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Die Schule des Lebens, oder des Lebens Schule

Mit einer bunten Schultüte wurden wir auf die Schule des Lebens vorbereitet und die ersten Tage und Wochen waren aufregend für uns. Wir lernten lesen, schreiben und rechnen.

Der Lehrer oder die Lehrerin kam in die Klasse und wir standen auf. „Guuuuuuten Moooorgen, Frau Galle“ tönte es im Chor durch das Klassenzimmer.
Die Grundschule bereitete uns in kleinen Schritten auf das Leben vor.

In den weiterführenden Schulen lernten wir Fremdsprachen, Werken und Handarbeit. Auch büffelten wir Vokabeln oder mussten in Bildenekunst Vorgaben umsetzen.

Erdkunde, Sachkunde, Geschichte, Physik und Chemie, Wirtschaftskunde und so einiges mehr kam auf uns zu.
Wir lernten über die Entstehung der Erde, indigene Völker oder auch die Grundpfeiler der Demokratie.
All dies war Schule des Lebens.

Bei allem lernen und schulische Noten, hatten wir aber auch Wandertage, Thementage, Bundesjugendspiele und vieles mehr. Wir waren mit der Klasse zelten und hatten Klassenfahrten gemacht.
All dies war Schule des Lebens.

Wir waren nicht immer brave Kinder und Jugendliche. Es gab auch schon mal Strafarbeiten oder Klassenbucheinträge.
All dies war Schule des Lebens.

Nach der Schule haben sich viele Wege getrennt und man hat sich aus den Augen verloren.
Nach 10 Jahren aus der Schule hatten wir uns zum ersten Mal wieder getroffen. Dann nach 20 Jahren, 30 Jahren und nun nach 40 Jahren.
Man hat sich verändert, weiterentwickelt oder ist stehen geblieben.
Dies ist des Lebens Schule.

Man ist mittlerweile in einem Alter wo man erschreckend registriert, dass man keine 15 mehr ist. Man hört von seinen Klassenkameraden und Freundinnen, dass der eine zu einem Alkoholiker wurde, oder eine andere schwer krank sei.
Dies ist des Lebens Schule.

Man teilte viele Jahre der Kindheit und Jugend nicht nur in der Schule miteinander. Es war eine mitunter eine wilde Zeit mit vielen schönen und nicht so schönen Erinnerungen und Erfahrungen. Es ist aber das Leben – unser Leben. Auf dieses Leben hatte uns die Schule nicht vorbereitet.

Ein jeder hat sein Erfahrungen oder Niederlagen zu tragen. Da nützt es auch nichts wenn man weiß: 753 – Rom schlüpft aus dem Ei.
Ein jeder geht mit seinem Schicksal anders um. Aber die Erinnerungen an eine Jugend die nie wieder kommt, ist plötzlich bei den vielen Gesprächen wieder da. Man staunt nicht schlecht, was andere noch wissen, was man selbst schon lange vergessen hatte.

Es ist schade, dass viele aus der Klasse selbst nach Jahrzehnten nicht den Weg, Mut oder Lust zu einem Treffen finden.
Das Leben ist zu kurz, um sich nicht einmal die Zeit zu nehem, um mit Menschen wieder ins Gespräch zu kommen, bei denen man schon mal bei einem Diktat abgeschrieben hatte, oder man den verfluchten Dreisatz erklärt bekommen hat.

Naike Juchem, 30. Mai 2026

Dunkel war′s, der Mond schien helle


Dunkel war′s, der Mond schien helle,

schneebedeckt die grüne Flur,

als ein Wagen blitzesschnelle

langsam um die Ecke fuhr.


Drinnen saßen stehend Leute

schweigend ins Gespräch vertieft

als ein totgeschossner Hase

auf der Sandbank Schlittschuh lief.


Und der Wagen fuhr im Trabe

rückwärts einen Berg hinauf.

Droben zog ein alter Rabe

grade eine Turmuhr auf.


Ringsumher herrscht tiefes Schweigen

und mit fürchterlichem Krach

spielen in des Grases Zweigen

zwei Kamele lautlos Schach.


Und auf einer roten Bank,

die blau angestrichen war

saß ein blondgelockter Jüngling

mit kohlrabenschwarzem Haar.


Neben ihm ne alte Schrulle,

die kaum siebzehn Jahr alt war,

in der Hand ne Butterstulle,

die mit Schmalz bestrichen war.


Oben auf dem Apfelbaume,

der sehr süße Birnen trug,

hing des Frühlings letzte Pflaume

und an Nüssen noch genug.


Von der regennassen Straße

wirbelte der Staub empor.

Und ein Junge bei der Hitze

mächtig an den Ohren fror.


Beide Hände in den Taschen

hielt er sich die Augen zu.

Denn er konnte nicht ertragen,

wie nach Veilchen roch die Kuh.


Und zwei Fische liefen munter

durch das blaue Kornfeld hin.

Endlich ging die Sonne unter

und der graue Tag erschien.


Holder Engel, süßer Bengel,

furchtbar liebes Trampeltier.

Du hast Augen wie Sardellen,

alle Ochsen gleichen Dir.


Eine Kuh, die saß im Schwalbennest

mit sieben jungen Ziegen,

die feierten ihr Jubelfest

und fingen an zu fliegen.



Der Esel zog Pantoffeln an,

ist übers Haus geflogen,

und wenn das nicht die Wahrheit ist,

so ist es doch gelogen.