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Die chinesische Schrift

Was man alles findet, wenn man asiatisch essen geht.
In einem asiatischen Restaurant, auch wenn es einen chinesischen Namen und auch von Chinesen geführt wird, ist das Essen noch lange nicht chinesisch. Die original chinesische Küche würde in Europa – oder auch außerhalb von China kaum jemand essen wollen. Dies nur am Rande.

Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupery

Ich fand ein Buch von
Antoine de Saint-Exupery unter einem Stapel Telefonbücher und Karnevals- Festzeitschriften. Gerade „Der kleine Prinz“ gehört mit seinen märchenhaften Erzählungen zu den erfolgreichsten Büchern der Weltliteratur.
Warum mache ich mir nun über ein Kinderbuch Gedanken, welches in chinesisch geschrieben ist. Dies kommt einem doch sehr spanisch vor.

Aus dem Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery

Die älteste Schrift der Welt

Nun, die chinesische Schrift ist die älteste Schrift der Welt und fast ein Viertel der Weltbevölkerung schreibt, spricht und ließt diese Sprache. Halt! Da gibt es doch Schriften die bedeutend älter sind als die chinesische. Stimmt! Nur wer schreibt heute noch in Keilschrift oder Hieroglyphen? Gut, es mag sein, dass eine Medikament oder Verordnung von einem Arzt auf einem Rezept jenen Hieroglyphen recht nahe kommt.

Die Faszination dieser Schrift liegt wohl darin, dass es kein Alphabet mit Buchstaben gibt, wie wir dies aus unserem lateinischen Alphabet kennen.
Die chinesische Schrift basiert auf einer Vielzahl von Schriftzeichen, wodurch sie auch zu den schwersten Schriften der Welt gehört. Jedes Schriftzeichen steht für eine Silbe, wodurch prinzipiell schon ein Schriftzeichen ein Wort bildet. Die meisten chinesischen Wörter bestehen aber aus mindestens zwei Silben – also zwei Schriftzeichen.
Laut einer Studie der Kaiserlichen Akademie „Guozijian“, welche als die älteste und höchste Universität Chinas gilt, und in der viele Werke von Konfuzius sind, wird die chinesische Schrift mit über
100.000 Schriftzeichen angegeben. Von dieser schier endlosen Zahl an Schriftzeichen werden im modernen China nur noch etwa 3000 bis 6000 Zeichen verwendet. Diese auch nur in gewissen Teilen, wodurch sich diese Zahlen wiederum auf etwa 1500 bis 2000 Zeichen im alltäglichen Leben relativieren.

Eine weitere Besonderheit ist, dass Chinesisch aus einer gesprochenen und einer geschriebenen Sprache besteht und es zwischen beiden keinerlei Verbindung gibt.

Im Jahr 1899 wurden die wahrscheinlich ältesten Schriftzeichen entdeckt und auf etwa 1400 vor Chr. datiert. Die Sprache an sich wird auf ungefähr 3000 Jahren geschätzt.
Durch die enorme Größe von China und den vielen politischen Auseinandersetzung in den vergangenen 2500 Jahren, hat sich die Schrift und Sprache geografisch verändert – so ist es auch heute noch.

Von der Bildschrift zu Schriftzeichen

Wie alle alten Schriften hat sich auch die chinesische von Bilder in Schriftzeichen gewandelt. Sogenannten Ideogramme, wie Haus, Baum, Sonne usw. , wurden nach und nach zu Wörter. So wurden nach und nach immer mehr Schriftzeichen entwickelt, welche an Komplexität zunahm und somit konnten ganze Sätze geschrieben werden.

Ich bin der Kaiser von China

Oft hört man den Satz:“ Ich bin der Kaiser von China“ und viele wissen nicht, was oder welcher Kaiser gemeint ist.

Qin Shi Huang Di war um 221 vor Chr. der erste Kaiser von China und ein nicht besonders beliebter Herrscher über das Reich der Mitte, welches eigentlich offiziell Zhonghua Renmin Gongheguo heißt.

Qin Shi Huang Di brachte eine der wohl wichtigsten Reformen im Reich der Mitte auf den Weg: die Vereinheitlichung von einem Kauderwelsch an Schriftzeichen.
Seine Reform zielte darauf ab, dass die Beamten in den einzelnen Provinzen untereinander kommunizieren konnten. Zu Zeiten von Qin Shi Huang Di hatte das Reich der Mitte schätzungsweise 30 Millionen Einwohner, wovon circa 2 Millionen durch Hinrichtungen oder Zwangsarbeit ums Leben kamen.
Selbst seinen eigenen Sohn ließ Kaiser Qin Shi Huang Di an den bau der berühmten Chinesen Mauer deportieren, weil er sich gegen die vielzahl von Hinrichtungen seines Vaters auflehnte.

Was Kaiser Qin Shi Huang Di in seiner Reform der Schrift begann, vollzog sich über mehr als zweitausend Jahre. Erst im Jahr 1956 wurde eine Vereinfachung der
traditionellen Langzeichen zu Kurzzeichen amtlich festgelegt.


Naike Juchem, Hürtgenwald-Gey, 20. September 22