Schlagwort-Archive: Kirche

Die AfD und ihre Haltung zur Kirche

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag...“
Diesen Text schrieb der Theologe Dietrich Bonhoeffer am 19. Dezember 1944 als Weihnachtsgruß und Gebet für seine Verlobte Maria von Wedemeyer und seine Familie in seiner Zelle im Gestapo-Gefängnis in Berlin-Tegel. Bonhoeffer war christlicher Widerstandskämpfer und wurde von den Nazis am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet.
„Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag…“
Diese Worte sind in Anbetracht des immer stärker aufkommenden Rassismus, Faschismus und Nationalismus in Deutschland sehr ernst zu nehmen. Was mag im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin kommen?

Eine rechtspopulistische Partei in Deutschland ist auf dem Höhenflug und offensichtlich sind zu viele Menschen von deren massiven Manipulationen, Lügen und Falschaussagen so indoktriniert, dass sie die Wahrheit nicht mehr erkennen.
Ich habe mal einen der Gesetzesentwürfe der AfD aufgedröselt.

Deutscher Bundestag, 21. Wahlperiode
Drucksache 21/5212 vom  07.04.2026.

Gesetzentwurf

der Abgeordneten Tobias Matthias Peterka, Nicole Höchst, Stephan Brandner, Knuth Meyer-Soltau, Thomas Fetsch, Stefan Möller, Dr. Christoph Birghan, Martina Kempf, Dr. Götz Frömming, Martin Erwin Renner, Ronald Gläser, Matthias Helferich, Nicole Hess, Sven Wendorf, Alexander Arpaschi, Dr. Christina Baum, Joachim Bloch, René Bochmann, Erhard Brucker, Marcus Bühl, Tobias, Ebenberger, Alexis L. Giersch, Udo Theodor Hemmelgarn, Karsten Hilse, Dr. Malte Kaufmann, Kurt Kleinschmidt, Heinrich Koch, Achim Köhler, Reinhard Mixl,  Kerstin Przygodda, Arne Raue, Carina Schießl, Jörg Zirwes, Ulrich von Zons und  der Fraktion der AfD.

Entwurf eines Gesetzes über die Grundsätze zur Ablösung der Staatsleistungen an Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften

Die AfD-Fraktion hat am 7. April 2026 den Gesetzentwurf 21/5212 über „Grundsätze zur Ablösung der Staatsleistungen an Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften“ vorgelegt.

Pharisäer mit völkisch-nationalistischen Gedankengut

Öffentlich befürwortet die AfD zwar das Christentum als europäische Leitkultur, steht den etablierten Kirchen als Institutionen aber sehr kritisch gegenüber. Siehe Gesetzentwurf 21/5212 vom 7. April 2026. In diesem Gesetzentwurf schreiben die Abgeordneten, dass sich die jährlichen Staatsleistungen der Länder an die betroffenen Religionsgemeinschaften, sich für das Jahr 2025 auf rund 657 Millionen Euro beliefen. Die exakte Zahl ist 656.863.000 Euro.
Im Text heißt es weiter, dass die Leistungen aufgrund historischer Rechtstitel aus vorkonstitutioneller Zeit erbracht würden und beruhten nicht auf nachkonstitutionellen vertraglichen Vereinbarungen. „Sie stehen im Spannungsverhältnis zur staatlichen Neutralität und zur modernen Ausgestaltung der Religionsfreiheit.“

Unter Punkt B 2. heißt es: „Definition des Anwendungsbereichs ausschließlich für vorkonstitutionelle Staatsleistungen an christliche Religionsgesellschaften und ausdrücklicher Ausschluss jüdischer Religionsgemeinschaften“

Einfach ausgedruckt heißt dies, dass die AfD die Abschaffung kirchlicher Privilegien, die Streichung staatlicher Leistungen sowie das Verbot des Kirchenasyls fordert.
Man kann durchaus kritisch auf das Vermögen der Kirchen und auch Fehltritte von Gottes Mitarbeiter auf Erden hinterfragen. Aber hinter all dem steht mehr, als Sonntags das Vater Unser zu beten.

Die großen Kirchen in Deutschland unterhalten neben den schnöden Gotteshäuser mit dem Bimbam in den Glockentürmen auch Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Schulen, Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Sozialeinruchtungen wie Frauenhäuser, Tafeln, Suchtberatungsstellen

Also heißt, dass es dann weniger Kindergärten und Krankenhäuser geben wird. Die Kirche ist ja nicht nur am Sonntag.
Die Kirchen haben auch Pflegedienste, Alten- und Pflegeheime, Jugendeinrichtungen, Suchtberatung, Waisenheime und Familienberatungsstellen. Des Weiteren gehörten auch Werkstätte und Wohnheime für behinderte Menschen zu den Kirchen.

Frauenhäuser

Ein erheblicher Teil der Schutzeinrichtungen für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder wird von den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden, der Diakonie und der Caritas, sowie dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) getragen. Rund ein Drittel bis die Hälfte aller Frauenhäuser in Deutschland werden von kirchlichen oder konfessionell gebundenen Trägern betrieben. Allein der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) ist Träger für etwa 10 % aller Frauenhäuser in Deutschland.
Die Diakonie, also der evangelische Bereich, betreibt bundesweit etwa 7 % der Frauenhäuser. Diese eng mit den jeweiligen evangelischen Frauenwerken zusammenarbeiten.

Auch freie Wohlfahrtsverbände wie die AWO, das Rote Kreuz oder der Paritätische sowie autonome Frauenvereine unterhalten Schutzhäuser für Frauen und Kinder.
In Anbetracht dessen, dass alle vier Minuten eine Frau in Deutschland Opfer von häuslicher Gewalt wird, ist die derzeitige Situation an Frauenhäuser bei weitem noch viel zu wenig.
Dieser Mangel an Schutzhäuser liegt u.a. ajch an einem Flickenteppich der Finanzierung. Denn unabhängig vom Träger, sind diese Schutzhäuser auf Kommunale-, Landes- oder Bundeszuschüssen angewiesen.

Krankenhäuser
Die Kirchen betreiben in Deutschland über ihre Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie zahlreiche Krankenhäuser.
Es gibt an mehr als 300 Standorte über 240 katholische Krankenhäuser. Etwa jedes dritte Krankenhaus in Deutschland wird von einem konfessionellen Träger betrieben. Diese Krankenhäuser finanzieren sich in der Regel jedoch weitgehend über Krankenkassen, Pflegeversicherungen und staatliche Investitionskostenzuschüsse, und nicht wie oft angenommen aus der Kirchensteuer.

Schulen

Auch hunderte Schulen in Deutschland werden von den Kirchen betreiben und sind somit der größte freie Schulträger. Der Staat finanziert diese Ersatzschulen weitgehend. Die Kirchen müssen jedoch einen Eigenanteil leisten. Die Nachfrage zu solchen Schulen ist erstaunlich hoch.
Die katholische Kirche ist der größte private Schulträger. Bundesweit gibt es über 900 katholische Schulen. Darunter viele Grundschulen und Gymnasien. Aktuell sind rund 360.000 Schülern:innen an solchen Schulen gemeldet.
Auch betreibt die evangelische Kirche knapp 1.000 Schulen, in denen rund 147.000 Schüler:innen unterrichtet werden. 

Kindergärten

Die beiden großen Kirchen in Deutschland betreiben auch sehr viele Kindergärten. Zusammen sind die katholische und die evangelische Kirche Träger von rund 50 % aller Kindertagesstätten. Die kirchlichen Kindergärten stehen in der Regel allen Kindern offen, also unabhängig von deren Religion oder Kirchenzugehörigkeit.
Die Betriebskosten werden fast vollständig vom Staat und durch Elternbeiträge getragen. Die Kirchen steuern meist einen kleinen Eigenanteil bei und stellen häufig die Gebäude oder Grundstücke zur Verfügung.

Soziales Engagement

Neben all diesen Punkten stehen die Kirchen auch für sehr viele Betreuungseinrichtungen. Diese reichen von Kinderbetreuung, Schwangerenberatung, Suchtberatung, Obdachlosenhilfe, Alten- und Pflegeheime sowie mobile Pflegedienste, bis hin zu
Hospizarbeit und Telefonseelsorge

Fazit
Es ist einfach zu sagen, dass die Kirchen uns zu viel Geld kosten, anstatt auch mal zu sehen, dass ungefähr 2 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz in der Pflege, Bildung, Sozialarbeit bis hin zu den Beratungsstellen bei der Kirche haben.

Die AfD jammert ja ständig, dass Deutschland den Bach herunter geht. Dass sie dies mit einem ihrer selbst eingebrachten Gesetzesentwürfe mit anfeuert, sagt die AfD ihren Wähler nicht.

Quellen: https://dserver.bundestag.de/btd/21/052/2105212.pdf

Fotos: Alle Fotos privat

Das Frauenfeindliche Weltbild der AfD

Ich habe nur ein paar Punkte aus dem offiziellen Parteiprogramm, bzw. Europawahlprogramm der AfD heraus geschrieben, die als Einschränkung der Frauenrechte anzusehen sind.
Man kann eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln wenn man die vielen Frauen sieht, die der AfD die Füße lecken. Ihr wählt und stimmt gegen Rechte, wofür seit über 100 Jahren Frauen und Frauenrechtsorganisationen gekämpft haben!
Wie verblendet und manipuliert kann man eigentlich sein, um nicht zu erkennen, dass die AfD NIEMALS eine Partei für die Frauen und schon gar nicht für das Volk sein wird.

Die AfD vertritt im Hinblick auf Frauen ein traditionelles Rollenbild, das auf dem klassischen Familienmodell (Vater-Mutter-Kind) basiert. Kritiker und Analysen werten verschiedene Positionen in den Wahlprogrammen und Äußerungen als Einschränkung der Rechte und Selbstbestimmung von Frauen.

Rückkehr zum traditionellen Rollenbild: Die AfD propagiert die «Vater-Mutter-Kind-Familie» als einzige zu fördernde Lebensform und lehnt moderne Geschlechterrollenmodelle oft ab. Dies wird von Kritikern als Versuch gewertet, Frauen zurück an den Herd zu drängen.

Verschärfung des Abtreibungsrechts: Die Partei fordert eine deutliche Verschärfung der Regeln für Schwangerschaftsabbrüche. Abtreibungen sollen nur noch in Ausnahmefällen (kriminologische/medizinische Indikation) erlaubt sein.

Ablehnung von Frauenquoten: Die AfD lehnt Frauenquoten, etwa in Führungspositionen oder in der Politik (Parität), ab und will diese aus Gesetzen streichen.

Kritik am Feminismus: Die AfD bezeichnet den modernen Feminismus oft als Ideologie, die das Land untergrabe.
Förderung von

Alleinverdiener-Modellen: Steuer- und familienpolitische Forderungen der AfD zielen darauf ab, traditionelle Hausfrauenehen zu fördern, was die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen verringern kann.

Gefährdung der sexuellen Selbstbestimmung: Kritiker sehen durch die Positionen der AfD, insbesondere zur Familie und Abtreibung, die Gleichberechtigung von Frauen als gefährdet an.

Die AfD sieht bei Entscheidungen zum Umgangsrecht für den (gewalttätigen) Vater nicht die Gefährdungslage der Mutter und der Kinder!
Die AfD sagt: „Bei vielen getrenntlebenden Paaren leiden viele Väter unter den familienrechtlichen Bestimmungen, wünschen sich beispielsweise mehr Umgang mit ihren Kindern haben zu können.“ Darüber hinaus ist die AfD „gegen jede finanzielle Unterstützung von Organisationen, die „Einelternfamilien“ als normalen, fortschrittlichen oder gar erstrebenswerten Lebensentwurf propagieren. Der Vorteil einer besonderen Unterstützung durch die Solidargemeinschaft sollte nur denjenigen Alleinerziehenden gewährt werden, die den anderen Elternteil nicht aus der Teilhabe an der Erziehungsverantwortung und praktischen Erziehungsleistung hinausdrängen.“ (AfD Website und Bundestagswahlprogramm 2025)

Nun mal ein paar Punkte, die Frauen, Frauenrechtsorganisationen und Politik in den vergangenen Jahrzehnten FÜR die Frauen erreicht haben.

– 1962 Frauen dürfen ein eigenes Bankkonto eröffnen.

– 1974/75 Frauenzentren, Frauenbuchläden und Frauenkneipen werden eröffnet. Ab den 80ern werden „Frauenthemen“ auch von „normalen“ Buchhandlungen und Verlagen entdeckt.

-1976 In Berlin öffnet das erste „Haus für geschlagene Frauen“.

– 1977 Das Eherecht schafft die „Hausfrauenehe“ ab. Bis dato war die Frau „zur Haushaltsführung verpflichtet“. Berufstätig durfte sie nur mit Einverständnis des Mannes sein und wenn sie ihre „familiären Verpflichtungen nicht vernachlässigt“. Auch das Scheidungsrecht wird reformiert. In diesem Jahr spricht der Deutsche Presserat erstmals eine Rüge wegen Sexismus aus.

– 1978 Für Vergewaltigungsopfer wird ein Notruf eingerichtet.

– 1978 Feministische Lehre und Forschung kommt an die Unis.

– 1980 Das Gesetz zur Gleichbehandlung am Arbeitsplatz wird im Bundestag verabschiedet.

– 1985 Der Begriff Gender-Mainstreaming fällt zum ersten Mal: Ungleichbehandlung aller Gender in allen Bereichen soll verhindert werden.

– 1986 Das erste Bundesfrauenministerium wird eingerichtet.

– 1993 Heide Simonis wird die erste Ministerpräsidentin.

– 1997 Endlich ist Vergewaltigung in der Ehe als Straftat zu ahnden. Der Bundestag beschließt dies mit überwältigender Mehrheit.

– 2001 Der erste Girls’ Day findet bei uns statt! Die Zeitschrift „Emma“ hatte den Töchter-Tag gegen die „typischen Frauenberufe“ lange gefordert.

– 2001 In Deutschland wird die „eingetragene Partnerschaft“ Gesetz und die Rechte homosexueller Paare werden gestärkt.

– 2003 Die Sicherheitsverwahrung von Sexualstraftätern kann nachträglich angeordnet werden.

– 2005 Angela Merkel wird die erste Bundeskanzlerin.

– 2006 Der Bundestag beschließt das Elterngeld.

– 2010 Die Deutsche Telekom führt die Frauenquote ein und entfacht damit die Diskussion um Frauen in Führungspositionen neu.

– 2016 In DAX-Unternehmen gilt nun eine Frauenquote von 30 Prozent.

– 2016 wird das Sexualstrafrecht reformiert: Nein heißt Nein! Auch wenn Frauen es „nur“ sagen.

– 2017 dürfen homosexuelle Paare endlich heiraten und die Bräute dürfen sich jetzt küssen!

– 2019 Diskussion um den Frauenanteil in unserem Bundestag.

– 2020 Menstruationsartikel gelten nicht mehr als Luxus.

Waiblingen an der Rems

Waiblinger Stadtgebiet umfasst das Untere Remstal, von der Stadtgrenze zu Fellbach im Westen, zu Kernen im Süden schließt es Beinstein im Osten und Bittenfeld im Norden ein. Menschliche Siedlungsspuren sind in diesem Gebiet für die vergangenen 7.000 Jahren nachweisbar. Der Waiblinger Raum war Teil des schon damals vergleichsweise dicht besiedelten Neckarlandes.

In der Grenzzone des Römischen Reiches
Zwischen 155 und 260 n. Chr. war das Land Teil der Grenzzone des Römischen Reiches. Noch heute sind die Reste von mehreren römischen Gutshöfen („villae rusticae“) zu sehen. Die Römer siedelten auf der südlichen Remsterrasse und nördlich der Stadt. Bei Beinstein wurde eine römische Handwerkersiedlung ausgegraben: Töpfer produzierten dort Tafelgeschirr und Gebrauchskeramik, die in einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern vertrieben wurden.

Urkundliche Ersterwähnung: 885
Aus der folgenden frühalemannischen Siedlungszeit sind die Funde im Waiblinger Gebiet spärlich. Vom 5. bis ins 7. Jahrhundert hinein gibt es keine Siedlungsnachweise mehr, dafür mehrere Gräberfelder mit ihren für die Zeit charakteristischen, reichhaltigen Beigaben.

Die vermutlich erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens Waiblingen verdanken wir einer karolingischen Urkunde: Kaiser Karl III. stellte sie im August 885 in einem Königshof („curta imperiali“) namens „Vueibelingan“ aus. 887 und 908 folgen weitere urkundliche Nennungen. Von da an erfahren wir nichts mehr über Königshof oder Gut Waiblingen, bis 1080 der salische Kaiser Heinrich IV. eine Reihe von Schenkungen an die Kirche zu Speyer und ihre Domherren beurkundet: Am 14. Oktober übergibt er Güter in Waiblingen und Winterbach. 1086 folgt eine weitere Schenkung von Gütern in Beinstein. Diese Übertragungen dienten der salischen Memoria, der Vorsorge für das herrschaftliche Seelenheil.

Die „Heinriche von Waiblingen“
Erneut schweigen die Quellen zu unserem Raum bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts. Nur einmal taucht der Name Waiblingen in dieser Zeit auf, in einer Weise, die bis heute Rätsel aufgibt: Otto von Freising stellt um 1157 in seinen Gesta Frederici („Taten des Kaisers Friedrich I.“) zwei im Reich bekannte Familien einander gegenüber, die „Heinriche von Waiblingen“ und die „Welfen von Altdorf“ (heute Weingarten). Die „Heinriche“, das sind die salischen Kaiser, Heinrich III., IV. und V. mit ihrem Vorfahren, Konrad II. Warum Waiblingen in diesem Zusammenhang namensgebend wurde, ist noch nicht geklärt. Ende des 12. Jahrhunderts fanden die Bezeichnungen den Weg nach Italien: „Ghibellinen“ und „Guelfen“ wurden zu italienischen Parteinamen.

Die württembergische Oberamtsstadt
Im 13. Jahrhundert integrierten die Württemberger Grafen der Raum Waiblingen nach und nach in ihre entstehende Landesherrschaft. Die Siedlung Waiblingen entwickelte sich zur Stadt, eine der ältesten Württembergs. 1291 siegelte die Stadt das erste Mal selbst. Das Siegelmotiv der drei Hirschstangen, bis heute offizielles Emblem der Stadt, leitete sich vom Wappen der Württemberger ab. Im selben Zeitraum wurde wohl, vielleicht von der benachbarten Burg Remseck aus, gegen Ende der 1280er Jahre ein „Niuwe Waibelingen“ gegründet, das sich im Besitz des Heiligen Römischen Reiches befand – die heutige Ortschaft Neustadt. So berichten es die Sindelfinger Annalen. Schon vorher hatte an dieser Stelle eine Burg gestanden. Ob man hier wirklich von einer Gegengründung sprechen kann, ist allerdings noch nicht erwiesen. Der Ort Bittenfeld wird 1225 (mit Bezug auf 1185), Hegnach 1282 das erste Mal urkundlich erwähnt. Hohenacker ist ab 1350 nachweisbar.

Als Amts-, später Oberamtsstadt war Waiblingen früh ein zentraler Verwaltungsstandort für die umliegenden Orte und mit dem Markt ein wirtschaftlicher Mittelpunkt der näheren Umgebung. Im Schloss, dessen Keller sich noch unterhalb des Rathauses befindet, wohnten hauptsächlich württembergische Beamte. Doch auch mehrere Grafenkinder erblickten hier im 15. Jahrhundert das Licht der Welt – einem Jahrhundert reger Bautätigkeit: Bis 1490 erhielt die Äußere Kirche (heute Michaelskirche) ihre heutige Größe, zwischen 1496 und 1510 entstand das Nonnenkirchle und wahrscheinlich wurde um 1488 die Innere Kirche (Nikolauskirche, heute St. Helena und Konstantin) umgebaut. 1491 stockten die Waiblinger der Beinsteiner Torturm auf und erweiterten die äußere Stadtmauer.

Im Dreißigjährigen Krieg kam es zu einer verheerenden Katastrophe: 1634 brannten spanisch-kaiserliche Truppen Waiblingen völlig nieder. Aus den Trümmern entstand innerhalb der alten Stadtmauern die heutige Altstadt im barocken Stil. Sie ist heute Teil der Deutschen Fachwerkstraße und ein besonderes historisches Ensemble in der Region Stuttgart.

Quelle:Waiblingen.de

„Hitler war ein Linker“ – dies behauptet zumindest das AfD Alitsche

Fakten haben und werden die AfD und deren Gefolge niemals interessieren. Denn: „Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt…“

Auch wenn der Dackelmann Gauland einst in einer Rede die Verharmlosung über die Herrschaft der Nationalsozialisten als „Vogelschiss in der Geschichte“ nannte, kann die AfD nicht die Geschichte umschreiben widewidewitt wie diese ihr gefällt.
Auch wenn dem Alitsche es nicht gefällt, war Hitler KEIN Linker. Denn seine ersten Opfer und Hauptfeinde waren die Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Auch der AfD sind Sozialdemokraten und Gewerkschafter ein Dorn im Auge.
Jene Volksfeinde wurden unter der NSDAP in Konzentrationslager gesperrt, gefoltert und ermordet.
Hitler war ein Rassist, Faschist, Nationalsozialist und ganz nebenbei ein Größenwahnsinniger Diktator. Im Grunde das gleiche was seit Jahren die AfD und deren Gefolge sind. Also: Rassisten, Faschisten und Nationalsozialisten.

Warum komme ich nun auf all dies?
Ich hatte mich gestern mit eine Freundin aus Hamm, Westfalen getroffen. Sie zeigte mir Fotos welche in einem der wenigen noch übrig gebliebenen Hochbunker in Hamm ausgestellt sind.
Wohin Rassismus, Faschismus und Nationalsozialismus einen ganzen Kontinent brachte, kann jeder nachlesen oder anschauen. Durch Größenwahn, Rassenhass, Faschismus und einer irrsinnigen völkischen Ideologie, kamen schätzungsweise 60 bis über 70 Millionen Menschen ums Leben! Zwei Drittel aller Opfer waren Zivilisten, die durch direkte Kriegshandlungen, Hunger, Krankheiten oder systematischen Massenmord starben.
Wer also meint einen Größenwahnsinnigen Diktator feiern zu müssen, sollte sich mal mit der Geschichte beschäftigen.

Nun zu den Fotos aus Hamm.
Am 23. März 1944 flog die 8. US-Luftflotte einen großangelegten Tagesangriff auf Hamm, der vor allem dem strategisch bedeutenden Verschiebebahnhof galt. Da das Ziel jedoch stark bewölkt war, konnte nur ein kleiner Teil der Streitmacht die Stadt anvisieren. Über das gesamte Stadtgebiet fielen an diesem Tag schätzungsweise 262 Sprengbomben, wodurch bis zu 200 Menschen starben und schwere Schäden entstanden.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Deutschland unvorstellbare Schäden, die sich jedoch nicht nur in reinen Geldsummen, sondern vor allem in menschlichem Leid, Obdachlosigkeit und Zerstörung von Infrastruktur messen lassen. Der wirtschaftliche und materielle Zusammenbruch umfasste historisch einmalige Ausmaße.

Durch den Krieg wurden etwa 20 bis 25 Prozent des gesamten deutschen Wohnraums, rund 4,8 Millionen Wohnungen komplett zerstört. Rund 13 Millionen Menschen wurden obdachlos, und mindestens 5,5 Millionen deutsche Soldaten und zahlreiche Zivilisten starben.
Auf das Reichsgebiet wurden über 1,5 Millionen Tonnen Bomben abgeworfen! Dies hinterließ über eine Milliarde Tonnen Schutt. Verkehrswege, Häfen und Brücken waren weitgehend unbrauchbar.

Der finanzielle Schaden an Gebäuden, Infrastruktur und Vermögenswerten ging in die Hunderte Milliarden Reichsmark (nach zeitgenössischen Berechnungen). Zudem hinterließ das Deutsche Reich einen Schuldenberg von über 400 Milliarden Reichsmark.
Die meisten Menschen haben kein Gefühl dafür, wie groß der Unterschied zwischen Millionen und Milliarden ist. 1 Million Sekunden sind ungefähr 11 Tage. 1 Milliarde Sekunden sind etwa 32 Jahre.

Wer im 21. Jahrhundert in Deutschland eine rechtspopulistische Partei als Alternative für dieses Land sieht, sollte sich bewusst sein, wohin Rassismus, Faschismus und Nationalsozialismus hingeführt hatte. Auch bei der NSDAP fing es mit Worten an.

Wehret den Anfängen

Naike Juchem, 21. Mai 2026

Die Kapelle Saint Léon von Dabo

Da es die Dagsburg nicht mehr gibt, lasse ich nun ihre Wechselhafte Geschichte weg und belasse es nur bei einer kleinen Einordnung.

Nach dem westfälischen Frieden wurde das Elsass an Frankreich abgetreten aber
der Herzog von Leiningen, Besitzer der
Dagsburg wollte Ludwig den XIV nicht anerkennen und griff 1672 zu den Waffen gegen ihn. Die Dagsburg war ein Hindernis
für die Truppen Ludwig des XIV.
Nach langer Belagerung hat M.De Bois-David am 13 März 1677 die Kapitulation erreicht. Zwei Jahre danach wurde auf Befehl Ludwigs des XIV die Dagsburg
geschleift.
So sind heute nur noch ein paar Mauern von der einstigen Burg übrig geblieben.

Erst 150 Jahre später, im Jahr 1828, wurde auf Betreiben des damaligen Pfarrers Klein eine Kapelle zu Ehren des Heiligen Leo dem IX errichtet. Diese hielt den Wetterbedingungen in immerhin 664 Meter über dem Meeresspiegel nicht lange stand und wurde 1889 abgerissen.
Im selben Jahr beschloss man sie im romanischen Stil des 11. Jahrhunderts die Kapelle neu aufzubauen. Die Bauarbeiten dauerten zwei Jahre. So konnte die Kapelle am 12. Oktober 1892 eingeweiht werden.

Über dem Portal der Kapelle sieht man die Wappen der Grafen von Dagsburg und die des heiligen Leo.

Weit über dem Kirchenportal auf dem Turm, der eine Aussichtsplattform hat, thront der heilige Leo IX. und segnet die Pilger.

Im Chor, sieht man auf dem linken Kirchenfenster (leider nicht komplett) die heilige Gerberga. Sie war die Nichte des Heiligen Leo und Abtissin im Kloster von
Hesse.
Auf dem rechten Kirchenfenster sieht man eine Abbildung des Heiligen Leo IX, Schutzpatron von Dabo.

Die St.-Antonius-Kapelle in Tungetloh-Capellen

Die St.-Antonius-Kapelle in Tungetloh-Capellen

Die im Stil einer spatgotischen Saalkirche erbaute St Antonius-Kapelle stellt mit ihrem um 1433 errichteten Chorraum und dem von etwa 1478 stammenden Langhaus den ältesten erhaltenen Kirchbau der Stadt Gescher dar.

Die Figur des heiligen Antonius und die Sakristeitruhe stammen ebenso aus dieser Zeit wie die Gregoriusmesse im Nordosten der Kapelle. Die Deckenmalereien wurden um 1500 vollendet. Ursprünglich befand sich der Eingang zur Kapelle im Süden. Eine Not- und Brandglocke befand sich im Dachreiter.

Im 19. Jahrhundert wurde das Gotteshaus umfassend neugestaltet.Nachdem neuer Sandsteinboden verlegt worden war, erhielt die Kapelle 1841 ihre erste Orgel.

1869 wurde ein neugotischer Hochaltar mit der Figur des heiligen Antonius im Zentrum errichtet. Hinter dem Altar befanden sich ein Beichtstuhl und die Sakristeitruhe. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurden auch neue Kirchenfenster nach Entwürfen von Hans Bernd Becks aus Horstmar eingesetzt.

Als zentraler Punkt des Gottes hauses steht der Altar für Jesus Christus. Darstellungen der Ge- burt, Kreuzigung, Auferstehung und Wiederkunft Jesu schmücken ihn. Im Reliquiengrab des Altares finden sich ebenso Knochen der frühchristlichen Heiligen Lucida und Coronata wie der ugandischen Märtyrer Karl Lwanga und Matthias Molumba.

1874 erhielt die Kapelle mit dem Glockenturm einen zweiten Eingang im Westen. Im Untergeschoss als massives Viereck konzipiert, entwickelt der Turm sich im Mittelteil zu einem Achteck, bevor er mit einem schlanken Turmhelm in den Himmel sticht, der mit einem Wetterhahn gekrönt ist. 1895 wurde das Dach der Kapelle mit Schiefer gedeckt.

Die neugotische Ausstattung der Kapelle wurde 1972 vollständig entfernt und im Stil der Zeit ersetzt. Eine neue Sakristei wurde an- und eine Fußbodenheizung eingebaut. Friedhof und Kapellenplatz wurden 1974 neugestaltet und die Gräber ringförmig um die Kapelle angeordnet.

Hagioskop
Eine Maueröffnung im Osten lädt zu der Vermutung ein, es habe bei der Kapelle ein Seuchenhaus gegeben. Durch dieses Hagioskop (Heiliges Fenster – Fenster zum Heiligen) konnten Leprakranke von außen an den gottesdienstlichen Handlungen teilnehmen, ohne andere Gläubige anzustecken.

1998 wurde die St. Antoniuskapelle in das Verzeichnis der Autobahnkapellen aufgenommen.

Im Jahr 2019 wurde die Fufbodenheizung erneuert. In diesem Zuge wurde nach historischem Vorbild ein Sandsteinboden verlegt, außerdem wurden alte Kirchenbänke eingesetzt. Der Altar der profanierten Gescheraner Mariä-Himmelfahrts-Kirche fand ebenso einen Ort in der Kapelle wie der dazugehörige bronzene Tabernakel des Künstlers Heiermann aus Köln.

Gottesmutter Maria
Die steinerne Madonna mit Jesuskind ist ein Werk des westfälischen Künstlers Bernd Meiering (1631 – 1703), das im 20. Jahrhundert nach Tungerloh kam. Als Zeichen der Unschuld tragen Mutter und Kind gebundene Blumen. Scheinbar spielend führt die Hand des Kindes den Blick der Mutter auf den Beter vor ihr.
Gregoriusmesse
Das um 1500 entstandene Halbrelief zeigt Papst Gregor den Großen umgeben von Kardinälen und Diakonen. Bei der Feier des Messopfers ist Christus auf dem Altar gegenwärtig. Sein Blut wird sinnbildlich im Mess- kelch aufgefangen und dient der Befreiung der leidenden Seelen im Fegefeuer.
Antonius der Große
Die spätmittelalterliche Figur stellt den hl. Antonius dar, der als junger Mann seinen Besitz verkaufte und als Einsiedler in der Wüste Agyptens lebte. Er wird als Schutzheiliger gegen Lepra, Pest und Viehseuchen angerufen. Sein Gedenken wird am 17. Januar feierlich begangen.

Autobahnkapelle Christophorus

„Siehst du dieses Licht ?“ – „Welches Licht?“ – „Hast du es denn nicht gesehn?“ 

„Oh, Heilige Mutter der gesegneten Beschleunigung, verlass mich jetzt nicht.“ 

„Jake, sei einmal klug und geh zur Kirche.“

„Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs.“

Dies sind ein paar Zitate aus dem legendären Kultfilm „Blues Brothers“ von 1980. Diese Filmkomödie mit John Belushi und Dan Aykroyd griff damals schon gesellschaftliche Probleme auf. „Ich hasse diese Nazis.“

Namen wie Aretha Franklin, Cab Calloway, Ray Charles, John Lee Hooker, Chaka Khan, Carrie Fisher, Frank Oz, Steven Spielberg, Joe Walsh, John Candy oder auch der Godfather of Soul James Brown als Reverend Cleophus James, machten den Film mit ihrer Musik zu einer Legende.

Wie komme ich nun ausgerechnet auf die Blues Brothers?
Ich machte eben meine Pause auf der A6 an der Kochertalbrücke und sah auf dem Parkplatz eine Autobahnkapelle.
Die Crew hatte sich die Pfoten vertreten und ich hatte noch Zeit. So ging ich in die Autobahnkapelle.
In all unserem Tun und der täglichen Geschwindigkeit tut es auch mal gut, wenn man zu sich kommen kann.
„Jake, sei einmal klug und geh zur Kirche.“
Man kann zu einem Glauben stehen oder sehen wie man es mag. Ab und an einen Spruch aus der Bibel zu lesen tut auch mal gut – und tut nicht weh.

Die Christophorus-Legende 

Vor langer Zeit lebte ein Mann namens Offerus. Er war groß und  stark. Er wollte dem mächtigsten Herrscher dienen und machte sich auf die Suche. Aber er fand keinen, dessen  Macht und Herrschaft nicht begrenzt war. Nach langer vergeblicher Suche kam er zu einer Einsiedler. Der sagte ihm, dass nur Gott allein allmächtig sei. So beschloss Offerus, Gott zu dienen. Aber wie?
Der Einsiedler merkte schnell, dass Offerus nicht zu einem Leben als Eremit mit viel Fasten und Beten berufen sei.

Deshalb sprach er: Am Ende der Wüste ist ein reißender Fluss. Manche Leute wurden schon von der Strömung fortgerissen, als sie ihn überqueren wollten. Dort wird dringend ein Fahrmann gebraucht. Du bist groß und stark; bring die Menschen, die hinuber wollen, ans andere Ufer. Dabei wird Dir Jesus Christus begegnen. „Offerus baute sich eine Hütte am Fluß und half von nun an vielen Reisenden.
Eines Morgens hörte er die Stimme eines Kindes, das rief: ,Bring mich über den Fluss!“ Offerus nahm das Kind auf die Schultern und seinen Stock in die Hand. Als er ein paar Schritte gegangen war wurde die Strömung reißender, das Wasser stieg an, und der Junge auf seiner Schulter schien immer schwerer zu werden. Mühsam kämpfte er sich durch die Fluten. Erschopft kam er am anderen Ufer an und keuchte: ,Kind, Du wurdest so schwer. Es kam mir vor, als hätte ich die Last der ganzen Welt zu tragen! Das Kind antwortete: ,Ja, du hast mit mir die Last der Welt getragen. Ich bin der Heiland für alle Menschen. Ich bin Gottes Sohn, Jesus Christus, den du gesucht hast.
Und weil du Christus getragen hast, sollst du von nun an Christophorus heißen. Das bedeutet: Christusträger.“