Hier ist mal wieder ein Beispiel, wie die AfD andere Parteien schlecht macht und Fakten völlig außen vor läßt.
In Kaiserslautern wollte der Batteriehersteller Automotive Cells Company (ACC) eine Gigafactory für Akkus bauen. Nun ist dieses Projekt endgültig gescheitert, weil es eine schwache Nachfrage nach E-Autos in Europa gibt.
Die AfD in Rheinland-Pfalz nimmt dies als Aufhänger für eine verfehlte Politik der Grünen – ist aber völliger Schwachsinn. Die AfD ist ja bekannt, dass sie ALLES tut, um anderen die Schuld zu geben.
Es gibt in Deutschland nur einen Partei die ständig gegen die E-Mobilität und Erneuerbaren Energien am hetzen ist: Die AfD Wir erinnern uns, dass Weidel die Erneuerbarern Energien als „Windmühlen der Schande“ nannte. Die AfD ist es auch, die gegen ein Verbot von Verbrennermotoren in der EU gestimmt hat.
Nun dreht sich die AfD in Rheinland-Pfalz wie ein Fähnchen im Wind, und macht die Grünen für das Aus von ACC in Kaiserslautern verantwortlich. Es ist schon interessant, wie nun in den Sozialen Netzwerken Diesel Dieter und Verbrenner Uschi gegen die aktuelle und alte Regierung schießen.
Noch mal zum Nachdenken: Wer hat gegen die E-Mobilität gebrüllt?
Die AfD belügt ihr Dummvolk täglich und dies mit voller Absicht. Sie manipulieren ihre Wähler:innen bewusst, weil sie ALLES dafür tut, dieses Land an die Wand zu fahren. Sie lügen, streuen Falschaussagen und lassen Fakten immer sehr schnell unter den Tisch fallen. Sie verdrehen alles so, wie es denen heute oder morgen passt.
Man kann diese Lügen und Falschaussagen öffentlich machen, und trotzdem glaubt die Wählerschaft der AfD es nie. Sie sind in ihrer gewollten Manipulation so gefangen, dass sie die Wahrheit nicht mehr sehen wollen und können.
Der Teufelstisch ist einer der markantesten Felsen im Pfälzerwald. Der Fels ist ein 14 m hoher, an einen Tisch erinnernder Pilzfelsen im deutschen Teil des Wasgaus, dem südlichen Pfälzerwald. Auf der französischen Seite sind es die Nordvogesen. Im Pfälzerwald gibt es mehr als 20 solcher Pilzfelsen, sie sind allerdings alle wesentlich kleiner.
Die Entstehung dieses Felsen ist ein 250 Millionen Jahre altes geologisches Wunderwerk durch die ersten Bildung von Sandsteinschichten. Durch die anschließende Absenkungen des Erdbodens in der Pfalz, Vogesen und Schwarzwald, haben sich gewaltige Urströme gebildet. Die Welt (Landflächen) liefen nach weiteren Millionen Jahren trocken. Die anschließende Trockenheiten führten zu Ablagerungen, die wir heute im Pfälzerwald und Vogesen bestaunen können.
Unsere heutige bekannten Gebirge, Täler, Flüsse und Meere – ja sogar Kontinente sind in der Trias entstanden. Sie ist die älteste Periode des Erdmittelalters und wird zum Erdaltertum gezählt.
Ungemein lange mechanische und chemische Vorgänge mussten in der Trias ablaufen sein, um eine solche Felsformation entstehen zu lassen. Das Plateau, also die Tischplatte hat ungefähr ein Gewicht von 300 Tonnen. Fast waagerecht und zu 100% ausbalanciert liegt diese Masse auf ausgeschwemmten Sandstein.
Man erkennt an dem Felsen sehr deutlich wie Milliarden Kubikmeter Wasser, Geröll und Kies diese Steine über eine unglaublich lange Zeitperiode blank geschliffen haben.
Anm.: Über die Geologe in den Nordvogesen habe ich vor Wochen schon einen Artikel geschrieben.
Die im Ahbachtal gelegene Höhenburg Neublankenheim reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, wo sie erstmalig erwähnt wird.
Neublankenheim wurde als Grenzburg am Schnittpunkt der „Großterritorien“ Köln, Jülich, Luxemburg und Trier errichtet. Eine erste Erwähnung der Burg durch ihren Bauherrn Gerhard V. von Blankenheim gibt eine Urkunde der Belehnung durch den Markgrafen von Jülich 1341. Doch die dendrochronologische Datierung eines Balkens aus dem 1.Obergeschoß der Westwand erwies Baumaßnahmen schon für 1335/39.
Nach dem Aussterben der Blankenheimer 1406 und häufigem Besitzwechsel (u:a. Schleiden, Manderscheid, Mirbach) verfiel die Burg allmählich wegen ihrer abseitigen Lage. 1569 wird sie in Urkunden als baufallig bezeichnet und Ende des 16.Jh. ist sie nicht mehr bewohnbar. Seit 1987 ist der Landkreis Daun Eigentümer der Burg.
Die Burganlage
Die Burg liegt an einem alten Verkehrsweg durch das Ahbachtal auf einem schmalen Grat, den ein Halsgraben durchtrennt. Auf dem dreieckigen Burgplateau von 20 m Breite und 40 m Länge stand die kompakte Burganlage zeittypisch ein „Festes Haus“ mit repräsetativer 5- geschossiger, fensterreicher Schaufassade zum Tal, aber turmflankierter Schildmauer über dem Halsgraben. Vom ehemaligen Baubestand der Burg ist nur der breite, südliche Teil mit drei Außenmauern und dem Rest einer Zwischenwand erhalten geblieben, gut die Häfte ist abgestürzt. Beachtlich sind die 3 m starke, bis zu 14 m hohe Schildmauer mit Originalverputz, die Breche des Burgtores mit einem oberen und unteren Wehrgang und die zwei Flankentürme die nur aus den anschließenden Gebäuden zugänglich waren. Um den über 20 m hohen, 3-geschossigen Westturm führte eine gedeckte Außengalerie, über dem Burgtor eine Schlitzscharte und Erker. Der Südostturm beginnt erst im Obergeschoß und ruht auf Konsolen und einem Kehlgesims aus Rotsandstein.
Die Unterteilung des Innenhofes ist unbekannt, vermutlich ein großer, zwei- oder dreischiffiger Saal, denn zu beiden Seiten des Burgtores schlossen die Räumlichkeiten an, deren Balkendecken und Fenster man heute sieht. Erhalten blieb auch ein Rest der Nordwand, mit Verputz und steingerahmter Tür im Obergeschoß sowie die Anschlussecke zur Westmauer. Sicher nachweisbar sind ein verschüttetes Kellergeschoß unter der Ostseite und insgesamt vier darüber aufgehende Stockwerke. Nur die Fenster zum Tal waren mit Sitznischen ausgestattet, nahe der Schildmauer als schmale Schlitzfenster, danach werden sie größer und mit roten Sandsteingewänden gerahmt. Die Westfassade besaß im 1. Obergeschoß einen Balkon und eine Tür auf die Turmgalerie.
Ich habe über meine Wahlheimat – der Hunsrück, eine schöne Erklärung bei der Landeszentrale für politische Bildung gefunden. Ich möchte euch nun diese Region zwischen Rhein und Saar, Mosel und Nahe im Auszug mal etwas vorstellen. Aus einem Fundus von über 10.000 Fotos vom Rhein bis an die Saar, und von der Mosel bis an die Nahe, ist es schwer sich auf ein paar Fotos zu reduzieren. Ich habe nun mal einige Dutzende ausgewählt, welche einen Querschnitt vom Hunsrück zeigen. Ob nun Landschaft, Burgen, Kappelen, Ruinen, ehemalige Militäranlagen, oder gar bis zu den Kelten zurück gehen.
„Diese Landschaft so zwischen dem Rhein/ der Mosel und der Na ligt/ wirt gemeinlich der Hunsrueck genennt/ aber warumb/ weiß man nicht. [,..].“ Beginn der Beschreibung des Hunsrücks durch Herzog Johann II. von Pfalz-Simmern in der Cosmographie Sebastian Münsters, 3. Buch, Cap cc. Die in der Cosmographie von Sebastian Münster durch Herzog Johann II. (1509-1557) aus der Wittelsbacher Nebenlinie Pfalz-Simmern im 16. Jahrhundert aufgeworfene Frage hat schon viele Gelehrte beschäftigt. In einer Urkunde des Klosters Ravengiersburg ist der Name Hunsrück 1076 erstmals urkundlich erwähnt. Da viele Landschaftsformen nach Tieren benannt werden, könnte der „Hundsbuckel“ – (Cynonotus, Hunderücken, 15. Jahrhundert), Hundsrücken (1250), Dorsum canis (lat. Hunderücken, 1320), Hondesruck (1380) – eine wahrscheinliche Erklärung für die Namensgebung sein, die in Deutschland zahlreich vorkommt.
Naturgeschichte Die Landschaft ist geprägt von den waldbedeckten Höhenzügen des Binger- und Soonwalds, des Lützelsoons, des Idarwalds und dem sich nach Westen anschließenden Hochwald mit dem 816 m hohen Erbeskopf, durch die Bach- und Flusstäler zur Nahe im Süden, der Mosel im Nord-Westen und dem Rhein im Osten und die nach wie vor überwiegend von der Landwirtschaft genutzte Hochfläche. Der geologische Aufbau der Region führt in verschiedenste Epochen der erdgeschichtlichen Entwicklung. Quarzit und Schiefer entstanden vor rund 400 Millionen Jahren im devonischen Meer. Bei Stromberg ist ein ehemaliges Korallenriff als Kalknest erhalten. Im Naheraum finden sich Sandsteine, zum Rhein hin tertiäre Kiese, Ton und Sande und moselwärts Emsschichten. Gebirgsauffaltungen, tektonische Gewalten, Verwitterungen und klimatische Veränderungen schufen immer neue naturräumliche Voraussetzungen und Formen, die der Landschaft ihr vielfältiges Gepräge gaben. Fossile Tiere und Pflanzen geben einen Einblick in das devonische Meer. Im Naturpark Saar-Hunsrück und im Naturpark Soonwald-Nahe lassen sich die angedeuteten naturhistorischen Besonderheiten auf Premiumwanderwegen und Traumschleifen erleben.
Besiedlung, Städte und Dörfer
Bodenfunde auf den Höhenzügen und auf den Gemarkungen der Orte verweisen auf eine lange Siedlungstradition, die bis in die Jungsteinzeit zurückreicht (6000-3000 v.Chr.). Mit der Bronzezeit seit der Mitte des 3. Jahrtausends v. Christus verdichten sich die Siedlungsfunde. Eine besondere Rolle spielt die Hunsrück-Eifelkultur zwischen 750 und 450 v. Chr. bis zur römischen Eroberung unter Cäsar (50 v.Chr.). Die römische Besiedlung endete im 4. Jahrhundert. Frühe urkundliche Erwähnungen von Orten finden sich dann seit dem 8. Jahrhundert, im 10. Jahrhundert begann der Bau von Burgen (z.B. Kyrburg, Schmidtburg). Im Verlauf des 17. Jahrhunderts wurde das Gros der Anlagen, auch Städte und Dörfer, zerstört. In den Holzschnitten und Kupferstichen von Sebastian Münster, Daniel Meißner und Matthias Merian aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind diese Ansichten erhalten.
Herrschaft und Verwaltung
Im Hunsrück war eine Vielzahl von Adelsfamilien begütert. Seit mittelalterlicher Zeit begann sich die territoriale Struktur zu verfestigen. Kurtrier, die Pfalzgrafen bei Rhein, die Grafen von Sponheim, die Wild- und Rheingrafen bildeten Landesherrschaften aus – es entstand ein bunter Flickenteppich von Territorien. Mit der französischen Besetzung des linken Rheinufers zwischen 1794 und 1814 verschwanden diese Strukturen. Nach dem Rheinübergang Blüchers bei Kaub am Rhein (1813/14) und dem Wiener Kongress kam das Gebiet 1816 an Preußen. Die damals geschaffenen Verwaltungsstrukturen blieben mit kleinen Änderungen bis zum Beginn der 1970-er Jahre erhalten.
Auswanderung
Tausende von Hunsrückern verließen im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts den Hunsrück, um in Siebenbürgen, in der Batschka, in Nordamerika und Brasilien ihr Glück zu finden. Waren es im 18. Jahrhundert zum Teil noch religiöse Gründe, fand die Massenauswanderung des 19. Jahrhunderts vorwiegend aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen statt. Einige Auswanderer erreichten ihr Ziel erst gar nicht, sie blieben am Niederrhein und in Ostfriesland hängen. Bis zur Gegenwart bestehen Verbindungen zwischen den Auswanderern in Nordamerika und Brasilien zu ihrer alten Heimat im Hunsrück.
Militär
Militär hat eine lange Tradition im Hunsrück – keltische Ringwälle, römische Kastelle, Wachtürme, Burgen, Festungsanlagen, Bunker, Kasernen und Flugplätze sind zu finden. Schon seit den 1930-er Jahren wurde der Hunsrück von Militär-Strategen als Aufmarschgebiet gegen Frankreich und England erschlossen. Davon zeugen zum Beispiel die Hunsrückhöhenstraße (B 327) oder der Truppenübungsplatz Baumholder bei Birkenfeld. Nach dem letzten Krieg kamen dazu, der frühere Nato-Flugplatz Pferdsfeld im Soonwald und der frühere amerikanische Fliegerhorst Hahn auf der Hochfläche unmittelbar neben dem Dorf Lautzenhausen.
Neue Wohnungen für Militärangehörige wurden gebaut. Die Siedlungen brachten den Dörfern Wachstum und eine Steigerung der Kaufkraft. Deshalb gab es zunächst auch keinen nennenswerten Widerstand gegen diese Einrichtungen. Das änderte sich ab 1983/84, nach dem Nato-Doppelbeschluss. Im November 1983 hatte der Bundestag grünes Licht für die Aufstellung neuer amerikanischer Pershing-II-Raketen auf dem Boden der Bundesrepublik gegeben. Zwischen 1985 und 1990 wurden so genannte Cruise-Missiles auf der Militärstation Wüschheim/Hasselbach bei Kastellaun stationiert. Nur an diesem Standort, der unter der Bezeichnung „Pydna“ bundes- und weltpolitische Bedeutung erlangte, waren – soweit bekannt – diese Marschflugkörper auch atomar bestückt. Nach dem Abzug der Amerikaner wurde der Flugplatz Hahn zu einem beispielhaften Konversionsprojekt und stieg als Flugplatz Frankfurt/Hahn zu einem bedeutenden Fracht- und Passagierflughafen auf. Auf der „Pydna“ bei Hasselbach gibt es nach wie vor militärische Nutzungen und in einem Teil des Geländes treffen sich seit 1995 am ersten Augustwochenende Tausende von Menschen, um hier das größte Raverfestival „Nature-one“ in Deutschland zu feiern.
Einige werden an der rheinland-pfälziche Grenze zu Hessen und Baden-Württemberg elektro-Zäune, wie man sie an jeder Weide stehen sieht, gesehen haben. Diese Zäune sind zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest aufgestellt worden und machen auch Sinn. Jedes Veterinäramt in diesen drei Bundesländern kann und wird dies bestätigen.
Eine mutwillige Zerstörung zeugt von fehlender Intelligenz
Nur mal fürs Verständnis für offensichtlich zu viele unterbelichtete Mitbewohner auf diesem Planeten: Die hunderte von Kilometer Zäune zur Prävention von dem größten zusammenhängende Waldgebiet in Deutschland macht man nicht aus Freude. Auch kostet diese Maßnahme der Prävention eine Menge Steuergelder. Wenn diese Schweinpest in den Pfälzerwald und Vogesen kommt, brennt der Baum! Diese Schweinepest ist auch für alle anderen Tiere, wie zum Beispiel Katzen und Hunde tödlich!
Also lasst die Finger von diesen Zäune und zerstört diese nicht.
Bereits im 5. und 4. Jahrhundert vor Christus war dieses Gebiet im südlichen Hunsrück von den Kelten besiedelt. Im Bereich der Wildenburg hatten die Kelten aus Taunusquarzit-Steinen eine Wehr- und Verteidigungsanlage errichtet, die um die 4,5 Meter hoch gewesen sein musste. Jener Wall gehörte zu einer Reihe von keltischen Wallanlagen im südlichen Hunsrück. Sehr bekannt ist hier der Ringwall bei Otzenhausen im Saarland*. Jener Wall zog sich von westlichen Otzenhausen, weiter ostsüdöstlich an Allenbach und südlich von Sensweiler über den sogenannten Ringkopf weiter nach Kempfeld. Dort war nach heutigen Erkenntnisse ein befestigtes Lager.
Der Wall ging weiter nach Osten ins Hahnenbachtal. Dort ist die Burganlage Altburg. Sie liegt auf einem etwa einen Hektar großen Plateau hoch über dem Hahnenbachtal. Diese Kleinburg wurde von Bewohnern des keltischen Volks der Treverer im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. genutzt. Der Wall führte auch von dort noch weiter bis an das östliche Ende vom Hunsrück in den Soonwald. Alleine die Luftlinie von Otzenhausen bis in den Soonwald ist über 60 Kilometer lang. Geografisch kann man es sich so vorstellen, dass linksseitig im Hinterland der Nahe auf der kompletten Länge jener Wall gebaut wurde.
Die Wildenburg
Um das Jahr 350 n. Chr. wurde auf der Wildenburg für kurze Zeit eine spätrömische Befestigung eingerichtet. Im Spätmittelalter wurde von Wildgraf Friedrich von Kyrburg auf dem Felsen an der Westspitze des Ringwalls die Wildenburg auf dem 675 m hohen Quarzitfelsen erbaut. Leider ist von der Original Burg kaum noch etwas zu sehen, denn im Jahe 1651 wurde die Wildenburg von marodierenden lothringischen Truppen gebrandschatzt und zerstört. 9 Jahre später wurde mit einem teilweisem Wiederaufbau der Burg begonnen. Die sogenannten Unterburg diente als Amts- und Verwaltungssitz bis zur Aufhebung der Grafschaft Kyrburg im Jahre 1792.
1859 erwarb der preußische Staat das Anwesen und richtete eine herrschaftliche Revierförsterei‘ ein, die über einen Zeitraum von 100 Jahren Bestand‘ haben sollte. Von 1963 – 1999 gehörte die Wildenburg dem Hunsrückverein e. V. Heute ist die Wildenburg mit ihrer touristischen Infrastruktur ein beliebtes Ziel im Nationalpark Saar-Hunsrück.
*Über den keltischen Ringwall bei Otzenhausen habe ich schon berichtet.
Der westliche Hunsrück hat eine lange und interessante Geschichte die wohl kaum jemand kennt.
In der Geschichte ist dieses Gebiet oft an anderen Ländereien übergegangen. Ob nun in preußischer, oldenburgischer oder französischer Herrschaft.
Unweit des kleinen Ortes Oberhambach ist der Sauerbrunnen. Jene Quelle gehörte im 16. Jahrhundert zu den bekanntesten Heilquellen jener Zeit. Weltliche und geistliche Größen jener Zeit gehörten zu den Besucher. Denn das Oberhambacher Wasser wurde früher schließlich um die halbe Welt verschickt. Dem stark eisenhaltigen Wasser wird seit jeher eine heilende Wirkung nachgewiesen. Im Tumult des 30 Jährigen Krieg verlor die Quelle an Bedeutung. Später folgte unter Markgraf Karl Friedrich von Baden eine neue Blütezeit. Er ließ um das Gebiet der Quelle ein Kurhaus für 30 Gäste und Dienerschaft einrichten. Mit der napoleonischen Zeit kam erneut der Niedergang dieser Quelle. 1926 wurde die Quelle neugefasst und im Jahr 1964 durch den Landkreis Birkenfeld neugestaltet.
Der Nationalpark Hunsrück Hochwald
Der Nationalpark Hunsrück Hochwald ist einer der jüngeren Naturschutzgebiete in Deutschland. Hier entsteht ein Urwald von Morgen, denn dieses Gebiet im Hunsrück zählt schon heute zu einer ,Hotspot-Region für biologische Vielfalt“. Davon gibt es in ganz Deutschland nur 30 Gebiete. So leben hier zum Beispiel europaweit die meisten Wildkatzen. Die Wildkatze ist sehr scheu und braucht viel Ruhe. Genau wie der Schwarzstorch und viele andere Arten. Ruhe, die der Hunsrück mit seinen ausgedehnten Wäldern schon heute bietet. Für Tiere, aber auch für Menschen. Neben Wälder kann man im Nationalpark Hunsrück Hochwald auch mittelalterliche Burgen, Bauten und Ortschaft betrachten. Die Zeit der Besiedlung kann man sogar bis zu den Kelten hin verfolgen und bestaunen.
Die Ewigkeit gleicht einem Rad, das weder Anfang noch Ende hat (Hildegard von Bingen)
Hildegard von Bingen
Wer war diese Frau? Nach der Historie ist belegt, dass Hildegard als erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters war. Ihre Werke beschäftigen sich unter anderem mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie.
Klosterruine Disibodenberg
Die vielen Schriften von Hildegard waren für den Klerus schon eine harte Kost, denn so schrieb sie zum Thema Begierde und Sexualität, dass diese ein göttlicher Willens sei. Denn ungeachtet der traditionellen Verurteilung der Sexualität an anderen Stellen ihrer Schriften wird die sexuelle Lust als göttliche Kraft interpretiert. Denn ausdrücklich erkennt sie im „Streben der Begierde und der Zeugungskraft des Mannes“ ein Zeichen der „Liebeskraft Gottes“. Mit solchen und anderen Texten zählt Hildegard definitiv zu den ersten emanzipierten Frauen jener Zeit. Auch war sie Beraterin für viele Adligen und Bischöfe. Ein umfangreicher Briefwechsel und auch Ermahnungen zwischen Hildegard und jenen hochgestellten Persönlichkeiten haben die Jahrhunderte überdauert. Hildegard hat sich sprichwörtlich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.
Eine Frau, die 833 Jahre nach ihrem Tod offiziell heilig gesprochen wurde, gibt in ihrer Biographie immer so sehr viele Rätsel auf. Wenn man den Historiker glaubt, wurde Hildegard als Tochter der Edelfreien Hildebert und Mechtild geboren. Weder der genaue Geburtstag noch der Geburtsort werden von Hildegard oder zeitgenössischen Biografen genannt. Ihr wahrscheinliches Geburtsdatum lässt sich anhand ihrer Schrift „Scivias“ recht nah eingrenzen. So musste Hildegard als 10. Kinder einer Adelsfamilie zwischen dem 1. Mai 1098 und dem 17. September 1098 geboren sein. Nach neueren wissenschaftlichen Forschungsergebnissen aus dem Ende des letzten Jahrtausends stammt Hildegard von dem in einer Urkunde von 1112 genannten Hildebert (Hildebrecht) von Hosenbach (dem heutigen Niederhosenbach in der Verbandsgemeinde Herrstein) ab. Hildebert wird im Jahr des Eintritts vom Hildegard als Inkluse am Kloster Disibodenberg in einer Urkunde benannt. Hildegards Mutter war Mechthild von Merxheim. Es ist demnach davon auszugehen, dass Hildegard am Stammsitz ihrer Familie die ersten acht Jahre ihres Lebens verbracht hat.
Nun noch ein paar Informationen zu dem Kloster Disibodenberg bei Odernheim am Glan.
Das Kloster Disibodenberg war eine große Baustelle, als zu Allerheiligen 1112 drei junge Frauen als Inklusinnen aufgenommen wurden: die 20-jährige Jutta von Sponheim, die 14-jährige Hildegard sowie eine weitere 14-jährige Jutta.
Fast 40 Jahre gab es nun auf dem Disibodenberg ein benediktinisches Doppelkloster. Die Frauen lebten zurückgezogen in einer Klause, am Rand der großen Klosteranlage. Zunächst war Jutta die Magistra der Frauenklause. Ihre Gemeinschaft wuchs in 24 Jahren auf zehn Schwestern an.
Nach Juttas Tod 1136 wählten die Schwestern Hildegard zur Leiterin der Frauenklause. Hildegard reformierte einige strenge Vorgaben Juttas und kürzte unter anderem die langen Gebetszeiten. Im Jahr 1141 empfing Hildegard große Visionen, von denen sie in ihrem Buch „Scivias“ berichtete. Ein zeitgenössisches Bild zeigt sie bei der Niederschrift ihrer Visionen auf Wachstafeln. Sie thront selbstbewusst unter einem romanischen Bogen, fünf Feuerzungen des Heiligen Geistes kommen auf sie herab. Ihr zur Seite – durch eine Mauer getrennt – sitzt der gelehrte Mönch Volmar auf einem Bänkchen, hält weißes Pergament in seinen Händen und steckt seinen Kopf durch ein Fenster. Ein Hinweis, dass er bei der Übertragung ihrer Texte in einen Kodex half, aber auch ein Hinweis auf die räumliche Trennung der Nonnen und Monche.
Das Signal zum Umzug auf den Rupertsberg war 1148 die Anerkennung Hildegards als Seherin durch Papst Eugen Ill. Hildegard war nun berühmt, wollte die Abgeschiedenheit auf dem Disibodenberg hinter sich lassen und im Zentrum des damaligen Reiches ihr eigenes Kloster gründen. Doch bis mit Hilfe reicher Unterstützer auf dem Rupertsberg bei Bingen erste Behausungen gebaut und die verfallene Rupertskapelle wieder hergestellt waren, sind ein paar Jahre vergangen. Spätestens zur Weihe der renovierten Kapelle am 1. Mai 1152 wird sie mit ihren 20 Schwestern am Rhein eingetroffen sein.
Leider wurden alle Wirkungsstätten von Hildegard in den Turbulenzen des Dreißigjährigen schwedischen Truppen zerstört.
Die erste Erwähnung der Burg Landeck liegt nach urkundlicher Erwähnung im Jahr 1237. Die Burg hat damals aber schon bestanden, denn es handelt sich um einen Teilungsvertrag der Leininger Güter zwischen den Grafen Friedrich lll. und Emich IV. von Leiningen und nicht um eine Gründungsurkunde. Emich erhielt Landeck mit allen ihren Gütern. Die Burg war ein Reichslehen. Lehnsherren waren die Grafen von Zweibrücken und die Grafen von Leiningen. 1290 verlieh König Rudolf von Habsburg nach dem Tod Emichs V. von Leiningen-Landeck die zurückgefallene Hälfte der Reichsburg an seinen Neffen, den elsässischen Landvogt Otto IV. von Ochsenstein. Seit Beginn des 14. Jahrhunderts versuchte die Abtei Klingenmünster, Landeck und die umliegenden Güter als ihr Eigentum auszuweisen. Das betraf vor allem die Anteile der Ochsensteiner. Auch die Pfalzgrafen bei Rhein strebten danach, sich der Burg zu bemächtigen. So geschah es, dass 1405 Friedrich von Ochsenstein ein Viertel seines Anteils an den Bischof Raban von Speyer verkaufte und es sodann drei Besitzerparteien auf der Burg gab, die Grafen von Zweibrücken-Bitsch, die Herren von Ochsenstein und das Bistum Speyer. 1525 gelang es den Bauern des elsässischen Kolbenhaufens die Burg zu erobern und niederzubrennen.Es scheint aber, dass die Schäden bald wieder behoben waren. Nach dem Aussterben der Herren von Ochsenstein 1485 und der Grafen von Zweibrücken-Bitsch-Lichtenberg 1570 erhöhten die pfälzischen Kurfürsten ihren Besitzanteil an der Burg zunächst auf drei Viertel und vervollständigten ihn schließlich 1709 durch Tausch mit dem Bistum Speyer. Mittlerweile war die Burg jedoch durch französische Truppen zerstört worden. Doch Kurpfalz blieb alleiniger Besitzer bis zur Französischen Revolution. Die eindrucksvolle Burgruine gehört heute zu den von ,Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz“ verwalteten denkmalgeschützten Objekten.
Der Bergfried
Der Bergfried
Das architektonische Schmuckstück der Burg ist der noch bis zu einer Höhe von 23 Metern aufragende, mit 9 x 8,50 m fast quadratische Bergfried. Er gehört zu den schönsten und besterhaltenen Wehrtürmen der Pfalz, gilt gleichsam als Musterbeispiel eines Bergfrieds überhaupt. Seine Wände sind durchgehend mit vorzüglich gearbeiteten Buckelquadern verkleidet. Mit Ausnahme der Zugangstür und einigen Lüftungsschlitzen verfügt der Turm über keine weiteren ursprünglichen Öffnungen. Die regelmäßig über die Turmwände verteilten quadratischen Löcher sind sogenannte Rüst- oder Gerüstlöcher. In ihnen steckten einst die Streben des freitragenden Baugerüsts. Typisch für einen mittelalterlichen Bergfried ist der hochgelegene Eingang in den Turm mit dem davor angebrachten Podest, an das ein hölzerner Treppenaufgang gelehnt war. Bei Gefahr konnte sich die Burgbe satzung darüber für eine gewisse Zeit gefahrlos in den Turm zurückziehen und die Treppe zumindest teilweise einreißen In späterer Zeit ist in Höhe des Wehrgangs ein Zugang auf die Mantelmauer gebrochen worden. Zu ihm gelangt man heute über eine Außentreppe. Der ursprüngliche Turmeingang kann nicht mehr genutzt werden. Das Burgmuseum im Turminnern ist erweitert und neu eingerichtet worden.
Die Zisterne
Die Zisterne
Zisternen waren auf den Burgen die üblichen Vorrichtungen, mit denen Regenwasser zur Verwendung als Brauchwasser aufgefangen wurde. Auch Burg Landeck verfügte über eine Zisterne. die sich im Burghof befindet.Es handelt sich um eine restaurierte Filterzisterne. Im Gegensatz zu einer Tank- zisterne, die lediglich Regenwasser auffing, wird bei einer Filterzisterne das eingelaufene Wasser von Schmutz und Beimengungen gereinigt. Eine Filterzisterne verfügt über eine Sickergrube und einen Entnahmeschacht. Das Zisternenbecken ist mehrere Meter tief in den Felsboden eingegraben worden. Meistens wurden die Wände zusätzlich mit Tonschichten abgedichtet. Auf Landeck misst das Becken acht Meter im Quadrat. In der Mitte steht der wie eine Brunnenröhre aussehende Entnahmeschacht. Seine untere Steinreihe ist mit Öffnungen versehen. Um den Schacht herum ist das gesamte Zisternenbecken mit Geröll, Sand und zerschlagenem Felsgestein verpackt und verdichtet. Die meisten Zisternen waren mit einem Steinpflaster belegt, so auch auf Landeck. Es entstand somit ein zur Nutzung verfügbar gemachter Fußboden. Das von den Dächern gewonnene Regenwasser floss in Rinnen geleitet über den Burghof hin zur Zisterne und drang durch eine oder mehrere Einlaufoffnungen im Fußboden in die Gesteinsschichten ein, wo es zum Zisternenboden hin einsickerte. Verunreinigungen blieben an den Steinen hängen. Man vermutet, dass das Wasser auch mit Mineralien versetzt worden ist, sodass es in gewissen Grenzen trinkbar war. Durch die Öffnungen im Entnahmeschacht sickerte das Wasser in die Schachtröhre ein und konnte mit einem Eimer über eine Haspel nach oben transportiert werden.
Quelle: Landeckverein e.V. Text: Peter Pohlit, Annweiler
Immer wieder bemüht sich die Burgenforschung um eine klare typologische Erfassung der Burgen durch Zuweisung in bestimmte Kategorien. Dabei orientiert man sich an der topografischen Lage, der Funktion und der Bauform. Doch alle bisherigen Versuche, Burgen in eine logische und verständliche Typologie zu zwängen, blieben unbefriedigend, da Burgen eben keine schematischen sondern individuell geprägte Bauwerke sind.
Nimmt man z.B. die Topografie als Kriterium, so unterscheidet man generell zwischen der Höhenburg und der Niederungsburg, die im flachen Gelände steht und zumeist als Wasserburg ausgeprägt ist. Nun gibt es aber Wasserburgen mit Wassergräben und Burgen, die auf Inseln in Seen, Teichen oder Flüssen (Pfalzgrafenstein), sogar auf Meeresinseln ruhen. Ausnahmsweise können auch Höhenburgen Wassergräben aufweisen (Stahleck über Bacharach).
Bei den Hohenburgen lassen sich solche in Gipfel lage (Marksburg) und solche in Spornlage unter- scheiden. Spornburgen, die bewusst den natürlichen Schutz von nach drei Seiten abfallenden Bergspornen und Vorgebirgen suchten, sind seit dem 12. Jahrhundert ein besonders häufiger, auch im Mittelrheintal bevorzugter Lagetyp (Sterrenberg, Stahleck, Gutenfels), dabei manchmal auch in Hanglage (Ehrenfels). Um dem mit der Spornlage verbundenen Nachteil einer Überhöhung durch die angrenzenden Berghänge zu begegnen, stellte man der Bergseite gerne den Bergfried (Gutenfels) oder eine verdickte Mauer, eine Schildmauer, entgegen (Sterrenberg, Stahleck, Ehrenfels, Schönburg) Unterscheidet man Burgen gemäß ihrer Funktionen, so scheitert man sofort, da die meisten Burgen im Mittelalter mehrere wichtige Aufgaben zugleich erfüllten: Schutzbauten, Wohnsitze, Zentren des höfischen Lebens, der Gerichtsbarkeit, der Verwaltung der Wirtschaft sowie Symbole der Herrschaft, Macht und der Landesbefriedung (Landesburg). Am Rhein kommt noch die Erhebung von Zöllen hinzu. Begriffe wie ,,Zollburg“, ,,Stadtburg“ oder ,,Hafenburg“ vermengen freilich Funktion und Topografie.
Leider fällt auch die Untergliederung von Burgen nach ihren Architekturelementen schwer. Eine ,,Schildmauerburg“ z.B. ist ebenso ein architekto nischer Bautyp wie ein topografischer, da Schildmauerburgen sich nur auf Vorgebirgen finden. Auch gab es Burganlagen, sogenannte Mantelmauerburgen, die zur Betonung ihrer Gipfellage die Ringmauer extrem hoch ausführten, so dass sie aus der Ferne wie gewaltige Türme wirkten. Ähnlich problematisch ist der Terminus ,,Felsenburg“. Diesen in den Fels hinein gearbeiteten Burgen fehlen zwar zumeist solche Bauten wie Bergfried, Palas, Zwinger etc., doch lassen sie sich baulich aber auch nicht eindeutig definieren. Topografisch gehören sie zur Kategorie der Höhenburgen (z. B. Fleckenstein/Elsass)
Alle Typologien werden freilich durch den Umstand eliminiert, dass bei vielen Burgen Funktion und Architektur einem steten, mitunter sogar gravierenden Wandel unterlagen. Aus Wohnsitzen von Adeligen konnten Landesburgen werden, auf denen fortan Verwalter saßen. Dabei konnten sie von schlichten Schildmauerburgen zu mächtigen Festungen mutieren.
Die Marksburg ist in topografischer Hinsicht leicht zu klassifizieren. Sie gehört generell zur Gattung der ,,Höhenburgen“ und innerhalb dieser zur Gattung der ,,Gipfelburgen“. Funktionell wird die Kategorisierung schon schwerer, denn die Marksburg durchlief mehrere unterschiedliche Funktionen, wuchs vom Sitz Eppsteinischer Vasallen (Gefolgsleute) zum landesherrschaftlichen Burgschloss diente im 18. Jahrhundert sogar als kleiner Garnisonsstandort mit Festungscharakter, aber auch als Staatsgefängnis und Invalidenheim. In gewissem Sinne war die Marksburg zeitweilig auch eine echte Schutzburg, denn die mächtigen Grafen von Katzenelnbogen benötigten sie im 14. Jahrhundert zur Sicherung ihres in unmittelbarer Burgnähe betriebenen Silberbergbaus.
Wie komme ich auf dieses Thema? Meinen 47. Geburtstag feierte ich in Kaiserslautern in der Kartoffelhalle. Bis zu diesem Zeitpunkt sagte mir dies überhaupt nichts. An jenem Nachmittag wurde mir die Historie dieses Gebäude sehr genau erklärt. Ich fingen mit den Ergebnisse der Entführung der Lufthansa Maschine „Landshut“ nach Mogadischu den Terror an zu begreifen.
Nun folgt ein Artikel aus dem Spiegel vom 5. Juni 1977
Mit Augenmaß bewältigte das Schwurgericht in Kaiserslautern einen zweiten Baader-Meinhof-Prozeß — anders als in Stammheim — ohne Einbußen für Justiz und Rechtsstaat.
Besorgt erkundigte sich 1974 Helmut Kohl, damals Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, nach den Qualitäten eines Richters namens Adolf Stiefenhöfer. Kohl in einer Kabinettssitzung: »Was ist denn das für einer?« Justizminister Otto Theisen beschied ihn knapp: »Ein ganz normaler.«
Zunächst blieb die Skepsis, wenn unter Kollegen sein Name fiel. Stiefenhöfer, 48, früher Amtsrichter in Rockenhausen, dann Richter am Landgericht in Kaiserslautern, las eigens Werke von Theodor Adorno, übte sich in Psycho-Training und paukte linke Termini, um als Landrichter seine größte Aufgabe zu bestehen: parallel zu dem Mammutprozeß in Stuttgart-Stammheim über drei andere Mitglieder der »Roten Armee Fraktion« (RAF) zu Gericht zu sitzen.
Am Donnerstag letzter Woche, es war der 131. Verhandlungstag, schloß Stiefenhöfer im »Kleinen Baader-Meinhof-Prozeß« („Saarbrücker Zeitung“) in Kaiserslautern die Akten. Es war ein Verfahren ohne dramatische Zuspitzungen, ohne interne Justizskandale, ohne Spektakel mit prominenten Zeugen und meist vor mäßig gefüllten Zuhörerbänken.
Doch gerade weil das Verfahren im Pfälzer Hinterland so wenig Brisantes bot für Beobachter wie Beteiligte und immer Gefahr lief, im Schatten von Stammheim zur Nebensache zu geraten, kam der Rechtsstaat — anders als im Stuttgarter Hauptprozeß hier ohne Schrammen davon.
Stiefenhöfer bewies seine richterliche Souveränität auch darin, daß er in heiklen Augenblicken nicht wie sein Kollege Prinzing überflüssige und der Wahrheitsfindung abträgliche Konfrontationen mit den Verfahrensbeteiligten heraufbeschwor, sondern durch geschickte Nachgiebigkeit im Detail für ein moderates Verhandlungsklima sorgte. Er blockte jeden Eklat und jeden Ruch von Manipulation von vornherein ab.
Zu lebenslanger Haft verurteilt wurden die Terroristen Klaus Jünschke, 29, und Manfred Grashof, 30, unter anderem wegen Mordes und schweren Raubs. Der dritte Angeklagte, Wolfgang Grundmann, 29, seit Oktober auf freiem Fuß, kam wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung mit vier Jahren Freiheitsstrafe davon. Er erhält, weil er bis dahin schon viereinhalb Jahre in Untersuchungshaft gesessen hatte, voraussichtlich für ein halbes Jahr sogar Haftentschädigung. Am 22. Dezember 1971 gegen 8.10 Uhr hatten sechs Terroristen — bei letztlich ungeklärter Tatbeteiligung nach Ansicht der Ermittler auch Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe — in der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank zu Kaiserslautern 133 986 Mark erbeutet; im Kugelhagel der Räuber starb der Polizist Herbert Schoner.
Acht Wochen später stürmten sechs maskierte BM-Terroristen in die Bayerische Hypo-Bank in Ludwigshafen, schrien »Ihr Schweine, Säue, Drecksäue« und sackten 285 740,32 Mark ein. Mitte Mai 1972 legte ein RAF-Kommando Bomben im US-Hauptquartier in Frankfurt (ein Toter, elf Verletzte), und in Hamburg war im März der Kriminalhauptkommissar Hans Eckhardt an einer Terroristen-Kugel gestorben. Er hatte den RAF-Mitgliedern Grashof und Grundmann in einer konspirativen Wohnung aufgelauert.
Allein der Mord von Grashof an Eckhardt wurde in Kaiserslautern mit exakten Zeugenaussagen bewiesen. In anderen Punkten war die Beweisführung schwieriger. So wurde Jünschke wegen Mordes, Grashof wegen Beihilfe zum Mord an dem Polizisten Schoner verurteilt. Beide hatten am Tatort Kaiserslautern keine Spuren hinterlassen, und kein Zeuge konnte vor Gericht ihre direkte Tatbeteiligung bestätigen.
Die Tatsache, daß Jünschke nach Zeugenaussagen drei Wochen vor dem Überfall eine Reihe von Straßenzügen rund um die Bank photographiert, am Vortag den späteren Fluchtweg erkundet und seine Fingerabdrücke in einer konspirativen Wohnung hinterlassen hatte, wertete das Schwurgericht als ausreichenden Beweis, daß der frühere Psychologie-Student »auch in der Bank weilte und eine Rolle spielte, die mit dem Fluchtweg zusammenhing«. Grashofs Beihilfe sah das Gericht als erwiesen an, weil er zwei Wochen vor den« Überfall in der Buchhandlung Senftleben einen Stadtplan von Kaiserslautern gekauft hatte und von einer Verkäuferin dabei beobachtet worden war.
Für die These der Ankläger, wonach der dritte Angeklagte, Grundmann, unter den Geldräubern in Ludwigshafen war, fand das Gericht keinen ausreichenden Beweis. So blieb von der Anklage gegen Grundmann nur die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und unerlaubter Waffenbesitz übrig.
Denn »Kronzeuge« Gerhard Müller hatte Grundmann zwar belastet, sich dabei jedoch in Widersprüche verwickelt. Er fand in Kaiserslautern. auch dies durchaus anders als in Stammheim, wenig Glauben. Stiefenhöfer: »Seine Angaben müssen mit größter Vorsicht behandelt werden.«
Eine Behauptung von Müller, der, so Stiefenhöfer, auch in Stammheim gelegentlich die »bewußte Unwahrheit« gesagt hatte, diente dem Gericht andererseits sogar zur Entlastung Jünschkes im Frankfurter Sprengstoff-Fall. Obwohl ein Zeuge den Angeklagten am Tatort gesehen haben will, mochte das Schwurgericht »Müllers Eindruck, Jünschke sei hier in keiner Weise beteiligt gewesen, nicht ausschließen«.
Der Freispruch in diesem Punkt überraschte allerdings ebenso wie die Überzeugung des Gerichts, Jünschke sei als Mittäter in Kaiserslautern überrührt. Prompt kündigten auch die Pflichtverteidiger Revision dagegen an.
Neunzig Polizisten, die zum Schutz der als Verhandlungssaal umgebauten Kartoffelhalle abgeordnet worden waren, begannen nach der dreistündigen Urteilsverkündung, die Gitter, Monitore und den Stacheldraht wieder abzubauen — seit Prozeßbeginn vor 21 Monaten gab es für die Bewacher keinen einzigen Zwischenfall.
War der kleine BM-Prozeß im Schatten des Stuttgarter Monsterverfahrens — wegen des doppelten Aufwands, doppelter Kosten und des von Anfang an einkalkulierten Risikos unterschiedlicher Bewertungen — Beamten der rheinland-pfälzischen Justiz und des Bundeskriminalamtes zunächst noch als »der reinste Quatsch« erschienen, so bewerten sie ihn heute hoch.
Der Kaiserslauterer Prozeß belegt, daß es sich auch gegenüber Staatsfeinden von BM-Zuschnitt noch immer unvoreingenommen, ausgewogen und differenziert judizieren läßt. Nicht nur die Überlegenheit Stiefenhöfers, seine Flexibilität in Verfahrensfragen, nicht nur die Anwälte, die in Kaiserslautern kaum Anlaß zu vordergründigem Wirbel fanden — auch die Mainzer CDU-Landesregierung tat das Ihre zu einem korrekten Verfahren: Ein Abhör-Skandal wie in Stammheim blieb dem Prozeß in der Provinz erspart.
Als sich Justiz- und Innenministerium in Mainz vor die Frage gestellt sahen, ob sie — parallel zu dem Beschluß der Stuttgarter Minister Schiess und Bender — auch bei Grashof und Jünschke in der Vollzugsanstalt Zweibrücken Verteidigergespräche belauschen sollten, fiel die Entscheidung in den beiden Mainzer Chefetagen negativ aus: »aus verfassungsrechtlichen Gründen«.
Im Februar 2020 erstrahlte die Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig in einem farbenfrohen Lichtkunstwerk. Der lange in Morbach-Hundheim lebende Künstler R.O. Schabbach stellte mit 20 eigens entwickelten Projektionsgeräte die Pfeiler und den Unterbau der Brücke unter das Motto: Wir bauen Brücken für den Frieden und ein besseres gegenseitiges Verständnis.
„Es soll eine dreidimensionale Lichtkunstskulptur mit Weltrekordformat sein“, sagte der Künstler der Deutschen Presse-Agentur zu seinem Kunstprojekt.
Immerhin erstreckte sich die IInstallation auf über 250 Meter Breite und 160 Meter Höhe.
Am Abend des 14. und 15. Februars wird die Arbeit nun noch einmal gezeigt.
Schabbach hat mit seinen Lichtkunstprojekten bereits fünf Einträge in Guinness-Buch der Rekorde geschafft: Darunter mit seinem „Lichtdorf“ im Wohnort Morbach-Hundheim, in dem er 115 Gebäude zum Leuchten brachte. In Bad Bertrich (Kreis Cochem-Zell) strahlte er Hausfassaden durchgängig über 1,52 Kilometer an. An der Hochmoselbrücke wurde das höchste Lichtkunstwerk an einem Stück geschafft. R.O. Schabbach hatte auch in Malta, Paris und Istanbul ähnliche Lichtkunstskulpturen gezeigt.
Im Juli 2022 ist der Künstler nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren verstorben.