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Die Windmühlen von Nashtifan

Die Windmühlen von Nashtifan

Wenn man heute den Iran erwähnt, fallen sofort Wörter wie: Scharia, Religionswächter oder Menschenrechtsverletzungen. Der Iran hat aber auch eine lange Geschichte, die bis 550 v. Chr reicht.

Autorin Cosima Schayani

Die kleine Stadt Nashtifan liegt in den trockenen und windgepeitschten Ebenen des nordöstlichen Irans, etwa 50 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt und gehört zur Liste der UNESCO Weltkulturerben. Nashtifan beherbergt einige der ältesten Windmühlen der Welt, welche heute noch in Betrieb sind. Die Nashtifan Windmühlen in der Provinz Razavi sind einer der größten Lehm-, Stroh- und Holzkomplexe aus der Safavid-Zeit sowie der größte und älteste Asbad-Komplex der Welt, der auf circa 1700 Jahre geschätzt wird. Einige Historiker datieren die Windmühlen sogar noch weit vor Christi Geburt – also lange vor der muslimischen Eroberung des Irans.

Entlang des südlichen Stadtrandes schützt eine fast 20 Meter hohe Lehmmauer die Bewohner vor den rauen Stürmen. Die hohe Mauer beherbergt zwei Dutzend größtenteils funktionstüchtige Windmühlen mit vertikaler Achse, die auf die alte persische Zeit zurückgehen.

Die Gegend ist für ihre besonders starken Winde bekannt, und der Name Nashtifan leitet sich von Wörtern ab, die sich mit „Stachel des Sturms“ übersetzen lassen. Windgeschwindigkeiten von um die 100 Km/h sind normal und dies bei bis zu 120 Tagen im Jahr.
In den stürmischen Wintermonaten treiben die handgefertigten hölzernen Flügel mit hoher Geschwindigkeit die Mahlsteine in einem Wunderwerk der Technik und der passiven Belüftung an.

Modell von den Windmühlen

Entlang des südlichen Stadtrandes schützt eine fast 20 Meter hohe Lehmmauer die Bewohner vor den rauen Stürmen. Die hohe Mauer beherbergt zwei Dutzend größtenteils funktionstüchtige Windmühlen mit vertikaler Achse, die auf die alte persische Zeit zurückgehen.

Die Gegend ist für ihre besonders starken Winde bekannt, und der Name Nashtifan leitet sich von Wörtern ab, die sich mit „Stachel des Sturms“ übersetzen lassen. Windgeschwindigkeiten von um die 100 Km/h sind normal und dies bei bis zu 120 Tagen im Jahr.
In den stürmischen Wintermonaten treiben die handgefertigten hölzernen Flügel mit hoher Geschwindigkeit die Mahlsteine in einem Wunderwerk der Technik und der passiven Belüftung an.

Die hohen Mauern, die die Windmühlen einrahmen, stützen die Turbinen und leiten so den Luftstrom in einer elliptischen Form eines Windkanals durch das Bauwerk.
Im Gegensatz zu den europäischen Windmühlen im Don-Quijote-Stil, wie wir diese aus Spanien, Griechenland, Niederlande oder Deutschland kennen, wird das persische Design durch den Luftwiderstand und nicht durch den Auftrieb angetrieben. Da die Flügel auf einer vertikalen Achse angeordnet sind, wird die Energie über den Mast auf den Schleifstein übertragen, ohne dass ein Zwischengetriebe wie bei Windmühlen mit horizontaler Achse erforderlich ist.

Nach der gleichen Bauweise wie die Windmühlen in Nashtifan gibt es in den ariden und wasserlosen östlichen Provinzen des Irans noch weitere Windmühlen, die zum Teil auch für die Wasserförderung gebaut wurden. Auch diese Jahrhundertalte Technik wird heute noch von den Menschen benutzt.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Meisterwerke der Menschheit nicht zum Opfer von Fundamentalisten werden.

Cosima Schayani, Stuttgart, 14. Januar 2022


Quellen
– Iran Destination
– The travel to Iran
– The science of humanity

Ayutthaya – Hauptstadt des siamesischen Königreichs

Auf den Spuren des alten Königreichs in Thailand

Autorin Naike Juchem

Früher eine eher unbedeutende Khmer-Siedlung an den Ufern des Chao Phrayas, sollte Ayutthaya Mitte des 13. Jahrhunderts einen Boom erleben. Als Fürst U-Thong seinen bisherigen Regierungssitz verlegen musste, ernannte er 1351 Ayutthaya zur neuen Hauptstadt des siamesischen Königreichs und damit zum Nachfolger von Sukhothai. Ayutthaya war 417 Jahre lang die Hauptstadt der Siamesen.

Aufgrund der exzellenten Lage in Zentralthailand und mit dem Chao Phraya als „Verteiler“ mauserte sich Ayutthaya schon bald zu einer der wichtigsten Handelsumschlagsplätze Südostasiens.

Die Stadt wuchs rapide und war sogar Anfang des 18. Jahrhunderts mit über einer Millionen Einwohner die größte Stadt der Welt. Kaufleute aus Frankreich oder Holland konnten die Stadt gar nicht genug preisen und bereicherten mit eigenen Häusern die diverse Architektur Ayutthayas. Der Handel mit Indien, China und Europa florierte, doch wie so oft hieß es auch hier: wer hoch steigt, kann tief fallen.

Nachdem die Burmesen mehrmals erfolglos versucht hatte, Ayutthaya zu stürmen, gelang es ihnen, 1767 die Stadt zu überrennen. Ayutthaya wurde geplündert, zerstört und fast dem Erdboden gleich gemacht – und damit kam die goldene Ära für Siam zu einem traurigen Ende.

Erst knapp 15 Jahre später sollte 85 Kilometer weiter südlich eine neue Hauptstadt errichtet werden, die bis heute
ihre Stellung gehalten hat: Bangkok

Der Historical Park in Ayutthaya

Historische Tempel-Anlagen und viel Geschichte

Heute ist das, was von der ehemaligen Prachtstadt übrig geblieben ist, nicht nur ein eigener Historical Park, sondern auch auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes zu finden.

Ayutthaya liegt auf einer Insel am Flusszusammenlauf des Chao Phraya, des Lopburi und des Pa Sak Flusses.

Ordensritterburg Malbork

Im Jahr 1270 begannen die deutschen Ordensritter mit dem Bau einer Festung am östlichen Ufer des Weichselarmes Nogat. Die Marienburg im heutigen Malbork wurde zur Machtzentrale des Ordenstaates, und ist bis heute die größte Backsteinburg der Welt. Seit 1997 gehört sie zum Welterbe der UNESCO.

Autorin Naike Juchem

Im Jahr 1309 verlegte der Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen den Hauptsitz des Ordens von Venedig zur Marienburg. In den folgenden Jahrzehnten wurden die repräsentativsten Teile der Anlage errichtet. Nach der Niederlage des Deutschen Ordens gegen das polnisch-litauische Heer bei der Schlacht von Grunwald im Jahre 1410 verlor dieser an Einfluss. Die Marienburg fiel 1457 an Polen, und diente als Residenz der polnischen Könige. Nach der Teilung Polens 1772 wurde sie zeitweilig als preußische Kaserne genutzt.

Die im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Anlage wurde seit Ende der 1950er Jahren wieder aufgebaut. Im Jahr 1961 entstand das Muzeum Zamkowe w Malborku (Museum der Marienburg). In der Entscheidung für die Aufnahme ins UNESCO-Welterbe wurde der „einzigartige architektonische Wert“ des Ensembles betont. Die Marienburg habe nicht nur den Bau weiterer Burgen des Ordensstaates beeinflusst, sondern auch zahlreiche weitere gotische Gebäude im Norden und Osten Europas.

In dem Schloss manifestierten sich die Eroberungen im Osten Europas, die Zwangstaufe der Balten und die Kolonialisierung ihrer Stammesgebiete durch den Orden.

Die Marienburg gliedert sich in drei Teile: Vorburg, Mittelschloss und Hochschloss.

In der im Norden gelegenen Vorburg befanden sich einst Ställe, Speicher und Werkstätten sowie Wohnungen für die Bediensteten. Heute gibt es dort ein Schlosshotel sowie andere touristische Einrichtungen. Über eine überdachte Holzbrücke führt der Weg von dort in das Mittelschloss, dessen Gebäude sich um einen großen, rechtwinkligen Hof gruppieren. Der nördliche Flügel wurde einst von dem Großkomtur als Wohn- und Arbeitsraum genutzt. Außerdem befanden sich dort ein Spital und ein Altersheim für die Ritter. Heute beherbergt er die Arbeitsräume des Schlossmuseums. Der östliche Flügel wird heute für Ausstellungen genutzt. Dort befindet sich unter anderem die kostbare Bernsteinsammlung des Museums, außerdem werden Porzellan, Stilmöbel und Waffen ausgestellt.

Im westlichen Flügel des Mittelschlosses befinden sich die repräsentativsten Räume der Anlage. Im Großen Remter, dem größten Saal der Ordensburg, versammelten sich die Ritter zum Essen. Drei schlanke Säulen tragen ein prächtiges Sternengewölbe. An den Großen Remter schließt sich der Palast der Hochmeister an. Dort befanden sich dessen Privatgemächer mit Schlaf- und Wohnzimmer sowie den beiden repräsentativen Speisesälen, dem Sommer- und Winterremter. Bemerkenswert ist der Sommerremter, dessen Fächergewölbe von einem einzigen Pfeiler getragen wird. Diese Konstruktion gilt als Meisterleistung der damaligen Zeit.

Südlich an das Mittelschloss schließt sich das Hochschloss an. Zwei Eichenbrücken verbinden die beiden Teile. Den viereckigen Hof des Hochschlosses umgeben zweigeschossige Kreuzgänge, die der Meditation und Kommunikation dienten. Im Kapitelsaal im ersten Stockwerk wurden die Hochmeister des Ordens gewählt und alle wichtigen Entscheidungen getroffen. An den Wänden befinden sich die Bänke für die Teilnehmer der Treffen.

Durch die dekorative Goldene Pforte geht es in die Marienkirche. Sie wurde 1945 fast komplett zerstört. Damals stürzte der Schlossturm ein und durchschlug das Dach der Kirche. Erst vor wenigen Jahren wurde mit ihrer Restaurierung begonnen. Im Inneren befinden sich noch Teile des mittelalterlichen Chorgestühls und des hölzernen Hochaltars. In den ehemaligen Schlafgemächern der Ritter im südlichen Flügel des Hochschlosses werden sakrale Kunstwerke sowie Fotos aus der Geschichte des Schlosses ausgestellt.

Im zweiten Stock des Hochschlosses befinden sich dessen repräsentativste Räume, der Konventsremter und die Konventstube. Der langgestreckte Remter diente den Ordensrittern als Speisesaal, im Konventsaal verbrachten sie ihre Freizeit. Ein etwa 60 Meter langer Gang führt vom südwestlichen Teil des Hochschlosses zu dem über dem Nogat errichteten Dansker. Der Hauptabort der Marienburg hatte auch Verteidigungsfunktionen.

Auf den weitläufigen Terrassen zwischen Hoch- und Mittelschloss befindet sich ein Lapidarium mit Exponaten der Steinmetzkunst. Von dort gelangt man in die St.-Annenkapelle, in deren Krypta seit 1341 die Hochmeister des Ordens ihre letzte Ruhestätte fanden.