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Das Frauenfeindliche Weltbild der AfD

Ich habe nur ein paar Punkte aus dem offiziellen Parteiprogramm, bzw. Europawahlprogramm der AfD heraus geschrieben, die als Einschränkung der Frauenrechte anzusehen sind.
Man kann eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln wenn man die vielen Frauen sieht, die der AfD die Füße lecken. Ihr wählt und stimmt gegen Rechte, wofür seit über 100 Jahren Frauen und Frauenrechtsorganisationen gekämpft haben!
Wie verblendet und manipuliert kann man eigentlich sein, um nicht zu erkennen, dass die AfD NIEMALS eine Partei für die Frauen und schon gar nicht für das Volk sein wird.

Die AfD vertritt im Hinblick auf Frauen ein traditionelles Rollenbild, das auf dem klassischen Familienmodell (Vater-Mutter-Kind) basiert. Kritiker und Analysen werten verschiedene Positionen in den Wahlprogrammen und Äußerungen als Einschränkung der Rechte und Selbstbestimmung von Frauen.

Rückkehr zum traditionellen Rollenbild: Die AfD propagiert die «Vater-Mutter-Kind-Familie» als einzige zu fördernde Lebensform und lehnt moderne Geschlechterrollenmodelle oft ab. Dies wird von Kritikern als Versuch gewertet, Frauen zurück an den Herd zu drängen.

Verschärfung des Abtreibungsrechts: Die Partei fordert eine deutliche Verschärfung der Regeln für Schwangerschaftsabbrüche. Abtreibungen sollen nur noch in Ausnahmefällen (kriminologische/medizinische Indikation) erlaubt sein.

Ablehnung von Frauenquoten: Die AfD lehnt Frauenquoten, etwa in Führungspositionen oder in der Politik (Parität), ab und will diese aus Gesetzen streichen.

Kritik am Feminismus: Die AfD bezeichnet den modernen Feminismus oft als Ideologie, die das Land untergrabe.
Förderung von

Alleinverdiener-Modellen: Steuer- und familienpolitische Forderungen der AfD zielen darauf ab, traditionelle Hausfrauenehen zu fördern, was die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen verringern kann.

Gefährdung der sexuellen Selbstbestimmung: Kritiker sehen durch die Positionen der AfD, insbesondere zur Familie und Abtreibung, die Gleichberechtigung von Frauen als gefährdet an.

Die AfD sieht bei Entscheidungen zum Umgangsrecht für den (gewalttätigen) Vater nicht die Gefährdungslage der Mutter und der Kinder!
Die AfD sagt: „Bei vielen getrenntlebenden Paaren leiden viele Väter unter den familienrechtlichen Bestimmungen, wünschen sich beispielsweise mehr Umgang mit ihren Kindern haben zu können.“ Darüber hinaus ist die AfD „gegen jede finanzielle Unterstützung von Organisationen, die „Einelternfamilien“ als normalen, fortschrittlichen oder gar erstrebenswerten Lebensentwurf propagieren. Der Vorteil einer besonderen Unterstützung durch die Solidargemeinschaft sollte nur denjenigen Alleinerziehenden gewährt werden, die den anderen Elternteil nicht aus der Teilhabe an der Erziehungsverantwortung und praktischen Erziehungsleistung hinausdrängen.“ (AfD Website und Bundestagswahlprogramm 2025)

Nun mal ein paar Punkte, die Frauen, Frauenrechtsorganisationen und Politik in den vergangenen Jahrzehnten FÜR die Frauen erreicht haben.

– 1962 Frauen dürfen ein eigenes Bankkonto eröffnen.

– 1974/75 Frauenzentren, Frauenbuchläden und Frauenkneipen werden eröffnet. Ab den 80ern werden „Frauenthemen“ auch von „normalen“ Buchhandlungen und Verlagen entdeckt.

-1976 In Berlin öffnet das erste „Haus für geschlagene Frauen“.

– 1977 Das Eherecht schafft die „Hausfrauenehe“ ab. Bis dato war die Frau „zur Haushaltsführung verpflichtet“. Berufstätig durfte sie nur mit Einverständnis des Mannes sein und wenn sie ihre „familiären Verpflichtungen nicht vernachlässigt“. Auch das Scheidungsrecht wird reformiert. In diesem Jahr spricht der Deutsche Presserat erstmals eine Rüge wegen Sexismus aus.

– 1978 Für Vergewaltigungsopfer wird ein Notruf eingerichtet.

– 1978 Feministische Lehre und Forschung kommt an die Unis.

– 1980 Das Gesetz zur Gleichbehandlung am Arbeitsplatz wird im Bundestag verabschiedet.

– 1985 Der Begriff Gender-Mainstreaming fällt zum ersten Mal: Ungleichbehandlung aller Gender in allen Bereichen soll verhindert werden.

– 1986 Das erste Bundesfrauenministerium wird eingerichtet.

– 1993 Heide Simonis wird die erste Ministerpräsidentin.

– 1997 Endlich ist Vergewaltigung in der Ehe als Straftat zu ahnden. Der Bundestag beschließt dies mit überwältigender Mehrheit.

– 2001 Der erste Girls’ Day findet bei uns statt! Die Zeitschrift „Emma“ hatte den Töchter-Tag gegen die „typischen Frauenberufe“ lange gefordert.

– 2001 In Deutschland wird die „eingetragene Partnerschaft“ Gesetz und die Rechte homosexueller Paare werden gestärkt.

– 2003 Die Sicherheitsverwahrung von Sexualstraftätern kann nachträglich angeordnet werden.

– 2005 Angela Merkel wird die erste Bundeskanzlerin.

– 2006 Der Bundestag beschließt das Elterngeld.

– 2010 Die Deutsche Telekom führt die Frauenquote ein und entfacht damit die Diskussion um Frauen in Führungspositionen neu.

– 2016 In DAX-Unternehmen gilt nun eine Frauenquote von 30 Prozent.

– 2016 wird das Sexualstrafrecht reformiert: Nein heißt Nein! Auch wenn Frauen es „nur“ sagen.

– 2017 dürfen homosexuelle Paare endlich heiraten und die Bräute dürfen sich jetzt küssen!

– 2019 Diskussion um den Frauenanteil in unserem Bundestag.

– 2020 Menstruationsartikel gelten nicht mehr als Luxus.

Es war einmal das Alitsche….

So fangen viel deutsche Märchen an.
Märchen sind fantasievolle, frei erfundene Erzählungen, in denen Magie oder auch Wunder eine zentrale Rolle spielen. Bei Märchen gibt es immer einen klaren Kampf zwischen Gut und Böse, wobei das Gute am Ende stets siegt und das Böse seine gerechte Strafe erhält.

Eine rechtspopulistische Partei in Deutschland erzählt seit Jahren nur Märchen.
Märchen über all die Millionen böser Ausländer
Märchen über den unfassbar schlechten wirtschaftlichen Zustand in Deutschland. Als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt ist dies eigentlich schwer zu glauben. Das es eine weltweite wirtschaftliche Rezession gibt, verschweigt jene rechtspopulistische Partei ständig.
Es ist ein Märchen, dass Deutschland ohne Migranten besser funktionieren würde.
Ohne Migranten in der Industrie, Landwirtschaft, Gastronomie, Pflege und Gesundheit, Logistik, Baubranche oder Handwerk könnte Deutschland niemals diese Volkswirtschaft aufrecht halten.

Es war einmal das Alitsche…
mit seiner einfachen und radikalen Rhetorik von Lügen, Halbwahrheiten und ständiger Hetze gegen Minderheiten. Das Märchenvolk klatscht Applaus und küsst dem Alitsche für seine massive Manipulation und Falschaussagen noch die Füße.

Es war einmal das Alitsche…
wie es schmollend aus einem Fernsehstudio ging. Wenn das Alitsche dann in einer öffentlichen Gesprächsrunde sitzen bleib, weicht es bei Kritik in Interviews inhaltlich immer aus und inszeniert sich auch ständig als Opfer der Medien. Diese bewußte Inszenierung schafft den Märchenvolk jener rechtspopulistischen Partei immer das Gefühl: Die Bösen gegen das Gute.

Es war einmal das Alitsche….
wie es ständig Fakten verdreht. Auch hier zeigt das Alitsche die altbekannte Opferrolle. Mit keinem Wort sagt das Alitsche etwas über die Finanzierung seiner Märchen.
Einfache Rhetorik zu komplexen Themen reichen für das Alitsche aus. Das Märchenvolk glaub all diese Märchen ohne überhaupt einmal darüber nachzudenken, dass dies niemals die Realität sein kann.

Es war einmal das Alitsche….
wie es sich das Medium Internet für eine frei erfundene Propaganda zu eigen macht. Das Alitsche geht für seine massive Internetpräsenz sogar nach Nigeria, Vietnam, Kambodscha oder auch Russland.

Es war einmal das Alitsche….
wie es Mitarbeiter des Verfassungsschutzes öffentlich als „schmierige Stasispitzel“ bezeichnete. Sobald es gegen das Alitsche oder ihre AfD geht, kann und wird Alitsche keine Kritik von Journalisten und politischen Gegner dulden.

Es war einmal das Alitsche….
wie es sich als Retter (ich schreibe bewusst nicht Retterin) für dieses Land sieht und einen wahrhaftigen Personenkult um sich aufgebaut. Solche Personenkulte gab es in der Geschichte genügend. Meist in totalitären Regimem, um die Macht der Herrscher zu festigen und Kritiker mundtot zu machen.
Ob nun Josef Stalin, Adolf Hitler, Mao Zedong, die.Kim-Dynastie Fidel Castro oder Enver Hoxha.
In der heutigen Zeit sind es Namen wie: Donald Trump, Sahra Wagenknecht, Kim Jong-un, Wladimir Putin oder auch Xi Jinping.
Welche Zustände in diesen Ländern aktuell herrschen kann jede sehen, lesen und hören.

Es war einmal das Alitsche…
wie es ständig gegen Andersdenkende seinen Hass und Hetzte auslässt. Das Alitsche lebt mit einer Frau aus Sri Lanka in einer gleichgeschlechtlichen Ehe. Bekämpft aber gleichzeitig Homosexuelle Menschen.
Das Alitsche brüllt ständig gegen das politische System in Deutschland. Lebt in der Schweiz und füllt sich selbst jeden Monat mit einem doppelten Gehalt die Taschen voll.
Das Alitsche sagt „Wir sind das Volk“.
Alitsche eiderdaus in Wahrheit gehen Märchen anders aus.

Anm.: Das völlig sinnbefreite Foto habe ich auf Tik Tok gefunden.

„Hitler war ein Linker“ – dies behauptet zumindest das AfD Alitsche

Fakten haben und werden die AfD und deren Gefolge niemals interessieren. Denn: „Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt…“

Auch wenn der Dackelmann Gauland einst in einer Rede die Verharmlosung über die Herrschaft der Nationalsozialisten als „Vogelschiss in der Geschichte“ nannte, kann die AfD nicht die Geschichte umschreiben widewidewitt wie diese ihr gefällt.
Auch wenn dem Alitsche es nicht gefällt, war Hitler KEIN Linker. Denn seine ersten Opfer und Hauptfeinde waren die Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Auch der AfD sind Sozialdemokraten und Gewerkschafter ein Dorn im Auge.
Jene Volksfeinde wurden unter der NSDAP in Konzentrationslager gesperrt, gefoltert und ermordet.
Hitler war ein Rassist, Faschist, Nationalsozialist und ganz nebenbei ein Größenwahnsinniger Diktator. Im Grunde das gleiche was seit Jahren die AfD und deren Gefolge sind. Also: Rassisten, Faschisten und Nationalsozialisten.

Warum komme ich nun auf all dies?
Ich hatte mich gestern mit eine Freundin aus Hamm, Westfalen getroffen. Sie zeigte mir Fotos welche in einem der wenigen noch übrig gebliebenen Hochbunker in Hamm ausgestellt sind.
Wohin Rassismus, Faschismus und Nationalsozialismus einen ganzen Kontinent brachte, kann jeder nachlesen oder anschauen. Durch Größenwahn, Rassenhass, Faschismus und einer irrsinnigen völkischen Ideologie, kamen schätzungsweise 60 bis über 70 Millionen Menschen ums Leben! Zwei Drittel aller Opfer waren Zivilisten, die durch direkte Kriegshandlungen, Hunger, Krankheiten oder systematischen Massenmord starben.
Wer also meint einen Größenwahnsinnigen Diktator feiern zu müssen, sollte sich mal mit der Geschichte beschäftigen.

Nun zu den Fotos aus Hamm.
Am 23. März 1944 flog die 8. US-Luftflotte einen großangelegten Tagesangriff auf Hamm, der vor allem dem strategisch bedeutenden Verschiebebahnhof galt. Da das Ziel jedoch stark bewölkt war, konnte nur ein kleiner Teil der Streitmacht die Stadt anvisieren. Über das gesamte Stadtgebiet fielen an diesem Tag schätzungsweise 262 Sprengbomben, wodurch bis zu 200 Menschen starben und schwere Schäden entstanden.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Deutschland unvorstellbare Schäden, die sich jedoch nicht nur in reinen Geldsummen, sondern vor allem in menschlichem Leid, Obdachlosigkeit und Zerstörung von Infrastruktur messen lassen. Der wirtschaftliche und materielle Zusammenbruch umfasste historisch einmalige Ausmaße.

Durch den Krieg wurden etwa 20 bis 25 Prozent des gesamten deutschen Wohnraums, rund 4,8 Millionen Wohnungen komplett zerstört. Rund 13 Millionen Menschen wurden obdachlos, und mindestens 5,5 Millionen deutsche Soldaten und zahlreiche Zivilisten starben.
Auf das Reichsgebiet wurden über 1,5 Millionen Tonnen Bomben abgeworfen! Dies hinterließ über eine Milliarde Tonnen Schutt. Verkehrswege, Häfen und Brücken waren weitgehend unbrauchbar.

Der finanzielle Schaden an Gebäuden, Infrastruktur und Vermögenswerten ging in die Hunderte Milliarden Reichsmark (nach zeitgenössischen Berechnungen). Zudem hinterließ das Deutsche Reich einen Schuldenberg von über 400 Milliarden Reichsmark.
Die meisten Menschen haben kein Gefühl dafür, wie groß der Unterschied zwischen Millionen und Milliarden ist. 1 Million Sekunden sind ungefähr 11 Tage. 1 Milliarde Sekunden sind etwa 32 Jahre.

Wer im 21. Jahrhundert in Deutschland eine rechtspopulistische Partei als Alternative für dieses Land sieht, sollte sich bewusst sein, wohin Rassismus, Faschismus und Nationalsozialismus hingeführt hatte. Auch bei der NSDAP fing es mit Worten an.

Wehret den Anfängen

Naike Juchem, 21. Mai 2026

Freiheit für freie Bürger – aber bitte nicht für alle

Nach den Zweiten Weltkrieg war Europa mit Grenzen durchzogen. Manche nannte man auch den Eisernen Vorhang.

Schon Anfang der 50 Jahre, genauer gesagt sieben Jahre nach Ende des Krieges wurde in Paris ein Abkommen der Montan Union unterzeichnet. Dieses Abkommen sah eine erhebliche Erleichterung der Stahlindustrie in Lothringen, Saarland (damals noch Französisch) und dem Ruhrgebiet vor. Er waren die ersten Gedanken für ein vereintes Europa.
Aber nicht nur der Transport von Stahl und Kohle sollte vereinfacht werden, auch der Reiseverkehr der Menschen für ihren Urlaub innerhalb von Europa ändert sich dadurch zum positiven.

Alcide De Gasper, Altiero Spinelli, Anna Lindh, Helmut Kohl, François Mitterrand, Jean Monnet, Robert Schuhman, Johan Willem Beyen und viele weitere Namen standen für ein gemeinsames Europa. Sie alle setzten sich für eine Überwindung der Weltkriegsschrecken sowie für Frieden und Solidarität ein. Sie kämpften für die Grundwerte, Menschenrechte und Gleichberechtigung in einem vereinten Europa.

Mit der Europapolitik in den frühen 80er Jahre von Helmut Kohl und französischen Präsidenten François Mitterrand bekam Europa ein neues Gesicht. Grenzkontrollen wurde weniger und man brauchte ab Mitte der 80er oft noch nicht einmal seinen Pass vorzuzeigen. Es reichte Schrittgeschwindigkeit beim Grenzübertritt nach Frankreich oder den Benelux Länder.

„Freie Fahrt für freie Bürger“ ist eigentlich ein Slogan des ADAC aus den frühen 70er Jahre und entstand nach dem Höhepunkt der Ölkrise. Mobilität um jeden Preis war und ist das Motto.
Die „Freie Fahrt für freie Bürger“ wurde Mitte der 80er Jahre für offene Grenzen gefordert. Man wollte endlich aus dem tristen Alltag raus und mit seinem Auto zügig an die Costa Brava fahren.
Die Welt stand sehr vielen Bürger offen und man lebte das Gefühl der Freiheit. Frühstücken in Paris, mal eben über das Wochenende an die Küste nach Belgien oder Niederlande fahren. Einkaufen in Grenznahen Regionen war am Samstag schon fest eingeplant.

Europa veränderte sich in den 80er Jahren immer mehr und schneller. In Süd- und Westeuropa bildeten sich föderalistischen Ideen eines Abbaus der Grenzkontrollen immer mehr. Den Blick nach Osten hatte viele Menschen nicht, denn dort war ja der Russe. Punkt.
Plötzlich rückten Staaten wie die DDR, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn oder Jugoslawien ins Weltbild. Urlaube am Balaton oder die Kroatische Adria fand man auf einmal in den Reisekatalogen.

Mit Michael Gorbatschow kam ein gemäßigter Politiker in den Kreml und Europa sah eine Chance für den Abbau von Grenzen im Osten. Alle Zeichen standen auf Frieden für Europa. Den Untergang der DDR und der UdSSR haben viele von uns miterlebt. Dies alles ist ohne Waffen und Gewalt passiert!

Europa feierte den Sieg der politischen Arbeit und Visionen vieler Staaten. Europa wurde zu einer Union an Staaten und Menschen. Gesetze wurden im Sinne von Europa entwickelt und entworfen. Europa bekam ein eigenes Parlament und Rat.
Durch den immer steigenden Warenverkehr und den Billiglohnländer wurde die Europäische Union immer mehr erweitert. Folglich kamen mit der Osterweiterung immer mehr Probleme hinzu.

Seit nun 10 Jahren werden immer mehr Stimmen laut, man müsse die Grenzen von Europa oder gar den eigenen Länder schließen. Der Mensch als Flüchtling sei das Problem für den Wohlstand in Europa.
Nur mal zur Einordnung. Was soll es denn bitteschön jetzt sein? Auf der einen Seite der grenzenlose Warenverkehr aus Billiglohnländer und die Freiheit in jedes Land von Europa für zwei Wochen Urlaub zu machen. Auf der anderen Seite waren es dann genau jene Menschen die am lautesten gebrüllt hatten, als man in der Corona-Diktatur die Grenzen geschlossen hatte. Die eigene Freiheit wurde plötzlich eingeschränkt. Dabei war man noch nie an der Costa Brava gewesen.

Nun kommt eine weitere deutsche Partei mit den gleichen Phrasen wie die AfD daher, dass man die Grenzen schließen muss und alle jubeln. Zur Erinnerung: Die CDU war es, die für ein offenes Europa stand.

Wenn wir keine Flüchtlinge haben wollen, sollten wir die Fluchtursachen bekämpfen und nicht die Menschen, die wegen Terror, Krieg, Umweltzerstörung und Ausbeutung fliehen.
Man möchte auf keine Bequemlichkeit und einen gewohnten Luxus im Alltag verzichten, wundert sich dann aber, wenn Menschen an die Tür von Europa anklopfen, weil man deren Lebensgrundlage zerstört.

All der Gedanke an föderalistischen Ideen werden seit Jahren mit immer mehr rechtsorientierten Regierungen zugrunde gerichtet, weil man einzig und alleine die Flüchtlinge als das zu bekämpfende Problem sieht.
Es ist schade, wenn immer mehr Menschen nur noch in täglich neuen Schlagzeilen denken können, ohne das ganze zu sehen.

Menschenrechte sind nicht automatisch Menschenrechte

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

So steht es im 1. Artikel der AEMR (Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)


Am 10. Dezember vor 72 Jahren wurde dieser entscheidende und wichtigste Artikel in der Charta der UN (Vereinte Nationen) als Resolution der Generalversammlung im Palais de Chaillot in Paris verabschiedet und festgelegt.

Vor 72 Jahre wurde die Menschenrechtscharta verabschiedet und seit 2011 haben die Vereinten Nationen 193 Mitgliedersstaaten. Man sollte davon ausgehen, dass jeder dieser Staaten jene Charta schon einmal gelesen hat und auch bestrebt ist, diese einzuhalten. Leider ist dies bis heute nicht der Fall. Ob nun von staatlicher oder zivilen Seite aus, Hass, Verfolgungen und Mord gibt täglich gegen LSBTI’s.
Ob nun Afghanistan, Ägypten, Albanien, Angola, Bahrain, Belarus, Brasilien, China, Griechenland, Iran, Jemen, Liberia, Pakistan, Russland, Sudan oder Türkei, um nur mal einige Staaten zu nennen, wo Menschenrechte nicht all zu sehr genau gesehen werden.
Verfolgungen von Minderheiten – ob ethische oder sexuelle sind an der Tagesordnung. Diese reichen von Diskriminierung über Verurteilung bis hin zu Hinrichtungen.

Die EU hat ihr menschenrechtliches Fundament nach und nach verscherbelt

Am 18. März 2020 jährte sich das Inkrafttreten des EU-Türkei-Abkommens zum vierten Mal. Seit sechs Jahren sorgt die EU dafür, dass tausende Menschen, die über die Türkei auf den griechischen Inseln ankommen, unter dramatischen Bedingungen in vollkommen überfüllten Flüchtlingslagern leben müssen. Seit dieser Zeit wird der Zugang zu rechtsstaatlichen Asylverfahren für die Ankommenden erschwert. Seit sechs Jahren warnen Menschenrechtsaktivist*innen vor einer Verschlimmerung der Lage in den Flüchtlingeslager und seit sechs Jahren verschlimmert sich diese täglich. Der Preis dafür, dass die Türkei einen Großteil der Flüchtlinge jahrelang von der Weiterreise nach Europa abgehalten hat, ist nicht nur ein finanzieller. Eine unausgesprochene Prämisse des EU-Türkei-Deals war von Anfang an, die mit der Schließung von Grenzen einhergehenden Menschenrechtsverletzungen gegen Geflüchtete an die Türkei zu delegieren. Nichts anderes hat die EU zuvor schon mit einigen afrikanischen Ländern gemacht, die zum Beispiel über die Zahlung von Entwicklungshilfegeldern zur Kooperation beim »Migrationsmanagement«, also bei der Verhinderung von Flucht und Migration nach Europa, gebracht wurden. Gerade nordafrikanische Länder wie Ägypten oder Libyen, von wo aus vor allem Geflüchtete aus Afrika die Überfahrt nach Europa wagen oder wagten, profitieren von Zahlungen aus Europa. Obwohl in diesen Ländern nachweislich gefoltert wird, investiert die EU in die dortigen Sicherheitsapparate, wenn dafür Flüchtlinge und Migrant*innen von der Überfahrt abgehalten werden. Diese Menschenrechtsverletzungen sahen und sehen wir immer wieder in den Medien und es wird von staatlichen Seiten nichts dagegen unternommen. Artikel 1 der AEMR wird selbst von dem höchsten Parlament in Europa nicht beachtet.

Nun ein paar Worte von Soussan Sarkosh aus dem iz3w (Informationenszentrum 3. Welt) der UN von Mai/ Juni 2020 Ausgabe 378.

„Nach der Islamischen Revolution 1979 wurde vieles verboten: Musizieren, Gesang der Frauen, Tanzen, Feste mit beiden Geschlechtern, der Konsum von Alkohol und vieles mehr. In all den Jahren seither kam es oft vor, dass die Sittenpolizei eine Wohnung stürmte, in der gefeiert wurde, egal ob es ein Kindergeburtstag war oder eine sonstige Familienfeier. Wehe, wenn Jugendliche feierten, sie wurden verhaftet und erst nach Peitschenhieben oder Geldstrafe freigelassen. Wobei nach den eigenen Bekundungen des Regimes die private Sphäre (Harim) im Islam heilig sein soll. Das öffentliche Leben ist stark eingeschränkt, Literatur, Film und Kunst unterliegen der Zensur, Zeitungen werden geschlossen. Wenn wir heute dennoch im Radio und Fernsehen Musik hören können und trotz großer Ein-schränkungen sogar Konzerte veranstaltet werden, wenn Frauen heute Sport treiben können und zu internationalen Wettkämpfen gehen, wenn Frauen farbig gekleidet und nur mit einem leichten Kopftuch bedeckt in den Straßen promenieren, verdanken wir all das dem kulturellen Kampf von mehreren Generationen junger Menschen. Viele von ihnen haben teuer dafür bezahlt: Mit Gefängnis, mit Verlust des Studien- oder Arbeitsplatzes, mit erzwungener Flucht aus dem Land – und nicht wenige sogar mit dem Leben. Macht das alles eine*n nicht wütend?“

Amsterdam Rainbow Dress Foto: Pinterest

Dies sind zwei Beispiele von „Nur“ Menschenrechtsverletzungen innerhalb der UN. Dieses Thema könnte ich auf alle 193 Mitgliedersstaaten ausweiten. Nun möchte ich aber zu dem eigentlichen Punkt kommen: die Verfolgungen von Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intergeschlechtliche Menschen – kurz LSBTI

Hasskriminalität

Um erstmal eine Einordnung zu diesem Thema zu schaffen, fange ich mit der Hasskriminalität an.
Die Hasskriminalität ist ein Oberbegriff für politisch motivierte Straftaten und umfasst Straftaten, die ebenso in der Allgemeinkriminalität begangen werden können, jedoch ideologisch motiviert sind. Das heißt, dass im Gegensatz zur Allgemeinkriminalität politisch motivierte Straftaten vor allem die demokratischen Grundwerte unseres Gemeinwesens und die Achtung der im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechte bedrohen.

Das Opfer wird dabei stellvertretend für eine zugeschriebene Gruppe angegriffen, d.h. die Tat gilt eigentlich der ganzen Gruppe. Werden diese Taten öffentlich bekannt, schüchtert und verunsichert dies letztlich eine ganze Gruppe. Dazu zählen auch Taten, die nicht unmittelbar gegen eine Person, sondern im Zusammenhang gegen eine Institution oder Sache verübt werden, z.B. Vandalismus und Sachbeschädigungen an einem Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Erschreckende Zahlen an Übergriffe an LSBTI’s in Deutschland

Laut Bundesinnenministerium wurden für 2020 insgesamt 204 Straftaten dem zum 1. Januar 2020 neu eingerichteten Themenfeld „Geschlecht/Sexuelle Identität“ zugeordnet. Damit sind transphob motivierte Taten gemeint. Bei den dort registrierten 40 Gewaltdelikten handelte es sich in 35 Fällen um Körperverletzungen. Im Unterthemenfeld „Sexuelle Orientierung“ wurden insgesamt 578 Straftaten, davon 114 Gewaltdelikte, mit 109 Körperverletzungen registriert. Diese Taten gelten als homophob motiviert. 

Insgesamt wurden folglich 782 Straftaten von Hasskriminalität gegen LSBTI registriert, darunter 154 Gewalttaten (144 Körperverletzungen). Das ist ein Anstieg von 36% gegenüber 2019. Drei schwulenfeindlich motivierte Morde sind nicht in die Statistik eingegangen.

Laut der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage der Abgeordneten Ulle Schauws (Bündnis 90/ Die Grünen) wurden 2021 dem Unterthemenfeld „sexuelle Orientierung“ insgesamt 870 Fälle zugeordnet, davon 164 Gewaltdelikte.

Dem Unterthemenfeld „Geschlecht/sexuelle Identität“ 340 Fälle, davon 57 Gewalttaten. Aufgrund von Mehrfachnennungen können diese Zahlen nicht einfach addiert werden. So ergeben sich insgesamt 1.051 Straftaten im Bereich der Politisch-Motivierten Kriminalität Unterthemenfeld „Geschlecht/Sexuelle Identität“ UND/ODER „Sexuelle Orientierung“ registriert, davon sind 190 Gewalttaten.

In diesem Jahr gab es allein in Münster, Augsburg und Bremen drei brutale Übergriffe auf LSBTI’s. In Münster endet ein solcher Angriff auf einen Transmann tödlich. Malte C. hatte sich am Rande des CSD in Münster schützend vor eine Gruppe lesbischer Frauen gestellt, die von einem Mann bedrängt und beleidigt wurden. Dieser schlug daraufhin auf ihn ein, Malte C. schlug auf den Asphalt und erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Er starb nach sechs Tagen im Koma an seinen Verletzungen.

Nun ein Artikel vom Auswärtigen Amt vom 18. September 22 aus Buenos Aires

Dieses Kleid ist uns eine Nummer zu groß. Das liegt aber nicht an seinem Durchmesser von fast 16 Metern. Sondern: Das „Amsterdam Rainbow Dress“ steht für all die Länder, in denen LGBTQI+ mit Unterdrückung, Verhaftung, Folter und sogar der Todesstrafe rechnen müssen. Es besteht aus mehr als 70 Flaggen – symbolisch für die über 70 Länder, in denen es bis heute strafbar ist, LGBTQI+ zu sein. Das sind mehr als 70 Staaten, in denen eine freie Selbstentfaltung und geschlechtsunabhängige Liebe immer noch gesetzlich verboten sind.

Wir finden, das muss sich ändern. Passend dazu hat Deutschland gerade gemeinsam mit Mexiko den Co-Vorsitz der Equal Rights Coalition übernommen. Aus diesem Anlass „durften“ – wenn man das bei der Symbolik des Kleides überhaupt so sagen kann – unsere Kolleg*innen in Buenos Aires das Kleid vor Ort zeigen.

Wir hoffen, dass das Kleid möglichst bald noch viel bunter ist. Denn: Wenn die betreffenden Länder ihre diskriminierende LGBTQI+ – Gesetzgebung abschaffen, werden die Landesfahnen durch Regenbogenflaggen ersetzt.


Quelle:
– Auswärtiges Amt
– Bundesinnenministerium: Straf- und Gewalttaten im Bereich Hasskriminalität 2019 und 2020 (04.05.2021)
– Dr. phil. Ramona Lenz, medico international. 
– Dr. Soussan Sarkosh, Teheran
– Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)