Schlagwort-Archive: Kambodscha

Die täglichen Menschenrechtsverletzungen

Kinderarbeit in Bolivien

In den Medien sehen wir Beiträge über Menschenrechtsverletzungen in Afrikanischen Ländern, in Südostasien oder Lateinamerika. Oft reicht aber schon ein Blick in Kleider- und Schuhschrank. Selbst in der Küche werden wir mit Menschenrechtsverletzungen konfrontiert.

Autorin Naike Juchem

Bei dem Schlagwort Menschenrechtsverletzungen fällt jedem sofort Nestlé ein und im gleichen Atemzug fällt das Wort: Boykott.
Natürlich kann man Nestlé Produkte boykottieren – steht ja auf jeder Verpackung drauf. Wirklich?

Die Marken von Nestlé

Häagen-Dazs, Mövenpick, Schöller, Maggi, Wagner, Buitoni, Herta oder Thomy gehören auch zum Nestlé Konzern. Hinzu kommen die Eigenmarken von den Einzelhandels – und Discounterketter. Also ist ein Boykott schon mal gar nicht so einfach.

In Deutschland hat Nestlé 14 Fabriken, weltweit sind es mehr als 400. Die meisten davon stehen in Nord- und Südamerika sowie in China.
Der wichtigste Markt für Nestlé sind mit Abstand die USA, danach folgt China, Frankreich und Brasilien. In Deutschland machte Nestlé 2018 einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Das entspricht nicht mal drei Prozent der gesamten Einnahmen des Konzerns. Damit zählt Deutschland gerade noch so auf Platz 8 als Absatzmarkt.

Weltweit kauft Nestlé Wasserrechte von staatlichen Wasserbehörden. Das erlaubt dem Unternehmen, Wasser direkt aus dem Grundwasser abzupumpen. Dieses Wasser reinigt Nestlé und verkauft es dann als abgefülltes Tafelwasser in Plastikflaschen, zum Beispiel unter der Marke: Nestlé Pure Life.
Die Konzernsparte Nestlé Waters hat 48 Wassermarken, zu denen San Pellegrino, Perrier und Vittel gehören.

Anlage von Nestlé Waters Canada in Guelph, Ontario. Foto: Kevin Van Paassen (Bloomberg)

Wasser ist nicht gleich Wasser

Tafelwasser ist KEIN Mineralwasser. Nach der deutschen Klassifizierung gibt es:
• Natürliches Mineralwasser
Natürliches Mineralwasser ist ein Naturprodukt. Es stammt aus einem unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen und muss direkt am Quellort abgefüllt werden. Mineralwasser ist das einzige amtlich anerkannte Lebensmittel in Deutschland. Das Anerkennungsverfahren umfasst über 200 geologische, chemische und mikrobiologische Untersuchungen.

• Heilwasser
Auch Heilwasser entspringt unterirdischen und vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen. Es muss ebenfalls direkt am Quellort abgefüllt und amtlich anerkannt werden.

• Quellwasser
Quellwasser stammt aus unterirdischen Wasservorkommen und muss am Quellort abgefüllt werden. Es unterliegt der Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO), wird jedoch nicht amtlich anerkannt. In seiner Zusammensetzung muss es den Anforderungen für Trinkwasser entsprechen. An Quellwasser werden nicht dieselben hohen Reinheitsanforderungen gestellt wie an Mineralwasser. Mit dem Mineralwasser gemein hat es allerdings, dass nur wenige, schonende Behandlungsverfahren angewendet werden dürfen.

• Tafelwasser
Tafelwasser wird industriell hergestellt und ist daher kein Naturprodukt. Es kann ein Gemisch aus verschiedenen Wasserarten und anderen Zutaten sein. Erlaubt sind die Mischung von Trinkwasser, Mineralwasser, Natursole, Meerwasser sowie die Zugabe von Mineralstoffen und Kohlensäure. Für die Mischungsverhältnisse gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, es müssen jedoch die Anforderungen für Trinkwasser eingehalten werden.

Noch ein Beispiel von einem Global Player der Menschenrechte für nicht all zu relevant sieht: Ferrero.
Jener Konzern besteht aus 105 Gesellschaften mit weltweit 31 Produktionsstätten und vertreibt seine Produkte in über 170 Ländern.

Perfide an diesem Konzern sind die „Kinder“-Produkte wie:
– Kinder Bueno
– Kinder Cards
– Kinder Choco Fresh
– Kinder Country
– Kinder Maxi King
– Kinder Riegel
– Nutella usw.

Für jene „Kinder“- Produkte pflücken Kinder in der Türkei Haselnüsse oder ernten Kakaobohnen in Ländern wie: Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun oder Nigeria.

Kinderarbeit in der Türkei

Gütesiegel suggerieren uns ein gutes Gefühl

Wer auf die Nuss-Nougat-Creme Nutella verzichtet und stattdessen auf andere Nuss-Nougat-Creme ausweicht, findet ein UTZ Siegel. Dieses Siegel soll für eine Nachhaltigkeit und Rückverfolgung von Kaffee, Kakao, Tee, Haselnüsse stehen.
Doch leider gilt es auch hierfür Kritik. Die Prämie für die Farmer_innen, die UTZ mit den Landwirtschafts-Kooperativen aushandelt sind viel zu gering, um aus der Armut und Abhängigkeit von Großkonzernen herauszubekommen
Produkte die mit dem UTZ Siegel zertifiziert sind, sollen einen Mindeststandart an Anforderungen erfüllen, so zum Beispiel das Verbot von Kinderarbeit. Doch die Kriterien sind damit nicht besonders streng. Das UTZ-Siegel ist kein Siegel für fairen Handel oder biologischen Anbau und bleibt weiter hinter den strengen Anforderungen der Organisationen GEPA oder Fairtrade zurück.

Näherinnen in Bangladesch

Billige Kleidung kommt aus Bangladesch

Auch Labels der gehobenen Klasse, wie zum Beispiel: Hugo Boss, Tommy Hilfiger oder Calvin Klein sind genauso an der Ausbeutung von Menschen beteiligt.

Jeder vermutet das Billigkleidung von KIK, Tacco oder Primark aus Bangladesch kommt. Dies ist nur die halbe Wahrheit.
Adidas, C&A, Esprit, H&M, Kanz – Kids Fashion, NKD, Tchibo, Puma und Zara sind nur einige bekannten Namen, die in den Kleiderfabriken in Bangladesch, China, Indien, Iran, Kambodscha, Malaysia, Philippinen oder Thailand herstellen lassen.

2013 stürzte in Bangladesch das Rana Plaza ein – eine gigantische Textilfabrik, in der vor allem europäische und US-amerikanische Modemarken Kleidung fertigen ließen.

Konsum auf Kosten von Menschenleben

In Bangladesch starb 2009 einer 18-jährigen Näherin an Erschöpfung, die in einer Textilfabrik in Chittagong, sieben Tagen in der Woche 13 bis 15 Stunden
arbeitete. In der Fabrik wurde vor allem für den Metro Konzern produziert. Metro beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit der Fabrik.

Im November 2012 kamen bei einem Brand in der Tazreen-Kleiderfabrik mindestens 117 Menschen ums Leben, mehr als 200 Menschen wurden verletzt.

Mehr als 50 Menschen wurden im gleichen Jahr und Stadt bei einem Brand verletzt.

Am 24. April 2013 starben bei dem bisher größten Unfall in der internationalen Textilindustrie in der Stadt Sabhar, 1135 Menschen. 2338 wurden verletzt.
Die Industrie und Regierung haben seitdem zwar höhere Sicherheitsstandards in Bangladesch durchgesetzt, aber der Preiskampf in der Modebranche verhindert die Verbesserungen.

Näherinnen in Kambodscha

Kambodscha war zu Beginn der 90er der Weltgrößte Textilhersteller. Durch den Genozid der Roten Khmer ab dem 17. April 1975 bis zum 7. Januar 1979 katapultierte sich Kambodscha ins tiefste Mittelalter zurück. Durch die extrem Armut in dem Land wurde binnen kürzester Zeit eine Industrie aus dem Boden gestampft, die bis dato Beispiellos ist.

Der Exportwert von Kambodscha übertraf jedes Bruttosozialprodukt der Länder in Südostasien und Lateinamerika. Diese unglaubliche Masse an Arbeitsplätzen musste irgendwie erfüllt weden, und so arbeiteten bereits 12-jährige Kinder bis zu 15 Stunden am Tag für einen Hungerlohn.

Gemäß dem Armutsbericht der Weltbank verdienen Frauen in der kambodschanischen Textilindustrie bis zu 30 Prozent weniger als Männer – und dies bei einer 80 Stunden Wochenarbeitszeit.
Umgerechnet ergibt sich ein Monatslohn von 140 US-Dollar.

In den letzten 10 Jahren hat sich Kambodscha zwar für ein Mindestalter von 18 Jahren ausgesprochen, doch die Realität sieht anders aus. 15-jährige Kinder machen sich freiwillig älter, um etwas Geld für die Familien zu verdienen.
Firmenleitungen bieten Frauen ganz bewusst nur befristete Arbeitsverträge an, weil sie somit die Kosten für den Mutterschutz umgehen können: Schwangeren Frauen wird einfach der Arbeitsvertrag nicht verlängert. Da die Frauen keine Krankenversicherung haben und legale Abtreibungen teuer sind, begeben sich viele schwangere Frauen in halblegale und illegale Gesundheitszentren und gehen damit ein beträchtliches gesundheitliches Risiko ein.

Frauen tragen somit die Hauptlast der wirtschaftlichen Entwicklung in Kambodschas Textilindustrie. Dass ihre eigene Situation sich dadurch verbessert, muss allerdings bezweifelt werden.

Siem Reap, Kambodscha

Liste von Menschenrechtsverletzungen

Die Liste der Menschenrechtsverletzungen – und diese nicht nur in Arbeits- und Kinderrecht, geht mittlerweile ins Uferlose und reicht von Latein- und Zentralamerika über Afrika, Europa nach Asien bis hin zu Südostasien.
Nachfolgend nur ein paar Beispiele an
Menschenrechts­verletzungen durch deutsche Konzerne.

In Argentinien ist es der Bergbau. Dort wird Lithium für ein deutscher Netzbetreiber, die Mobilfunk­geräte abgebau. Die Gefährdung der Lebens­grundlagen und Missachtung des Rechts auf Mitsprache der indigenen Bevölkerung durch wasser­intensiven Lithium­abbau in den nördlichen Provinzen Jujuy, Salta und Catamarca.

In Äthiopien ist es die Überwachungs­technologie. Die Firma Trovicor (ehemals Siemens Intelligence Solutions), Elaman, Gamma Group.
Diese Firma übernahm die Ausstattung des äthiopischen Geheim­dienstes mit Technologie zur Überwachung des Internet­verkehrs; die Regierung ist bekannt dafür, Dissidenten auszuspähen; laut Human Rights Watch wurden Daten aus Telefon- und E-Mail-Kommunikation bereits dafür genutzt, unter Folter Geständnisse zu erzwingen.

Rosen aus Athen war einmal. Heute sind es Rosen aus Äthiopien die in Filialen aller deutschen Discounter verkauft werden und damit Landgrabbing, Zwangsumsiedlungen und Arbeitsrechts­verletzungen fördern. Laut der Gesellschaft für bedrohte Völker kommen 40 Prozent der deutschen Rosen im Winter aus Äthiopien.

Weltweit müssen 152 Millionen Kinder arbeiten

Bahrain hat fast gleiche Überwachungs­technologie wie Äthiopien im Einsatz.
Die Firma Trovicor, Gamma Group, FinFisher Labs (deutsches Tochter­unternehmen der Gamma Group) liefert jene Technologie der Überwachung an das Regime im Persischen Golf.

Bolivien

In Bolivien arbeiten nach Angaben von UNICEF ungefähr 800.000 Kinder unter 18 Jahren. Obwohl das bolivianische Arbeitsministerium bereits  2006 einen Plan zur Beseitigung der Kinderarbeit auf den Weg gebracht hatte, bleibt die Kinderarbeit, die im Bergbau und bei der Zuckerrohrernte  fortbestehen.
In Bolivien besteht ein Joint Venture zwischen ACI Systems Alemania aus dem baden-württembergischen Zimmern ob Rottweil (ACISA) und des bolivianischen Staatsunternehmen Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB).
Seit diesen Jahres wird dort jährlich bis zu 50.000 Tonnen Lithiumhydroxid gefördert. 70 Jahre lang soll das größte Lithium-Vorkommen der Welt so ausgebeutet werden. Durch jenes Joint Venture sichert sich Deutschland erstmals nach Jahrzehnten wieder den direkten Zugriff zu nicht-heimische Rohstoffen.

Svay Rieng, Kambodscha

In Kambodscha gehören Ackerflächen, welches über Jahre von den Bauern genutzt wurden, um Landwirtschaft zu betreiben, auf einmal nicht mehr ihnen. Investoren kaufen oder pachten riesige Flächen, um dort  zum Beispiel Kautschuk für den Export anzubauen. Kautschuk aus Kambodscha wird auch in Deutschland verarbeitet, ob nun als Reifen, Dichtungen oder thermoplastische Elastomere. 

Kautschuk beim trocken in der Nähe von Phnom Penh

Nach neusten Zahlen sind inzwischen Konzessionen von über 4 Millionen Hektar vergeben worden – das entspricht einem Drittel der Ackerfläche Deutschlands. Dabei ist Kambodscha nur etwa halb so groß. Allein in den letzten acht Jahren sind mehr als eine Viertel Million Menschen unmittelbar von der Landnahmen durch staatliche Stellen oder privaten Investoren betroffen und somit zwangsweise vertrieben worden.

Provinz Takeo, Kambodscha

Dabei ist gerade für die ländliche Bevölkerung der Zugang zu Land elementar: Die Ernährungssituation ist – trotz Verbesserungen seit 1990 – nach wie vor ernst und rund ein Viertel der Bevölkerung ist unterernährt. Die arme ländliche Bevölkerung profitiert bisher kaum vom anhaltenden Wirtschaftsboom Kambodschas und im ländlichen Raum gibt es neben der Landwirtschaft nach wie vor kaum alternative Einkommensquellen. Mit dem Zugang zu Land verlieren die Menschen daher auch den Zugang zu Nahrung.

Bei dem sogenannten Land Grabbing mischt auch die Deutsche Bank mit. Diese vergibt Mikrokredite an die verschuldeten Bauern, die oft nicht mal 300 US-Dollar übersteigen. Die Bauern können die Zinsen – die bei 20% liegen, kaum zurück bezahlen und so kommen Spekulanten auf den Plan und die Bauern verlieren ihren Grundbesitz wegen ein paar Dollar Schulden.

Fazit: Menschenrechtsverletzungen begehen wir täglich ohne es zu wissen oder gar zu wollen.

Naike Juchem, 23. Oktober 2021

Kinder in Kambodscha

Kinder dieser Welt: Kambodscha

Autorin Naike Juchem

Viele Kinder in Kambodscha machen schon in ihren jüngsten Jahren Erfahrung mit Gewalt – jedes 2. Kind ist betroffen. Die Mädchen und Jungen erleben dies durch ihre Eltern oder Lehrer – aber auch auf der Straße und in Kinderheimen. Denn Tausende Kinder wachsen in Pflegeeinrichtungen auf, da ihre Eltern in extremer Armut leben und denken, dass sie es in den Heimen besser haben.

Armut und Gewalt treiben Mädchen und Jungen in Kambodscha auf die Straße, wo sie besonderen Gefahren ausgesetzt sind. Sie müssen sich allein durchschlagen um zu überleben. Dadurch sind sie anfälliger für Ausbeutung, Banden- und Drogenkriminalität, Missbrauch oder Kinderhandel.

Kambodscha zählt heute noch zu den ärmsten Länder der Welt. Bauern haben ein Jahreseinkommen von ungefähr 200 US-Dollar. Kinder werden für dieses Geld – heute noch verkauft. Den Eltern wird vieles versprochen und dies wird NIE eingehalten! Die Kinder werden in den Touristenzentren von Thailand in die Prostitution gezwungen oder zum betteln. Damit die Kinder mehr Geld erbetteln, wird vor Verstümmelungen von den Schlepper nicht zurück geschreckt.

Naike Juchem, 26. April 2021

Angkor

Autorin Naike Juchem

Angkor war vor 1100 Jahren die größte Stadt der Welt.


Noch heute gibt diese Stadt Archäologen sehr viele Rätsel auf. In Angkor wurden bis heute sieben verschiedene Sprachen gefunden, wovon zwei nicht zugeordnet werden können.
Angkor war eine gigantische Stadt, deren Ausmaß heute noch nicht genau bekannt ist, den immer wieder werden Mauern, Wassergräben, Säulen und Reste von Gebäuden bis ins thailändische Ayutthaya gefunden.
Angkor ist durch seine gesamte Baukunst in Geometrie und Gleichheit, in dieser Größenordnung einmal auf der Welt. Die allen uns bekannten Pyramiden von Gizeh oder die Maya Tempel im Mexiko sind im Vergleich zu Angkor nicht mehr als ein Gartenhäuschen.

Angkor ist allgemein als Angkor Wat bekannt. Dies ist soweit falsch, weil Wat ein Tempel ist.

Etwa eine Million Menschen haben im Mittelalter in der Angkor gelebt. Der bekannte Tempel Angkor Wat ist auch auf der Nationalflagge von Kambodscha zu sehen. Das Zentrum der Stadt war die Tempelanlagen Angkor Wat.
Das gesamte Areal wird heute als Angkor Park bezeichnet und umschließt ein riesiges Gebiet, das einige Kilometer entfernt der Stadt Siam Reap liegt.

Im 15. Jahrhundert verließen die Khmer ihre heiligen Tempelanlagen, die von den Göttern regiert wurden. Aber erst vor ungefähr 150 Jahren fanden die Franzosen die versunkenen Tempelanlagen wieder. Mitten im Dschungel von Kambodscha lächeln Figuren von den Steinwänden des Angkor Wat, die zu den größten Sakralbauten der Welt gehören.
Leider zerbröckelt der Sandstein beim tropischen Klima, welches in Kambodscha herrscht. Mit viel Liebe zum Detail arbeiten heute Wissenschaftler nun daran, die zauberhaften Kunstwerke zu erhalten. Heute ist Angkor Wat der Grund für viele Reisende, Kambodscha zu besuchen. Aber auch Mönche nutzen die Tempelanlagen weiterhin als Pilgerstätte.

Die Fakten
Das Gebiet ist mehr als 200 km² groß und beheimatet mehr als 1000 Gebäude, die unterschiedlich gut erhalten sind. Besucher überqueren beim Eintreten in die Tempelstadt einen 200m breiten Wassergraben, der die etwa 20.000 Einwohner im Mittelalter schützte. Wat bedeutet Tempel. Angkor Wat ist der Name des größten sakralen Bauwerks der Welt und bezeichnet nicht (wie häufig gedacht) die komplette Anlage.
Die Stadtmauern, zu denen der Graben führt, weisen eine Länge von 3 mal 3 km auf. Der Name der ehemaligen Hauptstadt ist übrigens Angkor Thom. Das Hauptmerkmal von Angkor Wat sind insgesamt fünf Türme, die in der Form von Lotusblüten gebaut wurden. Die Tempelanlagen sind ein kostbares Gut der Khmer und auch auf der Nationalflagge sind die Anlagen von Angkor Wat abgebildet. Nicht nur die Einwohner Kambodschas halten Angkor Wat für einen unglaublichen Schatz, denn auch die UNESCO hat den Tempelkomplex im Jahr 1992 zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Mythen
Wie viele alte Gebäude und kulturelle Güter, bringt auch Angkor Wat einige Besonderheiten mit sich, die viel Spielraum für Mythen und Geschichten lassen.
Angkor Wat als Grabstätte
Eine der Besonderheiten ist die Ausrichtung des Eingangs. Der Eingang wurde in Richtung Westen erbaut. Diese Himmelsrichtung steht symbolisch für den Tod, sodass Forscher vermuten, dass Angkor Wat ursprünglich als riesige Grabstätte erbaut wurde.
Das Leben nach dem Tod
Warum diese Tempel überhaupt gebaut wurden, ist vielleicht ganz einfach zu erklären. Verschiedene Könige regierten das Reich der Khmer über Jahrhunderte und diese hatten alle ein Ziel: Nach dem Tod mit dem Gott ihres jeweiligen Glaubens zu verschmelzen (die meisten waren Hinduisten). Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, errichteten die Könige Tempel als Paläste für die Götter. In den meisten Fällen wurden die Temple Shiva gewidmet. Interessant ist aber besonders, dass die meisten Könige neue Tempel errichteten, statt die Tempel ihrer Vorgänger zu vollenden, denn sie wollten sichergehen, dass ihre Verschmelzung nach dem Tod gewährleistet ist.

Der Urozean
Die großen Wasserbecken in Angkor dienten vor allem als riesiges Wasserreservoir für die einstige Bevölkerung. Symbolisch gesehen sollten die Spiegelungen der einzelnen Tempel im Wasser für den Urozean stehen.

Die Symbole
Angkor Wat ist das wohl beste Beispiel für den Baustil, in dem in der Angkor Zeit gebaut wurde. Symmetrische Formen, klare, exakte Linien und natürlich die 5 Türme, die als Symbol für den Berg Meru stehen. Alle Tempel in der Anlage Angkor haben eines gemeinsam, sie beinhalten diesen einen Turm als Symbol für den Berg Meru (Weltenberg im Zentrum des Universums). Die Zahl 4 findet sich in allen Bauwerken wieder, denn diese Zahl ist im Hinduismus von besonderer Bedeutung, da sie für absolute Vollkommenheit steht.

Angkor Wat

Autorin Naike Juchem


Etwa eine Million Menschen haben im Mittelalter in der Tempelstadt Angkor gelebt. Es war einmal eine große Stadt, deren Mitte durch die Tempelanlagen Angkor Wat gekennzeichnet wurde. Das gesamte Areal wird heute als Angkor Park bezeichnet und umschließt ein riesiges Gebiet, das einige Kilometer entfernt der Stadt Siam Reap liegt.


Im 15. Jahrhundert verließen die Khmer ihre heiligen Tempelanlagen, die von den Göttern regiert wurden. Aber erst vor ungefähr 150 Jahren fanden die Franzosen die versunkenen Tempelanlagen wieder. Mitten im Dschungel von Kambodscha lächeln Figuren von den Steinwänden des Angkor Wat, die zu den größten Sakralbauten der Welt gehören.


Leider zerbröckelt der Sandstein beim tropischen Klima, welches in Kambodscha herrscht. Mit viel Liebe zum Detail arbeiten heute Wissenschaftler nun daran, die zauberhaften Kunstwerke zu erhalten. Heute ist Angkor Wat der Grund für viele Reisende, Kambodscha zu besuchen. Aber auch Mönche nutzen die Tempelanlagen weiterhin als Pilgerstätte.


Die Fakten

Das Gebiet ist mehr als 200 km² groß und beheimatet mehr als 1000 Gebäude, die unterschiedlich gut erhalten sind. Besucher überqueren beim Eintreten in die Tempelstadt einen 200m breiten Wassergraben, der die etwa 20.000 Einwohner im Mittelalter schützte. Wat bedeutet Tempel. Angkor Wat ist der Name des größten sakralen Bauwerks der Welt und bezeichnet nicht (wie häufig gedacht) die komplette Anlage.


Die Stadtmauern, zu denen der Graben führt, weisen eine Länge von 3 mal 3 km auf. Der Name der ehemaligen Hauptstadt ist übrigens Angkor Thom. Das Hauptmerkmal von Angkor Wat sind insgesamt fünf Türme, die in der Form von Lotusblüten gebaut wurden. Die Tempelanlagen sind ein kostbares Gut der Khmer und auch auf der Nationalflagge sind die Anlagen von Angkor Wat abgebildet. Nicht nur die Einwohner Kambodschas halten Angkor Wat für einen unglaublichen Schatz, denn auch die UNESCO hat den Tempelkomplex im Jahr 1992 zum Weltkulturerbe erklärt.


Die Mythen

Wie viele alte Gebäude und kulturelle Güter, bringt auch Angkor Wat einige Besonderheiten mit sich, die viel Spielraum für Mythen und Geschichten lassen.
Angkor Wat als Grabstätte
Eine der Besonderheiten ist die Ausrichtung des Eingangs. Der Eingang wurde in Richtung Westen erbaut. Diese Himmelsrichtung steht symbolisch für den Tod, sodass Forscher vermuten, dass Angkor Wat ursprünglich als riesige Grabstätte erbaut wurde.
Das Leben nach dem Tod
Warum diese Tempel überhaupt gebaut wurden, ist vielleicht ganz einfach zu erklären. Verschiedene Könige regierten das Reich der Khmer über Jahrhunderte und diese hatten alle ein Ziel: Nach dem Tod mit dem Gott ihres jeweiligen Glaubens zu verschmelzen (die meisten waren Hinduisten). Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, errichteten die Könige Tempel als Paläste für die Götter. In den meisten Fällen wurden die Temple Shiva gewidmet. Interessant ist aber besonders, dass die meisten Könige neue Tempel errichteten, statt die Tempel ihrer Vorgänger zu vollenden, denn sie wollten sichergehen, dass ihre Verschmelzung nach dem Tod gewährleistet ist.


Der Urozean.

Die großen Wasserbecken in Angkor dienten vor allem als riesiges Wasserreservoir für die einstige Bevölkerung. Symbolisch gesehen sollten die Spiegelungen der einzelnen Tempel im Wasser für den Urozean stehen.


Die Symbole

Angkor Wat ist das wohl beste Beispiel für den Baustil, in dem in der Angkor Zeit gebaut wurde. Symmetrische Formen, klare, exakte Linien und natürlich die 5 Türme, die als Symbol für den Berg Meru stehen. Alle Tempel in der Anlage Angkor haben eines gemeinsam, sie beinhalten diesen einen Turm als Symbol für den Berg Meru (Weltenberg im Zentrum des Universums). Die Zahl 4 findet sich in allen Bauwerken wieder, denn diese Zahl ist im Hinduismus von besonderer Bedeutung, da sie für absolute Vollkommenheit steht.

Der Genozid der Roten Khmer

Autorin Naike Juchem

Drei Jahre, acht Monate und 20 Tage dauerte die Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha. 1979 marschierten Truppen in Kambodscha ein und beendeten die Zeit der Roten Khmer.

Wir alle kennen die Gräueltaten der NS Zeit in Europa. Wir alle sind Fassungslos über Euthanasie-Programme bis hin zu den bekannten KZ-Lager. Was die Rote Khmer am ihrem eigenen Volk tat, ist an menschlicher Grausamkeit nicht zu überbieten.

In drei Jahre, acht Monate und 20 Tage wurden in Kambodscha zwischen 1,8 und 2,5 Millionen Menschen ermordet. Zahlen  von inländischen Organisationen gehen sogar bis 3 Millionen! So genau kann es niemand sagen.
40 Jahre nach dem Genozid mit über 300 sogenannten Killing Feelds werden immer noch Massengeäber gefunden.

Oppositionelle, Lehrer, Richter, Intellektuelle… wurden grausam ermordet.
Die Rote Khmer katapultierte das einst reichste Land in Südostasien in nur drei Jahre, acht Monate und 20 Tage ins Mittelalter zurück.

Warum ich dies nun schreibe? Ich war als junger Mensch ab 1990 in Kambodscha in der Humanitären Hilfe und erlebte einen Alptraum an Alphabetismus der astronomisch war. Da wir mit einem Internationalen Team für Wasserbau in diesem Land waren, blieb es nicht aus, irgendwann auf ein Massengrab zu stoßen.  In der Provinz Takeo stieß ein Team von unserer Organisation auf ein solches Grab. Es war ein Grab mit „nur“ 36 Menschen.
Kambodscha zählt heute noch zu den ärmsten Länder der Welt. Bauern haben ein Jahreseinkommen von ungefähr 200 US-Dollar. Kinder werden für dieses Geld, heute noch, verkauft. Den Eltern wird vieles versprochen und dies wird NIE eingehalten! Die Kinder werden in den Touristenzentren von Thailand in die Prostitution gezwungen oder zum betteln. Damit die Kinder mehr Geld erbetteln, wird vor Verstümmelungen von den Schlepper nicht zurück geschreckt.

Naike Juchem, 26. April 2021