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Der Nationalsozialismus in Europa

Der Nationalsozialismus in Europa in der Zeit von 1933–1945 war eine totalitäre Diktatur, die in einen rassistischen Vernichtungskrieg und den Holocaust an rund  6 Millionen Juden mündete. Der Aufstieg des historischen NS-Regimes basierte auf der Ausnutzung politischer und wirtschaftlicher Krisen ab 1933. In die gleiche Kerbe haut die AfD mit ihren Parolen: „Deutschland geht es schlecht“ oder „Deutschland ist am Abgrund.“ Als viert stärkste Volkswirtschaft der Welt kann es uns gar nicht so schlecht gehen. Auch sollte man bedenken, dass wir eine globale Wirtschaftskrise haben.

In der modernen Politik wird das Erstarken von Rechtsextremismus und Nationalismus oftmals mit dieser Epoche verglichen, denn die Parallelen sind in allen Bereichen zu erkennen.

Der Antisemitismus war bei der NSDAP zu jener Zeit der ideologische Kern. Hinzu kamen Rassismus („Herrenrasse“), völkischer Nationalismus und der „Führergedanke“. Die gleichen Parallelen sehen wir seit Jahren mit dem Aufstieg der AfD in Deutschland. In Italien sind es die LEGA und Fratelli d’Italia (FdI). In Österreich ist es die FPÖ, In den Niederlanden die Partij voor de Vrijheid (PVV). In Schweden sind es die Schwedendemoktraten. In Frankreich ist es die Rassemblement National (RN). In Polen ist es die Prawo i Sprawiedliwość, kurz PiS genannt. In der Schweiz ist es die Schweizerische Volkspartei (SVP)
Man sieht, nicht nur in Deutschland ist der Nationalsozialismus in den Parlamenten etabliert.

Bei allem was wir aus der Geschichte kennen, auch wenn der Dackelmann von der AfD dies als „Vogelschiss der Geschichte“ abhakt, sollten die Menschen sich in Europa bewusst sein, welch verheerender Krieg und Wahn einen ganzen Kontinent ins Chaos gestürzt hatte.

Wenn man 81 Jahren nach Kriegsende immer noch ein „Führergedanke“ – hier sehr stark an der AfD zu sehen, und man sich öffentlich positiv für Rassismus, Faschismus und Nationalismus äußert, sollte man sich als Gesellschaft mal seine Gedanken machen.

Europa hat aktuell rund 744 Millionen Einwohner, wobei in den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union etwa 449 Millionen Menschen leben, kann man Politik nicht jedem recht machen. Dies ist eben so.
Wenn man rechtspopulistischen Parteien wählt, um die aktuellen Regierungen abzuschafen oder man sich durch Migration „übervölkert“ fühlt, sollte man sich die Statuten jener rechtspopulistischen Parteien durchlesen und sich einfach mal bilden, ob wir wirklich „übervölkert“ werden. Eine gefühlte Meinung ist niemals eine objektiv Meinung.

Auf der ganzen Welt werden Migranten gejagt, ausgegrenzt, bedroht oder gar deponiert und ermordete. Offensichtlich ist es leichter Menschen zu jagen, als Fluchtursachen zu bekämpfen. Die Migranten die gejagt, verhaftet oder deportiert werden, sind oftmals friedliche Menschen. Für das Feindbild reicht schon die Hautfarbe oder Kleidung.
Kein Mensch flieht ohne Grund! Natürlich gibt es in jeder Bevölkerung und Religion böse und gewalttätige Menschen. Es ist aber leichter gleich per se ALLE Flüchtlinge, Migratnten und Andersdenkende als Feinde anzusehen.

Die NSDAP hat es in ganz Europa durch den Krieg möglich gemacht, dass ganze Volksgruppen gejagt, ausgegrenzt, bedroht, deponiert und ermordete wurden. Als dem nicht genug war, folgten Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle und Oppositionelle. Das gleiche Bild sehen wir seit Jahren bei den rechtspopulistischen Parteien in Europa. Menschen werden wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder auch Meinung verfolgt, beleidigt, gejagt und gar getötet.

Die Polemik der heutigen rechtspopulistischen Parteien sind die gleichen geblieben wie ab 1933: „Die anderen sind Schuld…“
Nach unten treten ist leichter als die Ursachen für eine falsche Politik anzugehen. Rechtspopulistische Parteien werden niemals für eine freiheitliche Weltordnung und Gesellschaft stehen.

Das Wahlprogramm der AfD

Immer wieder lese ich die Sätze, „Kennst du denn das Wahlprogramm der AfD.“
Ja, kenne ich.
Ich habe vor Jahren auch schon auf meinen WordPress Blog darüber berichtet und berichte immer noch darüber.
Also kann man mir schon mal keine Unwissenheit vorwerfen.

Die allermeisten AfD Wähler:innen wissen nicht für wen sie ihre demokratische Stimme geben, weil sie einfach mit der aktuellen Politik unzufrieden sind – bin ich auch.
Nur sollte man sich bei einer rechtspopulistischen Partei dann doch mal die Mühe machen und das öffentliche und offizielle Wahlprogramm der AfD durchlesen. Ich weiß, es dauert eine gewisse Zeit, bis man dieses gelesen hat. Die meisten AfD Wähler:innen steigen ja schon bei den Überschriften aus. Auch dies ist ein sehr großes Problem in der heutigen Zeit, dass man meint mit Schlagwörter die Komplexität von Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und globale Zusammenhänge zu begreifen. Kann man eben nicht.

Die AfD benutzt eine Rhetorik die auf Angst, Falschaussagen und Lügen aufgebaut ist.
„Deutschland geht es schlecht“
Tatsächlich? Als vierte größte Volkswirtschaft der Welt kann es uns gar nicht so schlecht gehen.

„Deutschland verschenkt Geld an andere Länder!“
Tatsächlich? Deutschland hat noch nie Geld verschenkt! Alles was Deutschland an Geld in Formen von Krediten und Subventionen an ander Ländern gibt, ist an Forderungen für die Wirtschaft gebunden.
Ob nun Fahrzeuge, Maschinen, Chemische Produkte, Telekommunikation oder oder oder. All diese Vordergrund an die Schuldnerstaaten sichern in Deutschland Arbeitsplätze.

„Deutschland kann nicht die ganze Welt retten.“
Tatsächlich? Natürlich kann Deutschland in puncto Klimaschutz nicht die Welt retten. Dies kann und muss global gelöst und angefangen werden. Viele Länder sind im Klimaschutz weiter als Deutschland. Deutschland ist auf der Ranking Liste auf Platz 22. So viel mal dazu, dass Deutschland nicht die Welt retten kann.
Dänemark führt die Ranking Liste an, dank seiner hervorragenden internationalen Klimapolitik und dem hohen Anteil erneuerbarer Energien. Die Skandinavischen Länder sind vor uns. Großbritannien, Marokko, Spanien, ja sogar die Philippinen sind vor Deutschland.
Brasilien liegt auf Platz 8. Selbst China liegt mit Platz 15 weit vor Deutschland.

Natürlich sagen dies die AfD Politiker:innen nicht. Denn sie wollen immer nur Angst machen Dies ist ihr Erfolg. Und keine politische Inhalte – welche sie auch nicht haben.

Nun zu einer Zusammenfassung von nur 12 Punkten, die auf uns alle zukommen würden, wenn die AfD in Deutschland jemals die Regierung stellen würde.
Arbeiter, Mütter, Arbeitslose & Geringverdiener werden dies zu spüren bekommen. Also der größte Anteil der AfD Wähler:innen.

Punkt 1:  Rente
Die AfD will Rente nur nach 45 Beitragsjahren. Wer später ins Berufsleben startet, krank wird, Kinder erzieht, oder Angehörige pflegt, hat somit seine Beitragsjahren nicht erfüllt. Also liebe Mütter und Arbeitslose macht euch mal ein paar Gedanken über eure Jahre die ihr ins Rentensystem einbezahlt habt. Könnte bei so einigen echt schwierig werden.

Punkt 2: Mindestlohn
Die AfD will den Mindestlohn abschaffen. Also arbeiten für Hungerlöhne die dann jeder Konzern und Unternehmer frei wählen kann, denn die AfD will auch die Gewerkschaften schwächen ( Punkt 10)
(AfD-Programm: „Mindestlohn schadet der Wirtschaft!“)

Punkt 3: Bürgergeld
Wer arbeitslos ist, soll noch weniger bekommen. Armutsfalle statt Unterstützung!
(Nachzulesen in ihren Forderungen!)

Punkt 4: Kündigungsschutz
Arbeitgeber können mit solchen Maßnahmen Arbeitnehmer:innen viel einfacher und schneller kündigen.
Also Jobunsicherheit für alle!
(AfD will „flexiblere“ Arbeitsverträge!)

Punkt 5: Elterngeld
Die AfD will das Elterngeld drastisch kürzen. Familien sollen sich selbst durchschlagen. Womit sich der Kinderwunsch für viele dann erübrigen wird. Nur noch reiche Familien können sich dann Kinder leisten. Also nix mit KI erstellen Bildchen der schönen heilen Familie.
(AfD fordert „Leistungsgerechtigkeit“ )

Punkt 6: Steuererhöhungen
Die AfD will die Steuern für Geringverdiener hochsetzen – während Konzerne Steuern sparen. Die AfD will „Entlastung der Wirtschaft“. Wo sollen denn diese Entladung herkommen und wer soll es dann finanzieren? Die AfD wählt in ihrer Rhetorik bewusst die Punkte der Steuerentlastungen für die Bürger. Verschweigt aber immer, wie sie dies überhaupt finanzieren kann und wird.

Punkt 7: Frauenrechte
Die AfD will die seit Jahrzehnten erkämpften Rechte und Gleichstellungen der Frauen zurückgedreht. Die AfD lehnt Gleichstellungspolitik ab und will traditionelle Rollenbilder stärken. Frauen gehören an den Herd?
(AfD-Programm: „Familie ist, wo die Mutter zu Hause bleibt.“)

Punkt 8: Kinderrechte
Die AfD lehnt den Anspruch auf kostenlose Bildung oder Schutz vor Armut ab. Kinder aus armen Familien und Migranten sowieso haben das Nachsehen.
(AfD gegen „staatliche Bevormundung“ – auch bei Kinderrechten.)

Punkt 9: Privatisierung von Kitas & Krankenhäusern
Mit einfachen Worten ausgedrückt: Wer kein Geld hat, bleibt draußen. Gesundheit & Bildung nur für die, die es sich leisten können.
(AfD-Programm: „Mehr Markt, weniger Staat!“)

Punkt 10: Abschaffung der Gewerkschaften
Die AfD will Gewerkschaften schwächen und dass die Gewerkschaften keine Mitbestimmung mehr bei Löhne oder Lohnfortzahlung (Elterngeld) haben. Also kann ein Konzern oder Unternehmen sagen, für welchen Lohn man einen Arbeitsvertrag bekommen würde.
(AfD gegen „übermächtige Arbeitnehmervertreter“)

Punkt 11: Migration
Die AfD will eine hartes Zuwanderungsgesetz für Migranten. Sehr viele Migranten arbeiten seit Jahrzehnten in der Gesundheit, Pflege, Landwirtschaft, Gastronomie oder Wirtschaft. AfD will „Zuwanderung stoppen“.  Wenn diese Wahnvorstellungen der AfD umgesetzt werden, bleibt die Frage: Wer arbeitet dann noch in Krankhäuser, Altenheime, auf dem Bau oder in der Landwirtschaft?

Punkt 12: Bildung
Durch die AfD wird Bildung teurer. Schulbücher, Kitas, Uni-Gebühren sollen erhöht werden. Chancen auf Bildung sind dann nur für Kinder möglich, deren Eltern reich sind. In Sachsen-Anhalt möchte die AfD ja schon dafür sorgen, dass nur noch 25% eines Jahrgangs Abitur machen dürfen.
(AfD: „Bildung ist Privatsache!“)

Wer bis hierhin gelesen hat, sollte mir dann doch bitte mal die positiven Punkte einer Partei aufzeigen, die GEGEN das Volk ist.
Mit Manipulation und einer einfachen Rhetorik setzt die AfD ganz klar gegen eine Spaltung der Gesellschaft. Schuld sind immer die anderen. Deutschland geht es so schlecht und so weiter und so weiter.

Der überwiegende Anteil der AfD Wähler:innen glaubt frei erfundene Beiträge und manipulierten Beiträge mehr als etablierten Medien und Journalisten. Diese Ziel der gezielten Manipulation hat die AfD erfolgreich in den Köpfen ihrer Wählerschaft eingetrichtert.

Die AfD Wähler:innen beschimpfen mich und andere Menschen, die sich gegen eine rechtspopulistische Partei stellen als dumm, ungebildet, Systemlinge und was nicht noch alles.
Bei nur meinen 12 aufgeführten Punkte, bleibt die Frage:WER ist dumm und ungebildet?

Ich habe jetzt noch nicht die Themen Klimaschutz, EU, Raus aus dem Euro-Raum und häusliche Gewalt geschrieben.

Naike Juchem, 30. Mai 2026

„Hitler war ein Linker“ – dies behauptet zumindest das AfD Alitsche

Fakten haben und werden die AfD und deren Gefolge niemals interessieren. Denn: „Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt…“

Auch wenn der Dackelmann Gauland einst in einer Rede die Verharmlosung über die Herrschaft der Nationalsozialisten als „Vogelschiss in der Geschichte“ nannte, kann die AfD nicht die Geschichte umschreiben widewidewitt wie diese ihr gefällt.
Auch wenn dem Alitsche es nicht gefällt, war Hitler KEIN Linker. Denn seine ersten Opfer und Hauptfeinde waren die Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Auch der AfD sind Sozialdemokraten und Gewerkschafter ein Dorn im Auge.
Jene Volksfeinde wurden unter der NSDAP in Konzentrationslager gesperrt, gefoltert und ermordet.
Hitler war ein Rassist, Faschist, Nationalsozialist und ganz nebenbei ein Größenwahnsinniger Diktator. Im Grunde das gleiche was seit Jahren die AfD und deren Gefolge sind. Also: Rassisten, Faschisten und Nationalsozialisten.

Warum komme ich nun auf all dies?
Ich hatte mich gestern mit eine Freundin aus Hamm, Westfalen getroffen. Sie zeigte mir Fotos welche in einem der wenigen noch übrig gebliebenen Hochbunker in Hamm ausgestellt sind.
Wohin Rassismus, Faschismus und Nationalsozialismus einen ganzen Kontinent brachte, kann jeder nachlesen oder anschauen. Durch Größenwahn, Rassenhass, Faschismus und einer irrsinnigen völkischen Ideologie, kamen schätzungsweise 60 bis über 70 Millionen Menschen ums Leben! Zwei Drittel aller Opfer waren Zivilisten, die durch direkte Kriegshandlungen, Hunger, Krankheiten oder systematischen Massenmord starben.
Wer also meint einen Größenwahnsinnigen Diktator feiern zu müssen, sollte sich mal mit der Geschichte beschäftigen.

Nun zu den Fotos aus Hamm.
Am 23. März 1944 flog die 8. US-Luftflotte einen großangelegten Tagesangriff auf Hamm, der vor allem dem strategisch bedeutenden Verschiebebahnhof galt. Da das Ziel jedoch stark bewölkt war, konnte nur ein kleiner Teil der Streitmacht die Stadt anvisieren. Über das gesamte Stadtgebiet fielen an diesem Tag schätzungsweise 262 Sprengbomben, wodurch bis zu 200 Menschen starben und schwere Schäden entstanden.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Deutschland unvorstellbare Schäden, die sich jedoch nicht nur in reinen Geldsummen, sondern vor allem in menschlichem Leid, Obdachlosigkeit und Zerstörung von Infrastruktur messen lassen. Der wirtschaftliche und materielle Zusammenbruch umfasste historisch einmalige Ausmaße.

Durch den Krieg wurden etwa 20 bis 25 Prozent des gesamten deutschen Wohnraums, rund 4,8 Millionen Wohnungen komplett zerstört. Rund 13 Millionen Menschen wurden obdachlos, und mindestens 5,5 Millionen deutsche Soldaten und zahlreiche Zivilisten starben.
Auf das Reichsgebiet wurden über 1,5 Millionen Tonnen Bomben abgeworfen! Dies hinterließ über eine Milliarde Tonnen Schutt. Verkehrswege, Häfen und Brücken waren weitgehend unbrauchbar.

Der finanzielle Schaden an Gebäuden, Infrastruktur und Vermögenswerten ging in die Hunderte Milliarden Reichsmark (nach zeitgenössischen Berechnungen). Zudem hinterließ das Deutsche Reich einen Schuldenberg von über 400 Milliarden Reichsmark.
Die meisten Menschen haben kein Gefühl dafür, wie groß der Unterschied zwischen Millionen und Milliarden ist. 1 Million Sekunden sind ungefähr 11 Tage. 1 Milliarde Sekunden sind etwa 32 Jahre.

Wer im 21. Jahrhundert in Deutschland eine rechtspopulistische Partei als Alternative für dieses Land sieht, sollte sich bewusst sein, wohin Rassismus, Faschismus und Nationalsozialismus hingeführt hatte. Auch bei der NSDAP fing es mit Worten an.

Wehret den Anfängen

Naike Juchem, 21. Mai 2026

Aus Angst wird Wut, aus Wut wird Hass, der Hass ist die Lunte am Pulverfass

Diesen Artikel habe ich bereits im Oktober 2023 geschrieben. In den vergangenen Jahren hat sich an der Hetze der AfD nichts geändert – im Gegenteil, es ist schlimmer geworden.

Autorin: Naike Juchem

Wer der Meinung ist, die AfD ist eine Alternative für Deutschland weil:
– man mit der aktuellen Politik unzufrieden ist.
– man Videos und Beiträge sieht, wo sich Migraten nicht benehmen.
– man keine Flüchtlinge haben will.
– man nicht gendern will.

Dies kann man sehr gut nachvollziehen. Man sollte aber auch den ganzen Kuchen sehen und nicht nur die Krümmel.
Die AfD hält alle Menschen für krank, die nicht in deren Weltbild passen! Also Schwule, Leseben, Menschen mit einer Transidentität, Alleinerziehende und Arbeitslose.

Dies alles gab es im Nazi-Deutschland schon einmal in einem Euthanasie Programm. Will man tatsächlich wieder zurück ins Jahr 1933?

Jeder kann das kranke Weltbild der AfD nachlesen. Jeder sollte sich mal Gedanken machen, ob er oder sie nicht auch plötzlich durch das Raster dieser rechtspopulistischen Partei fällt.
Wie viele der AfD Wähler und Wählerinnen sind Alleinerziehend?
Wie viele der AfD Wähler und Wählerinnen sind Arbeitslos?
Wie viele jener AfD Fans bekommen soziale Unterstützung?
Muss man erst richtig auf die Schnauze fallen, um zu begreifen, dass man seinen eigenen Untergang wählt?

Folgend nun ein paar Punkte, welche man öffentlich nachlesen kann. Es ist das Parteiprogramm jener Partei, welche mittlerweile viele für eine Alternative für Deutschland halten. Keiner kann sagen: „Das habe ich nicht gewusst.“

Aus: DerWesten, vom 9. Oktober 2023

Wenn es nach der AfD-Bundestagsfraktion geht, sollen Langzeitarbeitslose zu Bürgerarbeit zwangsverpflichtet werden. Beispielsweise in der Seniorenhilfe oder in der „Heimatpflege und Ortsverschönerung“. Das Bürgergeld der Ampel-Regierung, das Hartz 4 ablösen soll, lehnt die Oppositionsarbeit strikt ab. Aus Sicht von Bernd Baumann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD, werde die neue Sozialleistung dazu führen, dass sich Arbeitslose „in die Hängematte“ legen. Mit dem Gegenkonzept „Bürgerarbeit“ sollen die Betroffenen „nicht verlernen, in der Früh aufzustehen“.

Reaktionäre und ideologische Familienpolitik

Familienpolitisch strebt die AfD zurück in die 50er Jahre, auch die Wiedereinführung des Verschuldensprinzips bei Ehescheidungen wird propagiert.

Dazu ein Auszug aus dem Parteiprogramm der AfD

„Die Alternative für Deutschland will die volkswirtschaftlich nicht tragfähige und konfliktträchtige Massenzuwanderung durch eine familien- und kinderfreundliche Politik ersetzen. (…)

Die aktuelle Familienpolitik in Deutschland wird bestimmt durch das politische Leitbild der voll erwerbstätigen Frau, so dass die Anzahl außerfamiliär betreuter Kleinkinder stetig ansteigt. Die sichere Bindung an eine verlässliche Bezugsperson ist aber die Voraussetzung für eine gesunde psychische Entwicklung kleiner Kinder und bildet die Grundlage für spätere Bildung und Beziehungsfähigkeit. Die AfD fordert daher, dass bei unter Dreijährigen eine Betreuung, die Bindung ermöglicht, im Vordergrund steht. (…)

Gleichzeitig wenden wir uns gegen eine Glorifizierung individualisierter Lebensformen. (…)

Eine staatliche Finanzierung des selbstgewählten Lebensmodells „Alleinerziehend“ lehnen wir jedoch ab. Wir wenden uns entschieden gegen Versuche von Organisationen, Medien und Politik, Alleinerziehende als normalen, fortschrittlichen oder gar erstrebenswerten Lebensentwurf zu propagieren. Der Staat sollte stattdessen das Zusammenleben von Vater, Mutter und Kindern durch finanzielle Hilfen und Beratung in Krisensituationen stärken.

Schwerwiegendes Fehlverhalten, welches sich gegen die eheliche Solidarität richtet, muss bei den Scheidungsfolgen berücksichtigt werden.“

Leugnung des Klimawandels, Ende der Klimaschutzpolitik

Wie ideologisch und demagogisch das Politikverständnis der AfD ist, zeigt sich sehr schön im Bereich der Klimapolitik. Obwohl der Klimawandel und die menschengemachte Erderwärmung in der Wissenschaft nicht mehr grundsätzlich in Frage gestellt werden, behauptet die AfD das Gegenteil.

„Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. Die Klimaschutzpolitik beruht auf untauglichen Computer-Modellen des IPCC („Weltklimarat“). Kohlendioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens. Der IPCC hat den Auftrag nachzuweisen, dass die menschgemachten CO2-Emissionen zu einer globalen Erwärmung mit schwerwiegenden Folgen für die Menschheit führen.“

Erhöhung der Militärausgaben, Wiedereinführung der Wehrpflicht 

Die AfD möchte die Wehrpflicht wieder einführen und den Wehr- bzw. Militäretat im Bundeshaushalt erhöhen.

„Sicherheit und Freiheit Deutschlands und seiner Verbündeten sind im Finanzhaushalt mehr als heute angemessen zu berücksichtigen. (…)

Wir erkennen den Ausnahmefall des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen an, sehen aber den Wehrdienst junger Männer aus allen gesellschaftlichen Schichten in den Streitkräften als Regelfall an.“

Liberales Waffenrecht

Die AfD fordert ein liberales Waffenrecht, obwohl gerade das Beispiel der USA zeigt, dass dies wider jegliche Vernunft ist.

„Ein liberaler Rechtsstaat muss seinen Bürgern vertrauen. Er muss es nicht nur ertragen können, dass Bürger legal Waffen erwerben und besitzen, sondern muss die Handlungsfreiheit seiner Bürger bewahren und freiheitsbeschränkende Eingriffe minimieren. Die AfD widersetzt sich jeder Einschränkung von Bürgerrechten durch ein Verschärfen des Waffenrechts. Die Kriminalisierung von Waffenbesitz schreckt Täter nicht ab, sondern macht Opfer wehrloser.“

Für deutsche Leitkultur, gegen Multikulti, gegen Gender Mainstreaming und Anti-Diskriminierung

Auch wenn sie ihren Gegnern Ideologie unterstellt, strotzen die Thesen der AfD zu Kultur und Gesellschaft vor ideologischer Aufladung.

„Die Ideologie des Multikulturalismus, die importierte kulturelle Strömungen auf geschichtsblinde Weise der einheimischen Kultur gleichstellt und deren Werte damit zutiefst relativiert, betrachtet die AfD als ernste Bedrohung für den sozialen Frieden und für den Fortbestand der Nation als kulturelle Einheit. Ihr gegenüber müssen der Staat und die Zivilgesellschaft die deutsche kulturelle Identität als Leitkultur selbstbewusst verteidigen.

Den aus dem angelsächsischen Raum importierten, von der EU in Richtlinien gegossenen und in Deutschland willfährig umgesetzten ideologischen Komplex, der mit den Schlagworten „Gender Mainstreaming“,„Diversity“, „Anti-Diskriminierung“ usw. bezeichnet ist, lehnt die AfD ab.

Die Gender-Ideologie erfüllt nicht den Anspruch, der an seriöse Forschung gestellt werden muss. Ihre Methoden sind fragwürdig und ihre Zielsetzung ist nicht wissenschaftlich motiviert, sondern politisch vorgegeben. Sie darf deshalb nicht weiter gefördert werden, und ist abzuschaffen.“

Abschaffung der Erbschafts-, Grunderwerbs- und Gewerbesteuer

Steuererleichterungen fordert die AfD vor allem für Wohlhabende und Gewerbetreibende.

Die AfD will die Gewerbesteuer abschaffen. Um die kommunale Selbstverwaltung zu stützen, sollen die Kommunen eine andere Besteuerungsquelle bestimmen dürfen.

„Die Alternative für Deutschland will die Erbschaftsteuer ersatzlos abschaffen. Die Erbschaftsteuer ist mittelstandsfeindlich und setzt Fehlanreize im Hinblick auf den nachhaltigen Umgang mit erwirtschaftetem Vermögen beim Übergang zur nächsten Generation. (…)
Die Grunderwerbsteuer ist daher abzuschaffen.“

The Wind of Chance

Welche Zeit war besser?
Für die einen die 60er, 70er, 80er oder die 90er?
Zeit oder Erinnerung ist immer eine gefühlte Meinung – nie eine objektive.

Geboren 1970 erlebte ich als Jugendliche die militärische Aufrüstung in meiner Heimat im Hunsrück. Die atomare Bedrohung wurde in diesem Jahrzehnt bis auf die Spitze getrieben. Dies waren die 80er.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wir damals in der Schule ins Kino fuhren und den Film „The Day after“ schauten. Ja, die Welt stand an der Schwelle einer atomaren Zerstörung durch die großen Mächte in Ost und West.
Der saure Regen hatten ganze Wälder im Schwarzwald zerstört. Dies waren die 80er.
In Tschernobyl explodierte eine Reaktor und wir lagen auf der Wiese in der Sonne. Tage später wurde dieses Unglück erst bekannt. Dies waren die 80er.
Müllverklappung in den Meere war Standard. Dies waren die 80er.
RTL kam mit Tutti Frutti auf den Markt. Dies waren die 80er.
Am Samstagabend saß die Familie bei den Fernseh-Shows von ARD und ZDF gemeinsam vorm Fernsehen. Dies waren die 80er.
In der Jugend war man in den Dörfer in den Discos gewesen. Dies waren die 80er.

Das Leben war unbeschwerter, weil man zum einen über 40 Jahre jünger war und vieles von der Welt nicht wusste.
Ja, es war eine geile Zeit gewesen, die wir als Kinder und Jugendliche hatten. Wir waren Zelten, sind mit Mofas oder Mopeds in die große weite Welt gefahren.

Ende der 80er Jahre kam der große Aufbruch in Europa. Länder kamen sich näher und Grenzen wurden abgebaut. Die politische Lage zwischen Ost und West entspannte sich. Raketen wurden demontiert und Brücken für den Frieden in Europa wurden gebaut.
Politische System zerbrachen im Osten von Europa. The Wind of Chance.

Ja, wir alle erlebten den Wind of Chance live. Aufbruch machte sich breit und der Frieden war gesichert – zumindest in Teilen von Europa. Im Osten von Europa brannte der Baum. Ob nun in Jugoslawien, Polen, Rumänien, Ungarn oder auch DDR. Menschen schlachteten sich gegenseitig ab, die zuvor noch Nachbarn waren. Im Osten von Deutschland ging man mit Kerzen auf die Straßen. Gleichzeitig waren Scharfschützen bereit für ihren Einsatz.
Ein Schuss hätte gereicht und es hätte auf deutschem Boden einen Bürgerkrieg gegeben.

Menschen flohen vor einem kranken System, in dem es nur Bespitzelung, Einschränkungen und Gängelung gab.
Sie flohen in Nachbarländer und hofften auf eine Zukunft im „goldenen Westen“.

Die EU formte sich langsam zu einem wirtschaftlichen und politischen Bündnis zusammen. Ein Aufbruch in eine neue Ära war in ganz Europa zu spüren.
Nordirland beendete den bewaffneten Konflikt mit England und auch die ETA in Spanien gab ihren freiheitlichen Kampf auf, während im Kosovo auf gezielt auf Menschen geschossen wurde.
Dies waren die 80er.

Wenn wir auch so gerne in die längst vergangene Zeit unserer Jugend zurückschauen, sollten wir mit den Erben jener Zeit lernen umzugehen.
Veränderungen bringen neue und andere Probleme mit sich. Dies ist der Lauf der Zeit.

Was sagen wir im Jahr 2040? Welches Jahrzehnt des neuen Jahrtausend war dann besser?
Bis jetzt fällt mir kein Jahr ein.

Die einstige Bedrohung von Osten und Westen nimmt wieder zu. Von Frieden in Europa entfernen wir uns immer mehr. Die Flucht von Menschen bleibt. Nur wird heute öffentlich darüber gehetzt. Feindbilder werden medial in die Köpfe der Menschen gehämmert.

Wir haben mit dem neuen Jahrtausend den Wind of Chance verloren. Hass, Rassisten und Rassismus prägen unser Leben. Jeder kämpft gegen jeden. Die Politik von damals gibt es nicht mehr. Politiker lassen auf die Bevölkerung schießen, als ob wir uns im Krieg befinden würden.

Der Irrsinn nimmt immer mehr Fahrt auf und das Karussell aus Konflikte, Gewalt und Verachtung dreht sich immer schneller.
Menschen die sich für die letzte Generation halten, zerstören sinnbefreit Eigentum.
In einer immer schnellere Geschwindigkeit wird Kapital aus allem gemacht, was nur wenige Menschen auf dieser Welt einen Vorteil bringt.
Man kommt sich nicht vor wie im 21. Jahrhundert. Man hat das Gefühl in der Antike angekommen zu sein. Gibt dem Volk Brot und Spiele.

Rechtspopulistische Parteien säen seit Jahren ihre Lügen, Hass und Desinformation in die Köpfe der Menschen. Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Die Propaganda an Desinformation läuft auf Hochtouren, wie einst der Bau von Mittelstreckenraketen.

Heute braucht man keine Panzer und Soldaten zuschicken, heute wird der Kampf um Freiheit, Demokratie und Frieden aus dem Internet geführt. Menschen werden mobilisiert nichts mehr den anderen zu glauben. Lügen und Falschaussagen werden binnen Sekunden in den Köpfen der Menschen manifestiert.

Die 80er waren dann wohl doch besser.
Es wäre doch schön, wenn wir im Jahr 2026 sagen könnten: Die 2000er waren ganz schön heftig gewesen, wird haben aber mit Herz, Verstand und Menschlichkeit die Kuh vom Eis geholt.
The Wind of Chance

Grenzübergang Marienborn

Nach dem Zweiten Weltkrieg teilen die allierten Siegermächte Sowjetunion, Vereinigte Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich – das besiegte Deutschland in Besatzungszonen. Auch Berlin wird in Sektoren geteilt.

Um den Verkehr zwischen den Zonen zu kontrollieren, richten die Allierten 1945 Kontrollpunkte ein. Der Kontrollpunkt Marienborn an der Autobahn Hannover-Berlin liegt unmittelbar an der Grenze zwischen britisch besetzter Zone im Westen und sowjetisch besetzter Zone im Osten.

Mit der Verschärfung der politischen Gegensätze zwischen den Westallierten und der Sowjetunion entwickelt sich der weltweite Ost-West-Konflikt. Der Kontrollpunkt Marienborn liegt an der Naht- stelle zweier feindlicher Machtblöcke – dem kommunistischen Herrschaftsbereich im Osten und den kapitalistischen Demokratien im Westen. Der Konflikt zwischen den Systemen führt zur Teilung Deutschlands in zwei Staaten: Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik.



Der Grenzübergang Marienborn in der DDR wird zum Ort der Grenzsicherung der kommunistischen Diktatur gegenüber dem Westen. Der einzige Zugang der westlichen Alliierten ins geteilte Berlin ent- wickelt sich rasch zur bedeutendsten Kontrollstelle an der innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik. Über sie wird der Reise- und Güterverkehr nach West-Berlin, in die DDR, nach Polen und in die damalige Tschechoslowakei abgewickelt. Für die Mehrheit der Menschen im Osten bleiben Reisen in den Westen ein Traum. Für sie ist die Grenze ein unüberwindbares Hindernis.

Schnell ist der Kontrollpunkt dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. 1972 bis 1974 entsteht etwa 1,5 Kilometer vom Grenzverlauf entfernt eine neue Grenzübergangsstelle. Auf der nun deutlich großeren Flãche ist eine effektivere Abfertigung des ständig zunehmenden Reiseverkehrs möglich.

Marienborn Passkontrolle, Bespitzelung und Fluchtvereitelung

Prãmien und Auszeichnungen sind nicht nur Leistungsansporn, sie dienen auch der Loyalitätssicherung. Geld- oder Sachprãmien werden für besondere Kontrollerfolge vergeben. Die Medaille für treue Dienste in der Zollverwaltung der DDR erhalten die Mitarbeiter entsprechend ihrer Dienstjahre in Bronze, Silber und Gold

Im Einreisebereich führt der Zollkontrolleur eine Kassierertasche bei sich, um den Mindestumtausch für einen Tagesaufenthalt in der DDR einzuziehen. Die Reisenden müssen mitgeführte Gegenstände und Zahlungsmittel in entsprechende Formulare eintragen, die nach der Abfertigung abgestempelt werden. Während einer Kontrolle nutzen die Zöllner Taschenlampen zum Ausleuchten der Pkw. Lebensmittel und Kosmetikartikel im Gepãck durchsuchen sie mit Sondiernadeln. Bei Transitreisenden beschaut der Zollkontrolleur das Fahrzeug nur von außen und fragt, ob Funkgeräte, Waffen oder Munition mitgeführt werden.



Fluchthelfer und Flüchtlinge nach der gescheiterten Flucht in der Kontrollgarage Ausreise. Nach § 213 Ungesetzlicher Grenzübertritt des DDR-Strafgesetzbuches sind die Vor- bereitung und der Versuch einer Flucht strafbar. Das gilt auch für die Fluchthilfe nach §10. Im Amtsdeutsch Staatsfeindlicher Menschenhandel.

Die Körperdurchsuchung

Das körperliche Durchsuchen von Personen gehört zu den im Zollgesetz der DDR festgelegten Befugnissen der Zollverwaltung. Die Entscheidung für eine solche Kontrolle trifft der Zollamtsleiter, wenn der Verdacht auf einen groben Zoll- und Devisenverstoß vorliegt oder nach einem aufgedeckten Fluchtversuch.
Der Körperdurchsuchungsraum ist ein separierter Bereich, in dem zwei männliche oder zwei weibliche Zollner Reisende abtasten und kontrollieren, die im Verdacht stehen, verbotene Waren oder Gegenstände bei sich zu tragen. Alle mitgetragenen Gegenstände müssen den Zollmitarbeitern ausgehändigt werden. Die Zöllner tasten die verdächtigte Person nach Geld, Waffen oder anderen versteckten Gegenständen ab. Danach muss sie sich ausziehen und sich nach der Kontrolle ihrer Kleidung einer Leibesvisitation unterziehen. Ausgehändigte oder entdeckte Gegenstände können als Beweismittel eingezogen werden.

In der Planwirtschaft der DDR werden die Preise für Grundnahrungsmittel und bestimmte Versorgungsgüter durch staatliche Subventionen niedrig gehalten. Andererseits besteht ein Mangel an hochwertigen Konsumgütern. Die Ausfuhr vieler Waren im Reiseverkehr ist deshalb entweder verboten oder wird mit hohen Zöllen belegt.
Da die eigene Währung nur auf dem Binnenmarkt als Zahlungsmittel dient, benötigt die DDR Devisen, um auf dem freien Weltmarkt einkaufen zu können. Auf die Einfuhr von westlichen Waren werden daher hohe Zolle erhoben.

Bei der Ausfuhr von bestimmten Waren aus der DDR müssen Reisende Genehmigungsgebühren zahlen. Diese werden in DM erhoben und betragen zwischen 50 und 100 % des DDR-Einzelhandelspreises. Dazu gehoren vor allem staatlich subventionierte Konsumartikel wie Spielwaren, Uhren oder Elektrokleingeräte für den Haushalt.
Ein generelles Ausfuhrverbot besteht u. a. für Mark der DDR, Fotoapparate und hitzebeständiges Haushaltsglas sowie für preislich gestützte Waren wie Bettwäsche, Hand- und Tischtücher, Schuhwaren aller Art oder auch für Kartenmaterial.

Besteht der Verdacht, dass bei der Ausreise aus der DDR genehmigungspflichtige Waren von den Reisenden nicht genannt bzw. vorgeführt worden sind, werden Gepäckstücke in einem separaten Raum mithilfe eines Röntgengerätes kontrolliert.



Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit

Die Zollverwaltung zählt zu den bewaffneten Organen der DDR. Damit kommt ihr eine wichtige Rolle bei der Absicherung der SED-Herrschaft nach außen und innen zu. Wegen des ständigen Kontaktes zu westlichen Reisenden, stellen die Zollmitarbeiter für die SED-Führung auch ein Sicherheitsrisiko dar.
Daher wirbt das Ministerium für Staatssicherheit einzelne Zollner als Inoffizielle Mitarbeiter (M) an, um von ihnen Informationen über Gespräche und Verhaltensweisen her Kollegen zu erhalten. 1979 sind alle wichtigen Positionen im Führungsstab des Grenzzollamtes Marienborn mit lM besetzt.

Angehõrige der Zollverwaltung bespitzeln als InoffizileMitarbeiter ihre Kollegen bei der Arbeit und im Privatleben. Dadurch sollen sie, so der Auftrag der Staatssicherheit, „politische Aufweichung, labile Verhaltensweisen, Anzeichen der Korruption und verdächtige Kotakte“ aufdecken und verhinden helfen.

Der Minister für Staatssicherheit Erich Mielke überreicht das Ehrenbanner des Zentralkomitees der SED an das Grenzzollamt Marienborn. In seiner Rede betont Mielke die enge Zusammenarbeit der Passkontrolleinheit und des Zolls. Im Jahr 1975 sind an der Grenzübergangsstelle Marienborn 21 Menschen an der Flucht gehindert worden, in den ersten Monaten des Jahres 1976 sind es bereits 27.

Tausende DDR-Bürger versuchen trotz der Gefahr von Verhaftung und Tod, in den Westen zu fliehen. Sie wollen die DDR aus politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Gründen verlassen. Wichtige Motive sind die fehlende Reise- und Meinungsfreiheit in der DDR sowie die Aussicht auf bessere Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik.
Mit Inkrafttreten des Transitabkommens 1972 dürfen Pkw auf der Durchreise von und nach West-Berlin nur noch bei begründetem Verdacht kontrolliert werden. Viele versuchen nun, in einem Auto versteckt, auf dem Transitweg in den Westen zu gelangen. Entdeckte Flüchtlinge müssen mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu acht Jahren rechnen, ihren Helfern drohen sogar von zwei bis zu 15 Jahre Haft.

Kein Mensch flieht ohne Grund

Ein paar Hintergründe, die zum Nachdenken bringen sollen.

Autorin Naike Juchem

Melilla ist eine spanische Enklave in Westafrika und hat seine Grenze zu Marokko.
In einem Werbeprospekt wird über die schöne und mittelalterliche Festungsanlage und über prachtvolle Jugendstilgebäuden in den schönsten Worten geschrieben.
Wörtlich heißt es dort: „Es gibt keinen besseren Weg, ihre Geschichte kennenzulernen, als eine Besichtigung von La Ciudadela, auch bekannt als Melilla la Vieja oder „das Dorf“ (El Pueblo) zu besuchen. Diese Festungsanlage wurde im 15. Jahrhundert auf Felsen erbaut und verschiedene Kulturen haben hier im Laufe der Zeit ihre Spuren hinterlassen.“
So weit über die einstige Geschichte.

Über die aktuelle Geschichte hört man kaum etwas. Im Sommer 2022 versuchten fast 2.000 Migranten, die meterhohen Zäune von Melilla – also der EU Außengrenze zu überwinden. Es gab hunderte Tode und genau so viele Verletzten. Hilfe für die Menschen gab es keine!
Dies ist die Realität vor den Türen von Europa!
Ob in Libyen, Griechenland, Türkei, Italien (Lampedusa) oder an den Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Überall werden Menschen mit Waffengewalt an der Einreise nach Europa gehindert.

Foto: Simona Forlini

„Sollen sie doch bleiben wo sie hergekommen sind.“


Dies sind oft die Aussagen von Menschen, die für sichere Grenzen und konsequenter Abschiebung sind.
Natürlich können diese Menschen in ihrer Heimat bleiben – nur hat die EU durch irrsinnige Subventionen und Staatsverträge fast alle Länder in Afrika in den Ruin getrieben. Tomaten aus Italien werden in Ghana billiger verkauft, als die Landwirte in Ghana diese verkaufen können.
Hähnchenfleisch, welches in Europa keinen Absatz hat, wird über Subventionen per Container nach Nigeria geschafft. Dort hat man mit unserem Lebensmittelmüll mal eben die Landwirtschaft ruiniert.

Elektronikmüll wird an die Elfenbeinküste oder Ghana verschifft. Dort liegen Hunderttausende Tonnen Elektronikmüll auf weiten Felder – auf denen einst mal Saat ausgebracht wurde. Mit einfachsten Mittel wird noch das letzte Stück Kupfer aus den Geräten geholt. Die Umweltverschmutzung ist gigantisch. Durch die Schwermetalle im Boden und Wasser, ist Leben für Tiere und Fische nicht mehr möglich.

Natürlich gibt es auch „positive“ Beispiele, wenn in Kenia Tulpen und andere Blumen gezüchtet werden, und diese dann in den Discounter in Europa für wenig Geld an den Kassen stehen. Von diesem ökologischen Irrsinn mag ich gar nicht schreiben.

Diese wenigen Beispiele zeigen schon, wie global vieles zusammen hängt. Es ist natürlich leicht zu sagen: „Sollen sie doch bleiben wo sie hergekommen sind.“ Würden diese Menschen eigentlich auch, wenn das zivilisierte Europa nicht deren Heimat, Lebensraum und Wirtschaft zerstören würde. Kein Mensch flieht ohne Grund!

Foto: Saleh Syrian

Die Menschen, die fliehen, brauchen Geld für ihre Flucht. Dieses Geld kratzen sie von Verwandten zusammen. Die Familien verschulden sich bei den Schlepper und können das Darlehen niemals zurück bezahlen. Oft werden nach ein oder zwei Jahren diesen Familien das wenige Eigentum weggenommen. Also hat man nochmals viele Menschen in die Armut, Flucht und Verzweiflung getrieben.

Um dies alles zu begreifen, bedarf es mehr, als die Schlagzeilen der BILD oder den schwachsinnigen Postings in den Sozialen Netzwerken zu lesen.

Foto: Eva Wołkanowska-Kołodziej

Wenn wir diese Welt verbessern möchten, müssen wir als Industriestaaten auch jene anderen Ländern leben lassen und auf Augenhöhe mit einander umgehen. Staatsverträge drückt die sowieso schon schachen Ländern noch mehr an die Wand.
Hurra, wie haben Unimogs von Mercedes, Waffen von Heckler und Kock.  Auch Frankreich ist im Bereich Staatsverträge vorne mit dabei. So werden zum Beispiel militärische Fahrzeuge von ACMAT S.A, ALCEN (u.a. Hubschrauber) oder Produkte der Dassault-Gruppe geliefert.

Diese Liste geht natürlich nicht nur über militärische Waffen und Fahrzeuge einher. Es geht mit allen Branchen weiter: Lebensmittel, Telekommunikation, Medikamente, Erdöl, Chemie….

Foto:Nino Fezza

Um eine immer weiter steigende Profitrate der Konzerne zu haben, braucht man neue Märkte. Ob Lateinamerika, Afrika, Asien, Südostasien oder China. In all diesem Karussell aus Macht, Gier und Profitrate bleiben Menschen aus der Strecke. Dies zeigt uns die Geschichte des Kolonialismus. Auch hier waren es: Afrika, Asien, Lateinamerika, Polynesien, Indien, Indochina (so nannte man früher Südostasien.)

Die westliche Industrie und Wohlstand ist auf die Armut der Schwellenländer dieser Welt aufgebaut. Kriege führen zu Armut und Flucht. Umweltzerstörung führt zu Armut und Flucht. Irrsinnige Subventionen und Staatsverträge führt zu Armut und Flucht.

Foto: Simona Forlini

Nun sitz der Europäer zu Haus auf seinem Sofa und motzt über Migranten, ohne all diese Hintergründe zu wissen. Es ist leichter, die schwächsten in dieser Kette zu bekämpfen, als sich über die Ursachen Gedanken zu machen.

Naike Juchem, 6. Februar 2024

Die Lügen für einen Wahn

Ich war bereits mehrmals in und um Danzig in Urlaub. Vorweg, Danzig ist eine wunderschöne Stadt.
Ich war so gut wie in allen Museen in Danzig, Gdynia, Malbork, die Halbinsel Hel und natürlich auf der Westerplatte – wo am 1.September 1939 der Krieg begann.
Durch eine gezielte falsche Propaganda wurde dem Deutschen Volk verkündet: ‚Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen.“

Am 1. September 1939 um 4.45 Uhr eröffnete die „Schleswig-Holstein“ das Feuer auf polnische Befestigungen auf der Westerplatte vor Danzig. 

Heute wissen wir aus der Geschichte, dass Polen an jenem Tag und Uhrzeit NIEMALS geschossen hat.
Mit einer Lüge wurde Deutschland und Europa in wenigen Jahren in Schutt und Asche gelegt.
Mit Lügen verbreiten rechtspopulistische Parteien Angst und Stimmung in der Bevölkerung. Was früher nur Wurfblätter und Radio war, ist heute das Internet.
Tausendfach werden in den Sozialen Netzwerken Lügen, Angst, Hass und Hetzte geteilt. Die Propaganda läuft – und all zu viele begreifen es nicht. Hunderttausende User schreien und schreiben ihren Hass und Unmut gegen die „Lügenpresse“. Sie sind es aber selbst, die tausendfache Lügen verbreiten.

Fotos: Alle Fotos sind privat aus verschiedenen Sonderausstellungen aus Danzig und Gdynia, oder von der Westerplatte.

Terror und seine Folgen

Terroranschlag auf ein PRT in Afghanistan

Die Zahl der Terrortoten ist 2014 um 80 Prozent gestiegen: 32.658 Menschen kamen weltweit ums Leben. Die Hochburgen des globalen Terrors sind in Ländern wie Irak, Nigeria und Afghanistan. IS und Boko Haram sind für mehr als die Hälfte der Opfer verantwortlich.

Die Zahl der Terroropfer in der Welt ist 2014 sprunghaft angestiegen. Nach Angaben des in London ansässigen Instituts für Wirtschaft und Frieden kamen im Jahr 2014 über 32.658 Menschen durch Terroranschläge ums Leben. Das seien rund 80 Prozent mehr als im Jahr zuvor – der stärkste Anstieg an Terroropfern, der jemals gemessen wurde. 2013 waren 18.111 Menschen von Terroristen getötet worden, 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Allein 10.000 Terroropfer im Irak
Auch die wirtschaftlichen Kosten des globalen Terrorismus klettern nach Recherchen des Instituts rasant an: Im vergangenen Jahr hätten sie 53 Milliarden Dollar erreicht – die Kosten lägen damit zehnmal höher als im Jahr 2000.
Am weitaus stärksten vom Terror betroffen seien Afghanistan, Irak, Nigeria sowie Pakistan und Syrien, heißt es im Globalen Terrorismus-Index, den die Organisation in London veröffentlicht. Dort wurden 78 Prozent der bei Anschlägen 2014 getöteten Menschen gezählt. Am schlimmsten sei die Lage im Irak, allein dort starben im vergangenen Jahr fast 10.000 Terroropfer. Den höchsten Anstieg der Opferzahl verzeichnete Nigeria mit 7.512 Toten, 300 Prozent mehr als im Vorjahr.

In westlichen Ländern sei das Risiko, einem Anschlag zum Opfer zu fallen, deutlich geringer, heißt es in der Studie. Die Anschläge von Paris, bei denen am Freitag 129 Menschen getötet wurden, zeige aber, dass sich dies ändern könne, sagte Institutsleiter Steve Killelea. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei in der Lage, „ausgefeilte und tödliche Anschläge in Europa zu verüben“.
IS und Boko Haram für mehr als die Hälfte der Toten verantwortlich
Hauptakteure des Terrors seien der IS sowie und die in Westafrika operierende Boko Haram. Diese beiden Gruppierungen seien für gut die Hälfte aller Terroropfer verantwortlich.
Die Ursachen des Terrorismus seien sehr verschieden, erklärte Killelea. „Im Westen korrelieren sozioökonomische Faktoren wie etwa Jugendarbeitslosigkeit und Drogenkriminalität mit Terrorismus. In Nicht-OECD-Ländern gibt es eine stärkere Beziehung zwischen Terrorismus und andauernden Konflikten, Korruption und Gewalt.“

Anschläge treiben Menschen in die Flucht

„Zehn der elf am meisten vom Terrorismus betroffenen Länder haben auch die höchsten Raten an Flüchtlingen und Vertriebenen“, meinte Killelea. Im Westen seien es die „lone wolf attackers“ – Extremisten, die auf eigene Faust zuschlagen – , die für die meisten Toten verantwortlich seien.
Das Institut für Wirtschaft und Frieden bezeichnet sich selbst als eine der weltweit führenden Denkfabriken, die über Frieden und die ökonomischen Vorteile des Friedens nachdenken.

Naike Juchem, 17. November 2020

Ich packe meinen Koffer

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Autorin Naike Juchem

Wer kennt nicht dieses Spiel?
Menschen waren schon seit jeher auf der Reise. Auf der Reise nach Nahrung, nach Erkenntnis oder Freiheit.

Wenn ich die Welt betrachte und sehe wieviele Menschen ihre Koffer packen – müssen, um irgendwo ein neues Leben anzufangen.

Ende des 18. Jahrhunderts brach in Europa die große Auswanderungswelle an. Millionen von Menschen suchten sogar in Übersee eine neue Heimat.

Die Geschichte ist voll mit Berichten von Menschen die den Koffer gepackt hatten.
Sei es  Namen wie:
– Marco Polo
– Nikolaus Kopernikus
– Christoph Kolumbus
Sie haben unser Wissen durch ihre Reisen erweitert.

Nun drei Namen von Menschen, die auch ihren Koffer gepackt hatten. Sie haben unser Wissen durch ihren Tod erweitert.
– Alan Kurdi (2 Jahre alt. Auf der Flucht im Mittelmeer Ertrunken.)
– Somalier Nalo (14 Jahre alt. Verhungerte in einem Schleppergefängnis in Libyen.)
– Peter Fechter (18 Jahre alt. Erschossen beim Fluchtversuch in Berlin-Mitte, Zimmerstraße; vor den Augen einer großen West-Berliner Menschenmenge im Todesstreifen verblutet.)

Im zweiten Weltkrieg mussten in Europa sehr viele Menschen ihre Koffer packen. Sie sind geflohen oder wurden Deportiert.

Nach diesem Krieg packten wieder sehr viele Menschen ihre Koffer. Es waren Menschen aus:
– Italien
– Jugoslawien
– Griechenland
– Türkei, usw.

Zu Beginn der 80er waren es die Boatpeople, die auf der Suche nach Heimat und Frieden sich aufmachten.

Ende der 80er waren es die Menschen aus Ostdeutschland, die ihre Koffer packten, um in Freiheit leben zu können.

Mit dem Beginn des neuen Jahrtausend waren es Menschen aus:
– Afghanistan
– Eritrea
– Sudan
– Irak, usw.

Nun schreiben wir das Jahr 2021 und noch nie gab es so viele Menschen auf dieser Welt, die ihren Koffer gepackt haben.
Kriege, Terror, Hunger, Klimawandel und Umweltverschmutzung sind nur ein paar der Gründe um den Koffer zu packen.

Gleichzeitig erlebt diese Welt einen immer größeren Hass gegen Menschen aus anderen Kulturen oder Herkunft.
Jene Menschen die so voller Hass sind, haben noch nie ihren Koffer packen müssen. Sie leben in Wohlstand, Freiheit und Sicherheit. Warum also packen?

Unser Koffer steht rein zufällig in Deutschland, Frankreich, Niederlande oder Österreich. Was würden die Menschen in ihren Koffer packen, wenn sie flüchten müssten? Das Wohlstandsleben braucht oft einen großen Transporter um ein Teil des Lebens in eine andere Wohnung oder Stadt zu bringen – es reicht kein Koffer.

Kein Mensch packt seinen Koffer ohne Grund.

Naike Juchem, 26. August 2021