager aussagen. Natürlich stellten die Anwälte von Luca einen Befangenheitsantrag gegen Jouline.
Im Richterzimmer des OLG schien nun der Prozess zu platzen.

Zwei Tage vor der Urteilsverkündung gegen Luca, wollten sich seine Eltern mit Jouline treffen. Unter großer Angst stimmte sie einem Treffen zu. In den nachfolgenden Stunden sah sie erschreckend, wie Luca auch das Leben und Existenz seiner Eltern zerstörte.
Wieder einmal saß sie zwischen den Stühlen. Ihr taten die Eltern leid, aber auf der anderen Seite sollte auch Elaine begreifen, dass nicht nur sie alleine Opfer von Narzissmus war. So organisierte sie in einem Kletterparcours in der Wetterau ein Treffen zwischen ihnen und der ehemaligen Schwiegertocher.

Mitte August war Jouline wieder in ihrer Wahlheimat im niederländischen Schevenigen und grüblete über ein neues Projekt auf ihren Schreibtisch nach, als sie einen Anruf von Anouk, eine Frau, die sie vor einem Jahr in einem Swingerclub kennengelernt hatte. Kurz entschlossen organisierte Jouline für das Wochenende eine Sexparty in Karima’s Haus, bei dem auch vier niederländische Freunde, die Nachbarin Bernadette und eben Anouk mit ihrem Freund Stijn eingeladen waren.

Happy End der Facetten

Grillabend am 16. Juli

Nun schreibe ich den letzten Bericht über die 16-tägige Odyssee meiner kleinen Mimi.

Als am 30. Juli um 19.25 Uhr Mimi an der Klippe am Breitenstein abstürzte, blieb mir für einen Augenblick das Herz stehen. Durch einen Busch, welcher einen Meter unterhalb der Klippe an einem Felsvorsprung wuchs, sah ich Mimi nicht mehr. Ein Mann, der auf der anderen Seite der Absturzstelle saß, rief mir zu, dass er Mimi sehen würde. Ich rannte zu ihm und sah Mimi im Gebüsch hängen. Ich lief wieder zurück zu der Abladestelle und rief Mimi zu, dass ich da bin. Wie sollte ich zu ihr kommen, ohne selbst abzustützen? Konnte ich es wagen den einen Meter auf den Felsvorsprung zu springen? Wie sollte ich durch das Gebüsch an Mimi kommen?
Der Mann auf der anderen Seite rief, dass Mimi abrutscht. Ich lief wieder zu ihm und sah Mimi am Felsen hängen. Was nun? Wie konnte ich zu Mimi kommen? Was sollte ich tun? Ich rief immer wieder zu Mimi, dass ich da bin. Ich hoffte, sie bleibt dort hängen, bis ich irgendwie Hilfe organisieren konnte. Um kurz nach 19.30 Uhr sah ich, wie Mimi den Kopf nach links drehte und in den Abgrund sah. Dann fiel sie den Fels herunter.

Mimi hängt an der Felswand

Gelähmt von diesem Anblick fragte ich den Mann, wie ich nach unten kommen kann. Er sagte mir, dass es von dem Plateau nach links eine Möglichkeit gäbe. Ich bat ihn mit mir zu kommen, denn ich kannte diese Gegend nicht. Der Mann ging vor und ich mit meiner Hündin Mira hinter. Da ich nur für die Aussicht zu genießen auf das Plateau ging, hatte ich Badelatschen an. Diese erwiesen sich in dem unwegsamen und steilen Gelände als nicht gerade Vorteilhaft – so ging ich über die Hälfte der Strecke zur Absturzstelle barfuß.

Unterhalb vom Breitenstein

Das Gestrüpp wurde immer dichter und wir kamen langsam voran. Der Mann wollte immer wieder aufgeben und ich drängte ihn zum weitergehen. Wir waren noch ungefähr 50 Meter von der Absturzstelle entfernt und querliegende Bäume machten den Weg immer schwieriger. Ich drängte den Mann, dass er doch bitte weiter gehen sollte. Nach weiteren 10 Metern meinte er, dass es nicht mehr weiter gehen würde, ohne selbst in Gefahr zu kommen.
Ich war verzweifelt und rief nach oben, wo ein Mann und eine Frau standen, ob sie an der kleinen Säule stehen würden. Der Mann sagte, dass diese gute 10 Meter weiter nach rechts von ihm sei.
Ich ging barfuß weiter und musste wegen Geröll und Dornen mir einen anderen Weg suchen. Nach 6 weiteren Metern rutschte ich ab und fasste nach einem Baumstamm. Dieser brach ab und ich rutsche mit den Knien einige Meter über Geröll und lose Erde nach unten. Ich wollte und musste zu Mimi. Der Mann sagte, dass es absolut keinen Sinn machen würde weiter zu gehen. Schweren Herzens musste ich die Suche nach Mimi berechnen.

Erschöpft, durstig und blutend saß ich auf der Wiese vom Breitenstein und war hilflos.
Was sollte ich nun tun? Ich kannte niemanden in der Gegend und wusste auch nicht, wie ich an Mimi kommen konnte. In meiner Verzweiflung rief ich die Polizei an und fragte nach Informationen, die mich in irgendeiner Weise unterstützen könnten.
Um 21.30 Uhr kam ein Streifenwagen vorbei und der Polizist sagte mir, dass man von der rechten Seite besser heran kommen könnte. Da es in wenigen Minuten dunkel werden würde, machte ein neuer Rettungsversuch keinen Sinn. Der Polizist gab mir den Tipp, auf einer Facebook Seite von Kirchheim einen Aufruf zu schreiben.

Mit Mira am 2. Juli unterhalb vom Breitenstein. Mira steht gerade. So schräg ist das Gelände.

Um 22.15 Uhr war ich nochmals an der Klippe vom Breitenstein und sah ein Unwetter aufziehen. Meine Gedanken waren bei Mimi und ich fühlte mich nutz- und hilflos.
In jener Nacht schüttete es vom Himmel, was an Regen nur hernieder kommen konnte. Wie geht es in diesem Moment Mimi? Hat sie einen Unterschlupf gefunden? Ist sie verletzt? Lebt sie noch?
Tausend Gedanken ließen mich nicht schlafen.
Am späten Abend schrieb ich auf jener Facebook Seite noch einen Hilfeaufruf.

Eines der vielen Suchplakate

Freitagmorgen kurz vor 5 Uhr

Es regnete immer noch in strömen und ich wartete auf den neuen Tag. Um 5.30 Uhr machte ich mich erneut auf die Suche nach Mimi. Mit zwei Spanngurten und ordentlichen Schuhen machte ich mich auf zur Absturzstelle. Es goss in strömen und war mit 14 °C recht kühl. Ich band die beiden Gurte zusammen und warf diese über die Klippe, um von unten einen Anhaltspunkt zu haben. Das eine Ende band ich der Sitzbank fest und machte mich mit meiner Hündin Mira auf den Weg.

Es war an diesem Morgen sehr diesig und ich wusste nicht, wo der Weg war, den mir der Polizei am Vorabend sagte. 15 Meter von der Sitzbank entfernt dachte ich, dass es dort runter gehen würde. Der Boden war klatschnass und ich rutsche aus. Im letzten Moment sah ich, dass dies nicht der Weg war.
Der Regen hörte nicht auf und viel heller wurde es auch nicht.
Um kurz vor 6 Uhr fand ich dann endlich den Weg, den der Polizist meinte. Im Wald war es um diese Uhr noch recht dunkel und durch den vielen Regen, war der Untergrund sehr rutschig. Meine Gedanken waren bei Mimi und ich musste irgendwie zu ihr – egal wie. Über querliegende Bäume musste ich Mira drüber heben und wenn ich einige Meter nach unten rutsche, rief ich Mira zu mir. Irgendwie mussten wir beide uns zur Absturzstelle schaffen.
Immer wieder rief ich nach Mimi und horchte auf jedes Geräusch. Durch den Regen hörte ich kaum etwas.

Irgendwann nach 7 Uhr zog Nebel auf und ich hatte keine Orientierung an der Felskante, noch im Wald. Wo war diese verfluchte Absturzstelle?
Klatschnass saß ich im Wald und rief immer wieder nach Mimi. Mein Verstand sagte mir, dass ich alleine keine Chance habe, um Mimi zu finden.

Um 8.20 Uhr war ich am Lkw und zog erstmal neue Kleidung an. Ich stelle die Heizung auf 31°C, damit mir wieder warm wurde. Via Internet suchte ich nach Hilfe. Ob nun Feuerwehr, Verbandsgemeinde, Tierrettung, Forst oder auch Tierheim.
Alles brachte mich kaum weiter und der Verzweiflung näher. Irgendwann um 9 Uhr nahm ich den Rat vom Tierheim in Kirchheim an und wählte die 112. Ich erkläre die Situation und wurde schließlich mit der Bergrettung verbunden – also nochmals alles erkläre.
Um 9.30 Uhr kam dann endlich ein Mann von der Bergrettung. Ich erklärte ihm schnell die Situation und ging mit ihm an die Absturzstelle. Der Mann war nicht gerade motiviert viel zu tun und ich der Verzweiflung nah. Es regnete immer noch und ich wusste mir keinen Rat mehr. Der Mann von der Bergrettung sagte zu mir, dass es zu gefährlich sei, die Klippe herunter zu kommen und wenn, dann erst am Samstag – eventuell, und dann würde mich der Einsatz 1000 € kosten. Mit der Aussage, dass der Abgrund hier am tiefsten sei und die Katze sowieso tot sei, fuhr er unverrichtieter Dinge weg und ich war alleine mit meinen Sorgen. Mein Chef wusste von diesem Unfall schon seit dem Vorabend und er sagte, ich soll noch vor Ort bleiben. Was sollte ich bei Regen und alleine viel ausrichten?
Völlig verzweifelt fuhr ich um 11 Uhr vom Breitenstein nach Plochingen zum laden.

Auf den 350 Kilometer bis nach Hause konnte ich mich kaum auf den Verkehr konzentrieren. All meine Gedanken waren bei Mimi und was ich tun könnte. Am Nachmittag rief ich meine Nachbarin an und erzählte ihr von dem Unfall. Sie meinte, ich soll erstmal nach Hause kommen.

Gegen 16 Uhr war ich zu Hause im Hunsrück und erzählte meiner Nachbarin nochmals von dem Unfall. Sie sagte, dass wir morgen nach Mimi suchen werden.
Ich packte alles zusammen, was ich für meine Sicherheit bei einem erneuten Rettungsversuch brauchte. Ich druckte Suchplakat aus und war für den Samstag gerüstet.

Mimi am 28. Juni in Manheim

Erneut eine Nacht ohne Schlaf

Am Samstag, den 2. Juli ging mein Wecker um 4 Uhr an. Ich hatte vor Sorge um Mimi kaum geschlafen. Um kurz nach 5 Uhr fuhr meine 76-jährige Nachbarin und ich zuerst die 60 Kilometer in meine Firma, um die Suchplakate zu laminieren.
Auf dem Weg zum Breitenstein war ich auf alles gefasst. Ich brauchte eine Bestätigung, ob Mimi lebt oder tot ist.

Um 9.30 Uhr kamen wir auf dem Breitenstein an und befestige nochmals zwei Spanngurte an der Sitzbank. Mit Wanderschuhe, Skistöcke und Helm, Beil, Rosenschere, Beil und den Rucksack voll mit Wasser, Tragetasche für Mimi und noch so einiges mehr, machte ich mich mit Mira erneut auf den Weg, um nach Mimi zu suchen. Ich kam mit den Skistöcken erheblich schneller voran und rief immer wieder nach Mimi.
Endlich sah ich mein Zeichen von oberhalb der Klippe und suchte das Gebiet nach Mimi ab. Ich schaffte mich und meinen Hund über querliegende Bäume und schnitt Büsche und kleinere Sträucher ab.

In meiner persönlichen Schutzausrüstung war es unangenehm warm und die vielen Hindernisse durch Glassplitter, Bäume und Geröll machten mir ein vorankommen immer schwieriger. Immer wieder rief und suchte ich nach Mimi. Durch die vielen Glassplitter musste ich noch auf meinen Hund aufpassen. Wir beide kämpften uns immer weiter zur Absturzstelle und ich schaffte sogar den Weg gute 2 Meter über die Absturzstelle. Ich schicke dem Mann von der Bergrettung via zwei Fotos vor Ort. Ich schaffte dies alles ohne Bergrettung, abseilen und 1000 € – dies alles noch mit meinem Hund.

Mein Zeichen für die Absturzstelle

Jeden Quadratmeter unterhalb der Absturzstelle suchte ich nach Mimi ab.
Fast 6 Stunden war ich im Wald und sah bei jedem Schatten und Baumstumpf Mimi. Jedes Geräusch versuchte ich einzuordnen. Höre ich 20 Meter links von mir Mimi? Ich suchte das Gebiet hoch zur Felswand und in den Wald hinunter ab. Weiter nach links komnte Mimi wohl kaum sein; oder doch? Also suchte ich weiter bis ich die Stelle sah, an der ich am Donnerstag war.
Ich entscheid mich für den Rückweg, denn alleine war es unmöglich Mimi in einem so großen Gebiet zu finden.
Mira führte mich den Weg zurück. Ohne sie hätte ich mich verlaufen. Immer wieder setzte ich mich hin und rief und suchte nach Mimi.
Ich suchte die Felswand ab, wo Mimi sein könnte. Wo waren geeinigte Versteckte für sie. Ich musste weiter hoch zur Felswand. Je höher ich ging, umso steiler und lockerer wurde der Boden. Oft rutsche ich aus und fand mich 6 Meter weiter unten nach halt suchend wieder.

Nach 6 Stunden machte es wenig Sinn, alleine weiter zu suchen und so schafften Mira und ich uns zum Anfangspunkt zurück. Erst jetzt sah ich den Wanderweg durch den Wald.
In meiner Verzweiflung hing ich auf dem Wanderweg und auf dem Plateau noch Suchplakat für Mimi auf. Was hätte ich sonst noch tun sollen?
In Bissingen hing ich noch zwei Suchplakat auf und gab eines in der Bäckerei ab.
Ohne eine Spur von Mimi zu haben, fuhr ich mit meiner Nachbarin die 350 Kilometer zurück in den Hunsrück. Meine und unsere Gedanken waren bei Mimi. Mein Chef sagte mir zu, dass er mich für die kommende Woche so einplanen würde, dass ich nochmals zum Breitenstein fahren könnte.

Enttäuscht, niedergeschlagen und verzweifelt kamen wir am Samstag um 21 Uhr zu Hause an.

Sonntag, den 3. Juli

Der Morgen begann so, wie der Abend endete – mit Sorgen und Gedanken an Mimi. Ich war nun 350 Kilometer von ihr entfernt und wusste nicht mehr was ich noch tun sollte oder konnte.
Am Nachmittag fing auf Facebook entlich mein Hilfeaufruf an zu laufen und ich wurde von ein paar User in Tier-Gruppen in und um Kirchheim eingeladen. Durch die vielen Reaktionen musste ich viel zu dem Unfall schreiben und erklären. Gegen Mitternacht bekam ich eine WhatsApp von einem Mann, der mir sehr engagiert vorkam. Ich rief ihn an und er sagte mir, wen er wo kennt und etwas organisieren würde. Es fing endlich an sich etwas zu tun.

Mira und Mimi im Lkw

Montag, 4. Juli

Nach nur eineinhalb Stunden schlaf stand ich auf und musste zur Arbeit. Meine Gedanken an dem frühen Morgen drehten sich nur um Mimi. Ihr Platz im Lkw war leer und mir tat es jedesmal einen Stich ins Herz, wenn ich mich in der Fahrerkabine umschaute.
Via Facebook, Messenger und WhatsApp bekam ich an dem Vormittag mitgeteilt, was wer vor Ort unternehmen würde, um Mimi zu finden. Es waren kleine Hoffnungsschimmer. Natürlich gab es auch jene, die alles irgendwie besser konnten. Von jenen Besserwisser war aber nie einer vor Ort gewesen.
Mir wurden Tipps von Spürhunde gegeben und ich rief jene an, die ich am Freitag oder Samstag entweder schon angerufen hatte oder mir bis dato unbekannt waren. In dem durcheinander von Tipps, Ratschläge und versuche vor Ort Mimi zu finden, wusste ich gar nicht mehr, wen ich schon angerufen hatte. Jedenfalls liefen all diese Tipps und Ratschläge von den Usern ins leere.

Das war Mimi beim Versuch sie einzufangen

Ein Lebenszeichen von Mimi

Via Facebook informierte ich in einigen Gruppen über den Stand der Suchaktion. Ich konnte nur jene Informationen schreiben oder weitergeben, die ich hatte. Einige User meinten mir dumme und Sinnfreie Kommentare oder Nachrichten schreiben zu müssen. Ich war nicht vor Ort und wurde für jene Suchaktion verantwortlich gemacht. Das solche dummen Meinungen für meine aktuelle Situation nicht gerade förmlich waren versteht sich von selbst.
Um 16.45 Uhr bekam ich einen anruf, dass ein Mann mit seinem Hund Mimi in 10 Meter Entfernung sehen würde. Es gab ein Lebenszeichen von ihr. Ich war überglücklich und rief eine Frau an, von der ich wusste, dass sie in Ochsenwang wohnt und bei der Suche dabei war. Was an diesem Abend passiert wusste ich nicht. Ich dachte Mimi sei in Sicherheit. Erst nach 22 Uhr wurde mir mitgeteilt, dass Mimi nicht eingefangen werden konnte. Für mich brach eine Welt zusammen.

Mittwoch, 6. Juli war ich wieder vor Ort

Mittwoch, 6. Juli

An diesem Tag lief irgendwie alles aus dem Ruder. Ich hatte endlich Leute, die vor Ort sein könnten und mir wurde nahegelegt, dass niemand nach Mimi suchen sollte. Viele gut gemeinte Tipps und Ratschläge wurden mir wieder vorgetragen. Ich sagte oder schreib immer, dass Mimi eine Wildkatze ist und sie einen völlig anderen Charakter als eine Hauskatze hat. Offensichtlich wussten andere besser über meine Katze bescheid als ich.
Gegen 18 Uhr war ich endlich vor Ort und ich traf auf dem Parkplatz Tanja und Daniel, die sich an der Suche nach Mimi bereits seit Montag beteiligt hatten. Beide hatten sich zurückgezogen, weil es ja hieß, niemand sollte nach Mimi suchen.
Von der Frau aus Ochsenwang wurde mir die Fundstelle von Mimi gezeigt und was sie nun an Maßnahmen ergreifen würde. Ich stimmte diesen alle zu, weil es nur und ausschließlich um Mimi ging – auch wenn ihre Maßnahmen sich für mich als völliger Schwachsinn darstellte. Vereinbarung von sogenannten K-9 Suchgruppen wurden nicht eingehalten. Es gab für mich mal wieder einen Rückschag und musste neudenken.
Ich sattelte die Zugmaschine ab und fuhr an die Fundstelle, damit Mimi das Motorengeräusch vom Lkw hörte. Bis weit nach Mitternacht ließ ich immer wieder den Motor laufen, in der Hoffnung Mimi würde aus dem Wald kommen.

Plötzlich wurden gegen Nachmittag via Facebook plötzlich Lügen über mich geschrieben. Ich war die zwei vorherigen Tage nicht vor Ort und hatte keinen Einfluss auf das was am Breitenstein unternommen wurde. In all meiner Hoffnung und Verzweiflung musste ich dann noch vieles klarstellen. Ich hatte ja auch sonst keine anderen Probleme, als jenem dummgeschwätz entgegen zu wirken.

Irgendwann gegen 1 Uhr versuchte ich etwas zu schlafen. Ich hatte die Fenstern am Auto offen und hörte jedes Geräusch im Wald. Um kurz vor 2 Uhr schlief ich völlig übermüdet ein.

Mit Mira auf der Suche nach Mimi

Donnerstag, 7. Juli

Um 5 Uhr war ich schon wieder wach und war eine halbe Stunde später im Wald. Ich ging wieder den Weg bis zur Absturzstelle und suchte nach Mimi. Bei jedem Geräusch, Schatten oder Bewegung sah ich Mimi. Ich rief nach ihr und war nach eineinhalb Stunden sehr verzweifelt.
Wo konnte Mimi sein? Ich weiß, dass Mimi nicht all zu weit läuft und suchte den Bereich der Fundstelle ab – leider ohne Erfolg. Enttäuscht, verkalt und niedergeschlagen saß ich im Wald. Was konnte ich nun tun? Wo sollte ich suchen? Mit wem sollte ich suchen?

Tatjana war die erste vom Team

Eine Frau mit einer Katzentasche als Rucksack kam den Wald hoch. Dies musste jene Frau sein, von der ich wusste, dass sie seit Montag bei der Suche aktiv dabei war.
An der Klippe am Breitenstein lernte ich Tatjana kennen. Sie machte einen sehr ruhigen Eindruck und ich sah eine neue Hoffnung, dass wir Mimi finden würden.
Bei der Suche nach Mimi verging die Zeit und ich musste irgendwann auch losfahren. Ich hatte noch eine Tour von Plochingen nach Köln und vom Rheinland zurück nach Allmendingen.
Schweren Herzens musste ich um 11 Uhr die Suche nach Mimi abbrechen, wenn ich am Freitag wieder vor Ort sein wollte.

Die Aussicht vom Breitenstein

Freitag, 8. Juli

Um 18.20 Uhr war ich endlich wieder vor Ort. Ich lernte dann auch eine Frau kennen, die sich als Profi bei der Suche nach vermissten ausgab. Die Frau war mir mit ihren Ratschläge und Charakter sehr unsympathisch. Ich schluckte oft meine Gedanken runter, denn ich war auf deren Hilfe angewiesen.
Gegen 19 Uhr kam Tatjana auf den Parkplatz vom Breitenstein und jene Profi-Such-Frau zeigte mal wieder ihren Charakter. Ohne ein Wort der Verabschiedung fuhr sie weg. Von all den vielen Helfer am Montag und Dienstag blieb Tatjana übrig.
Ich merkte an diesem Abend, dass irgendetwas im Hintergrund lief, was ich noch nicht richtig einordnen konnte. Wie drei der verbleibenden Personen gegen mich ausgespielt wurde, habe ich schon geschrieben.

Das SAR-Mimi Team formiert sich

Samstag, 9. Juli und Sonntag 10. Juli

Da ich nun vor Ort war, konnte ich nun vieles besser organisieren und plötzlich lief die Suchaktion rund. Mich schrieben Menschen persönlich via Messenger an und boten mir ihre hilfe an. Wildkameras wurden besorgt und eine handvoll Menschen machten sich sachlich und ruhig Gedanken, wie wir Mimi finden können.
An diesen beiden Tagen fanden Menschen zu einem Team zusammen, mit denen ein Erfolg nach dem verbleib von Mimi garantiert war. Diese Menschen gaben mir Hoffnung, Unterstützung und Zuversicht.

Kadda druckte Suchplakat aus, besorgte eine Wärmebildkamera und noch eine Wildkamera. Plötzlich hatte ich mehr Kameras, als jene Profi-Such-Frau hatte. Zum krönenden Abschluss ließ jene Profi-Such-Frau ohne mein Wissen ihre drei Kameras abbauen. Mal wieder wurde ich von Menschen enttäuscht, denen ich vertraute.
Am Sonntag machten sich einige aus dem Team auf den Weg, um in Ochsenwang und Bissingen Suchplakat aufzuhängen.

Montag, 11 Juli

Am Vorabend wurde im Team jeder Gedanken und Hinweis besprochen und am Montag durchgeführt. Selbst eine wenig Aussagekräftige Mail von einer Tier-Kommunikations Frau wurde bis zur Ruine Hahenkamm nachgegangen. Mit Kadda und Tatjana durchkämmten wir den Wald unterhalb der Steige zum Breitenstein.
Auf der Ruine Hahenkamm war keine Spur von Mimi.

Auf einem Bauernhof bei Ochsenwang

Um 12.51 Uhr meldet sich eine Frau von einem Bauernhof außerhalb von Ochsenwang. Sie las das Suchplakat und meinte, dass Mimi eventuell bei ihr im Stall sei. Mit dieser Information wuchs neue Hoffnung in mir. Wir drei sofort zu einem der Parkplätze und auf direkten Weg zu dem Bauernhof.
In dem großen Stall aus Heu- und Stohballen war eine Suche nach Mimi schier unmöglich. Also zurück an den Lkw und die Kameras holen. Ich installierte zwei Kameras und stelle Mimis Transporttasche und ein T-Shirt von mir in den Stall.

Tami beim installieren der Wildkamera

Dienstag, 12. Juli

In dieser Nacht schlief ich wieder sehr schlecht und wenig. Sollte Mimi wirklich auf diesem Bauernhof sein?
Die Auswertung der Kameras war ernüchternd, denn die Kameras mussten über verschiedene Parameter eingestellt werden. Dies wussten wir bis dato nicht. Also nochmals einen Tag verloren.
Niedergeschlagen suchten wir an diesem Tag mit Tami, Kadda, Svenja und Tatjana im Wald weiter nach Mimi. Spuren mit einem Handtuch von mir wurden gezogen. Spuren zu Futterstellen mit Thunfischwasser wurden von unterhalb der Klippe bis zum Waldrand gezogen. Auch wurde in und um Ochsenwang nach Mimi gesucht. Bis zu 19 Stunden war ich auf den Beinen.

Wärmebildkamera von der Feuerwehr

Mittwoch, 13. Juli

In der Hoffnung Mimi auf dem Bauernhof zu finden, fuhr ich mit Tami zu dem Hof. Die Auswertung der Kameras war auf dem kleinen Bildschirm sehr schwierig.
Katja brachte ihren Laptop mit und so konnten wir die Fotos besser sehen. Mimi war nicht auf den Fotos. Wieder mal eine Enttäuschung für mich.
Im Team wurde wieder besprochen, was wir noch machen und versuchen können, um Mimi endlich zu finden. Meine Gedanken drehten sich ständig um Mimi. Sie hatte bereits seit 13 Tagen ihre Medikamente gegen ihre Epilepsie nicht bekommen.

Am Nachmittag richteten wir eine Futterstelle mit Mimis Teppich in einem geschützten Teil von einem Garten ein, denn Mira hatte dort seit gestern eine Spur gewittert. Vielleicht war Mimi tatsächlich in diesem Bereich.

Svenja, Mira und ich auf dem Weg nach Bissingen.

Am späten Nachmittag rief ein Mann aus Bissingen an, der sagte, dass in seinem Garten seit ein paar Tagen eine Katze wäre, die Mimi ähnlich sehen würde. Eine neue Spur? Ist es Mimi? Konnte sie soweit weg sein? Hoffnung kam in mir hoch.
Mit Svenja und Mira fuhr ich sofort zu der angegebenen Adresse. Von der Umgebung konnte es für Mimi passen. Also installierte ich eine Kamera unter einem Spielhaus für Kinder und stellte auf Mimis Teppich eine Schale Futter.
Gegen Abend waren Tatjana, Sarah und ich noch durch Ochsenwang gegangen, in der Hoffnung Mimi zu finden.
Über Flurwege gingen wir zurück und suchten in den Gebüsche nach Mimi.
Mit Sarah saß ich an der Klippe und schauten dem Sonnenuntergang entgegen. Ein Mädchen kam mit einem Fahrrad angefahren und schaute sich eines der Suchplakat von Mimi an. Ich fragte, ob es die Katze gesehen hätte. Sie nicht, aber zwei Freunde von ihr. Sarah und ich sprangen sofort auf, um die beiden Jungs zu suchen. Am Lkw fanden wir die beiden Jungs. Sie hatten eine Nachricht geschrieben, dass eine Katze am Orteingang angefahren wurde. Der eine Junge hatte sogar noch ein Foto von der Katze gemacht. Da das Fotos sehr weit aufgenommen wurde, konnten wir die Katze nicht richtig erkennen. Sarah und ich sofort ins Auto, um an die Stelle zu fahren. Wir sahen das Blut auf der Straße und mir stockte der Atem. Ich rannte der Wegbeschreibung der Jungs nach. Irgendwo musste die Katze sein.
Mira spürte sie unter Eternitplatten auf. Ich sah von der Katze sehr wenig. Von der Farbe war es definitiv nicht Mimi. Nur war es diese verletzte Katze oder doch eine andere?
Irgendwie schaffte ich die Katze aus ihrem Versteck zu ziehen und sah in diesem Moment keine äußerlichen Verletzungen. Die Katze wehrt sich und mir kamen die Fotos von dem Mann in den Sinn, den Mimi arg zugerichtet hatte. Ich ließ die Katze los und sah, dass sie an dem linken Hinterbein humpelte. Im Geräteschuppen war ich auf der Suche nach der Katze, die offensichtlich Hilfe brauchte. Es dauerte nicht lange, als der Landwirt mit seinem Sohn auf den Hof stürmten und mich beschimpfte. Alles reden nach der Suche einer verletzten Katze lief bei den beiden ins leere.
Der Landwirt schickte mir sogar am nächsten Morgen die Polizei.

Jedem Hinweis sind wir nachgegangen

Donnerstag, 14. Juli

Die Auswertung der Kamera war ernüchternd – es war nicht Mimi. Was konnte ich nun noch tun?
Geo-Punkte via Google Maps wurden ausgerechnet und wir besprachen im Team, was wir noch machen könnten oder wo wir nochmals nach Mimi suchen sollten.
Also alles wieder von vorne denken. Seit zwei Tagen dachten wir auch schon kriminalistisch, denn das Verhalten von zwei Personen war doch sehr fragwürdig.
Gegen Mittag sprach ich mit meinem Chef und sagte ihm, dass ich ab Montag wieder im Einsatz wäre. Wo sollte ich denn noch nach Mimi suchen und vor allem wie lange? Es tat mit im Herz weh, wenn ich nur an den Montag dachte.

Freitag, 15. Juli

Um 5.30 Uhr saß ich mit meiner Hündin auf einer Wiese in der Nähe der Futterstelle und hoffte auf Mimi. 150 Meter von mir entfernt sah ich eine Katze über das Feld laufen. Sollte es wirklich Mimi sein? Ich schickte Mira los. Die Katze lief vor dem Hund weg und ich rief Mira zurück, denn Mimi läuft vor keinem Hund weg. Was wenn doch? Ich wusste nicht, in welchem Zusand Mimi ist; oder hat sie irgendein Traumata? Also ich der Kaze nach, denn es könnte vielleicht Mimi sein. An einem Haus am Ortsrand verlor ich die Spur von der Katze. Ich redetet mir ein, dass Mimi nicht auf die Heuballen springen kann und sie es somit auch nicht sein konnte – oder doch?

Am frühen Morgen fuhr ich mit dem Lkw vom Breitenstein nach Plochingen zum laden. Es war ein scheißgefühl zu wissen, dass ich wahrscheinlich am Montag ohne Mimi wegfahren muss. Mir kamen die Tränen, als ich die Steige herunter fuhr.

Nach dem laden in Plochingen fuhr ich nach Dettingen und kaufte im REWE noch etwas ein. Ich bekam einen Anruf von einem Jagdpächter. Er hätte heute morgen eine tote Katze auf der Steige abgeholt. Mein Herz setzte für einen Augenblick aus. Auf den 7 Minuten von Dettingen nach Bissingen waren ein Alptraum für mich.

An der angegebenen Adresse in Bissingen wurde mir eine Katze in einer Plastikwanne gezeigt, die nicht Mimi war. Ich war erleichtert und trotzdem über den Tod von einer Katze traurig.
Wo verdammt nochmal ist Mimi?

Am Nachmittag sind wir zu dritt nach Ochsenwang und hatten Suchplakat in der Nachbarschaft verteilt, wo wir Mimi vermuteten. Wir sprachen mit den Leuten, dass sie doch bitte die Augen offen halten sollten.
Wir drei suchten noch eine andere Futterstelle für Mimi, denn wir vermuteten sie in dem Bereich vom Friedhof.

Nach 16 Tagen das erste Foto von Mimi

Happy End am 16. Juli um 6.30 Uhr

Seit 5.30 Uhr war ich wach und überlege, was ich am frühen Morgen noch tun könnte. In 46 Stunden werde ich arbeiten fahren und von Mimi gab es immer noch keine neue Spur.
Was haben wir übersehen? Wo sollten wir suchen und uns auf welches Gebiet konzentrieren? Alle Anstrengungen von uns waren demotivierend, denn es gab keine Erfolge.
Ich überlege, ob ich die Kameras an der eingerichteten Futterstelle überprüfen sollte. Was, wenn auch dort Mimi nicht gesichtet ist?
In meiner Verzweiflung ging ich die Geo-Punkte durch, die in Betracht kommen könnten. Noch war es kühl am Morgen und ich hätte eine bessere Chance Mimi irgendwo anzutreffen.

Nach 16 Tagen ist Mimi völlig erschöpft in ihrer Sicherheit eingeschlafen

Um kurz nach 6.30 Uhr hörte ich, wie eine Frau nach mir rief. Beim dritten rufen sagte sie: „Naike, ich hab deine Katze.“ Mir bleib das Herz stehen. Konnte dies wahr sein?
Ich ging im schnellen Schritt auf die Frau zu und sie wiederholte ihren letzten Satz. Mein Hirn stand auf Null. Nach so vielen Enttäuschungen in den letzten Tagen, was ich auf alles gefasst.
Ich ging auf die Fahrerseite von dem Auto und sah eine Katze auf dem Beifahrersitz auf einer Decke sitzen, die Trockenfutter aß. Es war Mimi! Mir kamen die Tränen und ich dachte, dies kann doch alles nicht wahr sein.
Ich ging auf die Beifahrerseite und öffnete die Tür. „Mimi, ich bin da“ , sagte ich und Mimi sah mich mit ihren großen Augen an. Mit ihrer typischen Schwanzbewegung begrüßte sie mich. Mir liefen immer noch die Tränen über die Wangen, als ich Mimi fest an mich drückte und sie ihre Stirn gegen mein rieb. Sofor setze ich sie in die Fahrerkabine und gab ihr Nassfutter. Der erste Eindruck war, dass sie äußerlich keine Verletzungen hatte und lediglich sehr dünn war. Sie trank auch sofort Wasser.
Mimi hatte sehr viel durst und gleich kam die Angst, ob sie bei ihrer 16-tägigen Odyssee keinen Nierenschaden erlitten hatte.

Ich schickte das erste Foto von Mimi um 6.37 Uhr in unsere WhatsApp Gruppe. Das Team sollte wissen, dass Mimi endlich wieder zuhause war.
Tatjana war die erste, die auf den Breitenstein gerast kam. Tami rief an und konnte es auch nicht glauben. Sie kam kurze Zeit später auf den Breitenstein. Nach und nach trafen alle vom SAR (Search and rescue) Mimi Team ein, um Mimi zu begrüßen oder uns heulend in die Arme fallen.

In den nachfolgenden Stunden fiel von mir ein unglaublicher Druck ab. Nun endlich konnte ich am Montag beruhigt arbeiten fahren.