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Der Hunsrück Tausend Jahre sind ein Tag

Blick aus der Nähe von Reckershausen in den Soonwald

„Weißt du wieviel Sterne stehen
Und wohin die Flüsse gehen?
Sag warum der Regen fällt,
Wo ist das Ende dieser Welt,
Was war hier vor 1000 Jahren,
Warum können Räder fahren,
Sind Wolken schneller als der Wind?
Soviele Fragen hat ein Kind.

Ach, Kind, komm laß die Fragerei,
Für sowas bist du noch zu klein,
Du bist noch lange nicht soweit.
Das hat noch Zeit.

Was ist Zeit?
Was ist Zeit?
Was ist Zeit?“

Es war einmal…
Ich habe in den frühen 80er Jahre die Sendung „Es war einmal…“ sehr gerne geschaut. Pädagogisch Wertvoll war diese französische Zeichentrickserie allemal. Ich kann mich 40 Jahre später immer noch an einige Episode erinnern. Weiß aber nicht mehr was ich vor drei Tagen gegessen habe oder wo ich vor vier Tagen mit dem Lkw war.
Sei’s drum.

Was war hier vor tausend Jahre?
Bei der Entstehung des Hunsrücks muss ich etwas weiter zurück gehen – ungefähr 390 Millionen Jahre.

Vor circa 390 Millionen, im Devon-Zeitalter, befand sich im Bereich des Hunsrücks ein flaches, tropisches Meer. Darin lagerten sich im Laufe der Zeit große Mengen, an Sand und Ton ab. Im wellenbewegten Flachwasser waren es überwiegend sandige und im tieferen, strömungsarmen Meeresbecken überwiegend tonige Sedimente.
Dann wurde vor circa 320 Millionen Jahren das devonische Meer durch die globale Kontinentaldriftprozesse extrem gestaucht. Was damals noch als Meersboden war, rutschte in die tiefere Erdkruste. Da der Erdkern nach Schätzungen zwischen 5000 und 6500° Celsius hat und unter sehr hohen Druck steht, wurde eine Metamorphose in Gang gesetzt, durch die Sande, Quarzite und Tone welche sich auf dem Meersboden ablagerten, entstand unter anderem der Hunsrück Schiefer. Von diesen Bewegungen und Entwicklungen ging die Bildung des gesamten Rheinischen Schiefergebirges aus.

In einem gigantischen Pudding aus Magma – also heiße, flüssige Gesteinsachmelze, entstanden nach der Abkühlung der Erdekruste unsere Meere, Gebirge und Böden.
Die Böden bilden ein unfassbar komplexes Teilsystem der Geosphäre, in dem sich Bio-, Hydro-, Litho- und Atmosphäre in gemeinsamen Stoff- und Energiekreisläufen durchdringen. Das Zusammenwirken der einzelnen Sphären im Boden hat Einfluss auf Ausprägung und Eigenschaften der Böden, die in Zeiträumen von Jahrtausenden in großer Vielfalt entstanden sind.

Boden entsteht und entwickelt sich in Zeiträumen, die wenige 100 Jahre bis mehrere 100.000 Jahre umfassen können. Bei uns in Deutschland und auch hier im Hunsrück sind die meisten Böden jedoch nicht älter als 10.000 bis 16.000 Jahre, da durch die intensiven Abtragungsprozesse während der letzten Eiszeit ältere Böden weitgehend erodiert und umgelagert worden sind.
So gibt es alleine in Deutschland sehr viele Felsenmeere, die eben jene geologische Zeugnisse der letzten Eiszeit beeindruckend zeigen.

Was war zuerst da, das Huhn oder Ei?
Die gleiche Frage kann man auch beim Boden stellen. Was war zuerst da, Gestein oder Boden?


Die Bodenbildung beginnt mit der Verwitterung von Ausgangsgestein. Durch Wärme und Frost kommt es zum Zerfall, durch Wasser zur Lösung von Mineralien. Dabei bilden sich neue Bodenbestandteile wie die Tone, die durch Wind und Wasser verlagert werden können. Auf der verwitterten Oberfläche siedeln zunächst niedere Pflanzen, wie etwas Algen, Flechten und Moose. Sie fördern die Lösung von Mineralien und beschleunigen damit die weiteren Abbauprozesse. Mit der fortschreitenden Verwitterung und Pflanzenbesiedlung entwickelte sich das Bodenleben. Zersetzte organische Substanzen führten zur Ausbildung einer wachsenden Humusschicht.
Erste Gehölze wie zum Beispiel Kiefern, Fichten oder Birken beteiligten sich mit ihren Wurzeln an der Gesteinsverwitterung. Unter der wachsenden Humusschicht bildet sich ein ausgeprägter, ebenfalls durchwurzelter Mineralboden, der sogenannte Unterboden. Je nach Standort entwickeln sich unterschiedliche Waldökosysteme oder in seltenen Fallen Nieder- und Hochmoore.

In den Böden – oder Felsen des Hunsrücks gibt es viele Mineralien. Kupfer, Schiefer, Eisen oder auch Edelsteine.

Quarzit und Schiefer kommen im Hunsrück am häufigsten vor

Quarzit wird heute unter anderem in den Steinbrüchen bei Argenthal, Henau, und Allenbach abgebaut. Es ist auch das häufigste Gestein, das Landwirte beim Pflügen aus dem Boden befördern.
In Rapperath bei Morbach kann man einen von fünf Quarzgänge zwischen Taunus und Saar sehr gut sehen.

Quarzgang in Rapperath bei Morbach

Schiefer wurde im Hunsrück aus Gruben in mehreren Orten befördert. Zum Beispiel in Dickenschied, Oberkirn und Altlay. Weltbekannt sind die Gruben von Bundenbach und Gemünden. Die Fossilien, die hier bei der Spaltung zutage traten, sind vielfältig. und aufschlussreich. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden viele Gruben stillgelegt. Die Grube bei Altlay ist die einzige, die heute noch in Betrieb ist.

Zur Anschauung empfiehlt sich ein Besuch in der Grube Herrenberg in Bundenbach bei Rhaunen.
Der im Rheinischen Schiefergebirge gewonnene Schiefer eignet sich besonders als Dachschiefer. Er wird zu Platten gespalten und in die erforderlichen Maße und Formen gehauen, im Hunsrück Laien genannt, mit denen Dächer gedeckt und Hausfassaden oft künstlerisch verkleidet werden.

Brauneisenstein
Das Hunsrücker Eisenerz entstand bei der Verwitterung des Schiefers, zeitlich vom Trias bis zum Tertiär einzuordnen. Die Bildung der Hunsrückerze hat unterschiedliche Ursachen. Dazu zählen Klüfte, Störungen und Quarzgänge im Tonschiefer. Das Eisen wurde durch Wasser aus dem Gestein gelöst und in Hohlräumen oft entlang von Quarzgängen konzentriert wieder abgelagert. Es entstand der sogenannte Brauneisenstein, dessen Eisenanteil etwa 20-35%
beträgt.

Schon die Kelten und Römer verarbeiteten Hunsrücker Eisenerz. Auch im Mittelalter wurde im Hunsrück Eisenerz verhüttet. Die ersten Hinweise für den Erzabbau im Hunsrück gehen auf das Jahr 1439 in Dill zurück. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Eisenverhüttung allmählich gesteigert. Im Soonwald wurden Rheinböllen, Stromberg und Gräfenbach zu Zentren der Erzverhüttung.

Am Rande des Hunsrücks wurde unter anderem in Fischbach an der Nahe Kupfer abgebaut. Noch heute liegen dort 5000 Tonnen Kupfer im Berg. Durch das viele Todgestein, also massiver Fels, lohnt sich der Abbau nicht mehr. Im zweiten Weltkrieg wurden zwar Sprengungen durchgeführt, um eben jenes Kupfer zu gewinnen. Es blieb aber nur bei Sprengungen – welche man heute noch im Besucherbergwerk besichtigen kann.

Der Teufelstisch in Hinterweidental im Pfälzerwald

Der Teufelstisch ist einer der markantesten Felsen im Pfälzerwald.
Der Fels ist ein 14 m hoher, an einen Tisch erinnernder Pilzfelsen im deutschen Teil des Wasgaus, dem südlichen Pfälzerwald. Auf der französischen Seite sind es die Nordvogesen.
Im Pfälzerwald gibt es mehr als 20 solcher Pilzfelsen, sie sind allerdings alle wesentlich kleiner.

Die Entstehung dieses Felsen ist ein 250 Millionen Jahre altes geologisches Wunderwerk durch die ersten Bildung von Sandsteinschichten.
Durch die anschließende Absenkungen des Erdbodens in der Pfalz, Vogesen und Schwarzwald, haben sich gewaltige Urströme gebildet. Die Welt (Landflächen) liefen nach weiteren Millionen Jahren trocken. Die anschließende Trockenheiten führten zu Ablagerungen, die wir heute im Pfälzerwald und Vogesen bestaunen können.

Unsere heutige bekannten Gebirge, Täler, Flüsse und Meere – ja sogar Kontinente sind in der Trias entstanden. Sie ist die älteste Periode des Erdmittelalters und wird zum Erdaltertum gezählt.

Ungemein lange mechanische und chemische Vorgänge mussten in der Trias ablaufen sein, um eine solche Felsformation entstehen zu lassen.
Das Plateau, also die Tischplatte hat ungefähr ein Gewicht von 300 Tonnen. Fast waagerecht und zu 100% ausbalanciert liegt diese Masse  auf ausgeschwemmten Sandstein.

Man erkennt an dem Felsen sehr deutlich wie Milliarden Kubikmeter Wasser, Geröll und Kies diese Steine über eine unglaublich lange Zeitperiode blank geschliffen haben.

Anm.: Über die Geologe in den Nordvogesen habe ich vor Wochen schon einen Artikel geschrieben.

Der Geologie in den Vogesen auf der Spur

Die Vogesen entstanden im Tertiär, genauer im Eozän, also vor etwa 50 Millionen Jahren durch eine tektonische Anhebung der noch jungen Erdkruste.
Zu jener Zeit bildeten die Vogesen noch ein gemeinsames Massiv mit dem Schwarzwald, bevor sich der Oberrheingraben absenkte und so sich zwei Gebirgszüge bildeten.

Ich war eben auf dem Weg zu mehreren Aussichtspunkte im Zorn Tal der Vogesen.
An einigen Stellen ragen massive Sandsteinfelsen aus dem Boden. Hier kann man die damalige vulkanische Tätigkeit in der Eozän sehr gut sehen. Zwischen dem massiven Sandstein sieht man auch sehr viele Kieselsteine.

Die Kiesablagerungen in dem Sandstein sind durch jene geologische Prozesse in der Eozän entstanden. Sandstein selbst ist ein Sedimentgestein und besteht aus Sandkörnern die durch Bindemittel wie zum Beispiel Kieselsäure und Kalk zusammengehalten wird.
Kies ist bedeutend härter als Sandstein, weil dieser aus Granit, Gneis oder Quarz besteht.
An den Unrerseiten von dem Sandstein kann man die „Aufblühungen“ der beiden Gesteine sehr deutlich sehen.

Lignit oder Xylit

Heute mal etwas über die Entstehung unserer Erde und was Lignit oder Xylit ist.

Autorin: Naike Juchem

Lignit kommt aus dem lateinischen und ist der Oberbegriff für jüngere Kohle.

Xylit ist in einem Zeitraum von Jahrmillionen entstanden. Durch den Druck aus dem Erdinneren und der letzten größeren Eiszeit vor etwa 500.000 Jahren kühle sich bekanntlich die Erdkruste ab. Unter Milliarden Tonnen Eis wurde alles Leben vernichtet – Fauna wie Flora.
Mit dem einsetzen der Warmzeit schmolz langsam das Eis und zurück blieben die uns heute bekannten Bodenschätze: Erdöl, Erdgas, Kohle, Erze und so weiter.

Durch den Tageabbau von Braunkohle, wird eben nicht nur Kohle gefördert –  sondern auch verschieden Sande und eben Xylit.
Bei Xylit ist die klare Holzstruktur noch sehr gut erkennbar. Den prähistorischen Prozess von oder für Xylit nennt man Inkohlung. Also eine Zwischenstufe von Pflanze zu Kohle. Somit ist Lignit oder Xylit eine Vorstufe von Braunkohle.

Lignit hat keinen guten Brennwert bei einer Verbrennung in einem Wärmekraftwerk und zum anderen entsteht durch seine Struktur bei einer Verfeuerung sehr viel klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2).

Der Nutzwert von Lignit ist tatsächlich noch gar nicht so lange bekannt. Erst seit knapp 10 Jahren trennt man Lignit von der  Braunkohle vor der Verfeuerung.
Im den frühen 80er Jahre kam der Saure Regen auf. Schuld daran war unter anderem das verbrennen von Lignit. Denn durch die CO2-Freisetzung beim der Verbrennung wurde auch Schwefeldioxid freigesetzt.

Man versucht nun in verschiedenen Verfahren etwas mit diesem Produkt zu machen. Lignit wir seit einigen Jahren als Filteranlage für Seen oder Gewässer erfolgreich gegen eine massive Zunahme an Algenbildung genutzt – sogar in Dubai.
Auch wird Xylit in Torf und Blumenerde untergemischt.
Eine weitere Verwendung wird in der Verölung eingesetzt. Dieses Prinzip ist ähnlich wie Fracking in den USA oder Kanada. Die Technik hierfür nennt man Katalytische drucklose Verölung (KDV).
So erzieht man bei einer Tonne Lignit etwa 250 Liter Dieselöl, etwa 300 bis 350 Kilogramm Kohlenstoffpaste und bis zu 350 Liter Aqua destillata – also destilliertes Wasser.

Naike Juchem, 5. September 2023

Rhyolith

Unsere Welt ist faszinierend und spannend. Wir können die Entstehung unseres Planeten täglich sehen und sogar begreifen. Was vor Millionen von Jahren noch eine glühende Masse war, formte sich langsam zu einem einzigartigen Planeten im Universum.
Die glühende Masse wurde langsam fester und eine Kruste – unsere Erdkruste entstand. Da diese Kruste noch nicht ganz ausgehärtet war, brach und bricht das flüssige Magma immer wieder aus. Die Folge sind Vulkane und eine unglaubliche Zahl an verschiedenen Gesteinen, Metallen und Gasen.

Trotz der Fülle an Gesteinen, spricht die Geologie von nur drei Gesteinesgruppen: die Magmatite – wie das Wort schon sagt, handelt es sich dabei um Tiefengestein – also Vulkan- oder Ergussgestein.
Die nächste Gruppe ist das Sedimentgestein – auch Ablagerungsgestein genannt. Dieses Gestein kann man an Bach- und Flussläufen sehr gut sehen. Elbsandsteingebirge oder das Müllerthal zwischen Luxemburg und Deutschland.
Dann gibt es noch das Umwandlungsgestein. Dieses Gestein entstand durch Metamorphose. Die Alpen mit ihrem Gneis sind ein solches Gestein. Wenn früh am Morgen oder spät am Abend die Sonne dieses Gestein anstrahlt, sieht man in wenigen Augenblicken ein Vielzahl an Farben.

Nun komme ich zu dem Magmagestein Rhyolith. Dieses Gestein entstand aus dem flüssigen Magma, welches noch heute unseren Erdkern bildet. Durch Vulkanausbrüche gelangte Magma aus dem Erdinneren langsam an die Oberfläche und erkaltet. Dies nennt man auch eine Peleanische Eruption.