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Der Missbrauch der Nationalfahne durch Faschisten

Es gab mal eine Zeit, da stand man mit schwarz, rot, gold zur Fußball Nationalmannschaft oder bejubelte andere Sportler bei internationalen Wettkämpfe oder gar Olympia.
Was ist davon geblieben? Scham!
Man muss sich heute schämen, wenn man zum Beispiel für die aktuelle Fußball-WM die Deutschlandfahne ans Auto macht. Warum?
Eine rechtspopulistische Partei in Deutschland missbraucht seit Jahren die Deutschlandfahne für ihren Nationalstolz.
Unsere Farben stehen für Einigkeit, Recht und Freiheit. Nur diese drei Punkte sind es, gegen die eine rechtspopulistische Partei ständig ankämpft.

Die Farbe schwarz, also Einigkeit

Die AfD fordert die massenhafte Abschiebung von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, was als Spaltung der Gesellschaft und als Verstoß gegen die Menschenwürde kritisiert wird. Also von Einigkeit ist diese Partei so weit entfernt wie die Erde zur Andromeda-Galaxie, also der nächst großen Nachbargalaxie unserer Milchstraße mit ungefähr 23,6 Trillionen Kilometern.

Die Farbe rot steht für Recht

Die AfD zielt laut Analysen von Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und dem Bundesamt für Verfassungsschutz darauf ab, die Rechte verschiedener gesellschaftlicher Gruppen drastisch einzuschränken und vertritt somit ein völkisch-nationalistisches Weltbild.
Jene rechtspopulistische Partei strebt ein traditionelles Familienbild an. Kritiker wie das Deutsche Institut für Menschenrechte warnen, dass dadurch die Gleichberechtigung, das Selbstbestimmungsrecht der Frau und reproduktive Rechte wie zum Beispiel der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen zurückgedrängt werden sollen.
Auch lehnt jene rechtspopulistische Partei die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung vielfältiger Lebensformen ab. So fordert die AfD unter anderem die Streichung von Maßnahmen zur Akzeptanzförderung queerer Menschen. Des Weiteren lehnt jene völkisch-nationalistisch denkende Partei Homosexuelle und Homosexuelleehen ab.
Zwinker kurzer Blick auf das Alitsche.

Mit verschiedenen Vorschläge der AfD – wie etwa die Herabsetzung der Strafmündigkeit auf 12 Jahre oder die Rückkehr zu einem autoritären Schulsystem verstoßen ganz nebenbei gegen die UN-Kinderrechtskonvention.

Die Farbe gold in unserer Nationalfahne steht für Freiheit

Jene rechtspopulistische Partei fordert die Abschaffung oder drastische Beschränkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Alleine dies Gedanken ist schon ein Angriff auf die freie Meinungsbildung und eine vielfältige Presselandschaft in Deutschland.  Zudem geht die Partei gezielt gegen regierungskritische Berichterstattung vor und fordert die Streichung von Fördermitteln für bestimmte zivilgesellschaftliche Organisationen und Projekte.

Fazit

Die Partei „Alternative für Deutschland“ missbraucht massiv die Nationalfarben unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung.
Die AfD und sehr viele ihrer Anhänger wollen den Parteienstaat abschaffen.
Sie bezweifeln ständig die Gewaltenteilung unserer Demokratie in der Legislative, Exekutive und Judikative.
Jene „Alternative für Deutschland“ ist also das Ende von Einigkeit und Recht und Freiheit.

Es wäre schön, wenn die Jünger einer rechtspopulistischen Partei sich endlich andere Symbole und Fahne für ihren Faschismus, Rassismus und Nationalismus aussuchen würden. Denn ihr seid es nicht würdig die Nationalfahne zu zeigen.

Anmerkung zum Hambacher Schloss

Zum Hambacher Fest am 27. Mai 1832 versammelten sich rund 30.000 Menschen. Sie traten ein für die Einheit Deutschlands, politische Grundrechte und ein solidarisches Europa Seither gilt das Hambacher Schloss als Wiege der deutschen Demokratie. Was Menschen im Mai 1832 bewirken konnten, brachte eine Veränderung in Europa hervor, von der wir fast 200 Jahre später noch profitieren.

Was in der Pfalz als Wiege der Demokratie begann, wird nach und nach im Osten von Deutschland und einigen Ländern in Europa zerstört. Im 21. Jahrhundert sollte man eigentlich so schlau sein, um die Vorzüge von Demokratie zu kennen. „Die da oben“ hat es schon immer gegeben und wird es auch immer geben. Es liegt lediglich an der Stastsform ob man noch Rechte hat, oder der Willkür von „Die da oben“ völlig ausgeliefert ist.

Naike Juchem, 14. Juni 2026

Ehemaliger Grenzturm an der innerdeutschen Grenze

Einer der letzten Grenztürme von der ehemaligen innerdeutschen Grenze an der Bundesstraße 84

Die B 84 ist in diesem Bereich Teil einer uralten Handelsstraße. Aus dieser entwickelte sich später die Fernverbindung, die heute noch Frankfurt-Leipziger Straße genannt wird. Sie gilt als die bedeutendste Verkehrsader der Region. Besondere Bedeutung erhielt sie in der Zeit der napoleonischen Kriege und der französischen Fremdherrschaft zwischen 1806-1813.

Mit dem Aufbau der Grenzsperranlagen zwischen der BRD und DDR durfte die Straße hier für den öffentlichen Verkehr nicht mehr genutzt werden.
Zunächst gab es im Umfeld der Straße auf DDR-Seite mehrere Erdbeobachtungsbunker und Beobachtungstürme aus Holz. Ab 1965 baute man auch Bunker aus Beton-Fertigteilen. Im Jahre 1969 begannen die NVA-Grenztruppen bzw. die NVA-Pioniere entlang der gesamten Grenze mit der Errichtung runder Beton- Beobachtungstürme in variierbarer Höhe. In der Region setzte sich zumeist die Form BT-11r (auf Betonfundament 11 Turmschaftsegmente 1 Meter Höhe + Beobachtungskanzel) durch. Wegen besserer Standfestigkeit von viereckigen Türme, ging man ab 1976 zur quadratischen Bauform über. Die Grundfläche betrug ca. 2 x 2 bzw. 4 x 4 Meter.

Der Schutzstreifen an der Frankfurt-Leipziger Straße hatte keinen Rundturm außer der Sonderform BT-7r am Standorfsberg. Dieser wurde aber als Standort für einen der ersten viereckigen Türme an der innerdeutschen Grenze ausgewählt. Die Errichtung erfolgte im März 1976. Der Turm hat eine Grundfläche von 2 x 2 Meter und einem Anbau für die Stromversorgung. Dieser Anbau wurde als Experimentalbau bezeichnet. Er entspricht der Form BT-9 (auf Betonfundament 9 Turmsegmente 1 Meter Höhe + Beobachtungskanzel) und ist bis heute erhalten geblieben.
Auch bei Point Alpha steht ein solcher Turm der Form BT-9. Dieser wurde aber erst im August/September 1989 errichtet, als Nachfolger eines Rundturms BT-11r mit Achteckkanzel, der seinerzeit (etwa 1969) den alten Holzturm abgelöst hatte. Die einfachen Beobachtungstürme waren im Gegensatz zu den Führungsstellen zumeist nicht ständig besetzt. Sie enthielten aber alle Standardausrüstungen, wie Stromversorgung, Grenzmeldenetz, Erste-Hilfe-Satz, Reinigungsgerät, Heizkörper, Sitzhocker, Feuerlöscher und für alle Havariefälle auch eine Strickleiter. Funkgerät, Fototechnik und Beobachtungshilfen wurden dagegen in der Regel von den Grenzsoldaten mitgeführt.

Auf westlicher Seite der Frankfurt-Leipziger Straße stand an der Grenze eine Holzbarriere. Der östliche Teil der Straße war durch verschiedene Grenzsperr- einrichtungen unpassierbar gemacht worden. Das Durchlasstor im Grenzzaun I befand sich weiter südlich im Feld.
Unweit der Grenze in Richtung Buttlar wurde 1956 im Dienst der Gefreite der DDR-Grenzpolizei Waldemar Estel von einem ausländischen Grenzgänger erschossen. Diese Tat hatte nach heutigen Erkenntnissen kein politisches Motiv und konnte nie ganz aufgeklärt werden. Am Tatort, knapp 500 Meter nordöstlich vom Grenzturm, befindet sich rechts neben der Straße ein Gedenkstein.

Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 war der Beginn einer Serie von Grenzöffinungen, die auch im ehemaligen Geisaer Amt ihre Fortsetzung erlebte. Entsprechend der besonderen Gewichtung hatte der Übergang zwischen Buttlar und Rasdorf/Grüsselbach auf der Frankfurt-Leipziger Straße erste Priorität. Gegen 6.00 Uhr am Morgen des 18. November 1989 wurde die Grenze geöffnet. Es entstand eine Grenzübergangsstelle (GÜSt) für Fahrzeugverkehr. Doch diese Einrichtung hatte im Zuge der weiteren Ereignisse nur kurze Lebensdauer.

Der Grenzturm Katharinenberg

Der Grenzturm Katharinenberg (auch Mahnmal Grenzturm) ist ein ehemaliger Führungsturm der DDR-Grenztruppen in der Gemeinde Südeichsfeld im Unstrut-Hainich-Kreis (Thüringen).

Der ehemalige Grenzturm wurde zu einem kleinen Museum umgebaut. Dabei blieb die eigentliche Bausubstanz erhalten. Das Museum wird vom Heimatverein Wendehausen betreut. Dargestellt werden die früheren Grenzanlagen und die Lebensbedingungen der Bevölkerung im einstigen Sperrgebiet. Es setzt den Todesopfern bei Fluchtversuchen ein Denkmal. Thematisiert werden außerdem Zwangsumsiedlungen und Wüstungen in der Zeit der DDR.

Der ehemalige Grenzturm (Führungsturm) hat eine Grundfläche von vier mal vier Metern. Er ist vollständig unterkellert. Im Kellergeschoss befanden sich die Zuleitungen der Signalzäune und die Stromversorgung. Im Erdgeschoss befanden sich eine Toilette und drei Arrestzellen für mögliche Gefangene, die aus der DDR flüchten wollten, deren Versuch aber durch die Grenztruppen unterbunden wurde. In der ersten Etage standen Feldbetten für sechs Soldaten. Der Turm hatte kleine Schießschächte.

Im zweiten Geschoss war die Führungsstelle untergebracht, die für einen bestimmten Grenzabschnitt zuständig war. Das Obergeschoss war im Allgemeinen ständig mit einem Offizier/Unteroffizier und einem Soldaten besetzt. Hier liefen unter anderem die Signaldrähte der Signalzäune zusammen und zeigten an, wenn ein Flüchtling den Grenzanlagen passieren wollte. Auch Tiere lösten bei Berührung der Signaldrähte Alarm aus. Vom zweiten Obergeschoss konnte man weit an den Grenzanlagen entlang schauen. Auf dem Dach war eine Flutlichtanlage installiert, mit der die Grenzanlagen beleuchtet werden konnten.

Zu einer solchen Führungsstelle gehörte auch ein von westlicher Seite gedeckt angelegter Kfz-Standplatz, von dem man über den Kolonnenweg in kurzer Zeit den gesamten Grenzabschnitt mit Fahrzeugen erreichen konnte.

Die Gemeinde Südeichsfeld und der Heimatverein Wendehausen wollen die Erinnerung an die früheren Grenzanlagen wachhalten und auch die nachfolgenden Generationen über die Geschichte des Ortes informieren. Zwischen Ostern und dem Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist das Mahnmal sonntags geöffnet. Auf dem ehemaligen Fahrzeugstandplatz befindet sich ein Pavillon mit Informationen zur Umgebung.

Als weitere Relikte ehemaliger Grenzanlagen in der Umgebung sind noch der mit Betonplatten angelegte Kolonnenweg von der B 249 über den gesamten Karnberg bis zum Heldrabach vorhanden, zum großen Teil auch noch der Kfz-Sperrgraben, ein weiterer Beobachtungsturm südwestlich der Führungsstelle und eine Agentenschleuse an den Mainzer Köpfen. Darüber hinaus findet man neben den historischen Grenzsteinen auch noch einige Grenzsäulen und Grenzsteine der DDR.

Foto: Wikipedia

Fotos: Privat
Text: Wikipedia

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