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Montmartre

Die Basilika Sacré-Cœur

Montmartre, zu deutsch Märtyrerhügel, ist der Name eines Hügels im Norden von Paris und eines dort gelegenen früheren Dorfes. Der 1860 durch Eingemeindung der Dörfer Montmartre, La Chapelle und Clignancourt entstandene 18. Pariser Arrondissement trägt ebenfalls diesen Namen.

Autorin Evke Freya von Ahlefeldt

Seit nun 20 Jahren lebe ich in Frankreich. Eigentlich wollte ich nur zum studieren an die Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne. Dies ist eine Universität für Rechts- und Politikwissenschaften, Wirtschafts- und Managementwissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Mit dem Studium der Wirtschaftswissenschaft tat ich mir sehr schwer und studiere nach drei Semester, an der gleichen Uni Kunst und Archäologie. Mein Ziel nach dem Studium war Norwegen. Es kam etwas anders und so habe ich mich in den letzten Jahren in Paris eingelebt.

Paris ist durchaus eine wunderschöne Stadt und mit den 20 Arrondissements aber auch schon das krasse Gegenteil.
Von einer kleiner Studentenbude im 14. Arrondissement, Observatoire, ging es in eine kleine Wohnung ins multikulturelle 13. Arrondissement, Gobelins. Dort ist eine bauliche Mischung zwischen klassische Gebäude und modernen Hochhäusern. Eine schöne Wohnung in einem der barocken Häuser war schon immer mein Traum. Leider sind die Mieten- bzw Kaufpreise ein Alptraum. So wurde es eine Wohnung in einem modernen Hochbau. Die Aussicht über die grandiose Stadt war im Mietpreis inklusive. Da aber das 13. Arrondissement mitunter auch sehr viel Kriminalität aufzuweisen hat und ich durch einen Stalker sogar Polizeischutz brauchte, zog ich einen Umzug in ein anderes Arrondissement vor. So wurde Montmartre meine Heimat.
Montmartre hat einen Flair, den es sonst wohl sonst kaum in Paris gibt. Auch wenn „La Butte“ im Zentrum von Paris liegt, ist es trotzdem irgendwie ein Dorf geblieben.

Meine Liebe zu diesem Dorf möchte ich euch gerne vorstellen.

Montmartre ist eines der schönsten und interessantesten Viertel Paris. Die kleinen Gassen, die ikonischen Treppen, die Straßencafés, die Künstler und natürliche der Ausblick von der höchsten natürlichen Erhebung von Paris. Das Dorf Montmartre war im 19. Jahrhundert eine künstlerische und literarische Hochburg und beliebtes Ausflugsziel. Heute ist Montmartre eines der meist besuchten Arrondissements von Touristen aus aller Welt.
Ich stelle nun mal ein paar der vielen Bauwerke, Restaurants und Plätze von Montmartre vor.

Basilika Sacré-Cœur

Von der weltberühmten Basilika Sacré-Cœur hat man einen unglaublichen Blick auf die Stadt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Wahrzeichen von Paris ist die Sacre Coeur überraschend jung – sie wurde erst im Jahr 1914 fertiggestellt.

Place du Tertre

Der Place du Tertre ist das Zentrum von Montmartre. Er befindet sich oben auf dem Hügel, wenige Meter von der Basilika Sacre Coeur entfernt. Der Platz ist berühmt für seine Porträtmaler die zwischen, vor oder neben den Restaurants und Cafés ihre kleine Stände haben.

Moulin Rouge

Das Moulin Rouge, die rote Windmühle, ist wohl mit Abstand das bekannteste Varieté der Welt. Die Filmversion von Moulin Rouge mit Nicole Kidman und Ewan McGregor gewannen sogar zwei Oscars. Ein Abend im Moulin Rouge fängt bei 70 € Eintritt an. Wer einmal dort war, ist von den Darbietung in den Bann gezogen und wird definitiv wieder kommen.

Le cimetière de Montmartre

Le cimetière de Montmartre – der Friedhof von Montmartre

Auch Friedhöfe sind in Paris Anziehungspunkte für Touristen oder Menschen die einfach mal abschalten möchten. Neben dem berühmten Friedhof Père Lachaise ist der Friedhof von Montmartre einen Besuch wert. Immerhin ist es der drittgrößte Friedhof von Paris und die letzte Ruhestätte von Heinrich Heine.

Le Mur des Je t’aime

Ganz in der Nähe der Basilika Sacré-Cœur befindet sich die: Le Mur des Je t’aime (zu deutsch die: Ich-liebe-Dich-Mauer)
Die Mauer ist ein Werk der beiden Künstler Frédéric Baron und Claire Kito und hat ein Fläche von 40 Quadratmetern. Auf diesen Kacheln steht 311 mal „Ich liebe dich“ in 250 Sprachen und Dialekten. So findet man auch den Berliner Dialekt mit einem schönen: Ick liebe dir.

La Maison Rose

Das kleine rosafarbene Häuschen mit den grünen Fensterläden, ist nur ein paar Schritte vom Montmartre Museum entfernt und gehört zu den meist fotografiertesten Gebäude in Montmartre. Dass La Maison Rose ist ein kleines gemütliches Restaurant.

Commanderie du Clos Montmartre,

Ein Weinberg in mitten von Paris, liegt in Montmartre. Der aus dem Künstlermilieu entstandene Gedanke über einen eigenen Wein wurde in Montmartre realisiert. Man muss schon ein Freud von diesem säuerlichen Wein sein, um einen solchen Wein zu lieben.

Nun noch etwas über die Entstehung von Montmartre.

Gallo-römische Epoche

In der gallo-römischen Epoche wurde Montmartre gegründet, und es erhoben sich auf dem Hügel zwei Tempel, die den Göttern Mars und Merkur geweiht waren. Dank seiner großen Vorkommen an Gips entwickelte sich der Montmartre zu einem der reichsten Gebiete im Umkreis von Paris. Daher fand man dort zu dieser Zeit viele Villen und Tempel. Die Steinbrüche, in denen der Gips abgebaut wurde, dienten später auch als Zufluchtsorte für die ersten Christen.

Um das Jahr 272 herum wurden der Bischof Dionysius, der Priester Rustikus und der Erzdiakon Eleutherius hier enthauptet. Deshalb war Montmartre im Mittelalter ein wichtiges, dem heiligen Denis geweihtes Wallfahrtszentrum. Der Legende nach nahm Saint Denis nach seiner Enthauptung seinen Kopf, wusch ihn in einer Quelle und marschierte ungefähr 6 Kilometer bis zum heutigen Ort Saint-Denis.

Mittelalter

Im 12. Jahrhundert errichtete der Orden der Benediktiner in Montmartre ein Kloster. Die ehemalige Abtei- und heutige Pfarrkirche Saint-Pierre de Montmartre ist eine der ältesten Sakralbauten von Paris und steht neben dem Place du Tertre. Sie wurde auf Geheiß Ludwig VI. auf dem Gelände eines ehemaligen Mars-Tempels (5. Jahrhundert) errichtet und am Ostermontag 1147 von Papst Eugen III. geweiht.

Evke Freya von Ahlefeldt, Montmartre, 28. April 2022

Die Obdachlosen von Paris

Obdachlose Menschen in Paris

Die Obdachlosen von Paris

Am 31. Januar 2022 wurden bei der „Nuit de la solidarité“ 3552 obdachlose Menschen auf den Straßen von Paris gezählt.

Autorin Evke Freya von Ahlefeldt

Bei der jährlich stattfindenden „Nuit de la solidarité“ in Paris zwischen Januar und Februar, sind Ehrenamtliche für eine Nacht im Großraum Paris unterwegs, um obdachlose Personen zu zählen und so weit wie möglich die Obdachlosen zu ihrer Lebenssituation zu befragen. Organisiert wird dies von APUR (Atelier Parisien d’Urbanisme), einem Pariser Verein für Urbanistik, der1967 gegründet wurde. Der  Verein hat mittlerweile 29 Partnerorganisationen. Von APUR werden zukunftsorientierter und maßstabsübergreifender Studien erstellt, welche auch mit Behörden, Institutionen und Organisationen abgesprochen werden.
Durch die Dokumentationen und Analysen  von APUR konnten bereits viele
städtebauliche und gesellschaftliche Projekte in den 20 Arrondissement und  Großraum Paris entwickelt werden.

Nuit de la solidarité

Die „Nuit de la solidarité“ wurde 2018 ins Leben gerufen und erstellt die wichtigsten Referenzen über die Obdachlosigkeit in der französischen Hauptstadt. Neben der Zählung wird auch die Bedürfnisse und Hintergründe der Betroffenen dokumentiert, sowie deren Unterkünfte geografisch festzulegen. 
Nach der neuesten Zählung von APUR hat die „Nuit de la solidarité“ eine Zahl von 3641 Obdachlosen ergeben. Dabei wurden nicht nur Personen gezählt die auf der Straße übernachten, sondern auch Orte wie Bahnstationen und Parks einbezogen.
Zu den drei Parks gehörten: der Bois de Boulogne im Westen, der Bois de Vincennes im Osten und die „Colline“ im Norden von Paris.

Die Zahlen sind leider nicht definitiv, da die Zählung nur an einem Tag stattfindet. Die Ergebnisse können deshalb variieren und entsprechen nicht der absoluten Zahl obdachloser Menschen in Paris. Vor allem aber konnte nur an zugänglichen Orten gezählt werden. Gebiete der Petite Ceinture, kleinere Parkanlagen, Parkhäuser, Ruinen von Industrieanlagen oder leerstehenden Häuser sind somit nicht inbegriffen. Ebenfalls fallen aus den Zahlen heraus, alle Personen welche „Couchsurfen“ und durch solidarische Netzwerke, wie zum Beispiel kirchliche Obdachlosenheime, beherbergt werden.

Außerdem ist zu beachten, dass von den 3641 Gezählten nur etwa 1200 den Fragen der Helfer vollständige oder teilweise beantworten wollte oder konnten.

Der Obdachlosigkeit auf den Grund gehen

Die Studie stellt in erster Linie Geschlecht, Altersspannen und ob die Person einzeln oder in einer Gruppe angetroffen wurde.
Auch werden Punkte wie hin Schwangerschaft, Familienstand, Kindern und tierische Begleiter dokumentiert.
Bei den Befragten wurden auch die Hintergründe der Obdachlosigkeit dokumentiert, um die Lebenssituation der Menschen zu verstehen.
Gründe für die Obdachlosigkeit sei für die Befragten die Ankunft in der Hauptstadt ohne entsprechende Unterkunft. Auch Schicksalsschläge, wie zum Beispiel Trennungen und Räumungen.der Wohnungen bzw. Häuser.

Von den Befragten Obdachlosen waren
14% Frauen, wobei diese am stärksten in den Altersklassen unter 25 Jahren sowie über 55 Jahre vertreten sind. Sie sind es auch, welche in Gruppen übernachten, sowie öfters Schlafplätze wechseln und für welche es am gefährlichsten auf der Straße ist.

Insgesamt sind dabei 36 % der erfassten Personen seit weniger als einem Jahr obdachlos. Mit einem Anteil von 10 % an der Gesamtanzahl gehören Jugendliche >25 Jahren zu einer besonders schutzbedürftigen Personengruppe. Es sind zugleich diejenigen die die Leistungen der Sozialdienste (Notunterkünfte, Sozialleistungen, Begleitung oder Betreuung durch Sozialarbeiter) am wenigsten kennen, sowie ohne eine Unterkunft in Paris ankamen.

Nach der Auswertung der Fragebögen und Dokumentation ist eine temporäre Obdachlosigkeit im 18. Arrondissement mit den meisten Jugendliche zuverzeichnen. Sie gehören auch zu denjenigen, die tendenziell keine Gewohnheits-Schlafplätze haben. Im Gegensatz zu denen, welche seit Längerem auf der Straße leben.

Eine starke Konzentrierung im Nordosten

Außer von dem 15. Arrondissement
im Südwesten, fällt beim Blick auf die geografischen Verteilung der Obdachlosen Konzentrierung der Obdachlosigkeit auf den Nordosten auf. Am stärksten betroffen ist der 18. Arrondissement mit 507 Personen welche auf der Straße angetroffen worden sind, davon 105 Bewohner auf der „Colline, einem berüchtigten Hügel am Autobahnverteiler und bekanntes humanitäres Problem. Das Zeltdorf an der Porte de la Chapelle, wo Flüchtlinge und Crack-Abhängige konzentriert auf den Braunstreifen neben der Schnellstraße in Zelten hausen, wird regelmäßig geräumt. Zwecks fehlender Maßnahmen in Form einer Unterkunft und Perspektiven siedeln sich jedoch immer wieder neue Personen an. Die Auflösung des Camps der Crack-Süchtigen Obdachlosen im Herbst 2019 hatte zur Folge, dass es eine weitere Verteilung auf einem größeren Bereich gegeben hat.
So sind viele Obdachlose in den Norden wie den Canal de l’Ourcq oder den Jardin d’Éole, im 19.Arrondissement abgewandert, was zu Spannungen mit den dort lebenden „sesshaften“ Obdachlosen zu extreme Spannungen und Gewalt geführt hatte.

2017 / 2018 existierte außerdem ein riesiges Zeltlager, welches vom Kanal am Quai Valmy bis in die Vororte von Saint Denis reichte, sowie ein Sinti und Roma Camp auf der Petite Ceinture zwischen der Porte Clignancourt und Porte de la Chapelle. Diese beiden räumlichen Besetzungen wurden zwischenzeitlich geräumt und führte möglicherweise zu einer Umverteilung auf den Pariser Norden sowie die angrenzenden Vororte wie Bobigny, Pantin und La Courneuve.

Obdachlose am Quai Valmy

Die Verteilung der Obdachlosen

Im Süden an den 18. (Montmartre) Arrondissement angrenzend befinden sich das 9. (Opéra) und 10. (Entrepôt) Arrondissement mit einer Zählung von 110 sowie 359 Personen. Im 19. (Buttes-Chaumont) Arrondissement sind es 466 Personen. Im 11.(Popincourt) Arrondissement 176, im 20. (Ménilmontant) Arrondissement 156 und endet mit dem 12. (Reuilly) Arrondissement, wo 369 Personen auf der Straße leben. Letzteres weist dabei 167 zusätzliche Obdachlose auf, die im Wald von Vincennes ihre Unterkünfte aufgeschlagen haben. Die Konzentration eines großen Teils der Obdachlosigkeit korreliert dabei mit den sogenannten populären Vierteln, welche eine hohe kulturelle Diversität aufweisen, aber auch einen hohen Teil an Sozialwohnungen und Armut. Im Vergleich zum Vorjahr ist eine Abwanderung aus den 9. und 10. Arrondissement in den Norden zu beobachten.

So nahmen in diesen Vierteln die gezählten Obdachlosen ab, während im 18. und 19. (Buttes-Chaumont) Arrondissement ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen ist. In diesem Bereich wurden vermehrt Jugendliche Gruppen gezählt, welche in den beiden Gebieten am stärksten repräsentiert sind. 
Über das Zentrum zum Südwesten nimmt die Masse obdachloser Menschen ab und weist ein gemischtes Personenprofil auf. 
Das 16. (Passy) Arrondissement, welches als ein sehr bourgeoiser Bezirk gilt und an den ebenfalls reichen Vorort Boulogne angrenzt. So wurden einige Obdachlose in dem Wald von Boulogne gezählt, wobei diese verglichen zur „Colline“ oder dem Wald von Vincennes jedoch bei weitem geringer ist. Letzterer befindet sich im Osten und grenzt an das 13. (Gobelins) Arrondissement an, welches ebenfalls eine kleinere Zahl an Obdachlosen aufweist.

Die Nord-Süd Achse zum Westen und dem Gürtel im Zentrum vom 2.(Bourse, seit 2020 hat dieses Arrondissement keine eigene Verwaltung mehr, sondern bildet zusammen mit dem 1., 3. und 4. Arrondissement den Sektor Paris Centre.) und dem 8. (Élysée) Arrondissement fallen dabei durch eine geringe Obdachlosenzahl auf. Diese sind auch die sogenannte „Beaux Quartiers“ – die Nobel Arrondissements von Paris.

Evke Freya von Ahlefeldt, Mitglied bei Samusocial de Paris, Paris, 28. April 2022

Die Restaurierung von Kunst

Ich möchte mit dem Artikel einen kleinen Einblick in die Restaurierung von Kunst und deren Alterungsschäden und Schwundrissen an Gemälden berichten.

Autorin Evke Freya von Ahlefeldt

Man bewundert Kunst in Kirchen, Museen oder Galerien. Man taucht ein in den Moment auf dem Gemälde und sieht oft minimale Perfektion eines Kunstwerks.
Was man aber nicht sieht oder weiß, ist welche Arbeit hinter einem solchen Kunstgut steht.
Man denkt bei Kunststudenten und Studentinnen sehr oft an Hippies oder zartbesaitete Mädchen. Dem ist mal nicht so, denn für ein Studium zum Bachelor of Arts (B.A.) in der Restaurierung und Konservierung zu erwerben, ist eine geforderte Basisqualifikation für das Berufsfeld der Restauratorin bzw. des Restaurator, zwingend notwendig.
Kunstrestauratorinnen und Restauratoren sind wahre Spezialistinnen und Spezialisten, die sowohl handwerkliches Geschick als auch künstlerisches Einfühlungsvermögen besitzen, sowie über fundiertes theoretisches Wissen, ethische Vorgehensweisen, einen methodisch geschulten analytischen Verstand und eine gehörige Portion technisches Know-how verfügen.

Eine Reise in die Vergangenheit

Kunst oder auch die Restaurierung ist ein unglaublich großes Feld und sowohl das schaffen von Kunst, als auch der Erhalt von Kunstgut ist hochinteressant.
Die Kunstrestauration ist eine unglaublich spannende Reise in die Vergangenheit.  Man hat zum Beispiel ein Bild von einem Bekannten oder Unbekannten Künstler vor sich und sollte jenes Gemälde für die Nachwelt sichern. Man sieht unter einem Mikroskop Pinselstriche und Farbverläufe von Werken, die selbst der Künstler oftmals gar nicht kennt. Die Reise in die Vergangenheit beginnt im Kopf. Was hat den Künstler oder Künstlerin dazu bewogen dieses Bild genau so zu malen? Wie war sein Umfeld in jenem Jahr der Erschaffung? Woher hat sie oder er diese Pigmentfarbe? Man sieht sich plötzlich selbst in jener Zeit und begibt sich bei der Recherche auf eine Zeitreise in eine andere Epoche.

Wolfgang Heimbach: Selbstbildnis als Detail eines Bildes für Friedrich III. von Dänemark (1666)

Wie mit allen Dingen im Leben, nagt auch an großartigen Gemälden und Kunstgut der Zahn der Zeit.

Wo wäre die Wissenschaft, Philosophie oder Forschung heute, wenn über Tausend Jahre alte Schriften, Bauwerke oder Gemälde nicht mehr existieren würden? Der Mensch hat sich das aufzeichnen von Gedanken in Schriften und Bilder angeeignet und auf dieses Wissen von vor sehr langer Zeit, baut unsere Zivilisation auf.
Vieles an Kunst und Philosophie wurde und wird durch Kriege, Hass oder falsche Ideologien unwiederbringlich zerstört oder für viel Geld wieder aufgebau, hergestellt oder restauriert.

Wolfgang Heimbach (1613 ca. 1678)
Junger Mann mit Kerze
Öl auf Leinwand, 59 x 48 cm.

Schwundrisse an Gemälden

In den Jahren von 1750 bis 1850 ist in Europa ein Bruch mit einer langen maltechnischen Tradition zu erkennen, welcher dazu geführt hat, dass die Gemälde des 19. Jahrhunderts nicht nur eine Vielfalt an Maltechniken und -materialien zeigen, sondern auch ungewöhnliche Alterungsschäden: wie Frühschwundrisse, Farbschrumpfungen und -abplatzung, Borkenbildungen oder Nachdunkelungen bis hin zur Unlesbarkeit von Schriften, aufweisen.

Aufgrund von Schadensmuster an Gemälden, die ebenso von der englischen Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts bekannt sind, erfolgte eine Auseinandersetzung mit der maltechnischen Entwicklung dieser Zeit in den Restaurierungs- und auch
Kunstwissenschaften vor allem aus dem Blickwinkel der Schadensphänomene als Verfall, Verlust, Niedergang oder Überlieferungsschwund maltechnischer Kenntnisse jener Zeit.
Obwohl hierbei im Allgemeinen davon ausgegangen wird, dass die Mehrzahl der Technikdiskussionen und -experimente sowie ihre beklagenswerten Produkte in die zweite Hälfte des19. Jahrhunderts fallen, zeichnet sich der Beginn dieses Umwandlungsprozesses bereits um
1800 ab.

Frühschwundrisse auf Gemälde

Spätere restaurierungswissenschaftliche Forschungsaktivitäten zur Maltechnik des 19.Jahrhunderts zielten zumeist auf die Erklärung der Schadensphänomene, die ursächlich vor allem mit den verwendeten Malmaterialien und erst in zweiter Linie mit ihrer maltechnischen Verarbeitung in Verbindung gebracht werden. Durch die umfangreichen, empirisch orientierten Projekte des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft und von Leslie Carlyle konnte über die Auswertung maltechnischer Schriftquellen ein profunder Überblick über die beschriebenen Materialien und auch Maltechniken in den Schriften des 19. Jahrhunderts gewonnen werden, welcher zunächst vor allem der Naturwissenschaft in der Restaurierung und oder Konservierung eine verbesserte Grundlage für die chemische Analyse liefern sollte und konnte.

Diese Untersuchung von Schriftquellen erhielt durch die Erschließung von Firmenarchiven, Auswertung von Katalogen englischer und französischer Farbenhändler sowie durch naturwissenschaftliche Materialanalysen überbrachter Rohstoffe, Farbkästen oder Paletten eine Ergänzung hinsichtlich der Erkenntnisse zum tatsächlichen Handel und Gebrauch von Malmaterialien.
Studien zu spezifischen Rohstoffen, Bindemittel- und Firnissystemen, denen bereits von den historischen Künstlern ein besonderes Schadenspotenzial zugesprochen wurde.
Mittels der Auswertung von Rekonstruktionsversuchen von historischen Rezepten und der künstlichen Alterung von Probetafeln, teilweise im
Verbund mit der chemischen Analytik, versucht man bis heute, die Schadensphänomene zu erklären.

Darüber hinaus sind restauratorische und naturwissenschaftliche Einzeluntersuchungen zur Maltechnik vor allem englischer und französischer Künstler zu nennen; zur deutschen Malerei zwischen 1750 – 1850 liegen nur vereinzelt Untersuchungen vor.

Den Ergebnissen dieser zahlreichen, überwiegend quellenschriftlich oder naturwissenschaftlich orientierten Studien kann leider nicht im Detail nachgegangen werden. Insgesamt zeigen die Untersuchungen, dass vielfältige und darunter auch neuartige Materialien und
Techniken im Gebrauch waren. Sie belegen, dass keine einfachen Verknüpfungen zwischen der Terminologie eines Materials und seiner chemischen Zusammensetzung oder somit auch zwischen den kunsttechnischen Schriftquellen und den faktisch eingesetzten Techniken möglich sind, da die Variabilität der Materialien in Abhängigkeit von Region, Zeit und den beteiligten Akteuren zu groß ist.

Als Erklärungen für das Verlust-Phänomen wird auf den Einsatz spezifischer Materialien wie beispielsweise Asphalt als Farbmittel, der Malbutter als Bindemittel für Lasuren, diverser Metallsalze als Sikkative für Malöle durch die Künstler ebenso wie auf die stillschweigende Verfälschung
oder den Ersatz spezifischer Materialien mit Surrogaten durch die Farbenhändler hingewiesen.

Evke Freya von Ahlefeldt, Paris, 6. Februar 2022


Quellen:
– Annik Pietsch: Material, Technik, Ästhetik und Wissenschaft der Farbe 1750-1850
(ISBN 9783422072602)

Die Arrondissement von Paris

Paris besteht aus mehreren Stadtbezirken, den Arrondissements. Die spiralförmig angeordneten Bezirke beginnen im Zentrum der Stadt und setzen sich im Uhrzeigersinn bis nach außen hin in die Vororte fort. Ende des 19. Jahrhunderts weitete Napoleon III. die ursprünglichen zwölf zu insgesamt zwanzig Arrondissements aus.

Erstes Arrondissement (Louvre)

Das an der Seine gelegene Erste Arrondissement begeistert mit einer schönen Architektur, luxuriösen Geschäften und natürlich vielen bedeutenden Sehenswürdigkeiten. Neben der Fußgängerbrücke Pont des Art, dem Stadtpalast Palais Royal und den Tuilerien befinden sich hier auch die Rue de Rivoli und der Louvre. In diesem Bezirk können Besucher der Stadt wahrhaft malerische, postkartenähnliche Motive genießen. Das historische Erste Arrondissement gehört zu den ältesten der Stadt, und einige Teile auf der rechten Seite der Seine gab es sogar bereits im frühen Mittelalter. Das Palais Royal gilt als atemberaubendes Beispiel der Architektur des 17. Jahrhunderts und bietet mit seinem Garten inmitten der bei Touristen beliebten Stadt einen wunderbaren Rückzugsort, in dem Besucher die Ruhe genießen können. Im Herzen der Stadt befindet sich auch der Jardin des Tuileries, eine öffentliche Parkanlage neben dem Louvre. Die Grünanlage begeistert mit ihrer schönen Architektur aus der Zeit der Renaissance, mit Statuen im Park als Ausdruck einstiger gälischer Pracht und mit hübschen Cafés. Die bekannte französische Rue de Rivoli, die auf Anweisung von Napoleon Bonaparte einst in der Nähe des nördlichen Teils des Louvres angelegt wurde, verläuft mitten durch das Erste Arrondissement. In der historischen Straße spiegelt sich die Entwicklung der Stadt von historischen Bauwerken über imposante Plätze bis hin zu einer modernen Stadtplanung wider. Mittlerweile ist sie von luxuriösen Modeboutiquen gesäumt. Ihren Namen verdankt sie übrigens der Schlacht von Rivoli, aus der die Armee Napoleons siegreich hervorging.

Zweites Arrondissement (Bourse)

Auf der rechten Uferseite der Seine befindet sich mit dem Zweiten Arrondissement der kleinste Bezirk der Stadt. Nichts desto trotz hat er viel zu bieten: die Pariser Oper und viele Ladenpassagen sind nur einige der prachtvollen Attraktionen. Heraus sticht vor allem auch die Passage des Panoramas aus dem 19. Jahrhundert, die ursprünglich dazu dienen sollte, den wohlhabenderen Teil der Bevölkerung von den dunklen, schmutzigen Bürgersteigen fernzuhalten, als es noch keine Gaslaternen gab. Das Zweite Arrondissement ist auch für seine Textilindustrie bekannt. Für Modebegeisterte, die diese hautnah erleben möchten, lohnt sich ein Besuch der Gegend am frühen Morgen.

Drittes und Viertes Arrondissement (Marais)

Der Marais wird oft mit dem schillernden SoHo in Manhattan verglichen, versprüht aber dennoch ein unvergleichliches Pariser Flair. Zu den Attraktionen der Gegend zählen exklusive Boutiquen, kleine, luxuriöse und kostspielige Hotels und jede Menge Galerien. Nach ihrer Trockenlegung wandelte sich die einstige Sumpflandschaft zu einem schicken und beliebten Pariser Stadtteil. Noch immer befinden sich dort einige hohe, edle Stadthäuser aus dem 17. Jahrhundert sowie verschiedene, für die Gegend typische Gassen. Im 19. Jahrhundert wurde der Marais zu einem Zentrum des jüdischen Lebens in Paris. Mittlerweile ist dieses zwar etwas verblasst, doch einige Läden mit hebräischen Schriftzügen sowie einige kleine jüdische Museen lassen sich nach wie vor entdecken. Der Marais kann auch mit besonders innovativen kulinarischen Kreationen aufwarten – so lassen sich auf dem wunderbaren Marché des Enfants Rouges sowie in den kleinen umgebenden Straßen in der Nähe der Place de la République verschiedene Köstlichkeiten erstehen.

Sechstes Arrondissement (Saint-Germain des Prés)

Das kultige Saint-Germain des Prés ist Inbegriff der Pariser Bourgeoisie. Hier reihen sich vornehme Wohnblöcke an moderne Kunstgalerien, Patisserien, Bäckereien, Antiquitätenläden, lebendige Cafés und bürgerliche Restaurants. Noch immer erinnert in der Gegend einiges an die einstige Blütezeit in den Fünfzigerjahren, als in den Boulevards Jazzklänge vernommen werden konnten und sich die Intellektuellen im berühmten Café de Flore trafen, um gemeinsame Diskussionsrunden zum Thema Philosophie abzuhalten.

Siebentes Arrondissement (Palais-Bourbon)

Das kleine Siebente Arrondissement auf der linken Uferseite der Seine lockt mit zahlreichen berühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, dem Hôtel des Invalides, dem Musée d’Orsay und dem Musée Rodin. Der zentral gelegene Bezirk galt bereits im 17. Jahrhundert als Mittelpunkt des Pariser Adels und umfasst unter anderem den einst besonders bei der aristokratischen Gesellschaft beliebten Stadtteil Faubourg Saint-Germain. Im Siebenten Arrondissement befinden sich auch der Sitz der französischen Nationalversammlung sowie verschiedene ausländische diplomatische Vertretungen.

Achtes Arrondissement (Elysée)
Das Achte Arrondissement begeistert mit der Prachtstraße Champs-Elysées. Die wahrscheinlich berühmteste Straße der Welt führt von der Place de la Concorde bis zum Triumphbogen. Auch Attraktionen wie der hübsche Parc Monceau und die Kirche La Madeleine sind einen Besuch wert. Südlich der Champs-Elysées befinden sich das imposante Grand Palais – Ausstellungsgebäude und Museum in einem – und das Petit Palais, welches das städtische Museum der schönen Künste beherbergt. Der Élysée-Palast, seit 1848 offizieller Amtssitz des Staatspräsidenten der Französischen Republik, liegt nördlich der Prachtstraße.

Neuntes Arrondissement (Opéra)

Das Neunte Arrondissement ist durch Gegensätze geprägt. Im Süden befinden sich prestigeträchtige Boulevards, im Norden hingegen liegt das berühmte Pariser Rotlichtviertel Pigalle. In den letzten Jahren hat sich die Gegend um den Süden von Pigalle gewandelt und mit der Entstehung junger Boutiquen und einer Kaffeehauskultur den hippen Spitznamen „SoPi“ (kurz für „South Pigalle“) erhalten. Die Opéra Garnier, die Galeries Lafayette und die Kirche La Trinité sind nur einige bekannte Attraktionen der Gegend.

Im Zehnten Arrondissement befindet sich der Bahnhof Gare du Nord. Besucher sollten hier sehr auf ihr Gepäck achtgeben und aufpassen, dass sie auf den langen Rolltreppen nicht angerempelt und bestohlen werden. Unweit des Bahnhofs liegt der Canal Saint-Martin, an dem sich im Sommer gern die Pariser Jugend versammelt. Auf beiden Seiten ist der hübsche Kanal von Bars und Restaurants wie Chez Prune gesäumt, die mit nostalgischem Schick begeistern. Entlang des im 19. Jahrhundert errichteten Kanals lassen sich Bouleplätze entdecken und schöne Radwege erkunden. Der nicht weit entfernte Schiffahrtskanal Canal de l’Ourcq ist von Hochhäusern aus den Siebzigerjahren und zwei Programmkinos umgeben und lockt im Sommer vor allem Wassersportbegeisterte an.

Elftes Arrondissement (Popincourt)

Das Elfte Arrondissement ist vor allem für das Szeneviertel Oberkampf berühmt, das mit seinem pulsierenden Nachtleben mitten in einer doch eher ruhigeren Stadt Besucher anzieht. Die weltoffene Gegend ist bei Studenten und Künstlern beliebt, und auf Hinterhöfen hinter günstigen Lebensmittelläden und Discountern versteckt befinden sich einige Studios. Durch ihr junges, unkonventionelles Flair ist die Gegend ein guter Ausgangspunkt für alle, die die Stadt unter einem jugendlich-fortschrittlichen Gesichtspunkt erkunden möchten.

Zwölftes Arrondissement (Reuilly)

Zu den Attraktionen des Zwölften Arrondissements zählt die Place de la Bastille mit der Opéra Bastille. Als einer der größeren Bezirke bietet dieses Arrondissement bezahlbaren Wohnraum sowie durch öffentliche Verkehrsmittel eine gute Anbindung an den restlichen Teil der Stadt.

Dreizehntes Arrondissement (Gobelins)

Im Dreizehnten Arrondissement leben chinesische, vietnamesische, kambodschanische und laotische Bevölkerungsgruppen. Mit seinen Hochhäusern aus den Sechzigerjahren und weitläufigen Boulevards versprüht dieser Teil von Paris ein deutlich anderes Flair als der Rest der Stadt. Die Avenue d’Ivry, die Avenue de Choisy and der Boulevard Masséna treffen an einem Knotenpunkt dreiecksförmig aufeinander. In den Straßen reihen sich fernöstliche Lebensmittelgeschäfte, Bars mit vietnamesischen Nudelspezialitäten und chinesische Konditoreien aneinander und der Duft exotischer Gewürze liegt in der Luft. Um den Hügel Butte-aux-Cailles herum befinden sich einige sehenswerte Bars und Restaurants, und ein kleiner buddhistischer Tempel, der versteckt in einer Tiefgarage an der Avenue d’Ivry liegt, ist ebenfalls sehenswert. Ein Besuch der Gegend lohnt sich vor allem, wenn das chinesische Neujahrsfest gefeiert wird und sich Drachentänze sowie Kampfsportvorführungen bewundern lassen.

Vierzehntes Arrondissement (Observatoire)

Obwohl sich im Vierzehnten Arrondissement das vielseitige Viertel Montparnasse befindet, in dem vor allem in den Zwanzigerjahren die Kunst- und Literaturszene der Stadt aufblühte, ist in den Bezirk mittlerweile eher etwas Ruhe eingekehrt. Sehenswert sind vor allem der Friedhof Montparnasse, auf dem französische Berühmtheiten begraben sind, und die Katakomben, die von der Place Denfert-Rochereau aus zugänglich sind.

Fünfzehntes Arrondissement (Vaugirard)

Das Fünfzehnte Arrondissement ist unter allen zwanzig Pariser Arrondissements das größte und bevölkerungsreichste, doch es ist touristisch noch nicht besonders gut erschlossen. Eine dicht besiedelte Wohngegend und ein Geschäftsviertel prägen den Bezirk auf der linken Uferseite der Seine im südwestlichen Teil der Stadt. Der Parc André Citroën sticht hervor, denn er gilt als besonders innovativer und interessanter Park unter den modernen Pariser Grünanlagen.

Sechzehntes Arrondissement (Passy)

Neben dem exklusiven Siebenten Arrondissement gilt auch das Sechzehnte Arrondissment – und insbesondere der Stadtteil Passy – als bevorzugte Wohngegend der wohlhabenderen Pariser Bevölkerung. Die von der Place de Costa Rica bis zur Chaussée de la Muette reichende Rue de Passy ist von exklusiven, luxuriösen Boutiquen und eleganten Ladenketten gesäumt. In den Geschäften lassen sich oft amerikanische Akzente vernehmen, immerhin ist die Gegend bei Geschäftsleuten, die mit ihren Familien aus Nordamerika hergezogen sind, sehr beliebt. Im Palais de Tokyo können Besucher, die sich für moderne Kunst interessieren, viele kostenlose Ausstellungen besuchen. Ebenfalls sehenswert sind der Friedhof Cimetiere de Passy sowie das Maison de Balzac. Mittlerweile wurde das Haus des berühmten französischen Schriftstellers Honoré de Balzac in ein Museum umgewandelt.

Siebzehntes Arrondissement (Batignolles-Monceau)

Ebenso wie die Gegend „SoPi“ erfährt auch das Siebzehnte Arrondissement einen Wandel. Der Bezirk, in dem immer mehr Bars und Bistros entstehen, erfreut sich bei den sogenannten „Bobos“ (abgeleitet von „bourgeois-bohémien“; Bezeichnung für meist jüngere, liberale, gebildete und wohlhabende Bürger mit nichtkonformistischen Werten) immer größerer Beliebtheit. Das Viertel Batignolles bietet neben günstigen Mieten auch eine gute Anbindung an Sehenswürdigkeiten wie die Champ-Elysées und den Parc Monceau. Es liegt zwar etwas abseits der Touristenpfade nördlich des Triumphbogens, der nordöstliche Teil des Viertels wird aber immer belebter. Das Siebzehnte Arrondissement ist besonders für seine Architektur im Haussmann-Stil berühmt, und die ruhigen, typischen Pariser Straßen lassen sich wunderbar bei einem Spaziergang erkunden.

Achtzehntes Arrondissement (Butte-Montmartre)

Das Achtzehnte Arrondissement beherbergt das berühmte historische Viertel Montmartre. Es ist vor allem für die Basilika Sacré-Cœur mit ihrer weißen Kuppel bekannt, die sich auf dem Hügel Montmartre befindet. Von oben wird ein herrlicher Ausblick geboten. Kleine Kopfsteinpflasterstraßen führen hinauf auf den Hügel mit kleinen Bars und Cafés, von deren winzigen Terrassen aus eine wunderbare Aussicht genossen werden kann. Sehenswert sind auch das kleine Museum Espace Dali, in dem sich Werke des bekannten Künstlers des Surrealismus, Salvador Dali, bewundern lassen. Auch ein Weinberg, der Friedhof Cimietiere de Montmartre, auf dem viele bekannte Künstler begraben wurden sowie eine Standseilbahn, die den Berg hinauf fährt, zählen zu den Attraktionen der Umgebung. Das Viertel Montmartre konnte einen großen Teil seines historischen Charakters bewahren und auch wenn es im Sommer manchmal etwas voller wird, lohnt sich ein Besuch durchaus, um in das wahre Pariser Leben einzutauchen.

Neunzehntes Arrondissement (Buttes-Chaumont)

Der unter Napoleon III. nach einem britischen Entwurf errichtete Parc des Buttes-Chaumont ist ein beliebtes Ziel im Neunzehnten Arrondissement im Norden von Paris. Der Hauptkonstrukteur Baron Haussmann nutzte Dynamit, um durch Sprengungen besonders dramatische, sich voneinander abgrenzende Landschaften zu schaffen. So befinden sich in dem Park unter anderem ein Felsen, ein romantischer Wasserfall, ein kleiner Tempel, der einem alten römischen Relikt nachempfunden wurde, eine Grotte sowie über 24 Hektar große Grünflächen und Blumenbeete. Auch die Straßen, die zu dem Park führen, lassen sich gut erkunden und bieten einen Einblick in einen älteren, originelleren Teil von Paris.

Zwanzigstes Arrondissement (Menilmontant)

Das Zwanzigste Arrondissement besteht vor allem aus Wohngebieten, bietet jedoch mit dem Cimitiere du Pere-Lachaise auch eine äußerst bekannte Attraktion. Auf dem scheinbar meistbesuchten Friedhof der Welt sind bekannte Pariser Schriftsteller, Künstler und Politiker sowie Berühmtheiten wie Oscar Wilde und Jim Morrison begraben.

Mein Name ist Patricia

Mein Name ist Patricia Lefèvre, ich bin deutsch-französin. Meine Eltern sind Deutsche und ich bin in Frankreich geboren.
Mein Vater ist Ingenieur für Fahrzeugbau, meine Mutter Apothekerin. Da beide in frühen Jahren die Liebe zu Frankreich entdecken und nicht nur um dort Urlaub zu machen, gingen sie Anfang der 70er nach Frankreich. Mein Vater arbeitete bei Citroën in der Getriebeentwicklung im Werk in Metz und meine Mutter als Apothekerin in Metz.

Ende der 70er wurde in Trèmery, bei Metz, ein neues Motorenwerk von Citroën und Peugeot gebaut – welches heute das größte Dieselmotorenwerk der Welt ist.
Da die kleine Gemeide Trèmery in kürzester Zeit wuchs, beschlossen meine Eltern sich mit einer Apotheke selbständig zu machen.
So wurde mir von beiden der Grundstock von Wissenschaft von Kindheit an mitgegeben.
Da ich immer wissen wollte wie was und warun funktioniert oder so ist, studierte ich in Paris an der Universität Pierre et Marie Curie, nach Pierre und Marie Skłodowska Curie benannt, Physik und Mathematik.

Nach dem Studium blieb ich an der Uni, wechselte dort zu ISIR – Institute of Intelligent Systems and Robotics.

2005 ging ich aus privaten Gründen zu meinen Großeltern nach Reutlingen und studierte an der Uni Tübingen Nanotechnologie. 2008 wurde ich Dozentin für Angewandte Physik.

2010 wurde meine Tochter und 2013 mein Sohn in Reutlingen geboren. In dieser Zeit schrieb ich auch meine Dissertation.

Im Herbst 2019 ging ich mit meiner Familie nach Frankreich und bin seit dieser Zeit an der UBFC – Université Bourgogne Franche-Comté, in der Forschung der Nanotechnologie. Da die UBFC eng mit der ESA – European Space Agency, im Bereich Nanotechnologie zusammen arbeitet, ist dies für mich nochmals eine Herausforderung in der unglaublichen Weite dieser Technologie.

Ich bin ein Naturmensch und diese erlebe ich zu Fuß, mit dem Rad oder Kanu. Wann immer es die Zeit zulässt, gehe ich mit der Familie – oder auch eine Woche alleine mit meinem Hund campen, und dies nicht nur im Juli oder August. Rucksack, Zelt und ne Flasche Wein – mehr brauche ich für ein Wochenende nicht. Ich habe einen Jagdschein und besorge mir das Abendessen selbst.
Ich weiß, dass dieses Thema sehr kontrovers diskutiert wird und gerade jene am lautesten schreien, die die wenigste Ahnung von Naturschutz haben.

Wie kam ich als Autorin zu dieser Seite?
Gute Frage.

Auf der social media Plattform Facebook bin über das Profil von Nila Khalil gestolpert. Ich las einige Zeir ihre Texte und Beiträge. Je mehr ich las, um so mehr kam der Wow-Effekt. Ich schrieb sie an und dachte mir auch gleich – sie wird sowieso nicht antworten. Tat sie weniger Zeit später und wir waren sofort auf einer Linie. In oder über ihr Account las ich ständig Beiträge von Evke Freya von Ahlefeldt und Naike Juchem. Über Evke lernte ich dann auch Naike kennen und auch bei ihnen waren gleich eine Basis da.

Am Anfang gab es auf der Seite oder in den Kommentaren von mir, bzw Naike, sehr oft eine Verwechslung mit meinem Namen und Person. Naike schreibt ein Buch über die Hintergründe in der Humanitären Hilfe aus Südostasien und da kommt auch eine Patricia Lefèvre vor.
Ich fühlte mich sehr geehrte, dass dieser Name eine Hauptrolle in diesem Buch ist – aber ich kann es nicht sein, da ich zum einen 6 Jahre später als jene Patricia Lefèvre geboren wurde und ich diesen Nachnamen durch Heirat bekommen habe.

Mit den anderen Autorinnen sind wir ein super cooles Team. Auch wenn ich bei den Mädels die „Erklärtante“ bin, ist Naike „das Wikipedia von Facebook“ , Wortlaut von Amira. Dies kann ich in den vier Monaten der Zusammenarbeit voll und ganz bestätigen. Naike hat ein schier unglaubliches Wissen und dies gepaart mit ihrem Teamgeist, macht das schreiben für diese Seite um einiges angenehmer.

Da ich mit meinem „Fachgebiet“ in diesem Team etwas aus der Rolle falle – ergänzen wir uns trotzdem in so vielen Themen. Wir laufen uns mit den Beiträgen nicht über die Füße, und trotzdem ergänzen wir uns.
Ich glaube diese Konstellation von Menschenrechte, Klimaschutz, Historischen Hintergründe und Forschung, ist ziemlich einmalig.

Mittlerweile sind wir auch etwas mehr mit WordPress vertraut und geben uns Mühe, euch einen vernünftigen Auftritt für unsere Texte zu zeigen.
Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr diese sehr gerne stellen. Wir sind auf Facebook, Twitter (nur Nila und Naike) und über WordPress, bzw. Mail zu erreichen.

Nun wünsche ich den Leser*innen einen schönen Aufenthalt auf unserer Website, bei spannenden und lehrreichen Themen und Texten.

Eure Patricia

Distanzreiten

Reiten ist nicht zwangsläufig Tierquälerei

Autorin Evke Freya von Ahlefeldt


Wenn es nach den Worten von einigen (recht vielen) unwissenden Menschen geht, ist reiten reinste Tierquälerei und das Reiten, wie auch Reitsport, verboten werden müsste. Dann dürfte nach dieser Logik auch kein Mensch ein Tier besitzen! Selbst der putzige Kanarienvogel in der Reihenhaussiedlung Önkelsieg, ist in seinem kleinen Käfig Tierquälerei

Wie bei allen Tier-Mensch-Beziehungen geht es auch beim Reiten um Vertrauen.
Nicht jedes Pferd lässt sich Ausreiten, genauso wie nicht jeder Hund ein Such- oder Schutzhund ist. Es kommt auf den Charakter von dem Tier an. Es gibt Pferde, die lassen sich durchs nichts im Gelände erschüttern. Ob nun Hunde, Kühe, auffliegende Vögel, ratternde Traktoren und wackelige Brücken – sie bleiben entspannt.
Und dann gibt es Pferde, die bei einem Jogger in einem Kilometer Entfernung bereits nervös werden. Mit ihnen wird schon der kürzeste Ausritt eine Herausforderung. Wenn man dann noch unerfahren ist oder sich nicht mit dem Pferd verbinden kann, scheut das Pferd und kann den Reiter abwerfen. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter und wenn man diesen kennt, und auch auf einen Jogger oder Hund  in weiter Entfernung reagieren kann, bekommt das Pferd das Vertrauen  – es ist alles gut.

Pferde brauchen Bewegung
Pferde leben in freier Wildbahn in Steppen und bewegen sich circa 15–16 Stunden am Tag. Sie grasen auch während sie gehen. Schnellere Gangarten sind daher eher selten. In der restlichen Zeit liegen sie oder pflegen soziale Kontakte. Das langsame mehrstündige Vorwärtsgehen des Pferdes ist ein Grundbedürfnis und wenn man dies mit einem Pferd tut, ist alles gut.
Es spricht nichts gegen einen Ritt auf einem Pferd.

Der Schutz des Pferdes

Es gibt heute mehr als nur Sattel und Hufeisen für Pferde.
Eine regelrechte Industrie ist in den letzten Jahrzehnten entstanden, die sich mit allerlei nützlichen und unnützen Dingen rund um das Pferd entwickeln hat.
Ich lieste nur ein paar Punkte auf, die für die Gesundheit und Wohlbefinden des Pferdes wichtig sind.

Der Sattel

Der Sattel ist ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand für das Pferd. Ähnlich wie ein Schuh beim Menschen, muss er wirklich passen, damit nichts zwickt oder reibt. Ein Sattel kostet zwischen 300 und 4500€ nach oben gibt es natürlich keine Grenzen. Der Sattel muss auch zum Reiter und für den Zweck passen.

Zaumzeug und Zügel

Grundsätzlich ist hier ebenso wie beim Sattel die Passform des Zaumes sehr wichtig, um dem Pferd beim Reiten keine Schmerzen oder Verletzungen zu zufügen. Elementare Bestandteile des Zaumes sind das Halfter und Kandare oder Trense – allerdings gibt es auch gebisslose Zäume wie das Hackamore. An dem Kopfgestell sind die Zügel befestigt. Bei der Bodenarbeit nennt man diese Lenkhilfen Longenleine, beim Fahrsport werden sie als Leinen bezeichnet. Über die Zügel oder Leinen können Druckpunkte im Maul, am Kinn und im Genick angesteuert und das Pferd entsprechend navigiert werden.

Der Hufschuh

Unter einem Hufschuh versteht man einen nicht permanent mit dem Huf verbundenen Hufschutz. Der Hufschuh wird über den Huf eines Pferdes gezogen und befestigt. Eingesetzt werden Hufschuhe bei Hufen, die aus Krankheitsgründen nicht mit einem traditionell aufgenagelten oder auch verklebten Hufbeschlag beschlagen werden können, weil ein Schutz der Hufe nur temporär benötigt wird, z. B. Wanderritten mit wechselnden Untergründen oder Ausritten auf hartem Boden, oder das Pferd auf natürlichen Barhuf umgestellt wird.

Hufglocken und Gamaschen

Die Hufglocken sind auch eine Art Gamaschen, die jedoch nur um den Huf bzw. Ballen gelegt werden. Sie schützen die der Pferde vor Verletzungen, so wird vermieden, dass sich das Pferd selber mit seinen Hinterhufen in die Fesseln und den Ballen treten kann. Außerdem  wird ein runtertreten der Hufeisen beim Laufen oder Galopp verhindert. Sie sind äußerst strapazierfähig und reißfest.
Auch die Gamaschen schützen die Beine der Pferde vor Schlägen und Stößen. Vor allem Pferde mit Hufeisen können sich beim Springen, Reiten oder Freilaufen leicht mit den Eisen gegen die eigenen Beine schlagen.

Hufeisen

Warum muss man Pferd beschlagen ?

Bei Pferden in freier Wildbahn oder auch bei den früheren Wildpferden, wird so viel Horn beim Laufen und Galoppieren abgerieben. Dadurch, dass sich Pferde heute kaum noch wild, sondern vielmehr mit dem Reiter auf dem Rücken bewegen, ist der Huf ganz anderen Anforderungen ausgesetzt. Gerade wenn Pferde viel auf hartem, steinigem Untergrund laufen, nutzt sich die Hornschicht schneller ab. Pflaster oder asphaltierte Straßen sind Gift für den Huf. Durch den Beschlag oder kleben mit Hufeisen wird der Huf vor der zu schnellen Abnutzung und vor Verletzungen geschützt.
Das Beschlagen tut dem Pferd nicht weh! Der Mensch schneidet sich ja auch die Finger- und Fußnägel.

Soweit mal einen Minimalen in Dinge die man braucht um überhaupt reiten zu können.

Reiten

Man kann einem Pferd mit Gewalt und Machtdemonstration, hier vor allem im Dressureiten aufzwingen, oder man lässt Pferd auch Pferd sein.
Ich halte von Dressureiten überhaupt nichts, denn dies ist gegen die Natur von einem Pferd.

Auch das bekannte Westernreiten ist nicht unbedingt Tierfreundlich da es um Geschwindigkeit und Wendigkeit geht. Das Pferd muss aus dem Stand angaloppieren, sich schnell um die eigene Achse drehen oder Vollbremsungen machen. Hier kommt es auch sehr oft zu Verletzungen der Sehnen oder Bänder.

Der Freizeitritt ist eigentlich die beste Art der Bewegung für das Pferd.
Beim sogenannten Wanderreiten hält man die Zügel locker und das Pferd entscheidet selbst ob es über Bäumen oder Büsche Springen will oder gemütlich über die Flure schlendern. Ein versierter Reiter merkt wie sein Pferd auf Hindernisse reagiert oder ob es mal an Zeit ist einen Zahn zuzulegen.

Ich reite oft mehrere Tage und lasse mein Pferd auch galoppieren oder über herausfordernde Strecken reiten. Dafür muss aber ein Bedingungsloses Vertrauen zwischen beiden sein und man muss das Tagespensum der Kondition des Pferdes angepassten.

Ich reite mein Lebenlang

Ich reite seit 36 Jahren. Also, ich konnte noch nicht richtig laufen, da saß ich schon auf einem Pferd.
Mit ungefähr 10 Jahren fing ich intensiv mit dem Reitsport an. Voltigieren machte ich vier Jahre, mir gab dieser Sport nichts, denn dies ist für mich ein „Mädchensport“.

Mit 14 fing ich mit dem Springreiten an

Beim Springen muss man schnellstmöglichst ein Parcours von Hindernissen ohne Abwürfe überwinden. Dafür braucht es Schnelligkeit, Gefühl für das Pferd, Balance und auch etwas Mut.
Beim Springreiten muss man das  Pferd so an den Sprung heran reiten, damit das Pferd beim Absprung eine optimale Flugkurve entwickeln kann. Man muss sehr präzise reiten, und mit dem Pferd über die Hindernissen reiten.

Beim Sprungreiten muss der Reiter merken, wenn das Pferd nicht will oder kann. Es gibt viele Faktoren die einen Sprung versauen können. Man ist zu nah an das Hinderniss geritten oder zieht das Pferd zu früh hoch.
Ab und an mache ich mit meiner Wyke auch Springreiten. Wenn sie den Sprung aus welchen Gründen auch immer abbricht, ist dies völlig in Ordnung. Wenn ich merke, der Sprung kann meinem Pferd die Hölzer gegen die Beine schlagen, ziehe ich das Pferd zurück.

Im Studium in Frankreich kam ich an den Distanzritt.
Das Distanzreiten ist in Deutschland nicht so sehr bekannt, in Frankreich schon eher. Dies reite ich heute noch und macht mir auch mehr Spaß als im Kreis zu reiten.

Der Distanzritt ist die ursprünglichste Form den reiten von Mensch und Pferd.

Beim Distanzreiten geht es darum, mit dem Pferd eine vorgegebene Distanz in schnellstmöglicher Zeit zu reiten.
Wer bei solchen Wettkämpfen seinem Pferd die „Sporen“ gibt und meint das Tier bis ans Limit laufen zu lassen, kann schon an dem ersten oder zweiten Vet-Gates ausgeschieden sein.
Diese sogenannten Vet-Gates sind Haltestadionen auf dem Ritt und dort werden die Pferde tierärztlich untersucht. Nur Pferde, die ohne Beanstandung die tierärztlichen Untersuchungen durchlaufen, dürfen den Distanzritt fortsetzen.

Bei diesem Sport kommt es nicht darauf an, wer als erstes im Ziel ist, sondern wie Puls, Atmung, Bewegungsablauf und Gesundheitszustand des Pferdes ist. Nach jedem Wettkampf muss das Pferd in einer vorgegeben Zeit einem Tierarzt vorgeführt werden und erst wenn dieser einen einwandfreien Zustand vom Pferd bescheinigt, ist der eigentliche Wettkampf beendet. Ich hatte bei den Vet-Gates noch nie Probleme gehabt. Ich merke schon, wenn Wyke eine Pause – langsamenTrab braucht oder will.

Der Distanzritt ist schon cool, weil man das Pferd nach seiner Laune laufen lassen kann. Pferde brauchen Bewegung und wenn das Pferd selbst die Geschwindigkeit geben kann, ist dies noch viel besser. Ähnlich wie bei Hunden, die spielen, laufen oder schnuppern wollen, hat auch ein Pferd sein „Macken“. Beim Distanzreiten gibt es auch den Vorteil, dass man in Gruppen reiten kann und so ziehen sich die Pferd gegenseitig an oder schnaufen im langsamen Trab durch.

Die Königsdistanz beim Distanzreiten in der Marathon: der „100-Meiler“.
Reiter und Pferd legen bei disem Wettkampf an einem Tag 160 Kilometer zurück. Bis Pferd und Reiter soweit sind, dauert es Jahre.
Internationale Ritte werden ab einer Länge von 80 Kilometern ausgeschrieben, und dies ist schon sehr sehr ansteckend.

Ich denke, dass ich nun ausführlich erklärt habe, wie ich mit Pferden umgehe und bestimmt keine Tierquälerin bin, nur weil ich reite.

Evke Freya von Ahlefeldt, Paris, 10. Oktober 2021

Banlieues

Krawalle in den Banlieues in Paris

Trostlosigkeit, Armut, Gewalt und keine Perspektive – dies sind die Schlagwörter für die Vororte von Paris.

Autorin Evke Freya von Ahlefeldt

Einleitung
Wer in einem Banlieues wohnt oder aufwächst, hat den Ausschluss an die Gesellschaft verloren.
Die Schulen in den Banlieues gleichen Gebäude in einem Kriegsgebiet. Es gibt kaum jemand der freiwillig in die Banlieues will und schon gar nicht als Lehrer.
Gewalt ist an der Tagesordnung. Dies geht von banalem Diebstahl über Körperverletzung bis Mord.
Es kommt auch hin und wieder vor, dass man dein Auto anzündet.

Die Problematik in den Banlieues besteht seit über 50 Jahren und es scheint auch keine Besserung in Sicht zu sein.

Ich bin Ehrenamtliches Mitglied bei Le Samusocial de Paris und Hauptberuflich im Kriseninterventionsteam der UN mit Stützpunkt Frankreich, werde aber auch schon mal gerufen, wenn es brennt – im wahrsten Sinn des Wortes. Wenn mal wieder der Mob in einem der berüchtigten Banlieues seine Aggressionen auslässt, rücken zuerst Hundterschaften von Polizisten und Feuerwehrleute an. Wenn die Krawallen unter Kontrolle sind, kommen Ärzte, Psychologen, Seelsorger, Sozialarbeiter und eben Krisen erprobte Fachleute zu den Brennpunkten.
Nach dem Chaos müssen viele Menschen medizinisch und psychologisch betreut werden, denn es werden schon mal Wohnung, Kioske und Läden durch die Krawalle zerstört. Manche Menschen verlieren an einem Abend oder Nacht ihren Besitz oder Existenz.

Wenn ich zum Einsatzort komme, werden ich von Männern der Einsatzpolizei (SEK) begleitet. Auch habe ich immer eine Schutzweste an, denn es kann schon mal vorkommen, dass eine Person ein Messer oder Waffe zieht.
Wie schon geschrieben, wächst man in den Banlieues mit einer alltäglichen Gewalt auf und Selbstjustiz gehört zum Alltag wie der morgentlichen Gang zum Bäcker.

Ich könnte tagelang schreiben, was ich in den letzten Jahren in den Banlieues erlebt habe, der Unfall in Beirut, im August 2020, kommt nicht annähernd an das was ich an Elend, Armut, Krankheiten und Hoffnungslosigkeit in den Vororten von Paris sah.

Seit ein paar Monaten sind Street-Art Künstler im 13. Arrondissement und geben einigen der Häuser etwas Farbe oder malen Bilder auf die Fassaden. Farbe löst aber die Probleme nicht.

Die Politik hat seit Jahrzehnten die Menschen im Stich gelassen und für eine Rückkehr in die Normalität ist es schon lange zu spät. Die Kriminalität hat schon lange die Banlieues im Griff und durch die vielen Banden, Drogen und Prostitution sind die Vororte ein Mikrokosmos mit eigenen Gesetze in einer Millionen Metropole.

Die Banlieues von Paris

Der Großteil der Banlieues in Frankreich entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, als massive Wohnungsnot zum Bau neuer Hochhaussiedlungen in die Nähe der Industriestandorte führte. Sollte die moderne Architektur der Großwohnsiedlungen ursprünglich Symbol des wirtschaftlichen Aufschwungs und eines neuen Lebensstils sein, so verlor sie jedoch schnell an Attraktivität. Infrastrukturelle Mängel infolge einer strikten Trennung von Wohnen und Arbeiten sowie bauliche Missstände wurden schnell sichtbar. Wer es sich leisten konnte, zog in die Einfamilienhausgebiete im suburbanen Raum oder in die Innenstadt.

Größtenteils bezogen Einwanderer insbesondere aus den ehemaligen französischen Kolonien in Nordafrika die leer stehenden Wohnungen. In den 1970er Jahren führten Wirtschaftskrise und Desindustrialisierung zu hoher Arbeitslosigkeit unter den Vorstadtbewohnern. So entwickelten sich die Banlieues rasch zu einem Auffangbecken für die sogenannte Problembevölkerung. Sozialräumliche Ausgrenzung, infrastrukturelle Mängel und politische Vernachlässigung bilden seither eine explosive Mischung, die sich regelmäßig in kollektiver Gewalt entlädt.

Chronische Unruhen

Die Debatte über die Lebensumstände in den Banlieues begann mit den ersten offiziell registrierten Unruhen im Sommer 1981. In Folge einer Verfolgungsjagd zwischen Jugendlichen und der Polizei in einem Vorort von Lyon waren mehrere hundert Fahrzeuge in der Umgebung von Lyon, Paris und Marseille in Brand gesetzt worden. Seither sind Ausschreitungen in den Banlieues zu einem chronischen Phänomen in Frankreich geworden. Im Herbst 2005 erreichten die Unruhen schließlich ein Ausmaß, das in seiner Dauer und geographischer Ausbreitung selbst Experten überraschte. Zwischen dem 27. Oktober und dem 17. November 2005 lieferten sich jugendliche Vorstadtbewohner in ganz Frankreich Straßenschlachten mit der Polizei. Im Verlauf brannten mehr als 10.000 Fahrzeuge. Hunderte öffentliche Gebäude wurden zerstört, darunter Schulen, Kindergärten, Sporthallen, Postämter, Rathäuser und Polizeidienststellen.

Auslöser der Gewalt war der Tod zweier Jugendlicher mit maghrebinischem Migrationshintergrund, die in einem Trafohäuschen Zuflucht vor einer Polizeikontrolle gesucht hatten und an einem Stromschlag starben. Am 8. November ließ die Regierung erstmals seit dem Algerienkrieg den Ausnahmezustand ausrufen, der bis Januar 2006 anhielt. Die Reaktionen der Regierenden wurden vielfach kritisiert, insbesondere die Äußerungen des damaligen Innenministers Nicolas Sarkozy, der gleich zu Beginn der Unruhen Öl ins Feuer goss, indem er die Jugendlichen als „Abschaum“ abstempelte und ankündigte, die Vororte mit einem „Hochdruckreiniger“ säubern zu wollen.

Seit 2005 hat es viele weitere Ausschreitungen in Frankreich gegeben, die jedoch kein vergleichbares Ausmaß erlangt haben. Gleichwohl zeugen die Ausschreitungen der letzten Jahre, beispielsweise 2007 in Villier-le-Bel, 2010 in Grenoble oder zuletzt 2012 in Amiens, von einer sehr viel höheren Gewaltbereitschaft der Jugendlichen. Die Erklärungsansätze in Wissenschaft und Politik für die Ursachen der Unruhen sind vielfältig: sie reichen von einer sich verschärfenden sozialräumlichen Ausgrenzung, einer Krise des republikanischen Integrationsmodells, einer postkolonialen Krise, mangelhafter Stadtpolitik, extremer Repression durch die Polizei über eine zunehmende Islamisierung und Kriminalität unter Jugendlichen bis hin zu negativem Einfluss der Medien.

Ausgrenzung auf allen Ebenen

Die Konzentration sozioökonomischer und städtebaulicher Probleme bleibt trotz massiver staatlicher Maßnahmen charakteristisch für die Situation der Banlieues, in denen knapp fünf Millionen Franzosen leben. Neben einer defizitären Ausstattung des Wohnumfeldes, einer schlechten Anbindung an die Innenstädte und desolaten Wohnverhältnissen liegen auch viele andere soziale Indikatoren seit Jahren deutlich unter dem nationalen Durchschnitt. Laut dem letzen Bericht der Nationalen Beobachtungsstelle kritischer Stadtteile  war die Arbeitslosenquote in den von der Politik als Problemgebiete ausgewiesenen Vierteln im Jahr 2010 mit 20,9 Prozent doppelt so hoch wie im nationalen Durchschnitt. Die durchschnittliche Jugendarbeitslosenquote lag im selben Jahr bei 41,7 Prozent (23,2 Prozent im nationalen Durchschnitt). Ein Drittel der Bevölkerung lebte 2009 unter der Armutsgrenze und auch das Bildungsniveau liegt deutlich unter dem nationalen Level. 53 Prozent der beschäftigten Jugendlichen besaßen im Jahr 2010 nur den niedrigsten Schulabschluss.

Die Stigmatisierung der Banlieue als ’sozialer Brennpunkt’ oder ‚Ghetto’ hat darüber hinaus dazu geführt, dass die räumliche Konzentration sozialer Probleme selbst zur Ursache für Ausgrenzung und Benachteiligung geworden ist. So haben viele Studien gezeigt, dass die Bewohner der Problemgebiete aufgrund ihres Wohnortes beim Eintritt in das Berufsleben sowie bei der Wohnungssuche außerhalb der Problemviertel diskriminiert werden. Diese Diskriminierungen betreffen in besonderem Maße Migranten, die mehr als die Hälfte aller Vorstadtbewohner stellen.

Aufgrund des hohen Migrantenanteils und weil an den Ausschreitungen vor allem maghrebinische Einwanderer der zweiten Generation beteiligt waren, sind die Vororte auch zu einem Synonym für gescheiterte Integration geworden. Nach den Unruhen von 2005 standen das französische Integrationsmodell und sein republikanischer Gleichheitsanspruch überall zur Debatte. Das Integrationsversprechen Frankreichs besteht darin, die Gleichheit aller französischen Bürger im Staatsbürgerschaftsrecht und den staatlichen Institutionen zu garantieren – unabhängig von sozialen, religiösen, ethnischen oder territorialen Unterschieden.

Angesichts der Diskriminierungen, Stigmatisierung und sozialräumlichen Ausgrenzung in den Banlieues kann der Staat dieses Versprechen jedoch nicht einlösen. Frustration und Aggression erscheinen als logische Konsequenz der Diskrepanz zwischen den versprochenen Werten und der täglich erlebten Ausgrenzung. Dies erklärt auch, warum sich die Gewalt der Jugendlichen bei den Ausschreitungen insbesondere gegen staatliche Institutionen wie Schule oder Polizei richtet. Hinzu kommt, dass neben der generellen Stigmatisierung auch eine Ethnisierung des Banlieue-Diskurses stattfindet. Dabei wird die Krise der Vorstädte in der Öffentlichkeit oft auf die ethnische Herkunft oder Religiosität der Bewohner und damit verbundene Problemlagen zurückgeführt, so dass das soziale Stigma vom ethnischen nicht mehr zu trennen ist. Konsequenz dieser doppelten Stigmatisierung sind wiederum weitere Diskriminierungen, Rassismus, aber auch das Erstarken islamischer Subkulturen.

Neben der sozialräumlichen und ethnisch-religiösen Ausgrenzung sind die Banlieues auch von politischen Entfremdungsprozessen betroffen. Die Wahlbeteiligung ist trotz steigender Tendenz seit Jahren sehr gering. Die Gründung des Bürgerrechtskollektiv ACLEFEU (der Name bedeutet so viel wie „Genug vom Feuer“) nach den Unruhen von 2005 und das Schreiben von Beschwerdebriefen an die Regierung verdeutlichen die Unzufriedenheit der Bewohner mit ihrem mangelnden Einfluss und der unzureichenden politischen Aufmerksamkeit für ihre Probleme. Mit dem Niedergang der gesellschaftlichen Bedeutung der Industriearbeiterschaft und ihrer gewerkschaftlichen Organisation, hoher Arbeitslosigkeit und ethnischer Vielfalt haben die Banlieues zudem an sozialem Zusammenhalt verloren, was eine gemeinsame Interessenartikulation und -durchsetzung erschwert.

Zwischen Stadtpolitik und Sicherheitspolitik

Das staatliche Vorgehen in den Banlieues wird von zwei Hauptpolitiken geprägt: der Stadtpolitik und der Sicherheitspolitik. Die Stadtpolitik wurde Anfang der 1980er Jahre als Reaktion auf die ersten Unruhen etabliert, es existiert ein entsprechendes Ministerium. Ihr Ziel ist nicht nur die Sanierung der mittlerweile 751 Problemgebiete sondern auch die Verbesserung der schulischen, sozialen und kulturellen Versorgung, Kriminalitätsbekämpfung sowie die Stärkung lokaler Ökonomien. So soll beispielsweise die Ansiedlung von Unternehmen durch Steuererleichterungen gefördert werden. Zusätzliche finanzielle Mittel und eine spezielle Lehrerausbildung sollen zur Verbesserung des Bildungssystems beitragen.

Im Jahr 2008 wurde zudem vom damaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ein „Marshall-Plan“ mit dem Titel Espoir Banlieue initiiert, dessen Hauptziel die Etablierung von Chancengleichheit und die Verringerung struktureller Unterschiede zwischen den Vierteln ist. Die anhaltenden Unruhen und die aktuelle soziale Situation verdeutlichen jedoch, dass die bisherigen Maßnahmen keine Lösung für die komplexen gesellschaftlichen Problemlagen bieten. Insbesondere in Bezug auf die Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus bleibt die Stadtpolitik machtlos angesichts der Unmöglichkeit einer expliziten Minderheitenförderung aufgrund des republikanischen Gleichheitsprinzips.

Die Stigmatisierung der Banlieue als desorganisierter krimineller Raum sowie die tatsächliche Zunahme von Kriminalität und Gewalt haben zudem zur Etablierung einer umfangreichen Sicherheitspolitik mit speziellen Polizeieinheiten für städtische Gewalt geführt. Die konkreten Zielsetzungen dieser Politik variieren je nach Regierung. Während die linken Regierungen ihren Fokus auf eine Polizeistrategie der Nähe setzten, etablierten die rechten Regierungen eine Politik des law and order mit einer extremen Präsenz von Sicherheitskräften. Exemplarisch sind hier die repressiven Maßnahmen Nicolas Sarkozys nach den Unruhen von 2005. Das Resultat ist jedoch kein Rückgang der Gewalt sondern vielmehr ein extrem konfliktbelastetes Verhältnis zwischen Polizei und Jugendlichen, welches nach Meinung vieler Experten Unruhen provoziert.

Im August 2012 hat die französische Regierung ein neues Sicherheitskonzept vorgestellt, welches die Schaffung von jährlich 500 zusätzlichen Stellen bei der Polizei ebenso vorsieht wie die Einrichtung von 15 prioritären Sicherheitszonen in den sozialen Brennpunkten ausgewählter Städte. Ob diese Maßnahmen greifen, bleibt abzuwarten. Einer weiteren Stigmatisierung der Banlieue wirken sie jedenfalls nicht entgegen.

Evke Freya von Ahlefeldt, Paris, 10. Oktober 2021

Ich bin Evke

Ich bin Evke Freya von Ahlefeldt, meine beiden Vornamen sind so alt wie mein Nachname. Sie geht bis ins 12. Jahrhundert zurück.
Oft werden meine Vornamen der nordischen oder niederländischen Sprache zugeordnet — dem ist nicht so. Es sind alte germanische Namen.
Früher wünschte ich mir einen „normalen“ Namen. Ab der Teenager Zeit fand ich meine Namen richtig cool. Meine Freunde nennen mich Evke oder im französischen Ive.


Frankreich ist ein gutes Stichwort.
Nach meinem Abi an einem Gymnasium in Hildesheim, wollte ich erstmal die Welt entdecken. Hildesheim zählt nicht gerade zu den Metropolen dieser Welt, auch wenn es zu den ersten größeren Besiedelungen des Germanischen Reichs gehört und auf 5700 v Chr. datiert wird, ist es nicht der Nabel der Welt.
Nun reiste ich mit dem Abi in der Tasche in die große weite Welt. Mit einem Pappschild stand ich an der Bundesstraße und lies mich überraschen wohin es mich treiben / fahren wird. Da mein Reiseziel mit “ Ich will weg“ doch sehr weit ausgelegt werden konnte, fuhr mich der Zufall in Gestalt von einem älteren und sehr charmanten Herrn nach Dänemark zu seiner Tochter.
Es ging für mich nach vier Tagen weiter nach Schweden und dann nach Olso.
Von Oslo brachte mich mein Pappschild nach Trondheim. Ich erlebte die Weite und eine unglaubliche Schönheit der Natur. Ich war in Norwegen verliebt und wollte dort sogar zum studieren bleiben. Da ich für die Einschreibung an der NTNU, der Norwegian University of Science and Technology, zu spät war, blieben mir noch ein paar wunderschöne Tage in einer grandiosen Stadt.

Paris ruft

Jede andere hätte bei der Zusage der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, eine Universität für Rechts- und Politikwissenschaften, Wirtschafts- und Managementwissenschaften sowie Geisteswissenschaften, einen Luftsprung gemacht  – ich kaufe mir einen Joint und ein 6er Pack Bier.


Da es mit den Vorstellungen meiner Zukunft und dem daraus resultierenden Studium meiner Eltern und derer meinen Vorstellung doch erhebliche Defizite gab und ich keinen Bock auf Stress, Joints und Bier in den nächsten Jahren hatte, flog ich von dem paradiesischen Trondheim nach Hannover. Hildesheim hat selbst nach 7700 Jahren noch keinen Flugplatz – dafür alte Rosen. Dies nur am Rande.

Die drei Semester sind mir an der Uni schwer gefallen. Ob es am Gras, Alkohol oder diesem unglaublich trockenen Stoff von Politik- oder Wirtschaftswissenschaften lag, mag ich jetzt nicht zu beurteilen. Irgendwie würde ich das Studium beenden und dann ab nach Norwegen. Nun lebe ich schon seit 19 Jahren in Paris.

Ich zeigte damals einen guten (Wider)-Willen und irgendwann hatten meine Eltern ein Einsehen, dass man mir mit dem Hammer den Lehrstoff ins Hirn hätten schlagen können – ich hätte es nicht begriffen oder gewollt.
Ob jene Einsicht an dem doch erheblichen alkoholischen Leergut, dem süßlichen Geruch in meiner Studentenbude oder dem völligen Desinteresse für dieses Studium lag, mag ich nicht zu beurteilen. So studierte ich an der gleichen Uni dann Kunst und Archäologie. Ich schaffe sogar ohne Gras und Alkohol meinen Master.

An der Uni drückte mir jemand einen Flyer von „Action contre la faim“ (Aktion gegen den Hunger) in die Hand und ich wurde auf diese Truppe neugierig. Ich klopfte ein paar Tage später bei denen an die Tür und wir waren sofort auf einer Wellenlänge. Zwei Wochen später engagierte ich mich ehrenamtliche bei der coolen Gruppe.

Nach dem Studium arbeitete ich als Kunstrestauratorin und mir gefiel diese Arbeit. Die Mischung aus Geschichte, Archäologie und Kunst war und ist faszinierend.

Neben der Arbeit brachte ich mich bei Action contre la faim immer mehr ein und war auch mit einer Gruppe im Sudan,  Kongo und Mali im Einsatz für humanitäre Hilfe.
Durch Zufall las ich 2010 eine Stellenanzeige von UNICEF Paris. Noch während des Vorstellungsgespräch kündigte ich telefonisch meinen Job.

Beim Einsatz in Mali August/September 2021

UNICEF ist eine andere Welt

Durch meine Erfahrung bei Action contre la faim konnte ich die neuen Aufgaben verknüpfen und sogar verbinden. Schließlich arbeiten wir alle für das gleiche Ziel.
Bei UNICEF lag und liegt mein Einsatzgebiet in so gut wie allen Ländern westlich der Sahara.
2015 wurde mir die Leitung vom UNICEF Büro In Paris übertragen und so konnte und kann ich mit meinen ehemaligen Kollegen von Action contre la faim noch enger zusammenarbeiten. Das Wirtschaftsstudium hatte doch ein paar Vorteile.

Wir sind in Paris 15 Mitarbeiter_innen und planen, organisieren alles um Hilfsprojeke von der UN / UNECA ( UN -Wirtschaftskommission für Afrika) für UNICEF, UNHCR oder andere Unterorganisationen.

Dies hört sich jetzt alles sehr spektakulär und fantastisch an – ist es nicht! Die Realität ist gefährlich, erschütternd und oft ein Alptraum.

Um irgendwie selbst psychisch damit klar zukommen, nehme ich mir die Auszeit um mit meinem Pferd einen oder mehrere Tage im Nirgendwo zu sein.

Evke Freya von Ahlefeldt, Paris, 12. Juli 2021