Die Möhnetalsperre

Die Möhnetalsperre

Die Möhnetalsperre war seinerzeit eine der größten Staumauern in Europa.

Autorin: Naike Juchem

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau einer Wasserversorgung für das Ruhrgebiet begonnen. 1908 wurde der Grundstein für eines der größten Stauanlagen in Europa begonnen – der Möhnetalsperre.
Die Staumauer wurde nach Plänen und Vorgaben des Architekten Franz Brantzky gebaut und hat eine Länge von 650 Meter. Die Staumauer ist bis zu 40 Meter hoch kann 134,5 Millionen Kubikmeter Wasser aufstauen.
Noch heute zählt die Möhnetalsperre zu den wichtigsten Wasserversorgungspunkte des westlichen Ruhrgebiets.

Die Nacht des 17. Mai 1943

Die britische Royal Air-Force hat durch einen Luftangriff mit 19 Lancaster-Bomber, am 16. – 17. Mai 1943 verschiedene Talsperren in Deutschland angegriffen, wovon 8 Bomber und 56 Soldaten bei diesem Einsatz nicht mehr aus dem Feindesland zurück kamen.

Blick auf den Möhnesee

Die im Norden Englands getesteten speziellen Rollbomben sollten im Nazi-Deutschland verheerende Schäden anrichten. So startete um 21.39 Uhr auf dem Luftwaffenstützpunkt Scampton die erste Angriffswelle mit 9 Lancaster-Bomber.
Um 0.15 Uhr erreichte der erste Bomber der Royal Air-Force den Möhnesee. Um 0.28 explodierte die erste Rollbombe der Briten 50 Meter südlich von der Staumauer. Fünf Minuten später wurde von der Lancaster AJ-M eine weitere Rollbombe abgeworfen. Diese sprang über die Staumauer und explodierte im darunter liegenden Kraftwerk. Nach mehreren erfolglosen Abwürfe und mächtigen Gegenfeuer der Nazis, schlug um 0.49 Uhr die erste Rollbombe in die Staumauer ein. Die Explosion zerstörte die Staumauer auf einer Länge von 77 Meter und 23 Meter Höhe. Die Explosion wurde von einem Seismograph der Erdbebenwarte in dem über 130 Kilometer entfernten Geophysikalischen Institut in Göttingen aufgezeichnet.

Nach der Zerstörung der Staumauer ergossen sich in fünf Stunden circa 110 Millionen Kubikmeter Wasser ins Tal der Möhne. Eine bis zu 7 Meter hohe Flutwelle verwüstete das Tal bis weit ins Ruhrgebiet. Güterzüge, Brücken, Häuser und Fabriken riss diese Flut in dieser Nacht mit sich. Mehr als 1200 Menschen starben in dieser Nacht.

Trotz des herrschenden Krieges in Deutschland wurde in nur fünf Monaten die zerstörte Staumauer aufgebaut. Für den Aufbau waren hauptsächlich Zwangsarbeiter aus Italien beschäftigt.

Naike Juchem, Günne, 23. August 2022

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