Ein Jahr Taliban

Photo: Facebook Group

15. August 2021, die Welt schaut schockiert nach Afghanistan, als vor einem Jahr die Taliban erneut die Macht und Kontrolle über dieses seit Jahrzehnten gebeutelte Land übernommen hat.

Die Weltgemeinschaft wollte in Form von dem NATO ISAF Einsatz das Volk von Afghanistan von der Taliban befreien. Seit einem Jahr wissen wir, dass dieser Einsatz und Gedanke völlig gescheitert ist. Alleine Deutschland kostete der Afghanistan Einsatz 20 Milliarden Euro und 59 Bundeswehr Soldaten verloren ihr Leben.

Elite Soldat in den USA ausgebildet   Foto: Facebook Group

In den 20 Jahren Bundeswehr Einsatz wurde nie über Krieg in Afghanistan gesprochen. Man wollte der Bevölkerung (oder sich selbst) die Wahrheit nicht zumuten. Man versprach Polizisten und Soldaten für eine innenpolitischen Stabilisierung auszubilden. Man führte Konferenzen mit Vertretern der Afghanen unter anderem in der Nähe von Bonn und ließ die vielen Ethnischen Minderheiten in Afghanistan mal eben unter den Tisch fallen. Man wollte die Korruption in Afghanistan besiegen und saß mit eben jenen korrupten Stammesältesten an einem Tisch.

Die Armut wird täglich größer           Foto: Facebook Group

Was bleibt nach einem politischen Desaster über?

Deutschland hatte in Afghanistan nie eine Führungsrolle gehabt. Man tat es mehr aus Gefallen für die USA. Das die USA mit ihrer glorreichen CIA ein sehr perfides Doppelmoralisches Spiel mit der NATO, UN und dem Volk von Afghanistan gespielt hatte, sahen offensichtlich zu wenige oder man wollte es nicht sehen.
Seit der Intervention der UdSSR in Afghanistan, geht dieses Land stetig bergab. Trotz ISAF von 2002 bis 2021 waren insgesamt 76 Kontingenten mit 93.000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz und alle schafften es nicht, eine Stabilität für dieses Land hinzubekommen.
Mit dem Friedensabkommen von Doha, am 29. Februar 2020, wurde von den USA das Volk von Afghanistan verraten und verkauft.
Seit nun einem Jahr stürzt Afghanistan in den wirtschaftlichen Abgrund. Fundamentaliste Terroristen können dieses Land nicht führen. Dies hat auch der IS sehr schnell begriffen und so kämpfen Fundamentalisten gegen Fundamentalisten. Das Volk, insbesondere Mädchen und Frauen, sind die leidtragenden zwischen Macht, Gier, geopolitische Interessen und Terror.
Menschenrechte werden mit Füßen getreten

Ein Mann wird gesteinigt                     Foto: eastcoastdaily

In den vergangenen 365 Tagen gab es immer wieder Berichte über Folter, Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen in Afghanistan.
Nun folgt ein Text, den ich bereits im September 2021 geschrieben habe.

„Wir werden nach den islamischen Regeln bestrafen. Was auch immer der Islam uns vorschreibt, wir werden es entsprechend bestrafen. Der Islam hat seine Regeln für die wichtigsten Sünden. Wenn man zum Beispiel jemanden tötet, gelten andere Regeln. Wenn man es absichtlich tut, wenn man die Person kennt und sie absichtlich tötet, wird man auch getötet. Wenn man es nicht absichtlich tut, kann es eine andere Strafe geben, z. B. die Zahlung eines bestimmten Geldbetrags. Bei einem Diebstahl wird die Hand abgeschnitten. Bei illegalem Geschlechtsverkehr werden die Täter gesteinigt.“

Eine Frau wird ausgepeitscht             Foto: eastcoastdaily

Nein, dies ist kein Text aus einer historischen Schrift der vergangenen 500 Jahre  – es ist ein Text von August 2021.

Viele Afghanen sind beunruhigt, als die Taliban verkündete, das Ministerium „Für die Verbreitung von Tugend und die Verhinderung von Lastern“ wieder einzuführten. Jenes Ministerium, das von Mohamad Khalid geleitet wird, ist von Grund auf eine Menschenverachtende Institution.

Das berüchtigte Ministerium ist dafür bekannt, dass es die strenge Auslegung der Scharia umsetzt, zu der auch das Verbot für Frauen gehörte, ihr Haus ohne männliche Begleitung zu verlassen, sowie ein Verbot von Musik und anderen Formen der Unterhaltung. 

„Das Hauptziel ist es, dem Islam zu dienen. Deshalb ist ein Ministerium für Laster und Tugend obligatorisch. Wir wollen ein friedliches Land mit islamischen Regeln und Vorschriften.“ So steht es in einer Mail, die mit von einem Freund geschickt wurde.

Während der letzten Taliban-Herrschaft, die von 1996 bis 2001 dauerte, mussten Frauen eine Burka tragen und durften nicht ohne einen männlichen Vormund ins Freie gehen. Auch wurden die Gebetszeiten streng vorgeschrieben, und Männer wurden gezwungen, sich einen Bart wachsen zu lassen.
Mit dem Sturz der Regierung wurde vor Wochen damit begonnen in jeder Straße eine Sittenpolizei eingerichtet, die Verstöße mit harten Strafen wie Auspeitschungen, Amputationen und öffentlichen Hinrichtungen ahndete.

In vielen Städten und Ortschaften gibt es inzwischen wieder viele solche Vorfälle. 

Noch etwas zu der aktuellen Leistung des Innenministerium, des Islamischen Emirats Afghanistan, das von Sirajuddin Haqqani geleitet wird. Er ist der Sohn von Dschalaluddin Haqqani. Die CIA und das FBI haben für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, eine Belohnung von bis zu 10 Millionen US-Dollar 
ausgesetzt.

Wer nun immer noch der Meinung ist, das es für Afghanistan eine Zukunft geben wird, sollte endlich mal aufwachen und der Realität ins Auge sehen.

Naike Juchem, 16. August 2022

Quelle:
– ARD Studio Neu-Delhi
– Reuters
– Tolo News

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